Produktbild: Die Herzen der Männer

Die Herzen der Männer Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

05.02.2018

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

477 (Printausgabe)

Dateigröße

2947 KB

Auflage

1. Auflage 2018

Originaltitel

The Hearts of Men

Übersetzt von

Dorothee Merkel

Sprache

Deutsch

EAN

9783608110104

Beschreibung

Rezension

» Ein beklemmendes Panorama der amerikanischen Gesellschaft«
Gerhild Wissmann, Die Rheinpfalz, 23.08.2018

» Höchst aktuell in Zeiten von „America first“, der internationalen MeToo-Debatte oder den Anschlägen in amerikanischen Highschools legt Butler [...] den Finger in diverse gesellschaftliche Wunden. Besonders Männern in Machtpositionen [...] sei dieser Roman als Lektüre dringend empfohlen.«
Gerhild Wissmann, Die Rheinpfalz, 23.08.2018

»Die Herzen der Männer ist ein berührender, sehr differenzierter Roman, der den Leser mit seinen plastischen und sensiblen Schilderungen emotional fordert und die grundsätzliche Frage nach einer Definition von Männlichkeit lange nachklingen lässt.«
Sannah Wagner, Der Entdecker, 07.2018

»Der 38-jährige Schriftsteller aus Wisconsin erzählt liebevoll und herzzerreißend, aber auch brutal realistisch. Anklagen vermeidet er klug. Ein herausragendes Buch über den Versuch, ein guter Mensch zu sein. Besonders faszinierend: Dieser Männer-Roman ist im Grunde eine Liebeserklärung an die Frauen.«
Günter Keil, verdi, 07.2018

»Über eine Zeitspanne von drei Generationen erkundet Butler brutal realistisch, aber auch mit viel Wärme, die Schwächen und Geheimnisse der Männer.«
LIFT, 03,2018

»In einer sehr bildhaften, fast drehbuchreifen Sprache erzählt Nickolas Butler, wie sich die Freundschaft der beiden Jungen entwickelt, wie sie am Leben und aneinander reifen, wie sie ihre Lebensentscheidungen treffen und welche Rolle Ehrgefühl und Loyalität dabei spielen.«
Britta Spichinger, SRF, 13.03.2018

»Nickolas Butler ist einer der Frontsänger der amerikanischen Gegenwartsliteratur.«
Marc Iven, Geistesblüten, 03.2018

»Eine Art Geschichte der Männlichkeit in den USA.«
Frank Meyer, Deutschlandfunk Kultur, 02.2018

»Butler erzählt liebevoll und herzzerreißend, aber auch realistisch von den Abgründen, die in Männern schlummern. Sein kluger, feinfühliger Roman berührt zutiefst.«
Freundin, 02.2018

»Die Frage nach der Gültigkeit von Werten, die die Gesellschaft zusammenhalten, nach Kriterien für den Umgang miteinander, nach der Rolle der Männer, die auf den Verlust ihrer jahrhundertelangen Dominanz mitunter mit Verunsicherung und Aggressivität reagieren - das hebt dieses Buch über die reine Kindheits-, Freundschafts- und Generationengeschichte hinaus.«
Petra Reich, Literaturreich, 21.02.2018

»Auf einer feinsinnig-subtilen Ebene ist dieser Männer-Roman eine Liebeserklärung an Frauen.«
Günter Keil, Landshuter Zeitung, 02.2018

»Ein wunderbares Buch, dessen Bilder mich noch lange begleiten werden.«
Simone Dalbert, Papiergeflüster, 25.02.2018

»Butler erzählt lebendig, packend und voller Wärme.«
Südwest Presse, 16.02.2018

»Sein großartiger Roman spannt den Bogen von der Verlogenheit der bürgerlichen Idylle der Sechzigerjahre bis zur Gesellschaft der Gegenwart, vom Geheimnis eines guten Lagerfeuers bis zur #metoo-Debatte. Der 38-jährige Schriftsteller aus Wisconsin erzählt liebevoll und herzzerreißend, aber auch brutal realistisch. Anklagen vermeidet er klug. Ein herausragendes Buch über den Versuch, ein guter Mensch zu sein.«
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 02.2018

