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Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde. Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

29.03.2018

Verlag

Ehrenwirth

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

22,1/14,6/4,5 cm

Gewicht

729 g

Auflage

1. Auflage 2018

Originaltitel

The Mermaid and Mrs. Hancock

Übersetzt von

Angela Koonen

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-431-04082-1

EAN

9783431040821

Beschreibung

Rezension

Ein "großartige[s] Debüt voller Spannung, Esprit und wundersamen Schilderungen" Phantastisch, 04/2018 "Gowar hat ein interessantes Gesellschaftsporträt des 18. Jahrhunderts geschaffen, das auf mehr hoffen lässt!" Katja Nielsen, ekz. Bibliotheksservice "Mit sehr viel Liebe zum Detail und sehr fundiert recherchiert wird speziell auch die Stellung der Frau in den Mittelpunkt gerückt. Grandios!" Walsroder Zeitung, 16.05.2018 "Ein preisgekröntes Romandebüt über das ewige Streben nach mehr." Die junge Zeitung, 22.04.2018 "Die letzte Reise der Meerjungfrau ist ein fantastisch-opulenter Wälzer. Tolles Urlaubsbuch!" Donna, 01.07.2018

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Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

29.03.2018

Verlag

Ehrenwirth

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

22,1/14,6/4,5 cm

Gewicht

729 g

Auflage

1. Auflage 2018

Originaltitel

The Mermaid and Mrs. Hancock

Übersetzt von

Angela Koonen

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-431-04082-1

EAN

9783431040821

Herstelleradresse

Ehrenwirth Verlag
Schanzenstr. 6-20
51063 Köln
Deutschland
Email: kundenservice@luebbe.de
Url: www.luebbe.de
Telephone: +49 221 82000
Fax: +49 221 82003150

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  • Bewertung

    5/5

    27.05.2020

    Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)

    Einfach mal ins viktorianische London eintauchen!

    London im 18. Jahrhundert: Jonah Hancock ist ein ernster, bedachter und im tiefsten Innern seines Herzens sehr einsamer Mann, der nach dem Tod seiner geliebten Frau und seines Sohnes nur noch für die Arbeit lebt. Er schätzt weder Überraschungen noch Extravaganzen und ist daher mehr als perplex, als der Kapitän seines Handelschiffes dieses einfach verkauft, um für ihn eine mumifizierte Meerjungfrau zu erwerben. Was soll er nun mit diesem Kuriosum anfangen? Nach zwei mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen, die Meerjungfrau auszustellen, verkauft er sie für SEHR viel Geld, wird damit über Nacht reich und bewegt sich plötzlich in gesellschaftlichen Kreisen, die ihn einerseits verwirren, anderseits aber längst vergessene Sehnsüchte in ihm wecken. Angelica Neal hingegen ist eine junge verführerische Edelkurtisane, die trotz chronischer Geldnöte einen verschwenderischen, ausschweifenden Lebensstil führt und auf der Suche nach einem reichen Gönner ist, der sie aushält und vielleicht sogar eines Tages zur ehrbaren Frau macht. Diese beiden so unterschiedlichen Menschen begegnen sich in dem exklusiven Bordell, in welchem die Meerjungfrau ausgestellt wird. Mr. Hancock ist nur als Vermieter des Objektes zugegen….Miss Neal soll sich um ihn kümmern und ihm den Abend versüßen. Der Abend verläuft nicht wie geplant, doch Mr. Hancock kann sich einer gewissen Faszination für die junge Dame nicht erwehren. Als diese ihm – halb im Scherz – eröffnet, dass sie gerne ihre eigene Meerjungfrau hätte, setzt Mr. Hancock alles daran, eine neue Nixe zu besorgen… In ihrem Debütroman schildert Imogen Hermes Gowar das Leben im 18. Jahrhundert mit seinen gesellschaftlichen Verstrickungen und seinen strengen und oftmals heuchlerischen Moralvorstellungen absolut authentisch und detailverliebt. Einen ganz besonderen Reiz üben hierbei nicht nur die beiden Protagonisten aus, sondern auch die vielen wunderbar beschriebenen Nebencharaktere, die uns alle zusammen einen faszinierenden, schmunzelnden, rührenden, nachdenklichen und fast schon magischen Blick auf das Leben in längst vergangene Tage eröffnen. Kurz und gut: Ein grandios geschriebener Gesellschaftsroman, der uns die ganze Bandbreite der großen Gefühle, der Sehnsüchte und Wünsche empfindsamer Naturen miterleben und unsere moderne, schnelllebige Zeit während des Lesens komplett vergessen lässt.

