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Das neue Wir Warum Migration dazugehört: Eine andere Geschichte der Deutschen

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Paperback

Erscheinungsdatum

27.02.2019

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

21,6/13,4/3,2 cm

Gewicht

426 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397283-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Das Buch ist mit viel utopischer Verve geschrieben. Es wird spürbar, wie sehr der Autor für ein anderes Narrativ der deutschen Geschichte brennt. ("NZZ am Sonntag")
Plamper […] erzählt anschaulich Biografien von deutschen Migranten nach Russland und Südamerika, später von Arbeitsmigranten aus Portugal und Jugoslawien nach Westdeutschland. ("taz")
Warum nicht gemeinsam daran arbeiten, was das ›neue Wir‹ sein könnte? Plamper hat keine Streitschrift geschrieben. Es ist eine Einladung. ("Bayerisches Fernsehen")
einleuchtend und getragen von fundierten Beispielen ("Die Zeit")
Plampers Buch ist so leicht zu lesen, dass man ihm die Arbeit nicht ansieht [...] Er hat tatsächlich die Basis für ein neues Wir geliefert. ("Spiegel Online")
Plamper stellt in »Das neue Wir« die radikale Frage nach einer neuen Form der Kollektividentität in Deutschland. ("Der Tagesspiegel")
Plampers Buch liest sich als flotter Essay eines Engagierten, dem das ›neue Wir‹ ein politisches Anliegen ist. [...] Sein Buch jedenfalls ist schon mal gelungen. ("taz FUTURZWEI")
Jan Plamper zeigt eine komplexe und reiche Geschichte, die in aktuellen politischen Debatten oft zu wenig wahrgenommen wird. ("Deutschlandfunk Kultur")

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Paperback

Erscheinungsdatum

27.02.2019

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

21,6/13,4/3,2 cm

Gewicht

426 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397283-2

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Die Angst vor Moslems und Sarazenen

S.A.W am 25.02.2019

Bewertungsnummer: 1175598

Bewertet: Buch (Paperback)

25% der Deutschen haben einen Migrationshintergrund. Plamper zeigt auf, dass ohne die Einwanderer der letzten 70 Jahre Deutschland längst zusammengebrochen wäre. Man schimpft nämlich immer nur auf die aktuellen Einwanderer, derzeit Araber und Afghanen und vergisst die letzten Wellen, die bereits integriert sind und unsere Wirtschaft am Leben halten. Davon gab es genug. Zwischen 1944 und 1950 flüchteten 12,5 Millionen Schlesier, Sudetendeutsche, Pommern und Ostpreußen in den Westen und waren anfangs sehr angefeindet, lebten meist bis zu 10 Jahre lang in Baracken. Ich bin in den 50er Jahren neben einem solchen Barackenlager in Linz aufgewachsen, deren Bewohner waren suspekt und galten als unzivilisierte Ausländer. Weihnachten brachten wir den armen Kindern dort Weihnachtspakete mit Essen. Als statt des Lagers in den 1960er Jahren Wohnblöcke gebaut wurden, machten Gerüchte die Runde, die Lagerleute würden in ihren neuen Badezimmern Ziegen und Hühner halten, weil sie mit einem Bad nichts anzufangen wüssten. Von 1950 bis 1990 kamen 4,5 Millionen Aussiedler aus dem Osten dazu, darunter waren Helene Fischer und Lena Mayer-Landrut. Als die DDR die Mauer baute, versiegte der Zustrom von billigen Arbeitskräften aus dem Osten, deswegen warb man Gastarbeiter aus der Türkei, Italien und Jugoslawien an. Von 13 Mill Gastarbeitern gingen 11 Millionen zurück in ihre Heimat, 2 Millionen blieben und machten in Deutschland und Österreich Karriere, z.B. Attila Dogudan, der Österreichs größten Caterer aufbaute. Die DDR holte sich Vertragsarbeiter aus Vietnam und Mozambique, die nach der Wende rüde in ihre Heimat abgeschoben wurden. Bereits 1946 entwickelte Deutschland das Salatschüssel-Einwanderungsmodell, das ab 1960 von den USA übernommen wurde, weil der Schmelztiegel nicht mehr funktionierte. Im multi-ethnischen Salat darf jede Einwanderergruppe ihre kulturelle Identität behalten und sich dazu eine deutsche Identität aufbauen. Dies funktionierte großartig, was an der Fußballmannschaft des Weltmeisters 2006 unübersehbar wurde. Der Protest gegen 1 Mill Flüchtlinge des Jahres 2015 richtete sich nicht gegen die Flüchtlinge, die herzlich willkommen geheißen wurden, sondern gegen den Kontrollverlust der Behörden und den Verlust an öffentlicher Sicherheit. Nur deswegen können die Rechten die alten völkischen Reflexe bedienen. Wie absurd deren Argumente sind, zeigt sich am prominentesten Protagonisten der Angst vor Moslem-Überfremdung: Thilo Sarrazin warnt seit 2010 davor, dass der Islam Deutschland übernehmen wird. Dabei stammt Sarrazin (fr. Sarazene) selbst von Sarazenen ab, moslemischen Räuberbanden, die im Mittelalter Südfrankreich verheerten, blieben, Aufstände anzettelten und schließlich als Hugenotten nach Preußen abgeschoben wurden. Psychologisch gesehen, ist seine Zukunftsvision eine Projektion aus seiner Familienvergangenheit. Genau genommen warnt Sarrazin die Deutschen vor Leuten wie ihm selbst. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „2100. Die neue Welt. So retten wir die Zukunft.“