»Mit die Herzen der Männer beweist Nickolas Butler [...] wieder, dass er zu den besten US-Autoren gehört.«
Christian von Zittwitz, Buchmarkt, 01.2018

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ePUB

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

05.02.2018

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

477 (Printausgabe)

Dateigröße

2947 KB

Auflage

1. Auflage 2018

Originaltitel

The Hearts of Men

Übersetzt von

Dorothee Merkel

Sprache

Deutsch

EAN

9783608110104

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  • monerl

    aus Langen

    3/5

    29.05.2018

    eBook (ePUB)

    Zu viele Themen in einer Geschichte

    (3.5 Sterne) Meine Meinung Der Beginn des Buches ist überragend gut! Nach ein paar Seiten fühlte ich mich in der Geschichte wohl, auch wenn sie sehr traurig beginnt. Für den Jungen Nelson, der außer seiner Mutter niemanden hat, der ihn versteht oder mit ihm zusammensein will, schmolz mein (Mutter)Herz nur so dahin. Er ist ein absolut intelligenter, braver und herzensguter Mensch. Er hat das Herz am rechten Fleck und versteht ganz genau was es bedarf, um für die Umwelt, seine Mitmenschen und aus sich selbst das Beste herauszuholen. Doch damit kommt er nicht weit. Solche Menschen sind eigentlich nicht erwünscht. Man hält sich fern von ihnen. Jungs- und Männerherzen schlagen nicht für emotionale, scheinbar verweichlichte, ehrliche und sensible Kerle. Echte Kerne sind etwas düster, haben viel Spaß, brechen Regeln, prügeln sich und sind genau das Gegenteil von Mädchen und Frauen. All das bekommt Nelson nicht nur im Pfadfinderlager zu spüren. Zu Hause zeigt ihm sein Vater immer wieder aufs Neue was er von ihm als Muttersöhnchen hält und wie er ihn sich eigentlich wünscht. Nelson ist in Butlers Geschichte Dreh- und Angelpunkt. Das Buch ist in vier Abschnitte geteilt. In den ersten drei hat Nelson jeweils eine größere oder kleinere Rolle inne. Aus dem gemobbten und außen vor gelassenen Jungen ist ein Kriegsheld mit stählernen Muskeln geworden. Ein echter Kerl eben. Er hat den Weg eingeschlagen, der aus kleinen Jungs Männer macht: Militärakademie, Waffen, Gewalt und Krieg. Und dennoch konnte Nelson sich und seinen Werten treu bleiben. Er arrangiert sich mit seinem Kriegstrauma und führt das Pfadfinderlager weiter, in dem er seine Jugend verbracht hat. Ab dem zweiten Abschnitt tritt er etwas in den Hintergrund. Wenn man es ganz genau betrachtet, baut die eigentliche Geschichte nicht auf Nelson sondern auf seinem einzigen “Freund” Jonathan auf. Jonathan war Betreuer im Pfadfinderlager als Nelson gerade so ein Teenager war. Wir lernen Jonathan nun als Vater eines 16-jährigen Sohnes kennen, der charakterlich ganz nach Nelson geht und durch und durch ein guter Junge ist. Doch diese Werte zählen unter Männern nicht und so versucht Jonathan seinen Sohn Trevor auf eine Zukunft vorzubereiten, die aus Seitensprüngen, Unehrlichkeit, Alkohol, Erotik… besteht. Liebe und Zärtlichkeit, Sehnsucht und Gutmütigkeit sind Worte, die mit Frauen in Verbindung gebracht werden und bei Männern für ein Lächeln sorgen. Der rote Faden zieht wieder Militär, Waffen Krieg und Gewalt mit sich, bis hin zur nächsten Generation. Thomas, Trevors Sohn und Jonathans Enkel wird Protagonist. Es ist das Jahr 2019 und Frauen werden immer noch nicht in Männerdomänen, wie dem Pfadfinderlager, gern gesehen. Und auch hier zeichnet Nickolas Butler wieder ein Männerbild, von dem die meisten Frauen einfach nur fliehen wollen wenn sie können. Der Autor hat einen intensiven und einnehmenden Schreibstil, der mir sehr gefällt. Leider bin ich mir aber nicht ganz so sicher, welche Intention er mit dem Buch anstrebt. Will er zeigen, dass Männer einfach grob sein müssen, um echte Männer zu sein? Zeigen, dass sich Männer von den weichen Frauen absondern müssen, um eigenständig wahrgenommen zu werden? Will er aufführen, dass Männer keine Chance bekommen, anders zu werden oder zu sein, um von der Masse angenommen zu werden? Dass nur ein Soldat seinen Mann stehen kann? Dass Frauen, egal in welchem Zeitalter, immer Angst vor Männern haben müssen oder zumindest immer Vorsicht walten lassen sollen? Die Kapitel um Thomas und seine Mutter empfand ich als nicht so ganz gelungen. Irgenwie passten sie sich nicht richtig flüssig in den bisherigen Erzählstil ein. Auch das Ende vermittelt mir irgendwie das Gefühl, dass der Autor nicht so richtig wusste, wohin mit der Geschichte. Ich empfinde es als nicht ganz rund. Mir ist das Buch ein bisschen zu sehr schwarz und weiß. Vom Autor ist diese Überzeichnung wahrscheinlich gewollt. Schlussendlich waren es mir dann doch zu viele Klischees, zu viel Männer sind hart und Frauen müssen beschützt werden und sind so abhängig von ihren (Ehe)männern. Fazit Ein wundervoll geschriebenes Buch, mit einer ursprünglich tollen Idee, das in der Ausführung mit zu vielen Themen und Stereotypen vollbepackt ist und den roten Faden verliert. Ein Buch, das hervorragend beginnt, im letzten Drittel aber ziemlich schwächelt. Ich hatte mir viel mehr versprochen, viel mehr an Freundschaft und Loyalitäten, wie es in der Buchbeschreibung aufgeführt wurde. Doch diese Themen werden eher am Rande behandelt und stehen bei den Protagonisten nicht im Fokus.