  • Aischa

    aus Kissing

    5/5

    30.12.2019

    Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)

    Die ewige Verlockung des Besitztums

    So wie der Schutzumschlag, so ist auch die Erzählung, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt: glänzend, schillernd, verschnörkelt und zauberhaft, mit ganz eigener Ästhetik und Ausdruckskraft. Imogen Hermes Gowar, Archäologin, Anthropologin und Kunsthistorikerin, ist mit diesem Roman ein zu Recht preisgekröntes Debüt als Schriftstellerin gelungen. Sie nimmt uns mit auf eine Reise ins London des späten 18. Jahrhunderts. Kaufmann Jonah Hancock kommt - wie der Untertitel bereits ankündigt - quasi über Nacht zu Reichtum und Ruhm. Der sensationelle Erwerb einer unglaublichen Rarität, einer echten Meerjungfrau, ändert sein Leben schlagartig. Und auch er selbst verändert sich, er wird vom eigenbrötlerischen ewigen Junggesellen zum späten Ehemann, mit dem wachsenden Besitz wachsen auch die Begehrlichkeiten. Gowar ist ein beeindruckender Genremix gelungen, das Buch ist ein Gesellschafts- und Historienroman über das viktorianische London, sie entwickelt großartige Psychogramme ihrer Protagonisten, die Geschichte ist ein Sittengemälde, gewürzt mit einem Schuss Mystik. Es geht um große Themen, um Leidenschaft und Liebe, Träume, Enttäuschungen und immer wieder: um das Streben nach mehr. Die Autorin spielt ihre schriftstellerische Klaviatur virtuos. Oftmals entstehen leise, zarte Töne, dann wieder setzt sie zu einem gewaltigen Fortissimo an, das einen völlig in die geschilderte Szenerie eintauchen lässt. Ich hatte einen wirklich sinnlichen Lesegenuss, sah förmlich einen Film ablaufen und schmeckte und roch Beschriebenes. Einen kreativen Einfall stellen kurze mit der Grafik einer Jakobsmuschel gekennzeichnete Einschübe dar, die Gedanken der Meerjungfrau wiedergeben, in ganz eigener Sprache. Überhaupt ist die Sprache eine der ganz großen Stärken dieses Romans. Gowar schreibt, als wäre sie vor gut zweihundert Jahren aufgewachsen, man taucht auch dadurch wunderbar in die Epoche der Handlung ein. Für mich eines der Lesehighlights 2019!

  • Sharon Baker

    aus Mönchengladbach

    5/5

    07.06.2018

    Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)

    Facettenreich, atmosphärisch & schillernd ...

