Das spätantike Trier, 313 n. Chr.: In unmittelbarer Nähe der Porta Nigra wird der Leichnam einer Halbweltgröße entdeckt. Als Tatverdächtiger wird ein junger Mann verhaftet, der sein Geld mit der »Begleitung« der gut betuchten Badegäste verdient. Per Zufall Zeuge der Verhaftung, nimmt sich Gaius Aurelius Varro des Falles an. Bald stellt sich heraus, dass der Flötenspieler, so der Spitzname des »Trostknaben«, bei seiner Verhaftung misshandelt wurde. Grund genug, Zweifel an seiner Täterschaft zu hegen.
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Gaius Aurelius Varro ermittelt in seinem zweiten Fall
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die römische Stadt Trier im Oktober 313 nach Christus: Knapp ein Jahr ist es her, dass ein historisches Ereignis die Römische Welt erneut erschüttert hat. In der Schlacht an der Milvischen Brücke sind Anhänger des Usurpators Maxentius mit den Anhängern des siegreichen Konstantin aufeinandergetroffen. Es ist nicht nur ein Streit um den römischen Thron, sondern auch eine Entscheidungsschlacht, die weitreichende Folgen für die Weltordnung in Europa hatte. Während der Usurpator an der alten Weltordnung fest hält, so ist Konstantin der neuen Glaubensordnung des Christentums aufgeschlossen. Somit ist es auch eine Entscheidung über die zukünftige Neuausrichtung des Römischen Weltreichs und seiner Bürger in einer sich veränderten Welt. Immer größere ausländische Heere stehen an seinen Grenzen und der Niedergang ist unübersehbar.
Inmitten dieser sich veränderten Welt lebt Gais Aurelius Varro sein gewohntes Leben weiter. Er ist großer Anhänger der gedruckten Bücher und Manuskripte und ein leidenschaftlicher Sammler. Aus einem wohlhabenden römischen Haushalt stammend ist es ihm möglich dieses doch recht kostspielige Hobby in seiner noch verbliebenen Freizeit nachzugehen. Da Trier auch Hauptstadt der römischen Provinz Belgica ist, bekommt man hier viele Waren aus aller Herren Länder, die noch der römischen Kontrolle unterstehen. Auch wenn die Auswirkungen der Barbareneinfälle zahlreicher werden.
In seinem Hauptberuf ist er Jurist und somit mit verschiedenen Rechtsgrundlagen vertraut. Daneben beschäftigt er sich mit Mordfällen, die von der Verwaltung gerne unter den Tisch gekehrt werden. In der Nähe der Porta Nigra, einem römischen Bestattungsbezirk, wird die Leiche eines amtsbekannten Unruhestifters aufgefunden. Die ältere Frau, die das Opfer gefunden hat, ist seit dem letzten Barbareneinfall jedoch schwer traumatisiert und taugt somit nur wenig als brauchbare Zeugin. Also beginnt Varro selbst zu ermitteln.
Die Schlacht an der Milvischen Brücke hat aber noch andere Auswirkungen. Die „Prätorianergarde“, bekannt für ihre Treue zu Rom, stand auf Seiten des Verlierers und wurde somit nach dem Ende der Kampfhandlungen aufgelöst. Die verbliebenen Mitglieder schmachten nun ein wenig beneidenswertes Dasein in Trier, das auch die untere Bevölkerungsschicht in Form von Drangsalierungen oder einzelnen Räubereien sich entlädt. Aber ist die Frustration zugleich auch ein triftiges Motiv einen Mord zu begehen? Varro begibt sich erneut auf Spurensuche im Spätantiken Trier.
Wie auch im ersten Band „Die Stunde der Gladiatoren“ ist auch hier wieder ein toller historischer Krimi geglückt, der den Charme des vergangenen Roms in der ältesten Stadt Deutschlands erneut zum Leben erweckt. Der Autor nimmt sich am Anfang viel Zeit etwa die römische Gesellschaft, die Organisation der Stadtverwaltung oder selbst die römische Uhrzeit genauestens und verständlich zu erklären. Selbst die römische Weltordnung so hautnah zu erleben und die Welt in der Zeit von Kaiser Konstantin wieder auferstehen zu lassen, hat mich bis zum Schluss gefesselt. Selbst für den ermittelnden Varro gibt es am Schluss eine Überraschung.
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