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GRM Brainfuck. Roman

38

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.04.2019

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

640

Maße (L/B/H)

21,1/12,9/4 cm

Gewicht

763 g

Farbe

Bordeaux / Weiß

Auflage

8. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05143-8

Beschreibung

Rezension

»600 Seiten Wut. Viel feministische Wut. Bisher kannte man so etwas nur aus Frankreich. Etwa von Catherine Breillat, Marie Darrieussecq oder Virginie Despentes.
»Ein Buch wie ein Sprengsatz. Brutal und zärtlich zugleich […]« ("Die Zeit")
» GRM ist Attacke und Fürbitte in einem, so monströs wie zärtlich. Ein verschreckender Findling der Gegenwartsliteratur, an dem man nicht vorbeikommt. Und ein Roman, den man nicht ohne Erschütterung aus der Hand legt.« ("Deutschlandfunk Kultur Lesart")
»In der ihr eigenen furiosen und doch poetischen Sprache erzählt die Grande Dame der Apokalypse einmal mehr vom Leben im Ausnahmezustand, der jedoch bei ihr Normalzustand ist.« ("WOZ Die Wochenzeitung")
»So düster hat Sibylle Berg noch nie geschrieben [...] Gegen GRM/Brainfuck ist alles andere von Sibylle Berg der reinste Kindergeburtstag.« ("MDR Kultur")
» GRM ist ein zorniger, zutiefst aufwühlender Befund unserer Verhältnisse, der radikal mit der Ideologie abrechnet, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur will.« ("ORF 2")
»Sibylle Berg führt uns die Perversionen, Ungerechtigkeiten, Verbrechen im Europa der Gegenwart vor. Sie erzählt [...] niemals moralisierend, in dieser extrem souverän rhythmisierten Sprache, die nicht ohne Mitgefühl ist, sondern im Gegenteil voller Empathie [...] GRM/Brainfuck [ist] wie ein finsterer Trimm-dich-Pfad für unsere Empfindsamkeit. Wie ein Training gegen die Abstumpfung, das uns sensibel hält und immun macht gegen den Zynismus der Gewohnheit.« ("FAS")
»Frau Berg übertrifft sich selbst« ("neues deutschland")
»Eine böse Abrechnung schreit Sibylle Berg da [...] raus. Brutal, oft schwer zu ertragen und doch lesenswert.« ("rbb Inforadio")
»Wer, wenn nicht Berg, jene sardonische Stilistin, jene Parteigängerin des moralischen Zynismus mit dem Herzen aus Gold, die die Welt besser haben will als sie eben ist, hat [...] die Pflicht, den Gegenwarts-Abfuck mal zu Ende zu denken?« ("Hamburger Abendblatt")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.04.2019

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

640

Maße (L/B/H)

21,1/12,9/4 cm

Gewicht

763 g

Farbe

Bordeaux / Weiß

Auflage

8. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05143-8

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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  • Bewertung

    5/5

    14.07.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ich hab mich zuerst in Sibylle...

    Ich hab mich zuerst in Sibylle Bergs Podcast verliebt, dann direkt in ihre Bücher. Was für eine faszinierend, fantastische Abbildung der Realität sie mit ihren Geschichten erschafft, ist zugleich gruslig als auch sehr sehr einzigartig. Sehr zu empfehlen!

  • Bewertung

    5/5

    16.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Krasser Stoff, krasse Autorin und krass intensiv. So geht Dystopie!

    Böse, zynischer - Berg. Oder auch: Despentes, Houllebeq - Berg. Die Reihenfolge deutet es schon an. Mit ihrem neuen Meisterwerk steckt Sibylle Berg die beiden französischen Zeit- und Geistesgenossen in puncto Radikalität, Kompromisslosigkeit und Aussichtslosigkeit locker in die Tasche. Dabei möchte Sibylle Bergs Gesellschaftsroman nicht als Dystopie verstanden werden; vielmehr beschreibt die Autorin laut eigener Aussage die Gegenwart, bzw. das, was den modernen westlichen Staaten in sehr naher Zukunft bevorstehen wird.

 "GRM" spielt in England einige Zeit nach dem Brexit. Der Neoliberalismus hat die gesellschaftlichen und sozialen Strukturen zerstört. Es herrscht ein autokratischer Staat. Viele Menschen sind mittlerweile gechipt, die Gesichtserkennung leistet ganze Arbeit und das Bonuspunkte- und Überwachungsprogramm nach chinesischem Vorbild zeigt seine volle Wirkung. Es gilt, positive Karmapunkte zu sammeln.

 Bedeutet: Nach außen hin ist das Land scheinbar befriedet, alles geht ruhiger, geordneter und weniger gewalttätig als früher vonstatten, denn hurra: Das bedingungslose Grundeinkommen ist da! Aber wie sieht es im Inneren des Menschen aus? Da sich niemand mehr traut, auch nur geringfügig von der vorgegebenen Norm abzuweichen, kuscht ein Gros der Bevölkerung. Der totale Überwachungsstaat ist Realität geworden.

