Die Quendel sind ein gutmütiges Volk, das sich abends am Kaminfeuer schauerliche Geschichten erzählt und für gewöhnlich nie etwas Ungeplantes tut. Doch als der selbst ernannte Kartograf Bullrich Schattenbart eines Nachts nicht nach Hause kommt, brechen seine besorgten Nachbarn auf, um ihn zu suchen – angetrieben von einem schrecklichen Verdacht: Kann es sein, dass sich der verwegene Eigenbrötler in die Nähe des Waldes Finster gewagt hat? Noch ahnt keiner, was diese Nacht so anders macht als alle anderen. Ein seltsam leuchtender Nebel öffnet die Grenzen zu einer fremden, bedrohlichen Welt. Wer die Zeichen zu lesen versteht, weiß, dass lang vergessene, uralte und grausame Kräfte zu neuem Leben erwachen …
Für mich die literarische Entdeckung des Jahres. - Denis Scheck
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Astrid Wergen
5/5
22.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
wundervoll
Im Buch Quendel von Caroline Ronnefeldt finden wir uns in einer Welt wieder, in der das Volk der Quendel friedlich in verschiedenen Dörfern im Hügelland zusammen lebt. Lediglich der Wald Finster bleibt ein Mysterium, denn keiner geht in ihn herein. Der Kartenmacher Bullrich ist aber von diesem Wald fasziniert und möchte den Wald kartographieren, um ihm das düstere Geheimnis entlocken. Als er eines Tages über den Heckenweg in den Finsterwald geht, ahnt er nicht, dass das nicht die beste Idee war und welche Dinge er damit ins Rollen bringt. Denn es taucht ein blauschimmernder Nebel auf, dem er folgt und in eine Welt gerät, die dem Hügelland nicht wohlgesonnen ist. Währenddessen sitzen seine Nachbarn zusammen, um für den Maskenball im Herbst zu planen. Dabei kommt das Gespräch auf Bullrich, der längst hätte wieder zuhause sein sollen. Seine Nachbarn Hortensia, Karlmann, Zwentibold und Odilio machen sich auf, um Bullrich zu finden. Denn auch in ihrem Garten wabert der blauglitzerernde Nebel. Es beginnt eine spannende Reise, auf der die Quendel auch unerwartete Hilfe von weiteren Quendeln.
An einer anderen Stelle im Hügelland geht Fendel Eichhase von einer Kneipentour nach Hause, stürzt ungünstig und wird von der Familie Pirmin und Fidelis Kremplin versorgt und wieder auf die Beine gestellt. Nachdem es Fendel wieder besser geht, bringt Pirmin ihn nach Hause. Der jüngste Sproß der Familie Blodi und der Hund Trautmann begleiten den Landstreicher nach Hause. Doch da kommen sie gar nicht erst an. Der blaue Nebel verschluckt erst den Hund, dann auch noch den Sohn und den Landstreicher.
Dieses Buch ist ein wirklich toller Auftaktband. Die Autorin Caroline Ronnefeldt entführt uns in diesem Buch in die Welt der Quendel, erklärt dem Leser die ersten wichtigsten Personen, aber auch ein wichtiges Ereignis: dem herbstlichen Lichterfest in Bäumelburg. Dies ist ein wichtiges Fest in der Gemeinschaft der Quendel, die im Hügelland leben. Im Hügelland werden Traditionen gepflegt, und diese Feste sind ein wichtiger Bestandteil im Jahreskalender. So ranken sich auch viele Legenden um Familien, aber auch um den Wald Finster. Doch bei den Legenden weiß man kaum noch, woher diese kommen.
Ich bin sehr positiv überrascht von diesem Buch. Die Stimmung in diesem Buch erinnert stark an einen Fantasyklassiker. Und doch schafft es die Autorin wunderbar, sich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen und schafft ihre eigene Welt. Die Stimmung hat viel von Mystik, von einer Zeit, die mal war. Es ist eine Mischung aus Aufbruch, Traditionen, Legenden, dem Bösen, was erwacht. Von Grenzen, die zwischen den Paralellwelten und der Realität verschwimmen. Von Quendeln, die noch die Geschichten der alten Welt kennen, und sich zu helfen wissen. Diese Geschichte bedient sich einiger alter Märchen, und verwertet sie auf eine Weise, die einen voll in die Geschichte eintauchen lassen. Ronnefeldt erzählt so wundervoll, dass man ihr förmlich an den Lippen (oder vielmehr an den Buchstaben) klebt, und wissen will, wie es weiter geht. Mir hat gerade die Stimmung am besten im Buch gefallen. Ich fühlte mich mittendrin, als Bullrich in den Finsterwald ging, konnte die kühle Luft des Waldes spüren. Ich konnte aber auch mit Pirmin mitfühlen, als er verzweifelt seine Familie suchte.
