Produktbild: WEST

WEST Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

10.06.2019

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

3168 KB

Übersetzt von

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

EAN

9783641222857

Beschreibung

Rezension

»Die Geschichte des Abenteurers Bellman und seiner halbwüchsigen Tochter, fein kalibriert übersetzt von Eva Bonné, ist kein historischer Roman im herkömmlichen Sinne.«

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Format

ePUB

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
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Erscheinungsdatum

10.06.2019

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

3168 KB

Übersetzt von

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

EAN

9783641222857

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  • Bewertung

    5/5

    13.09.2020

    eBook (ePUB)

    Anti-Western hebelt Mythen aus

    Man weiß zunächst nicht so recht, worauf Carys Davies hinaus will mit diesem schmalen “Western”, dessen Fangschlingen sich immer weiter zuziehen. Dieser Roman pirscht sich schleichend an die zunächst mißtrauischen Leser heran, dann schnappt die Falle ganz plötzlich zu. /// Man weiß erst so gar nicht, wo Bellmans idiotischer Plan hinführen soll, es auf eigene recht stümperische Art Lewis und Clark gleich tun zu wollen. Ohne ernsthafte Vorbereitung, nur in Begleitung eines “wenig Vertrauen weckenden” Ureinwohners, mit dem er noch nicht einmal kommunizieren kann, bricht er in unbekanntes Terrain auf, um ausgerechnet nach einem lebendigen Mammut zu suchen. Und das in der sogenannten “Neuen Welt”. Natürlich wissen nur wir, wie “idiotisch” diese Suche tatsächlich ist. Darwin kam erst ein paar Jahrzehnte später zum Zug. Aber ja: Bellman läuft einem Mythos hinterher. Er ist der Fortführung eines weiteren Mythos sogar ein paar Schritte voraus, auch ohne jemals an der Pazifikküste anzukommen: “Jetzt fragte er sich, ob die riesigen Tiere möglicherweise eine Tür zu den Rätseln dieser Welt aufgestoßen hatten. Hier draußen im Westen gab es Momente, wenn er nachts in seinen Mantel eingewickelt dalag und den Himmel und die Unmengen von Sternen betrachtete; wenn er ins helle, zerfurchte Gesicht des Mondes starrte und sich fragte, was da oben wohl war. Was er zu sehen bekäme, wenn er nur dort hinaufreisen könnte.” /// Davies spielt mit dem amerikanischen Mythos der “Frontier”, der fortschreitenden Erkundung in Richtung Westen und der “Eroberung” des gesamten Kontinents durch weiße Siedler. Zugleich widerspricht sie in der Erzählung diesem Mythos in einem fort. Scheinbar werden Klischees bis zur Schmerzgrenze bemüht, um fast unbemerkt gleich wieder ausgehebelt zu werden. Unsere oft widerwärtige weiße Hybris wird bloßgestellt. Schwächlich und lächerlich wirkt der Junge namens “Alte Frau aus der Ferne”, später “unsäglich schäbig und würdelos”. “Gab es eigentlich irgendetwas, das diese Menschen im Tausch für ein ausgedientes Gewehr, ein auffälliges Kleidungsstück und eine Handvoll glitzernden Plunder n i c h t tun würden?” Und doch ist “der Junge” der Einzige, der am Ende seine (wenn auch widersprüchliche) Würde behält. /// “Abends im Licht des Feuers sah er zu, wie die Schatten über das Gesicht des Jungen zuckten. Bellman fand, es wirkte jung und zugleich sehr alt, und er dachte: Wie ist es, du zu sein?” Wer sonst hat sich diese Frage gestellt? Die nie wieder gut zu machenden Tragödien werden ihren Lauf nehmen.

