Für die effiziente Vorbereitung auf die Facharztprüfung in Psychiatrie und Psychotherapie ist die 2. Auflage des "Facharztwissen" optimal geeignet. Die Neuauflage wurde gründlich überarbeitet und aktualisiert. Die Kapitel zu psychosomatischen Störungen wurden deutlich ausgebaut. Die bewährte stichwortartige und knappe Darstellung der wichtigsten Inhalte wurde beibehalten - zahlreiche Schemata, Algorithmen, Abbildungen und Tabellen deinen der schnellen Orientierung im Text.Inhaltlich umfasst das Werk alles, was man wissen muss - von Leitsymptomen über Untersuchungsmethoden bis hin zu allen Krankheitsbildern, Notfällen, transkultureller Psychiatrie, Unterbringung und Begutachtung.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
1 Bewertungen
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
auf dem neuesten Stand!
S.A.W am 25.10.2018
Bewertungsnummer: 1142088
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
In 40-jähriger Praxis als Psychotherapeut hatte ich mit vielen psychiatrischen Fällen zu tun. Deshalb interessiert mich der laufende Stand des fachärztlichen Wissens, das in diesem Buch sehr übersichtlich und klar präsentiert wird. Dazu einige exemplarische Beispiele aus dem Buch:
Die Lebenszeitprävalenz für psychische Störungen beträgt in Deutschland 43% (Frauen 49%, Männer 37%), Angststörungen, affektive Störungen und Suchtmittelmissbrauch sind am häufigsten. Am häufigsten treten sie bei jungen Erwachsenen und bei niederen Schichten auf. 68% der Diagnostizierten hatten keine therapeutische Versorgung. In Krankheitsjahren gerechnet ist die unipolare Depression die häufigste Krankheit überhaupt (10%). Ätiologisch sind genetische u. epigenetische Faktoren, Neurotransmitterstörungen, Stress (Cortisol), frühkindliche Vulnerabilität, Traumata, auslösende, aufrechterhaltende und organische Faktoren in Diskussion. Es gibt ein aufgesplittertes Therapieangebot: stationäre, pflegerische, rehabilitorische Maßnahmen, Psychotherapie, Soziotherapie. Die Kosten/Patient/Jahr betragen 40.000, die Gesamtkosten/Jahr 22 Mia, die Fehlversorgung 7 J. In Deutschland gibt es einen Trend zur Hospitalisierung, die eigentlich nur bei Fremd- u Selbstgefährdung und bei massiven Störungen angezeigt ist.
Das triadisch traditionelle Diagnosesystem teilt nach Ursachen ein. DSM-5 (American Psychiatric Association) und ICD-10 (WHO) sind phänomenologisch-deskriptiv.
Triadisches System (Kraepelin, Jaspers, Schneider, Huber): körperlich begründbare Psychosen (Demenz, Delir), körperlich nicht begründbare P.(MDR, Schizophrenie), Abnorme Variationen seelischen Wesens (Neurosen, Psychopathien)
Der psychopathologische Befund wird immer erhoben und bildet das Erleben und Leiden des Patienten durch einen klinischen Fragebogen ab. Quantitative Bewusstseinsstörungen sind ein Hinweis auf organische Ursachen oder Intoxikationen/Suchtmittel. Ängste, Zwänge, Wahnvorstellungen, Antriebs- und Affektstörungen, Ich-Störungen und Sinnestäuschungen sind die häufigsten pathologischen Anzeichen.
In der Pharmakotherapie stehen zur Verfügung: Antidepressiva (die älteren wirken auf mehrere Transmitter, die neueren gezielt auf einzelne und haben daher weniger Nebenwirkungen), Stimmungsstabilisierer (Lithium, Antikonvulsiva) wirken auf die second messenger systeme, Antipsychotika (D2-Rezeptorantagonisten mit pyramidalen Nebenwirkungen, Dopamin), Anxiolytika (Benzodiazepine, wirken auf den GABAa-Rezeptorkomplex), Antidementiva (Acetylcholin), Hypnotika (GABA), Psychostimulantien (Konzentrationshäufung von Katecholaminen, Dopamin, Noradrenalin), Sucht-Rückfallprophylaxe.
Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist nachgewiesen und ähnlich stark wie die Pharmakotherapie. Der Trend geht zu integrativen Modellen wie dem von Grawe, der 4 Wirkfaktoren unterscheidet: Klärung, Problembewältigung, Problemaktualisierung, Ressourcenaktivierung.
In der Ätiologie der Schizophrenie geht man von genetischen, intrauterinen, perinatalen und adoleszenten Risikofaktoren aus. Laut Bleuler ist sie durch Assoziationslockerung, Affektstörungen, Ambivalenz und Autismus gekennzeichnet.
Depressive Episoden: bei mittelgradigen Psycho- oder Pharmakotherapie, bei hochgradigen beides. Depressive haben in der Kindheit 2-3mal so häufig Verluste von Bezugspersonen erlebt. Bei Angststörungen liegt eine Dysregulation des Angst-Netzwerkes vor, mit einer Überempfindlichkeit der Amygdala. Bei Konversionsstörungen liegt ein enger Zusammenhang zu Traumatisierungen und Belastungen vor, Psychotherapie ist angezeigt. Somatoforme Störungen haben eine starke Chronifizierungstendenz.
Ausgezeichnetes Fachbuch, gut als Nachschlagewerk geeignet.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Familienmuster“
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.