Die Angst vor Moslems und Sarazenen

S.A.W am 25.02.2019
Bewertungsnummer: 1175598
Bewertet: Buch (Paperback)

25% der Deutschen haben einen Migrationshintergrund. Plamper zeigt auf, dass ohne die Einwanderer der letzten 70 Jahre Deutschland längst zusammengebrochen wäre. Man schimpft nämlich immer nur auf die aktuellen Einwanderer, derzeit Araber und Afghanen und vergisst die letzten Wellen, die bereits integriert sind und unsere Wirtschaft am Leben halten. Davon gab es genug. Zwischen 1944 und 1950 flüchteten 12,5 Millionen Schlesier, Sudetendeutsche, Pommern und Ostpreußen in den Westen und waren anfangs sehr angefeindet, lebten meist bis zu 10 Jahre lang in Baracken. Ich bin in den 50er Jahren neben einem solchen Barackenlager in Linz aufgewachsen, deren Bewohner waren suspekt und galten als unzivilisierte Ausländer. Weihnachten brachten wir den armen Kindern dort Weihnachtspakete mit Essen. Als statt des Lagers in den 1960er Jahren Wohnblöcke gebaut wurden, machten Gerüchte die Runde, die Lagerleute würden in ihren neuen Badezimmern Ziegen und Hühner halten, weil sie mit einem Bad nichts anzufangen wüssten. Von 1950 bis 1990 kamen 4,5 Millionen Aussiedler aus dem Osten dazu, darunter waren Helene Fischer und Lena Mayer-Landrut. Als die DDR die Mauer baute, versiegte der Zustrom von billigen Arbeitskräften aus dem Osten, deswegen warb man Gastarbeiter aus der Türkei, Italien und Jugoslawien an. Von 13 Mill Gastarbeitern gingen 11 Millionen zurück in ihre Heimat, 2 Millionen blieben und machten in Deutschland und Österreich Karriere, z.B. Attila Dogudan, der Österreichs größten Caterer aufbaute. Die DDR holte sich Vertragsarbeiter aus Vietnam und Mozambique, die nach der Wende rüde in ihre Heimat abgeschoben wurden. Bereits 1946 entwickelte Deutschland das Salatschüssel-Einwanderungsmodell, das ab 1960 von den USA übernommen wurde, weil der Schmelztiegel nicht mehr funktionierte. Im multi-ethnischen Salat darf jede Einwanderergruppe ihre kulturelle Identität behalten und sich dazu eine deutsche Identität aufbauen. Dies funktionierte großartig, was an der Fußballmannschaft des Weltmeisters 2006 unübersehbar wurde. Der Protest gegen 1 Mill Flüchtlinge des Jahres 2015 richtete sich nicht gegen die Flüchtlinge, die herzlich willkommen geheißen wurden, sondern gegen den Kontrollverlust der Behörden und den Verlust an öffentlicher Sicherheit. Nur deswegen können die Rechten die alten völkischen Reflexe bedienen. Wie absurd deren Argumente sind, zeigt sich am prominentesten Protagonisten der Angst vor Moslem-Überfremdung: Thilo Sarrazin warnt seit 2010 davor, dass der Islam Deutschland übernehmen wird. Dabei stammt Sarrazin (fr. Sarazene) selbst von Sarazenen ab, moslemischen Räuberbanden, die im Mittelalter Südfrankreich verheerten, blieben, Aufstände anzettelten und schließlich als Hugenotten nach Preußen abgeschoben wurden. Psychologisch gesehen, ist seine Zukunftsvision eine Projektion aus seiner Familienvergangenheit. Genau genommen warnt Sarrazin die Deutschen vor Leuten wie ihm selbst. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „2100. Die neue Welt. So retten wir die Zukunft.“

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