  • Bewertung

    5/5

    16.09.2019

    eBook (ePUB)

    Die Träume des Westens

    "Sie stand lange Zeit da, schirmte sich die Augen mit einer Hand vor der Sonne ab und starrte gen Westen, als könnte sie [...] eine große Gestalt mit Zylinder in einer Wolke aus Staub und kleinen, hellen Steinchen sehen, aufgewirbelt von den Hufen eines schnellen schwarzen Pferdes, aber da war niemand. Da waren nur der Himmel und die Bäume und der lange Weg, mehr nicht, das konnte sie sehen, aber sie blieb trotzdem dort stehen und starrte [...]." Die Reise in den Westen und die Suche nach einem Leben in Fülle und Freiheit ist ein Mythos, der im 19. Jahrhundert viele umtrieb - und der zum Stoff wurde für eine Vielzahl von Romanen, Filmen und Liedern. Auch Carys Davies lässt ihren Protagonisten nach diesem Traum streben, er bricht auf zu seiner ganz eigene Suche nach dem Glück. Der Preis, den er für sein Weggehen zahlt, ist ein hoher - er lässt seine erst 10-jährige Tochter Bess zurück in der Obhut ihrer barschen und ablehnenden Tante. "West" ähnelt in seinem Aufbau fast einer Novelle: der Umfang ist gering, nur 208 Seiten braucht die Autorin, um ihre Geschichte in ganzer Bandbreite zu entfalten, der Inhalt ist dicht, hat stellenweise sogar lyrische Züge, und der Aufbruch des Protagonisten stellt den zentralen Wendepunkt des Geschehens dar. Melancholie, Sehnsucht, Tragik, Komik - Davies gelingt es, all jene Elemente miteinander zu verbinden und ihre Erzählung in einer Art Waagschale konstant auszubalancieren. Ihre Sprache ist leise und direkt. Ohne viel Ausschweifungen konzentriert sie sich auf das Wesentliche und vermeidet lange metaphorische Exzesse - größtenteils ein Gewinn für den Roman, der sich nur an wenigen Stellen als kleines Manko erweist, unter dem der Inhalt zu leiden scheint. Dennoch überzeugt "West": durch seine poetische Kraft, durch seine unvoreingenommene Direktheit und durch seine sanfte Verwundbarkeit.

  • Bewertung

    aus Wabern

    2/5

    12.05.2023

    eBook (ePUB)

    Ein langweiliges Buch mit irreführendem Titel.

    Der Roman entspricht leider keineswegs den Erwartungen an einen Western-Roman. Der Geschichte fehlt jegliche Spannung. Das beabsichtigte Unterfangen der Hauptperson ist von vorne herein unrealistisch und zum Scheitern verurteilt. Der Titel des Buches ist irreführend, weil er bloss die geographische Richtung der Irrfahrt wiedergibt, aber in totalem Widerspruch zu den Assoziationen steht, die literarisch mit dem amerikanischen Westen normalerweise verbunden werden.

  • Bewertung

    aus Weil am Rhein

    5/5

    01.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachlich brilliantae Erzählung über die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren

    WEST von Carys Davies Aus dem Englischen von Eva Bonné “In ihren [Bess‘] Augen war er heldenhaft, tapfer und entschlossen. [...] Er war ein Mann mit einer Mission, was ihn von anderen Leuten unterschied, und während er fort war, würde sie ihn genau so in Erinnerung behalten: Er dort oben auf seinem Pferd, hinter sich die Bündel und Taschen und seine Waffen. Er in seinem langen Mantel und mit dem Zylinder auf dem Kopf, wie er nach Westen ritt.“ Diese zarte, schmale und doch so gehaltvolle Geschichte über einen Mann, der sein Glück im Westen sucht, hat mir wundervolle Lesestunden beschert. Ein traurig-schönes Buch über Hoffnung und Verblendung. Über das Weggehen und das Zurückbleiben. Über die Sehnsucht nach dem Unbekannten und das Heimweh nach dem Vertrauten. Über die rücksichtslose Siedlerpolitik und die Vertreibung der indigenen Bevölkerung. Und auch über Missverständnisse und das Trennende zwischen den Menschen. Und über den unerschütterlichen Glauben eines zehnjährigen Mädchens an ihren von allen für verrückt gehaltenen Vater. Sprachlich präzise, oft poetisch und vollkommen ohne unnötigen Ballast erzählt Carys Davies in WEST eine berührende, manchmal leicht mythisch-märchenhafte Geschichte: Cy Bellmann, ein verwitweter Maultierzüchter aus Pennsylvania, liest in der Zeitung von rätselhaften, riesigen Knochenfunden im Westen und kann an nichts anderes mehr denken. „Die Sache hatte Funken in ihm geschlagen“, und er will die Kreaturen, zu denen diese Knochen gehören, finden. Mit zwei Gewehren, einem Beil, einem Messer, einer eingerollten Decke, verschiedenen Taschen und einer Blechkiste reitet Bellman auf der Such nach den riesigen Wesen gegen Westen. Seine zehnjährige Tochter Bess und die Maultierzucht lässt er in der Obhut seiner Schwester Julie und des Nachbars Elmer Jackson zurück. Aus verschiedenen Erzählperspektiven lässt uns Carys Davies am Schicksal Bellmanns, seines indigenen Begleiters Alte Frau aus der Ferne und der Zurückgebliebenen teilhaben. Eine gekonnt erzählte Geschichte, die interessante Denkanstöße und Diskussionsthemen liefert und die ich sehr gerne gelesen habe! Ich freue mich riesig auf den dritten Roman von Carys Davies.