 Denn: Der Staat weiß alles über dich: Schuhgröße, politische Ausrichtung, sexuelle Orientierung, Essgewohnheiten, Bankdaten, Krankenakte, Arbeitgeberinfo, Einkommen, Vorstrafen und vieles mehr. Gibt der Chip nicht alle Daten her, erledigt der biometrische Gesichtsscan den Rest und legt alles offen.

 Alles wird erfasst, was dazu führt, dass immer mehr Menschen mit einer Bodycam unterwegs sind, da der Bürger im Fall der Fälle seine eventuelle Unschuld dokumentieren und beweisen möchte. Aber letzen Endes entscheidet das System, ob du nützlich oder schädlich bist.

 Die Leute gehen nicht mehr auf die Straße, um gegen das Regime zu protestieren. Ehemalige Hacker haben ihre anarchistischen Pläne fallen gelassen und arbeiten lieber für den Staat; einer der letzten Arbeitgeber, der noch Sicherheit verspricht. Ansonsten wurden und werden viele Menschen durch Roboter ersetzt. Ganze Berufszweige verschwinden; Stellen werden einfach ersatzlos gestrichen. Glücklich kann sich schätzen, wer immerhin einen Einstundenvertrag ergattern durfte.

 Die Menschen sind apathisch; aber zum Glück gibt es die Gute-Laune-Pille. Alles Wollen verschwindet; man ist bedingungslos zufrieden; gut für das System. Die Pillen eliminieren das logische Denken und die Kreativität, während Endgeräte bzw. Smartphones die kognitiven Fähigkeiten töten. Verblödete Zombies sind das gewünschte Ergebnis. Gechiptes Handgelenk an den Scanner und es ist bezahlt; am besten via Kryptowährung.

 Und damit der Horror kein Ende nimmt, lassen sich manche freiwillig die Hand amputieren. Die mechanische Hand funktioniert einfach besser als die biologische. Und wenn wir schon dabei sind: Wozu benötige ich mein natürliches Bein, wenn es das smarte Bein gibt? Also weg damit!. Selbstoptimierung galore. Die Sexroboter erledigen dann den Rest.

 Das Bargeld steht kurz vor der Abschaffung, der Himmel wird mit Chemtrails besprüht und in vielen europäischen Staaten haben die Bevölkerungen konservative oder sogar rechtsnationale Regierungen gewählt, um der befürchteten Umvolkung entgegenzuwirken. Demnach kennt sich Sibylle Berg mit Verschwörungstheorien, die sie en passant mit einflechtet, aus. Überhaupt wird beim Lesen von “GRM“ deutlich, wie umfassend informiert die Autorin einerseits ist und andererseits das Zeitgeschehen intelligent einordnet und in eine nahe Zukunft weiterspinnt.

 Viele landen auf der Straße, erkranken, verwahrlosen und siechen dahin. Einige nehmen Drogen und ergehen sich in abartigen sexuellen Praktiken. Auch innerhalb der Familien sieht es nicht besser aus. Dort herrschen Bildungslosigkeit, Verarmung, Gewalt und Missbrauch. Die vier Jugendlichen Hannah, Karen, Don und Peter machen sich aus dem nordenglischen Rochdale nach London auf, um dem Elend zu entfliehen.
 

Dort angekommen, finden sie in den Außenbezirken eine stillgelegte Fabrikhalle, wo von gelegentlichen Drohnenflügen abgesehen keinerlei Überwachung stattfindet. Das ideale Refugium, um eine Attacke auf das System zu starten. Also kippen sie Testosteron vernichtende Viren in die Trinkwasserversorgung, ist doch dieses Hormon ihrer Auffassung nach für nicht wenig Leid auf der Welt verantwortlich. Der Plan geht auf, Unlust macht sich in der Bevölkerung breit, es wird friedlicher. Ob das schon die Rettung war?

 Ähnlich wie in Bela B Felsenheimers aktuellem Roman „Scharnow“ werden hier die Perspektiven permanent gewechselt. Alle paar Seiten schildert die Autorin in ihrer auktorialen Erzählweise das Empfinden eines anderen Protagonisten. Die Übergänge zwischen dem Erleben der jeweiligen Menschen sind fließend, so dass man das Gefühl hat, es handle sich um ein kollektives Bewusstsein, das hier wahrnimmt. Dabei kultiviert Sibylle Berg einen sarkastischen, nüchternen und knappen Stil – kein Wort zu viel.

 Insgesamt ein Roman, der an die Nieren geht, betroffen macht und einem manchmal das Weiterlesen schier unmöglich macht. Ist alles wirklich schon so schlimm? Sibylle Berg würde sagen: Ja!

