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Die Orient-Mission des Leutnant Stern

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

15.02.2018

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

240 (Printausgabe)

Dateigröße

3253 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783462318500

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ePUB 3

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Erscheinungsdatum

15.02.2018

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

240 (Printausgabe)

Dateigröße

3253 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783462318500

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  • Bewertung

    5/5

    13.09.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ich dachte, es sei ein Reisebericht, aber...

    ... es ist soviel mehr. Genaugenommen ist es ein Sachbuch in Romanform. Von der Geschichte selbst, also der Reise von Leutnant Stern und dem Versuch des deutschen Reiches, das Osmanische Reich zum Krieg gegen insb. die Entente zu bewegen, hatte ich noch nichts gehört. Wie abstrus! Wie interessant! Auch, wie sehr die deutsche kaiserliche Armee mit der türkischen Armee verquickt war, wußte ich noch nicht. Ebenso hatte ich bei vielen Berlinbesuchen noch nie vom "Gefangenenlager" für ausgewählte Muslime und dem Versuch gehört, diese für Kriegszwecke zu "erziehen" und dabei kolonialistisch-dumm an die Sache heranzugehen (Sprachen, Kulturen, ...). Über die Mitverantwortung der kaiserlich deutschen Diplomatie am armenischen Völkermord hatte ich allerdings schon gelesen, Franz Werfels Die 40 Tage des Musa Dagh. Aber das das Kaiserreich tatsächlich zu den treibenden Kräften gehörte - das war mir neu, schockierend neu. Ich bin sehr dankbar, durch dieses Buch wieder einige Puzzlestücke deutsche Geschichte kennengelernt zu haben. Bücher wie dieses zeigen, wie wichtig Literatur ist, was Literatur zur allgemeinen Bildung beitragen kann.

  • Gertie G.

    aus Wien

    5/5

    14.07.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine zirkusreife Mission

