235 n. Chr. im Orient bedrohen die Sassaniden die Grenzen des Imperium Romanum, an Rhein und Donau germanische Stämme. Die Legionen haben das Vertrauen in Kaiser Severus Alexander verloren und setzen in einem blutigen Putsch den erfahrenen Offizier Maximinus Thrax auf den Thron. Er führt seine Truppen tiefer auf germanisches Gebiet, als sich seit Jahrhunderten ein römischer Feldherr vorgewagt hat. Dort zeigt sich, dass der alte Feind des Reiches seit der Varuskatastrophe nichts an Gefährlichkeit eingebüßt hat. Doch wie gewaltig das Kampfgeschehen war, wird erst 1800 Jahre später deutlich, als die vergessene Römerschlacht am Harzhorn ausgegraben wird.
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Viele Neuigkeiten auch für Kenner der römischen Geschichte
Centurio aus Michelstadt am 10.10.2021
Bewertungsnummer: 1585785
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
und herrvoragend dargestellt - ein unbedingtens MUSS für Liebhaber der der römischen Geschichte besonders was Hintergründe in Germanien betrifft - ausgezeichnet übermittelt vom Autor
Die römische Germanienpolitik
S.A.W am 29.08.2018
Bewertungsnummer: 1129181
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Moosbauer zeigt auf, wie sich die Germanenpolitik auf Grund einer Fehlentscheidung des Kaisers Antoninus Pius in die falsche Richtung entwickelte. Antoninus wies Germanenverbände ab, die ins Reich aufgenommen werden wollten, weil sie sich von den Elbgermanen bedroht fühlten, woraufhin erster mit den Elbgermanen gemeinsam immer wieder Überfälle ins Reich machten, was in den Markomannenkriegen des Marc Aurel gipfelte, der durch weite Vorstöße ins Germanenland deren Kampfkraft zu schwächen suchte. Das schaukelte die kriegerische Kraft der Germanen immer weiter auf und sie bildeten immer größere Verbände, die zur Zeit der Soldatenkaiser tief ins Reich vorstießen. Maxinius Thrax stieß bis an die Elbe vor und besiegte die Germanen in der Moorschlacht und der Schlacht am Harzhorn. Letztere ist archäologisch genau belegt und zeugt von der römischen Kampfkraft bis 235 n Chr. In den Bürgerkriegen der nächsten 50 Jahren gewannen die Germanen aber immer wieder die Oberhand, bis Diokletian das Reich wieder stabilisierte.
Moosbauer bringt viele archäologische Details aus den letzten Jahren, die die Lage in Germania genau belegen. Er schildert aus der Sicht des Archäologen, was den Lesefluss etwas hemmt, da es mehr um wissenschaftliche Belege als um große Erzählstränge geht. Das Buch ist daher nur für eingefleischte Kenner der römischen Geschichte zu empfehlen.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Legionen des Varus. Wenn die Römer gewonnen hätten.“
Meinung aus der Buchhandlung
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Wir schreiben das Jahr 235 nach Christus. Das Römische Reich hat seine maximale Ausdehnung erreicht. Von Schottland bis nach Nordafrika, von Spanien bis nach Mitteldeutschland reicht sein Einflussbereich. Fast jeder Gegner, den wir heute auch noch kennen, wurde bereits vom Imperium Romanum militärisch in die Knie gezwungen oder einfach ins Reich eingegliedert. Da das antike Rom dermaßen in den letzten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts gewachsen ist, wird es immer schwieriger die Grenzen gegen die verbliebenen Gegner zu halten.
Da mehr oder weniger alle großen Gegner aus Europa und Nordafrika geschlagen oder zumindest unterworfen sind, bekommt es Rom nun mit einer Reihe neuer Widersacher zu tun. Da wären zum einen mal die Vorläufer der Vandalen, in Nordafrika. Dann formieren sich am Donaulimes neue Stämme der Chatten und der Sueben, auch das sind Völker, die uns heute nur durch römische Überlieferung bekannt sind. Da sie an der Zeitenwende zwischen dem zweiten und dritten Jahrhundert jedoch eine militärische Großmacht ohne genaue Befehlskette bilden, hat der amtierende Kaiser Maximinus Trax ein Problem.
Vor allem die Stämme der Chatten, so berichten zumindest Quellen aus jener Zeit, folgen keinem kontrollierten militärischen Muster und sind in verschiedene kleine Gruppierungen aufgespalten. Das ist insofern für Rom ein Problem, da manche mit ihnen verbündet sind, andere in Rom jedoch einen Invasor ihres Reiches sehen. Als dann auch noch die Vandalen an Roms Grenzen im heutigen Ägypten und Tunesien vorstoßen, muss Rom handeln.
Was nun folgt ist ein mehr als zehn Jahre dauernder Partisanenkrieg im nebligen Norden des heutigen Deutschland. Immer wieder kommt es zu kleineren, manchmal auch größeren militärischen Aufeinandertreffen der Stämme des Nordens und den römischen Legionen. Hier zeigt sich auch die Schwäche dieses Buches, das sich ansonsten recht gut liest. Im Mittelteil des Buches werden eine ganze Menge an Jahreszahlen mit kleineren oder mittleren Manövern, welche Rom durchführte, beschrieben. Das ist an sich eigentlich sehr interessant, allerdings muss ich zugeben daß der Titel da etwas irreführend ist.
Eigentlich war ich nämlich der Meinung hier ein Buch über den aktuellen Forschungsstand der „Schlacht am Harzhorn“ in Mitteldeutschland zu erhalten. Tatsächlich ist es jedoch so, dass die ersten knapp 190 Seiten sich eigentlich ausschließlich mit den Markommannenkriegen beschäftigen. Das ist der eingangs kurz umrissene Konflikt Roms mit den Chatten und den Sueben. Der eigentlich Grund für mein Interesse an diesem Buch, und da ist der Titel leider irreführend, war nämlich ein anderer.
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