  • begine

    aus Lemwerder

    3/5

    18.01.2018

    eBook (ePUB)

    Männer unter sich

    Shotgun Lovesongs war schon ein guter Roman von Nickolas Butler. In dem Roman „Die Herzen der Männer“ befasst sich der Autor hauptsächlich mit Männern. Es fängt in einem Pfadfinderlager an. Der 13jährige Nelson hat keine Freunde und wird von den anderen Jungen auch noch gemein gemobbt. Von seinem Großvater hat er eine Trompete, da wird er in der Truppe der Trompeter. Der einzige Junge der Nelson wie ein Freund ist, ist Jonathan. In dem Roman zeigt der Roman, wie Kriege die Männer belasten. Nelsons Vater ein Trauma aus den 2. Weltkrieg mitbringt. Nelson selber macht den Vietnamkrieg mit. Dann lernen wir Jonathans Sohn Trevor kennen und dann ist Trevors Sohn Thomas schon 16 Jahre alt. Von den Männern lesen wir immer in Rückblenden. So erleben wir 3 Generationen mit ihren vielen Kriegen, an denen die USA beteiligt waren. Der Roman zeigt den Rückgang des Pfadfindergedanken. So richtig warm konnte ich mit diesem Roman nicht werden. Am Ende zog sich die Geschichte etwas. Trotzdem war der Roman nicht schlecht geschrieben, teilweise sogar sehr gut, aber vielleicht etwas zu lang. Trotzdem lesenswert-