    Jonah Hancock macht sich Sorgen um eines seiner Schiffe, denn es sollte schon längst im Heimathafen eingelaufen sein. Die Berechnungen des Verlustes bestimmen sein Leben und dann plötzlich steht sein Kapitän vor der Tür, in den Armen ein Bündel. So erfährt Jonah, das sein Schiff gar nicht untergegangen ist, sondern das es verkauft wurde, und zwar, um einen wahren Schatz zu erwerben, eine Meerjungfrau. Was soll er damit, ist sein erster Gedanke und dann tut sich eine Geschäftsidee auf, warum diese nicht ausstellen und damit Gewinn machen. So bekommt London eine weitere Attraktion und wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde und jeder will sie sehen. So lernt Jonah die Edelkurtisane Angelica Neal kennen und diese verdreht ihm den Kopf. Während er zum reichen Mann wird und in den Kreisen der Gesellschaft aufsteigt, bleibt ihm die Gunst dieser Frau verwehrt. Doch eine zweite Meerjungfrau könnte ihm den Weg öffnen. Wird Jonah Hancock noch eine Meerjungfrau finden? Welchen Preis wird ihm das kosten? Und ist ihm damit das Herz der Dame sicher? Historische Romane haben es nicht immer leicht, zumindest bei mir. Ich muss darauf Lust haben, mag kein langatmige Epos, die für ihre Entwicklung 1000 Seiten brauchen und jede Gesellschaftsschicht eine Stimme geben müssen, oder über mehrere Jahrzehnte sich ziehen. Deshalb bin ich immer etwas vorsichtig, obwohl ich eigentlich die alten Klassiker liebe. Aber eine Meerjungfrau, wer kann bitte einer Meerjungfrau widerstehen und so musste ich unbedingt diese optische Perle lesen und schauen, ob das Äußere mit dem Inhalt mithalten kann. Tja, und vorab es kann. Jonah Hancock ist Witwer und ein mittelmäßiger Geschäftsmann. Eigentlich ist er zu gut zu allen und möchte es seiner Familie Recht machen. Ständig wird ihm von seiner Schwester vorgehalten, wem er alles unterstützen soll. Er selbst kommt somit immer zu kurz. Sein Traum ist mit seiner Frau und seinem Sohn gestorben, nämlich der Wunsch Vater zu sein und eine eigene Familie zu haben. Der Besitz der Meerjungfrau bringt somit sein Leben mächtig durcheinander. Er begegnet im Bordell Angelica, sie sollte ihn eigentlich unterhalten, aber diese Örtlichkeit schreckt ihn eher ab, aber diese Frau, ist ihm im Gedächtnis geblieben und hat es ihm angetan. Damit der Spuk aber ein Ende findet, verkauft Jonah die Meerjungfrau und wird somit zum reichen Mann. Aber nicht alles hat seine guten Seiten, durch das Geld verändert er sich und bekommt somit den Unwillen seiner Umgebung kennen und auch Angelica ist in weite Ferne gerückt. Sie gibt ihm eine unmögliche Aufgabe, sie möchte ihre eigene Meerjungfrau. Vom gutmütigen unterschätzten Geschäftsmann stellt sich Jonah auf einmal ganz andere Möglichkeiten und er möchte für seinen Traum kämpfen. Als Leser nimmt man diesen unscheinbaren Kerl gern unter seine Fittiche und begleitet ihm auf seinem Weg. Immer mit der Hoffnung, auch er soll mal Glück haben. Angelica ist die zweite Hauptfigur im Buch und erzählt ihre Geschichte abwechselnd zu Mr. Hancock. Sie ist dem Bordell entkommen und war die Geliebte eines alten reichen Mannes, der nun verstorben ist und sie mit ihrer ungewissen Zukunft zurücklässt. Für Angelica kommt eine Rückkehr ins Bordell nicht infrage, aber wie überleben, wie einen neuen Gönner finden, wenn man am Hungertuch nagt. So ist sie auf Kontakte angewiesen und auf gelegentliche Arrangements. Ihre Geschichte ähnelt der vom armen Mädchen, die, die große Liebe findet, allerdings muss es hier auch ein paar Abwege geben. Ihr Teil ist immer laut, wild, bunt und leider dumm. Angelica lässt sich nämlich gern beeinflussen und ihr Übermut tut sein übrigens hinzu, so kommt in ihre Geschichte jede Menge Abwechslung drin vor. Auch ein bisschen Fremdschämen ist in den Seiten enthalten, aber auch eine wirkliche Entwicklung, die mich überrascht hat. Eine Frau, die für einige Wandlungen offen ist. Die Meerjungfrau ist aber hier nur eine Rahmengebung für diese beiden traurigen Schicksale und spielt ansonsten eher eine Rolle am Rande. Für mich war das absolut in Ordnung so. Aber ganz sollte man sie nicht unterschätzen, denn im dritten Teil des Buches, ist es dadurch nämlich schön schaurig. Überhaupt hat Imogen Hermes Gowar eine tolle Geschichte erfunden, unglaublich atmosphärisch und bildgewaltig lässt sie diese erstrahlen und sorgt für ein ganz tolles Leseerlebnis. Diese Reise hat mich unterhalten, in eine andere Zeit geführt und mich darin wahrhaft gefangen genommen, man wollte eigentlich gar nicht mehr daraus wieder hervor gehen. Ihr Spiel mit dem einfachen Leben und den opulenten der Reichen war toll in Szene gesetzt und ließ die Gegensätze so richtig schön hervortreten. So hatte man oberflächliche Dummheit, kleine Intrigen und Gutherzigkeit zwischen den Buchseiten. Ich fand es herrlich zu lesen und mochte die Detailliebe der Autorin sehr gern. Ein Roman, der so viele Aspekte bedient, Realität des 18. Jahrhunderts, Fiktion und eine große Prise Fantasie, absolut harmonisch eingebettet und erzählt. Die letzte Reise der Meerjungfrau ist die facettenreiche Geschichte zweier Seelen, die sich suchen und erst durch Umwege findet. Fantastisch, schillernd und zauberhaft. Wer Märchen und Jane Austen liebt, wird seine wahre Freude mit diesem Roman haben.