 Es schreit regelrecht aus den Zeilen heraus: Schaut hin! Informiert euch! Werdet wach! Was gleichzeitig als ein Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit und Empathie verstanden werden kann. Sollte es doch so übel kommen, wie hier beschrieben, können wir nicht behaupten, wir hätten von nichts gewusst. Frau Sibylle hat es uns gesagt.

 Krasser Stoff, krasse Autorin und krass intensiv.

  • Bewertung

    5/5

    11.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    GRM

    Wenn Sie "Brave New World" in fesselnder Erinnerung haben, legen Sie "GRM", eine packende Dystopie von Sibylle Berg, sicher nicht mehr aus der Hand.

  • Bewertung

    5/5

    23.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sibylle Berg trifft den Nagel...

    Sibylle Berg trifft den Nagel auf den Kopf! Keine Dystopie im eigentlichen Sinne, dafür ist das Buch viel zu nah an unserer Gesellschaft. Sibylle Bergs Humor muss man mögen, wer aber auf grotesken Humor und ironisches Augenzwinkern steht- Reinlesen!

  • Bewertung

    aus Dillendorf

    5/5

    12.01.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Angst

    Das Buch ist genial, es bereitete mir aber ganz schön Kopfschmerzen. Es zeigt uns eine erschreckende Zukunft. So möchte ich nicht leben. Es liest sich hervorragend und ist sehr kurzweilig. Ein wahnsinns Buch. Danke, dass ich Zugang zu dieser Welt finden durfte, Zum Glück nur als Gast.// Reiner

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Bewertungen (38)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Harald Mitterecker

    Harald Mitterecker

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    03.11.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Fantastischer erster Teil einer dystopischen Trilogie

    Ich bin ein Fan von Sibylle Bergs Erzählstil! GRM ist ein dystopischer Roman, der in naher Zukunft in der englischen Stadt Rochdale beginnt und dort das Leben von vier befreundeten Teenagern, Don, Karen, Hannah und Peter, beschreibt. Durch verschiedene Schicksalsschläge ziehen alle vier nach London um. Arbeitslosigkeit und Diskriminierung sind im Überwachungsstaat Routine, aber die vier Freunde entziehen sich durch ihre Lebensweise dieser Überwachung. GRM ist der Beginn einer fantastisch geschriebenen Trilogie, die über das Schicksal der Freunde erzählt.
  • Zum Bewerterprofil von Oliver Mertens

    Oliver Mertens

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.05.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zukunft war gestern

    Das Buch: Ein sprachlicher Molotowcocktail voll Empathie mitten in die neoliberalen Heilsverprechen unserer Zeit. Ein zentraler Ort des Geschehens: "Fucking Rochdale", England, bietet alle Facetten sozialer Verwahrlosung, "ein Ort, den man", wie Don aus dem Buch sagt, "ausstopfen und als Warnung vor unmotivierter Bautätigkeit in ein Museum stellen müsste." Worum gehts? Freundschaft, Musik, kaputte Familien, Algorithmen, Endgeräte, neoliberale Scherze, turnschuhschnüffeln, Nationalismus 2.0, revolutionäre Versuche, Todeslisten, von Kindern erstellt, Sprache, menschliche Maschinen und Maschinen, die gerne Menschen wären, Sex auch. Zeit des Geschens: Nicht allzuferne Zukunft, post Brexit, aber irgendwie auch schon heute. Der passende Soundtrack zum Buch: Britischer Grime natürlich! Punk oder Bach geht aber auch. Leseempfehlung? Aber hallo!
  • Zum Bewerterprofil von Bianca Trimmel

    Bianca Trimmel

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    4/5

    03.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im wahrsten Sinne des Wortes Brainfuck!

    GRM liest sich im wahrsten Sinne des Wortes wie Brainfuck. Bei der düsteren, unerbittlichen Schilderung der nahen Zukunft dreht sich einem der Magen/das Gehirn um. Für mich war am schwersten zu verdauen, wie sich die Gesellschaft ändert (oder schon ist?), Mitgefühl und Solidarität sind ein Fremdwort und teilweise hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen, weil ich mich überhaupt dafür interessiere, wie es weitergeht, während den vier Kindern die schrecklichsten Dinge passieren. Wahrscheinlich ist man als Leser so erschüttert, weil Sibylle Berg gekonnt die neuesten Entwicklungen in der Politik weitergesponnen hat und man oft wirklich nicht weiß, ob es im Jetzt oder in der nahen Zukunft spielt. Ich finde, das Buch ist nichts für schwache Nerven, aber es lohnt sich es zu lesen. Die Autorin versteht es mit Sprache so zu spielen, dass manche Sätze ein echtes Meisterwerk sind, die man 2 oder 3 mal lesen muss!!!

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