  • Tina Bauer

    aus Essingen

    5/5

    15.01.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Auf der Suche

    Nelson wird diesen Sommer wieder mit seinem Vater zwei Wochen im Pfadfindercamp verbringen. Während der Junge die Hoffnung auf Freundschaft und Abzeichen noch nicht aufgegeben hat, sieht sein Vater darin einen Ausweg, um vor seiner Frau zu fliehen und sich gänzlich dem Alkohol hinzugeben. Einzig vom Campleiter Wilbur wird Nelson unterstützt. Er nimmt ihn auch zu sich auf, als der Vater die Familie verlässt. Aus dem traurigen und einsamen Jungen wird ein Kriegsheld. Doch mit Freundschaften hat er es nach wie vor schwer. Jonathan hingegen hatte schon als Kind ein Auge auf Nelson geworfen. Nicht das er Freunde brauchte. Er brauchte schlichtweg ein Opfer. Jahr um Jahr im Camp täuschte Jonathan Herzlichkeit und Freundschaft bei Nelson vor und auch nach dessen Rückkehr aus dem Vietnamkrieg blieben die beiden in Kontakt. Nelson wird für Trevor, dem Sohn von Jonathan ein Ersatzvater. Während Jonathan seine zahlreichen Liebschaften bedienen muss, rebelliert Trevor. Mit Nelson als Vorbild zieht er ebenfalls in den Krieg. Jahre später fährt Thomas mit seiner Mutter Rachel ins Camp, das mittlerweile von Nelson geleitet wird. Rachel kann mit dem frühen Tod von Trevor nicht abschließen und braucht Nelson um ihr Leben mit Thomas zu bewältigen. Doch die Zeiten sind für jede Generation für sich hart und umkämpft. Freundschaften zu pflegen und nicht die Schwächen und Geheimnisse anderer auszunutzen, lernen die Kinder nicht mehr. Ausgerechnet das Camp, dessen Ziel es war, dies aufzuzeigen, zerbricht nach und nach an deren Besuchern. Nickolas Butler hinterlässt damit einen faden Beigeschmack. Nelson, Jonathan und Trevor sind ein Sinnbild von amerikanischen weißen Männern. Wettkampf und Auszeichnungen prägen deren Laufbahn und für die wahre Liebe sowie Beziehungen untereinander bleibt da kaum Spielraum. Mit dem Camp kratzen Wilbur wie auch Nelson zumindest an der Oberfläche. Aber die Zeiten ändern sich und die Kinder sind kaum mehr zu begeistern und die Väter sehen darin nur noch eine Flucht. Butler macht es einem nicht leicht, die Protagonisten zu mögen. Nach jeder vermeintlich guten Tat kommt ein Tiefschlag und man ist wirklich bemüht, Jonathan und sogar Nelson dies immer wieder zu verzeihen. Nach Shotgun Lovesongs lässt Butler uns erneut tief in die menschliche Seele blicken.

  • Bewertung

    5/5

    06.10.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Roman über drei Generationen und ebenso viele Kriege, von 1960 bis heute. Zentrale Figur ist Nelson, ein introvertierter, sensibler Junge. Über die Jahre begleiten wir ihn und seine Familie und seine Freunde, die er eigentlich gar nicht hat. Nickolas Butler ist ein absolut lesenswertes Buch über Väter und Söhne, Freundschaft und Loyalität gelungen. Letztendlich aber auch darüber, welche Verletzungen Männer sich und einander zufügen. Ein großartiger, herzenskluger Roman aus der Feder eines wahren Meisters.

  • Ralph

    5/5

    01.11.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Meisterwerk!

    An seinem 13ten Geburtstag wird Nelson Doughty, auch Trompeter genannt, bewusst wie einsam er ist. Niemand erscheint zu seiner Geburtstagsfeier und der sonst so fleißige Pfadfinder wird dazu noch von seinem Vater verhöhnt. Im Jahre 1962 herrscht ein striktes Männerbild und Nelson wird diesem nicht gerecht; ist zu weich und dadurch das perfekte Opfer für seine Mitschüler und die anderen Pfadfinder. Dennoch hält sich Nelson an den Pfadfindercodex und macht sich in diesem Sommer, im Pfadfindercamp, dadurch nur Feinde. Doch einer der Pfadfinder, Jonathan Quick, scheint sich für ihn zu interessieren. Nelson hat jedoch Zweifel. Ist Jonathan wirklich sein Freund? Immerhin ist er bei Allen beliebt. Es beginnt eine herzzerreißende Reise über Jahrzehnte, in der Nelson‘s Persönlichkeit durch allerlei Situationen geformt wird. Über 57 Jahre begleiten wir Nelson und Jonathan, eine unglaubliche Reise die von tragischen Ereignissen durchzogen wird. Die Herzen der Männer‘ befasst sich mit der Entwicklung der Jungen und den Schicksalen die ihre Leben beeinflussen. Erziehung, diverse Erfahrungen und gesellschaftliche Ideale lenken die Herzen dieser Männer und lassen tief in ihre Herzen blicken. Diese emotionale Reise befasst sich mit den unterschiedlichsten Themen und macht auch vor den Unangenehmen keinen Halt. ‚Die Herzen der Männer‘ ist ein emotional aufwühlender Roman und für mich dadurch ein absolutes Highlight, gerade dank des letzten „Parts“, der zur Aufklärung vieler Punkte beiträgt. Es kommt selten vor, dass ein Roman mich emotional so aufwühlt und genau darin liegt die Kraft dieses Werkes. Butler ist ein wundervoller Roman über die Herzen der Männer, mit all ihren Fehlern und ,teils, eigensinnigen Entscheidungen, gelungen. Spannend, hoch emotional und unglaublich lehrreich - ein Meisterwerk!