    Bislang bin ich davon ausgegangen, dass „kafkaesk“ ein Attribut der. Donaumonarchie (und des späteren Österreichs) und seines Militärs ist. Dieses Buch hat mich eines Besseren belehrt. Auch die preußischen Generalstäbler greifen manchmal zu unkonventionellen Mitteln. Doch nun zum Inhalt: Der junge Leutnant Edgar Stern befindet sich gerade in einem belgischen Seebad und muss die schwierige Entscheidung treffen, ob er einheimisches Bier oder französischen Rotwein zum Diner nehmen soll, das platzt ein Telegramm in die Idylle: „Der große Krieg begann für Stern als griechische Vokabel, serviert auf einem Silbertablett in die beschauliche Stille eines Nachmittags in einem abgelegenen belgischen Badeort hinein.“ Nachdem seine Idee, den Suezkanal zu sprengen und damit den Nachschubweg der Briten zu kappen, zwar mit Wohlwollen des Generalstabes aufgenommen, aber wegen der geänderten politischen Rahmenbedingungen nicht mehr durchgeführt werden kann, betraut man ihn mit einer anderen schier unglaublichen Mission: Stern soll eine Gruppe Muslime nach Konstantinopel bringen und dort mit Hilfe des deutschfreundlichen Sultans einen Dschihad ausrufen. Ziel soll die Erhebung aller Muslime der Welt sein und sowohl die französischen als auch die britischen Kolonien erschüttern. Doch wie bringt man eine Gruppe arabisch aussehender Männer unauffällig nach Konstantinopel? Die 14 ausgesuchten Muslime, sechs Marokkaner, drei Tunesier und fünf Algerier, die sich untereinander nur über einen Dolmetscher verständigen können, werden als Mitglieder eines Zirkus ausgegeben und reisen mit „Zirkusdirektor“ Edgar Stern per Bahn über den Balkan in das Osmanische Reich. Mit an Bord sind noch die neuesten Funkgeräte von AEG und zwei Funker sowie Sterns Vorgesetzter Schabinger Freiherr von Schowingen, der inkognito im feudalen Schlafwagen mitreist, während der Rest der Truppe „Holzklasse“ fährt. Detailliert wird diese abenteuerliche Fahrt geschildert. In jedem Bahnhof beginnt das Zittern vor der Entdeckung, zumal die Bahnhofsvorstände und Zollbeamten argwöhnisch die sonderbare Truppe beäugen. Meine Meinung: Diese Geschichte ist so unglaublich, dass sie wahr sein muss. Schon allein die Rekrutierung und Ausrüstung der 14 Männer grenzt an Slapstick: Die Muslime sind nämlich allesamt zwangsverpflichtete Untertanten Frankreichs, die als Kriegsgefangene in Deutschland interniert sind. Sie werden als Freiwillige herausgepickt und als Zirkusleute verkleidet. Köstlich ist der Kampf Leutnant Sterns mit der Preußischen Bürokratie geschildert. Statt bunter verschiedener Kleidung erhalten sie identen Pluderhosen und Kopfbedeckungen, sodass sie wieder wie Soldaten aussehen. Doch da weiß der findige Stern Abhilfe zu schaffen und engagiert ausgerechnet einen jüdischen Schneider, um die Kostümierung ein wenig unauffälliger zu gestalten. Dieser historische Roman ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Der Leser kann sich unter die Muslime mischen und deren Verwunderung über die Mission teilen oder an der Seite Sterns die Vorbereitungen beobachten. Auch darf man den Vorgesetzten über die Schulter schauen. Diese multiple Sicht ist sehr reizvoll, da die unterschiedlichen Protagonisten zu Wort kommen. Diese kuriose Geschichte ist sehr amüsant geschrieben, dennoch streift sie ein Kapitel des Ersten Weltkriegs, in dem sich Deutschland wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat: Den Völkermord an den Armeniern. Mit seiner deutsch-türkischen Freundschaft und seinem Vorhaben „Weltaufstand der Muslime“ lässt er die Ermordung tausender Armenier zu, die im osmanischen Reich eine ähnliche Sündenbock-Rolle innehaben wie die Juden. Interessant finde ich, dass die Generalstäbler ihre Hausaufgaben nicht so ganz perfekt gemacht haben. Sie hätten vorher wissen müssen, dass es zwischen den verschiedenen muslimischen Völkern auch unterschiedliche Interpretationen des Glaubens gibt. Edgar Stern übersteht das Abenteuer, wenn man von der Erkrankung an Malaria absieht, ebenso unbeschadet wie Schabinger. Stern wird bis 1933 Chefredakteur der Nachrichtenagentur „Wolfs Telegrafisches Büro“. Danach der nationalliberale Mann mit jüdischen Verwandten für den Job nicht mehr tragfähig war. Stern kann mit seiner Familie 1936 nach London emigrieren. Der Autor Jakob Hein bedient sich der Lebenserinnerungen von Edgar Stern und der Memoiren von Karl Emil Schabinger um diesen mit teils wahren teils fiktional historischen Roman zu schreiben. Jakob Hein sagt zu seinem Roman: „Mir kommt es so vor, als hätte die Geschichte 100 Jahre auf mich gewartet. Und als ich gehört habe, dass das Deutsche Reich den Dschihad auslösen wollte, dachte ich, das ist bestimmt eine Übertreibung. Aber es ist natürlich genau das, das Deutsche Reich wollte den Dschihad auslösen, den heiligen Krieg aller Muslime.“ Fazit: Ein gelungener Roman, der wortgewaltig einen Aspekt des Preußischen Militärs aufdeckt, den man so nicht vermutet hätte. Gerne gebe ich 5 Sterne.

  • Bewertung

    5/5

    29.04.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr gut geschrieben

    Eines der besten Bücher die ich in letzter Zeit gelesen habe.Manche Passagen sind so aberwitzig und bizarr das es mir unglaublich scheint.Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.

  • Bewertung

    4/5

    10.10.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Total verrückt, aber doch wahr