  • Bewertung

    5/5

    26.05.2018

    Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)

    Wer sich glänzend unterhalten...

    Wer sich glänzend unterhalten möchte, London, das Meer und die Liebe liebt und auch gegen Meerjungfrauen nichts einzuwenden hat, der möge dieses wunderbare Buch lesen.

  • Svanvithe

    5/5

    22.04.2018

    Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)

    Die Meerjungfrau und die Kurtisane

    Eine Meerjungfrau ist ein gefährlicher Fang. Genauso wie eine Kurtisane. Diese Erfahrung muss eines Tages Jonah Hancock, ein gut situierter, etwas korpulenter Kaufmann mittleren Alters, machen. Bislang ist Jonah Hancock seinen Weg ehrlich und stringent gegangen. Aber seit dem Tod seiner Frau und seines Sohnes, dessen Geist er manchmal begegnet, ist er einsam. Er sehnt sich nach jemandem, mit dem er sein Leben teilen kann, vergräbt sich statt sich auf die Suche zu begeben, in seine Arbeit. Als endlich der Kapitän seines sehnlichst erwarteten Frachtschiffs Calliope eintrifft, folgen der anfänglichen Freude nicht nur Ernüchterung, sondern auch Entsetzen. Denn Captain Jones hat das Schiff verkauft. Für eine Meerjungfrau. Eine tote Meerjungfrau. Was bitteschön soll er, Jonah Hancock, seriöser Geschäftsmann mit tadellosem Ruf, mit solch einer wilden Kreatur? Jonah Hancock lässt sich überreden, die Meerjungfrau auszustellen, und tatsächlich entpuppt sich dieses über alle Maßen hässliche und groteske Wesen – wie von Captain Jones vorausgesagt – als wahre Goldgrube. Die Menschen stehen Schlange, um es zu sehen, bezahlen dafür, und die Truhen von Jonah Hancock füllen sich. Die Ausstellung ruft Beth Chappell auf den Plan, ihres Zeichens Betreiberin eines erstklassigen Bordells. Sie überredet Jonah Hancock, ihr die Meerjungfrau zu leihen, und der Kaufmann lässt sich darauf ein. Anlässlich der Präsentation der Meerjungfrau im Haus von Mrs. Chappell mit Aristokraten und Politikern begegnet Jonah Hancock der Kurtisane Angelica Neal. Einst hat Angelica für die Wirtin gearbeitet, und diese lässt nichts unversucht, Angelica zur Rückkehr zu bewegen. Nach dem Tod ihres Gönners, eines Herzogs, ist Angelica darauf angewiesen, einen neuen Mann zu finden, der sie versorgt. Denn ihre Unabhängigkeit von Beth Chappell möchte sie nicht aufgeben. Jonah ist von der üppigen, temperamentvollen Schönheit begeistert. Gleichzeitig wird sein bürgerliches Empfinden von unanständigen Szenen im Bordell auf Tiefste erschüttert. Er verlässt das Haus angewidert, fordert die Meerjungfrau zurück und verkauft sie. Angelica kann er hingegen nicht vergessen und bemüht sich um sie. Diese hat sich zwischenzeitlich dem adligen, aber mittellosem George Rockingham zugewandt, wird allerdings von jenem fallengelassen, als es darum geht, ihre Auslagen und Schulden zu zahlen. Wie soll sie diesem Dilemma entkommen? Jonah Hancock ist rettend zur Stelle. Er erhält eine Ehefrau, Angelica die gewünschte Absicherung und ein respektables Leben. Das ist ihre Chance auf Glück. Doch existiert ein solches für Angelica wirklich? Es ist gefährlich, aus seiner Welt gerissen zu werden. Das gilt für eine Kurtisane als auch für eine Meerjungfrau... Für ihren Debütroman „Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde“ hat Imogen Hermes Gowar drei Jahre lang recherchiert, geforscht und gelernt, im Sprachduktus des 18. Jahrhundert zu schreiben. Der Aufwand und die Arbeit haben sich gelohnt. Die Autorin bewegt mit ihrem opulenten Stil des Inszenierens auf herausragenden Niveau. Sie findet mit außergewöhnlich gutem Gespür den Ton der Zeit und gibt ihn in nuancierten Art und Weise wieder, so dass das Lesen und