  • Anna

    5/5

    08.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Psychologischer Abenteuerroman mit Tiefgang

    1815 verlässt der Maultierzüchter Cy Bellham seine Farm und macht sich auf den Weg Richtung Westen. Er will die riesigen Tiere finden, die dort angeblich leben. Ein Zeitungsbericht über einen entsprechenden Knochenfund hat den Anstoß dazu gegeben. Regelrecht besessen ist er von dieser Idee. So besessen, dass er sogar seine 10-jährige Tochter Bess zurücklässt. Ihre schmallippige Tante soll sich während seiner Abwesenheit um sie kümmern. Und so reitet Cy mit einem Zylinder auf dem Kopf und ausgestattet mit allem möglichem Krimskrams los. Die Gegenstände will er gegen Essen und Informationen bei den Indianern eintauschen. Mehrere Jahre dauert seine Suche. Er übersteht harte Winter, friert und hungert, aber keine Strapaze ist ihm zuviel. Während des Lesens begleitet mich die Frage, ob Cy Bellham seiner Bestimmung folgt, oder ob er die Grenze zum pathologischen überschreitet? Er wirkt naiv und gutmütig, aber dahinter dominiert eine Besessenheit, die so unumstößlich ist wie Rocky Mountains. Ist das krank? Oder ist es heldenhaft? Ja gar vorbildlich? Hier ist auf jeden Fall Raum für Spekulationen. Interessant wird es, als ihm ein 17-jährige Indianerjunge mit dem seltsamen Namen „Alter Mann in der Ferne“ zur Seite gestellt wird. Der Junge ist entwurzelt, sein Stamm wurde vertrieben, er selbst verdingt sich als Gehilfe eines Fallenstellers. Mit ihm zeigt Carys Davies das Dilemma der indigenen Bevölkerung auf. Der Junge steht für dessen Niedergang. Ihn als Figur einzuführen, finde ich genial. Er bereichert die Geschichte und er wird das Ende des Buches maßgeblich gestalten. Immer wieder abwechselnd wird erzählt, wie es Bellhams Tochter Bess bei ihrer gefühlskalten Tante ergeht. Im Gegensatz zu ihr glaubt das Mädchen fest daran, dass ihr Vater zurückkehren wird. Sie reift allmählich heran und muss sich vor dem übergriffigen Bibliothekar und dem widerlichen Farmersgehilfen in acht nehmen. Und damit hat die Autorin ein weiteres Fass aufgemacht. Bess‘ Bedürfnis nach Schutz und die Sehnsucht nach dem Vater wirken auf mich zutiefst bewegend und hart an der emotionalen Schmerzgrenze. Das Ende ist genau solch ein Paukenschlag wie auch das Ende in „Ein klarer Tag“. Carys Davies hat nur 208 Seiten benötigt, um einen grandiosen, einen gewaltigen Roman über unerfüllte Sehnsüchte und über die Härten und das Wunder des Lebens zu schreiben. Große Literatur!

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