    Jakob Hein ist ein Psychiater und Buchautor. Er hat schon 14 Bücher veröffentlicht, aber dies ist das erste, was ich von ihm gelesen habe. Irgendwie haben mich das Cover und der Titel so angesprochen, dass ich mir das Buch einmal näher angeguckt habe. Und als ich dann den Klappentext gelesen habe, habe ich gedacht, diese Geschichte hört sich so verrückt an, die muss ich jetzt einfach lesen. Jakob Hein erzählt hauptsächlich die Geschichte des jüdischen Leutnant Stern und der muslimischen Kriegsgefangenen Tassaout und Aderfit. Es ist eine wahre Geschichte, die sich so während des 1. Weltkriegs zugetragen haben soll. Leutnant Stern hatte einen ganz angenehmen Job in der Etappe. Und er hatte Langeweile. So hat er sich einen eigentlich genialen Plan ausgedacht, mit dem Deutschland ganz schnell den Krieg gewinnen sollte. Diesen Plan sollte sein Vater über Beziehungen ganz nach oben nach Berlin weiterleiten. Das hat tatsächlich geklappt, so dass Leutnant Stern nach Berlin beordert wurde. Doch dann bekam er eine Aufgabe, die noch viel verrückter war als sein ursprünglicher Plan. Doch das haben Sie ja auch bereits im Klappentext gelesen. Jakob Hein hat eine ganz eigene Art zu erzählen. Beim Lesen dachte ich immer, dass es sich um ein älteres Buch handeln müsste, denn der Autor hat es geschafft, dass das Buch sich liest, als ob es Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Aber für mich las es sich, als ob jemand eine Geschichte so erzählt, als ob er selbst ganz erstaunt von dieser Geschichte wäre. Ein wenig, als wenn Till Eulenspiegel plötzlich in die Zeit des 1. Weltkriegs katapultiert worden wäre. Die Geschichte an sich ist so verrückt und grotesk, dass ich schon dachte, dass der Autor uns einen Bären aufbinden wollte. Aber alles, was ich zwischendrin nachgeschlagen habe, konnte ich auch finden. Also scheint es diese ungewöhnliche Geschichte tatsächlich gegeben zu haben. Vordergründig liest sich das Buch ausgesprochen charmant und witzig. Ich musste immer wieder schmunzeln. Aber z.T. ist mir das Lachen dann doch vergangen. Nämlich, wenn ich darüber nachgedacht habe, wie es den armen Kriegsgefangenen aus dem osmanischen Reich ergangen ist. Die ganze Zeit waren sie nur Spielbälle in einem Krieg, mit dem sie eigentlich gar nichts zu tun hatten. Und als sie dann ihre Pflicht getan hatten, waren sie plötzlich für niemanden mehr interessant. Und ein weiteres Thema reißt Jakob Hein an. Nämlich das Thema der Armenier. Und da hat er einiges so mal eben am Rande mit eingebunden, was mir bisher noch gar nicht bekannt war. Nämlich die Rolle, die die Deutschen dabei gespielt haben. Ein ungewöhnliches Buch, was im 1. Weltkrieg spielt, aber ohne Kampf und ohne offenkundige Grausamkeit auskommt. Und doch regt es zum Nachdenken an.

  • Juti

    aus HD

    3/5

    31.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Unglaubliche Kriegslist Was…

    Unglaubliche Kriegslist Was die „Ever Given“ in der letzten Woche geschafft hat, plante auch Leutnant Stern. Er wollte auf den Sueskanal einen Anschlag verüben, um die Nachschubwege der Briten im 1.Weltkrieg zu blockieren. Mit dieser genialen Idee wird er von den Weinbergen an der Westfront nach Berlin geschickt. Doch dann stellt sich heraus, dass das Osmanische Reich auf deutscher Seite in den Krieg eintritt und der Weg ins von den Briten besetzte Ägypten versperrt ist. Aber es findet sich für Stern eine andere Aufgabe. Er soll mit islamischen Kriegsgefangenen nach Konstantinopel reisen, damit der Sultan Unterstützung hat, wenn er zum Dschihad aufruft. Im Buch wird stets „Djehad“ geschrieben. Aber die öffentliche Wirkung des Sultans ist gering, auf Seiten der Westmächte kämpfen weiter auch Mohammedaner. Der Witz an der geheimen Aktion ist, dass Sterns Leute als Zirkustruppe verkleidet unterwegs sind. Nebenbei nimmt der Autor durch die Figur Schabinger auch den diplomatischen Zirkus auf Korn. So protestiert die deutsche Botschaft nicht gegen die Pogrome gegen die Armenier, die zu Beginn des 1. Weltkriegs in der Türkei geschehen. Auf ganzen 227 Seiten wird die Geschichte erzählt, wobei allein 100 Seiten auf die Vorbereitung entfallen. Auch das Ende – Stern wird eine Reise nach Kerbela empfohlen, um auch die Schiiten am heiligen Krieg zu beteiligen – empfand ich ein wenig mühsam. Gefallen hat mir aber, dass in einem „Paralipomena“ (was auch immer das Wort heißt) die Kurzbiografie einiger historischen Personen des Romans beschrieben werden. Das fehlte im Buch „Der Hammer“. Wegen der Längen am Anfang und Ende 3 Sterne, die Zugfahrt und das Treffen mit dem Sultan hätten als Novelle aber mehr verdient.

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    Philipp Hagen

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    4/5

    28.02.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der jüdische Leutnant Stern bekommt...

    Der jüdische Leutnant Stern bekommt den Auftrag 14 Kriegsgefangene nach Konstantinopel zu überstellen und damit den Dschihad auszurufen. Die besten Geschichten schreibt das Leben.

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