Über die Zwänge der Moral und die rettende Kraft der Worte Philippe ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Als hochbegabter Sohn des Schuldirektors, der wenig Kontakt zu den Mitschülern hat, lebt er in einem französischen Provinznest. Er fühlt sich von seinem Klassenkameraden Thomas, einem geheimnisvollen und charismatischen Winzersohn, angezogen und ist ganz verblüfft, als dieser sein Interesse erwidert. Thomas wird seine erste und große Liebe. Eine Liebe, die nur im Verborgenen gelebt werden darf und die für Thomas tragisch endet, weil er, geprägt durch die ländlichen Konventionen, seine sexuelle Identität sein Leben lang verleugnen wird. Ein authentischer und tief berührender Roman über Liebe und Identitätsfindung.
»Besson gelingt es, sehr genau, empathisch und ohne jede Peinlichkeit die Gefühle zweier fast Erwachsener zu beschreiben. Der Roman ist eine Hommage an das Schreiben und das Erzählen, die im besten Falle Leben retten können.« Dina Netz, Deutschlandfunk»
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Schade!
Bewertung am 02.03.2021
Bewertungsnummer: 1452784
Bewertet: eBook (ePUB)
Hör auf zu lügen
Ich habe das Buch «Hör auf zu lügen» gelesen und bin erstaunt, wenn nicht gar fassungslos, dass ein solches Buch, in Frankreich, ein Bestseller ist! Gar das der Autor einer der Bekanntesten in diesem Land ist! Erfolgreich!
Die einzige Kraft, welches dieses Buch hat, ist die Tatsache, dass es eine wahre Geschichte ist! Das wars aber dann auch schon! Wenn ich von der Begebenheit ausgehe, dass die erste Liebe, die schönste Liebe ist … wäre gerade da die Chance gewesen, zu zeigen, dass wir zu dieser, jenen ersten Liebe Sorge tragen sollten. Aber die Liebe dieser zweier Männer wurde abgehandelt, als beschreibe der Autor, das backen eines Kuchens, in der Hoffnung, dass dieser Kuchen am Ende des Buches auch noch geniessbar ist. Dabei hätte mit etwas Leidenschaft diese Geschichte, anderen die genau so leiden oder gelitten haben, Kraft geben können! Zeigen wohin sterbende Liebe führt! Was dies aus einem Menschen macht! Liebe leben und nicht zu verleugnen. Immer! Ganz gleich wer sie praktiziert! Es wäre eine super Geschichte, die da in diesem Buch steht! Mit etwas Leidenschaft und Gefühl, zu Tränen rührend! Doch diese beiden Elemente fehlen und dadurch gelang es mir nicht mich den Figuren zu öffnen. Mit zu fühlen, zu leiden! Gegen das Ende des Buches war es mir gar, als lese ich irgendeinen Bericht in einer Zeitung, wo ein Sachverhalt abgehandelt wird! Schade für diese schöne Geschichte!
Der Schreibstiel ist für mich grauenhaft. Der Text wirkt so abgehackt. Manchmal besteht ein Satz aus zwei Worten, oft gar aus einem. Wenig weiter im Buch sind Sätze Seiten lang und nur mit Kommas verziert. Die Sprache, zu einfach. Die Abwechslung der Dialoge, sehr einsilbig, gar matt. Oft wiederholten sich dieselben Worte vier Mal auf einer Seite: Sagte! Könne problemlos ersetzt werden mit: Sprach, meinte, von sich gab, plauderte, redete, antwortete! Aber selbst auf eine Frage, gab es nur ein sagte. Oft war es mir, als wäre das Buch mit einem Online-Übersetzungsprogramm übersetzt worden. Ich wünsche mir, dass die schlechte Sprache durch das Übersetzen geschehen ist und nicht das der Autor dieses Buch so schrieb. Da wäre ich noch fassungsloser, dass so ein Schreibstil Bestseller gebären lässt! Die Chance, dass dieses Buch in französische Sprache schöner ist, lässt Hoffen und so auch, dass dieses Buch noch einmal übersetzt wird, vielleicht von jemandem der weiss, was Lieben heisst.
