Andy Merrifield, Wissenschaftler und renommierter Sachbuchautor, verlässt im Zenit seiner Karriere New York und zieht in ein abgelegenes Dorf in der Auvergne. Dort begibt er sich auf einen Fußmarsch, der seine Sicht auf das Leben für immer verändert. An seiner Seite: Gribouille, ein Esel. Er ist Merrifields schweigsamer Begleiter und Lehrer. Nach anfänglicher Ungeduld lässt sich der Autor – und mit ihm der Leser – ein auf den Rhythmus des Esels und beginnt zu begreifen, wie bedeutungslos alle Dringlichkeit und Hektik der modernen Welt sind.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Raunegger Benjamin
aus Klagenfurt am Wörthersee
5/5
04.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Entschleunigung auf vier Hufen
Andy Merrifield ist mit „Die Weisheit der Esel“ ein außergewöhnliches Buch gelungen. Es verbindet persönliche Erlebnisse, Literatur, Geschichte und Philosophie zu einer ruhigen, aber äußerst faszinierenden Reise.
Gribouille, der Esel, wird dabei zum stillen Lehrer, der seinem Begleiter zeigt, dass Gelassenheit oft wertvoller ist als ständige Eile.
Besonders schön fand ich die zahlreichen Bezüge zu bekannten Werken wie „Platero und ich“, Don Quijote oder der biblischen Geschichte von Bileam.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.
Stern567
5/5
01.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wow!
Mit „Die Weisheit der Esel“ gelingt Andy Merrifield ein ebenso entschleunigendes wie inspirierendes Buch. Was zunächst wie ein Reisebericht wirkt, entwickelt sich zu einer klugen Reflexion über das Leben, unsere rastlose Gesellschaft und die Kunst, im Moment anzukommen. Auf seiner Wanderung durch die Auvergne wird der Esel Gribouille zum stillen Lehrmeister. Er verkörpert Geduld, Gelassenheit und Vertrauen auf eine ganz besondere Weise. Merrifield verbindet persönliche Erlebnisse mit philosophischen Gedanken, ohne belehrend zu wirken. Seine ruhige, poetische Sprache lädt dazu ein, den eigenen Alltag zu hinterfragen und den Wert von Langsamkeit neu zu entdecken. Ein Buch für alle, die sich nach mehr Achtsamkeit sehnen und bereit sind, von einem oft unterschätzten Tier überraschend viel über das Leben zu lernen.
Bewertung
5/5
29.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wanderung mit einem Esel
Ich mochte Esel schon als Kind und so sprach mich das Cover mit dem Esel, der einem direkt ins Gesicht schaut, sofort an.
Das Buch hat mich auch gleich in seinen Bann gezogen und streckenweise fühlte ich mich, als wäre ich als unsichtbarer Begleiter bei der Wanderung dabei. Ich spürte die Ruhe förmlich und sah die fantastische Landschaft vor mir. Wundervoll gelingt dem Autor die Beschreibung der Landschaft.
Sehr interessant sind auch die gedanklichen Ausflüge Andy Merrifields in die Welt der Literatur. Es ist schon beeindruckend, wie viele Autoren sich bereits mit den Themen Esel, Eselwanderung, Entschleunigung befassten. Mir gefielen auch die philosophischen Gedanken, die Herr Merrifield immer wieder einfließen ließ. Allerdings sollte der Leser solche philosophischen Exkursionen mögen, dem einen oder anderen sind diese Stellen im Buch eventuell zu trocken beziehungsweise weichen von der Story der eigentlichen Eselwanderung zu sehr ab. Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch.
goblin girl
aus Holbeck
5/5
22.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geruhsame Wanderung zu dem, was wirklich zählt
Andy Merrifield nimmt den Leser mit auf eine Reise, zu Fuß und in gemächlichem Erzähltempo. Er beschreibt die friedvolle Landschaft der Auvergne und führt wortlose Unterhaltungen mit seinem Begleiter, dem Esel Gribouille - einem groß gewachsenen und starken, aber dennoch friedfertigen Tier.