Kundinnen und Kunden meinen

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Philipp Brandstötter

    Philipp Brandstötter

    Thalia Linz – Landstraße

    Buchhändler*in

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    5/5

    05.05.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Wie die Erfahrungen eines Sommerlagers das Leben beeinflussen können

    Nelson ist ein 13-jähriger Bursch der im ländlichen Wisconsin aufwächst, im Frühjahr 1962. Sein Vater ist Versicherungsvertreter und viel unterwegs, seine Mutter ist Hausfrau und geht, ganz dem Zeitgeist entsprechend, keiner Erwerbstätigkeit nach. Clete, Nelsons Vater, ist ein rachsüchtiger und gewaltbereiter Mann, der auch immer wieder zu massiven Gefühlsausbrüchen neigt. Sowohl Nelson als auch seine Mama sehen sich diesen Stimmungsschwankungen hoffnungslos ausgeliefert, eine Art Gewaltschutzprävention wie es heute gängig ist, gibt es noch nicht. Dennoch kann Nelsons Mutter seinen Papa überzeugen, gemeinsam mit seinem Sohn auf Pfadfinderlager zu fahren, um sich besser im Griff zu haben. In Eau Claire, einer Kleinstadt in Wisconsin und zugleich Heimatort des Autors, gibt es einen Lagerplatz namens "Camp Shippewa". Hier werden Burschen aus dem gesamten Landesgebiet eine Woche lange auf Sommerlager geschickt. Zusammen mit ihren Vätern sollen sie die Grundprinzipien des Pfadfindertums und deren Werte erlernen. In den 1960er Jahren sind das in erster Linie viele Überlebenskünste im ländlichen Wisconsin, wie etwa Lagerfeuer machen, Amateurfunk durchführen, oder auch Kochen ohne technische Hilfsmittel (wie z.B. Küchenutensilien) auf offenem Feuer. Nelson ist davon begeistert, sein Vater jedoch überhaupt nicht. Nelson wird als "der Trompeter" der knapp 200köpfigen Burschen und Väterschar bekannt, da er jeden Morgen den Morgenapell spielen muss. Sowohl seine Tätigkeit als Trompeter als auch die Geschichte des Instruments an sich haben jedoch viel mehr Einfluss auf sein weiteres Leben, als zu diesem Zeitpunkt gedacht. Nelson ist in vielen Bereichen ein Außenseiter und muss sich seinen Platz innerhalb der Pfadfindergruppe, welche übrigens nur aus männlichen Teilnehmern besteht, verdienen. Unerwartete Unterstützung erhält er dabei vom Lagerleiter Wilbur Whiteside, welcher selbst eine schwere Last mit sich herumträgt. Auch ein etwas älterer Bursch namens Jonathan kommt im zu Hilfe. Auf zwei weiteren Zeitebenen, nämlich 1996 und zum Schluss dann 2019, wird erzählt, wie es den Teilnehmern sowie einer späteren Freundin Jonathans im weiteren Leben geht. Viele Erfahrungen und Bereicherungen des Pfadfinderlagers im Sommer 1962 haben deren Leben nachhaltig verändert. Die amerikanische Gesellschaft hat sich wenige Jahre später durch den Vietnamkrieg stark gespalten und muss erst wieder lernen einander zu vertrauen. Auch eine Eigenschaft, die Nelson viele lange Jahre später erneut erkennen und lernen muss. Eine großartige Geschichte, die über drei Zeitebenen verteilt erzählt, was man auf einem Pfadfindersommerlager so alles erleben darf und wie sich das positiv aufs spätere Leben der Lagerteilnehmer auswirken kann. Eine großartige Hommage an uns Pfadfinder, aus amerikanischer Sicht gesehen, die zeigt, dass man trotz unterschiedlicher gesellschaftlicher Stellung und Ethnologie auch zueinander finden kann, um im späteren Leben mit seinen Ängsten, Sorgen und Problemen besser umgehen zu können. Eine großartige amerikanische Gegenwartsliteratur, die mich sehr gefesselt hat!
  • Zum Bewerterprofil von Philipp Hagen