Dieses Buch muss man genießen, es kommt sehr vielschichtig daher, was man im ersten Moment vielleicht gar nicht alles erfassen kann. Und doch wirkt es unglaublich auf einen, nimmt einen ein (vielleicht hat die Autorin es auch geschafft, den Lesenden mit dem blauen Schimmernebel so geschickt einzufangen, dass man es gar nicht merkt), und lässt einen nicht mehr los.
Absolute Leseempfehlung!
Sira
aus NRW
5/5
29.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verzaubernd, packend, erschütternd
Ich habe zugegebenermaßen ein bisschen gebraucht, um mich in den sehr verschachtelten Satzbau und auch die Story einzulesen. Beides hat mich stark an Tolkien erinnert. Die Geschichte nimmt nur langsam Fahrt auf, aber einmal begonnen, wird es unaufhörlich spannender (dranbleiben lohnt sich!). Ich habe bis zum Schluss des dritten Teils die Bücher wirklich nicht mehr aus der Hand legen können. Was mir besonders gefallen hat, sind die liebevoll gezeichneten Quendel, die Hobbits ähneln, und es mit Ungeheuern aus den schlimmsten Albträumen zu tun bekommen. Sie werden so detailreich und liebenswert eingeführt, dass man gar nicht anders kann, als mit jedem einzelnen Quendel mitzufiebern! Zu Beginn dachte ich noch, die Reihe könnte etwas für meine Kinder sein, aber mit fortschreitender Handlung wird es so gruselig, dass ich diese Bücher frühestens ab 12, vielleicht sogar später, empfehlen würde.
Eine wahnsinnig gut geschriebene Fantasystory, die ich vor allem empfehlen kann, wenn man sich gern in der Welt von Tolkien bewegt.
anna19
5/5
24.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich bin nach und nach immer…
Ich bin nach und nach immer mehr versunken in die Welt der Quendels. Es ist , denke ich, ein Buchfür Erwachsene, die sich in eine private kleine gemütliche Welt der niedlichen und fürsorglichen Wesen hineinbegeben möchte. Zu Beginn des Buches sah ich mich bei den kleinen Wuchtel vor dem Kamin sitzen und einen Honigmet trinken, während mich ein Quendel nach meinem Wohlbefinden fragt und dafür sorgt , dass ich mich behaglich fühle. Ich hätte noch vieleviele Seiten mehr damit verbringen können, in dieser Welt zu bleiben. Aber irgendwann wurde es ein wenig düster und unheimlich und spannend und tritz dessen fühlte ich mich sicher und gut aufgehoben. Ich liebe dieses Buch. Ich werde es ganz sicher immer mal wieder in die Hand nehmen um mich so geborgen zu fühlen.
Bewertung
5/5
06.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absoluter Lesespaß!
Ein absolut gutes Buch. Die Autorin versteht es einen in den Bann zu ziehen und nur mit Worten eine Atmosphäre zu schaffen, die einen wirklich gruseln lässt. Auch die Charaktere sind liebevoll gestaltet und ganz bezaubernd.
Sue
aus Uelzen
5/5
27.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zauberhafte Geschichte mit Auenland-Vibes
"Er kam sich winzig und hilflos vor, wie er da vor dem dräuenden Waldrand stand, ein Wicht vor einer Mauer erstarrter Riesen."
Caroline Ronnefeldt hat mir ihrem zauberhaften Buch "Quendel", das der Auftakt einer Trilogie ist, eine unglaubliche Welt geschaffen, die mich dermaßen in ihren Bann zu ziehen verstand. Die Geschichte ist so wundervoll bildlich und märchenhaft geschrieben, dass ich gar nicht anders konnte, als absolut darin zu versinken und mit Bullrichs Schicksal zu hadern!