Der Autor, in Liverpool geboren, ist nach Stationen in Südengland und langen Jahren in New York schließlich in Frankreich gelandet. Auf dieser langsamen Wanderung hat er viel Zeit und denkt über Bücher nach, die er gelesen hat. Stevenson hat auch eine Wanderung mit einem Esel gemacht, spricht aber wenig einfühlsam darüber, ganz im Gegensatz zu Andy Merrifield, der die unergründlichen Augen und beweglichen Ohren des Esels, auch feinste Nuancen seiner Fellfarben und der Hufe liebevoll betrachtet und beschreibt.
Die Reflektionen über das Leben und die Zeit wechseln sich ab mit Betrachtungen von Philosophen wie Heidegger, Aristoteles, Spinoza und Dichtern wie Kafka, Cervantes, Prévert, Dostojewski, Shakespeare und Orwell.
In vielen Filmen, Fabeln und Büchern spielen die Esel eine Rolle. Von Arthur Janovs Urschrei und Anne Sextons Gedichten zieht Andy Merrifield Parallelen zur heute anerkannten tiergestützten Therapie in psychiatrischen Kliniken. In anderen Regionen der Welt, den Ländern des Vorderen Orients (Marokko, Ägypten) sah der Autor Esel und Menschen, die ein geschundenes, armseliges Leben führen. Auf seiner Fußreise durch Frankreichs schöne Landschaft ist es ganz anders. Die Begegnungen mit Menschen und Tieren auf seiner Wanderung finden immer unter dem beruhigenden Einfluss des Esels statt. Das Buch enthält zwar keine Karte seiner Wegstrecke, doch kann man anhand der präzisen Schilderungen mehrere Stationen, Orte in der Auvergne, herausfinden. Andy Merrifield spürt sogar das winzige Champot auf, den Wohnsitz des Philosophen Guy Debord. Es scheint, dass ihm dessen Werke Orientierung in seinem Leben gegeben haben, und den Mut, aufzubrechen und sein altes Leben in New York hinter sich zu lassen.
In Gedanken und Tagträumen philosophiert er über sein bisheriges Leben, über die moderne Zeit, die Hektik in der Stadt, die scharfen, unverdorbenen Sinne des Tieres und seine eigenen, altersentsprechend nachlassenden ...
Was passiert mit einem Menschen, der Dynamik gegen Zeitlupentempo, ständige Reizüberflutung gegen Stille und Alleinsein tauscht? Es ist auf jeden Fall eine prägende Erfahrung, die Andy Merrifield nicht missen will.
Es passiert nicht viel in diesem Buch - der Autor hat Zeit, jeden Augenblick bewusst zu erleben und über den Lauf der Welt nachzusinnen. Das Buch hat eine bedächtige Langsamkeit, die ansteckend wirkt. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem besonderen Leseerlebnis belohnt.
Bewertung
3/5
01.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Esel - stur oder weise?
Vielleicht bin ich gerade einfach zu unruhig für dieses Buch; wahrscheinlich werde ich es später wieder in die Hand nehmen. Die Idee hat mir gefallen, die Geschichte zieht sich aber zu lang hin. Der gezeichnete Esel auf dem Titel gefällt mir sehr, ich habe ihn immer wieder bei den ausgiebigen Beschreibungen angeschaut. Obwohl ich nur einen Teil des Buchs gelesen habe, wurde mir viel Wissen über Esel vermittelt: Wenn der Esel dem Führenden vertraut, geht alles besser. Ein Esel entscheidet, was seinem Instinkt nach für ihn am besten und sichersten ist. Wenn man versteht, warum er so reagiert, empfindet man ihn nicht mehr als „störrisch“. Vor dem, was ihm zu unsicher ist, scheut er zurück und lässt sich durch nichts von der Stelle bewegen. Nichts kann ihn zwingen, weil er selber weiß, was gut für ihn ist. Merrifield ist überzeugt, dass wir Menschen davon lernen können: Oft schlagen wir wider besseres Wissen einen Weg ein, von dem wir im Innersten wissen, dass er nicht unseren Interessen entspricht. Immer wieder zeigt die Menschheitsgeschichte, dass es meist einfacher ist, sich führen zu lassen, als den eigenen Weg zu finden.
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