folglich Eintauchen in eine vergangene Realität zum Erlebnis werden. Dabei nutzt sie in wunderbarer Kunstfertigkeit die Art der Kommunizierens im London des zweiten Drittels des 18. Jahrhunderts. Zurückhaltend und distanziert und damit ein wenig ungewohnt, indes bei der Lektüre überhaupt nicht hinderlich. Hinzu kommt, dass durch das Erzählen in der Gegenwart eine Präsens entsteht, die uns unmittelbar in die Geschichte hineinzieht und einbindet. So befinden wir uns mitten in einem Geschehen, das historische Gegebenheiten wie die Ungleichheit zwischen den Klassen, Geschlechtern und Hautfarben thematisiert und diese mit dem Mythos und der Legende der Meerjungfrau mittels eingeflochtener lyrischer Passagen verknüpft. Noch zu berücksichtigen ist der feinsinnige Humor, den den Zeilen das eine oder andere Mal entströmt. Hierbei gelingt es der Autorin, mit unseren Zweifeln zu spielen. Existieren Meerjungfrauen oder nicht? Wir wissen, dass es diese Geschöpfe nicht gibt. Aber wir lassen uns gern auf dieses Spiel der Phantasie ein, geben uns der Illusion hin, dass es möglich kann. Wir möchten, dass es so ist und vergessen für einen Moment die Wirklichkeit. Faszinierend ist außerdem das Können von Imogen Hermes Gowar, das Milieu und die Umstände auf den Punkt zu schildern, insbesondere die Abhängigkeit der Frauen von den Männern zu beleuchten. Das überträgt sich auf die Protagonisten. Die Autorin hat bemerkenswerte, mit Brillanz ausgearbeitete Figuren geschaffen, deren Tiefgründigkeit sich langsam, dann jedoch mit Wucht offenbaren. Da ist zum einen Jonah Hancock, ein aufrichtiger, empfindsamer Mann, mit einem einfachen Herzen voller Sehnsucht, und trotzdem und erstaunlicherweise bereit, etwas Neues zu wagen. „Ich habe mein Leben bisher nicht ausgeschöpft… Und jetzt wurde mir etwas Großes aufgezeigt. Ich wäre ein Narr, wenn ich nicht mehr für mich erstreben würde…“ (Seite 121) Und wir lernen Angelica Neal kennen, eine Frau, die auf den ersten Blick eitel, seelenlos und unmoralisch wirkt, gleichzeitig über eine unwiderstehliche Schönheit und eine gewisse Wahrhaftigkeit verfügt und durchaus Parallelen zu einer Meerjungfrau aufweist. „Denn eine Meerjungfrau ist ein höchst unnatürliches Wesen und ihr Herz ohne Liebe." (Seite 90) Im Grunde ist Angelica ein Geschöpf der Umstände, und bei genauerer Betrachtung, versucht auch sie nur, das Bestmögliche aus eben diesen zu machen. Sie steht zu ihrem Handeln, und sie möchte Unabhängigkeit, zumindest von Mrs. Chappell, ihrer einstigen Bordellwirtin. Denn wirklich frei wird sie nie sein können, weil sie immer auf die Gunst eines Mannes angewiesen ist. Ob als Kurtisane oder als Ehefrau... Imogen Hermes Gowar meistert eine anspruchsvolle und eindringliche Darstellung von Sein und Schein, Realität und Mythos. Einfach grandios!

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    05.07.2018

    Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)

    Die Faszination des Unbekannten

    Mr Hancock und Angelica Neal sind zwei komplett verschiedene Persönlichkeiten, doch als Mr Hancock unerwartet in den Besitz einer mumifizierte Meerjungfrau kommt kreuzen sich ihre Wege. Diese Geschichte die sich eigentlich mehr um die Bordells des 18. Jahrhunderts dreht hat bei mir ein auf und ab meiner Gefühle ausgelöst wie es selten ein Buch schafft. Dadurch das viele Charaktere erzählen bekommt man viele Blinkwinkel vom Geschehen und auch die Meerjungfrau gibt uns einen Einblick in ihre Welt. Für alle die eine Liebesgeschichte mit einer Spur Unbekannten suchen kann ich diesen Schatz von einem Buch nur wärmsten empfehlen!

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