Bullrich Schattenbart, seines Zeichens selbsternannter Kartograph, liebt nichts mehr als mit Honigbrötchen und Tee über seinen wundervollen Karten zu sitzen und sich an seiner ausgezeichneten Arbeit zu erfreuen. Doch es gibt da eine Stelle der Karte, die ihn furchtbar unglücklich und missmutig stimmt: Der Finster. Dieser Wald ist bisher nicht kartografiert, denn niemand traut sich dort hinein. Wobei dies nicht ganz stimmt - nur bleiben die Hügelländer verschollen, die es furchtlos gewagt haben. Doch trotz seiner Bedenken brennt es Bullrich unter den Nägeln, seine Karte zu vervollständigen. Und so macht er sich mit seiner Zeichenkohle und ausreichend Rinde auf in den Finster, um endlich seine Karte zu komplettieren und natürlich Ruhm zu ernten, wenn er im Gasthaus vor lauter Hügelländern mit vor Staunen offenen Mündern seine neue Karte präsentiert. Innerlich emotional gestärkt macht Bullrich sich auf den Weg, doch der Finster ist seltsam und unheimlich. Und als die Nacht hereinbricht, steigt ein seltsam leuchtender, glitzernder Nebel auf, der die Grenzen zu einer anderen Welt öffnet und uralte, längst vergessene und böse Kräfte aufweckt ...
"Quendel" hat mich mitgerissen in seine malerische Welt, die mir ein Gefühl von Auenland vermittelte und der alte Kauz Bullrich Schattenbart erinnerte mich ein klein wenig an Bilbo Beutlin, mit seiner eigenbrötlerischen, leicht verschrobenen Art, jedoch voller Neugier und Abenteuerlust! Die Geschichte ist nicht nur wundervoll geschrieben und wirklich spannend, sie glänzt auch mit Poesie, denn an jedem Kapitelanfang gibt es ein zauberhaftes Gedicht der alten Meister, wie z.B. von Goethe, von Eichendorf, Hauff, Storm, Hesse, von Droste-Hülshoff und einigen mehr, die der Geschichte zusätzlich Magie einhauchen.
Es gibt hier zwei Erzählstränge: Der erste dreht sich um Bullrich und der Gruppe um den alten Pfiffer, die sich auf die Suche nach ihm machen und eine Nacht voller Schrecken durchstehen müssen. Der andere Erzählstrang dreht sich um den alten Eremit Eichhase, Pirmin und seinen jüngsten Sohn Blodi, der seinem Hund Trautmann ins dunkle Moor folgt. Beide Stränge haben mir gut gefallen, allerdings fehlte mir hier im ersten Band die Zusammenführung dieser beiden Erzählstränge. Das hätte ich mir definitiv zum Ende von Band 1 gewünscht. Trotzdem hat mir dieser Band ausgesprochen gut gefallen, vor allem auch die "Hobbit"-Vibes mochte ich wahnsinnig gerne. Nun freue ich mich sehr auf Band 2.
Kleine Anmerkung: Bei "Quendel" handelt es sich um eine Kinder- und Jugendbuchreihe. Wobei ich sie teilweise schon recht gruselig fand und sie daher erst für ältere Kinder ab 12 empfehlen würde.
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5/5
20.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gruselabenteuer für alle Tolkienfans
Die Quendel sind ein friedliches Volk, dass in ihrer Lebensweise leicht an die Hobbits erinnert. Sie leben im Hügelland, dass sich rund um den Wald Finster erschreckt. Ein Quendel hat sich an einem schönen Sommernachmittag zur Aufgabe gemacht genau diesen Wald mit den unheilvollen Namen zu erkunden.
Doch als er spät abends noch nicht wieder zurück ist machen sich seine Nachbaren Sorgen und gehen auf die Suche nach ihm. Was sie aber nicht wissen ist, dass in dieser Nacht im Jahr die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen. Was die kleine Gruppe von Suchenden für Märchen und Sagen hielt ist also alles wahr.
Eine schaurig schöne Geschichte die mich viele Stunden mit einer Gänsehaut gefesselt hat. Jedoch ist es nicht die Handlung die einen schaudern lässt, sondern die Atmosphäre die Caroline Ronnefeldt heraufbeschwört. Also Menschen mit schwachen Nerven wie mir müssen manchmal innehalten, doch richtige Horror Fans werden wohl zu kurz kommen. Aber für alle die Sagen und Märchen mögen, sich gerne etwas gruseln und die kleine Portion Fantasy lieben ist es genau das richtige Buch!
Für mich bleibt nur zu hoffen, dass wir in nächster Zeit mehr in dieser Richtung zu lesen bekommen.
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