    Philipp Hagen

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    26.01.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine generationsübergreifende,...

    Eine generationsübergreifende, sehr spannende Geschichte. Über Ehre, Liebe zu den Eltern, Kindern und Partnern, Krieg und Gewalt. Freundschaft als zentrales Thema.
  • Zum Bewerterprofil von Anja Gernandt

    Anja Gernandt

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    4/5

    22.04.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein gutes Buch über den Wunsch...

    Ein gutes Buch über den Wunsch nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Liebe. Der Roman hat von Beginn an ein tolles Tempo, welches Butler leider nicht bis zum Schluß halten konnte.
  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    12.02.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lebenslang

    1962: Nelson ist ein Außenseiter und hat keine Freunde. Umso schlimmer wird der Aufenthalt im Pfadfinderlager, weil ihn sein oftmals zur Gewalt neigender Vater begleitet und er sich unentwegt den Hänseleien der anderen Jugendlichen ausgesetzt sieht. Doch plötzlich ist da Jonathan, der um einiges ältere und mit Abstand beliebtere Junge, der aus scheinbar unerklärlichen Gründen ihm eine Form von Freundschaft anbietet. Am Ende dieses Camps wird Nelson entscheiden müssen, zu was für einem Mensch er beim Wechsel vom Kind zum Jugendlichen vorhat zu werden. 1996: Jonathan fährt mit seinem Sohn ins Pfadfinderlager und begegnet dort Nelson, der inzwischen zum Vietnam-Veteran geworden ist und sich um 180° menschlich verändert zu haben scheint. 2019: Jonathans Sohn ist als Soldat in Afghanistan gestorben und so geht seine Frau mit ihrem gemeinsamen Sohn ins Camp, wo Nelson seiner letzten Saison als Leiter des Lagers entgegensieht. In Nickolas Butlers zweitem Roman geht es – ähnlich wie in Elena Ferrantes gefeierter Neapal-Saga – um eine zwischenmenschliche Beziehung über ein ganzes Leben hinweg; wie sich Lebenskonzepte und Vorstellungen von Liebe, Freundschaft, „Männlichkeit“ und Glück mit den Jahren und Jahrzehnten stetig verschieben. Wie auch schon in seinem großartigen Debütroman „Shotgun Lovesongs“ versteht es Butler Figuren zu zeichnen, die einem umgehend ans Herz wachsen und wenig gekünstelt wirken. Seine Sprache ist keine herausragend bildstarke oder innovative, aber ihm geht es vielmehr um die Darstellung von Menschen in verhältnismäßig alltäglichen Lebenssituationen und wie sie sich ständig mit den äußeren wie auch ihren eigenen inneren Grenzen auseinander zu setzen haben. Einziger Wermutstropfen des Buchs ist das etwas überdramatisierte Ende, indem er das Leitmotiv des Helden etwas zu konstruiert auf die Spitze treiben will. Trotz allem sei „Die Herzen der Männer“ LeserInnen empfohlen die ansonsten auch gerne zu Autoren wie Richard Russo, John Irving, Hanna Tinti oder besagter Elena Ferrante greifen.

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