Und am Ende des Buches, fragte ich mich? Was hat der Titel mit dieser Geschichte zu tun? Von Lügen handelt dieses Buch nicht! Nach mir: Höchstens von unausgesprochenen Wahrheiten! Aber Stimmt, wenn wir nichts sagen, lügen wir in einer Zeit, wo die Medien so verlogen sind!
Es gibt, bessere Bücher die Liebe und Sehnsucht, zweier Männer spürbar zeigen: Paris ein Sommer lang, ist da weitaus herzergreifender! Da bleiben die Figuren noch lange beim Leser, selbst wenn das Buch lange schon aus der Hand gelegt wurde! Was hier nicht der Fall ist!
Gerade habe ich gelesen, dass dieses Buch verfilmt werden soll! Nun ich hoffe, dass diese Geschichte nicht so flach erzählt wird, sonst haben wir einen Queer Film mehr, der niemand aus der Ecke lockt und einen Heterosexuellen schon gar nicht!
Ein tragisches und fesselndes Buch
Domenik aus Basel am 31.08.2024
Bewertungsnummer: 2280456
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt, so dass ich es nicht mehr weglegen konnte, bis ich am Ende angelangt war. Es erzählt die Geschichte von Philippe und dessen erster grosser Liebe Thomas, und was passiert, wenn einer der beiden aufgrund gesellschaftlicher Normen nicht zu dieser Liebe stehen kann. Es passiert mir nicht oft, dass ich am Ende Tränen in den Augen habe, aber dieses Buch hat es geschafft. Unbedingt lesenswert!
Meinung aus der Buchhandlung
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Bei diesem Roman hat man das Gefühl, nicht nur eine Geschichte zu verfolgen, sondern einer sehr intimen Erinnerung beizuwohnen. Die erste Liebe zwischen Philippe und Thomas wird zart, vorsichtig und zugleich schmerzhaft erzählt - eine Mischung aus Sehnsucht, Angst und Sprachlosigkeit.
Das Schweigen liegt irgendwie über allem – das Schweigen über Gefühle, über die eigene Identität, über das Nicht-Ausgesprochene. Man kann die Enge des Dorfes, den Druck der Erwartungen und das Gefühl, sich verstecken zu müssen, fast körperlich spüren.
Es ist kein lauter Roman, aber einer, der lange nachhallt und mich noch Tage später beschäftigt hat.
Das Besondere an Philippe Bessons Roman „Hör auf zu lügen“ ist, dass er in der Geschichte der Ich-Erzähler, der gleichzeitig der Hauptprotagonist ist, sich direkt an den Leser wendet und ihm von seiner ersten großen Liebe erzählt. Man bekommt das Gefühl keinen Roman zu lesen, sondern eine mitreißende biografische Liebesgeschichte in der Hand zu halten. Das liegt vor allem auch daran, dass er und der Schriftsteller den selben Vornamen haben.
Reflektiert blickt er auf seine erste große Liebe, Thomas Andrieu. Dabei ist der Charakter kein Fremder, in einem anderen Roman mimte er sogar der Hauptcharakter. Gerne würde man Philippe Besson Glauben schenken, dass alles genauso geschehen ist. Allerdings wird die Frage aufgeworfen, was nun im Buch tatsächlich biografisch und was Fiktion ist. In einer Szene erzählt Philippe davon, wie er bereits im Kindesalter Geschichten erfindet und seine Mutter ihm lapidar vorwirft zu lügen. Der Wahrheit entspricht, dass es ist ein aufrichtiges Buch gegen Homophobie und Intoleranz ist, es uns daran erinnert man selbst zu sein und zu sich zu stehen.
Der bereits achtzehnte Roman von Philippe Besson stand wochenlang auf Platz 1 der französischen Bestsellerlisten, ganz zu Recht wie ich meine. Er reiht sich in die illustre Gesellschaft von Katherine Pancol, Véronique Olmi und Michel Bussi ein. Sie alle wurden unter anderem mit dem Prix Maison de la Presse, der seit 1970 jährlich an französische Autoren vergeben wird, ausgezeichnet.
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