Was passiert hinter den Fronten des Jihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Spannend wie in einem Krimi berichtet Souad Mekhennet von ihren teils lebensgefährlichen Recherchen in den No-go-Areas des Terrors, allein, ohne Handy, bekleidet mit einer schwarzen Abaya. Die Journalistin Souad Mekhennet verfügt über ungewöhnliche Verbindungen zu den Most Wanted des Jihad - und über ein einzigartiges investigatives Talent.
Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri durch die CIA auf, interviewte den Führer von al-Qaida im Maghreb, obwohl ihr die Geheimdienste auf den Fersen waren, lernte ein ägyptisches Foltergefängnis unfreiwillig von innen kennen, enttarnte den berüchtigten IS-Henker "Jihadi John" und wusste nach den Pariser Anschlägen schon vor der Polizei, wer der in Saint Denis erschossene Attentäter war. Ihre meisterhaften Nahaufnahmen lassen uns die Kämpfe und Wünsche der islamischen Welt besser verstehen und führen uns heilsam vor Augen, dass sich der Clash zwischen Islam und Westen in Wirklichkeit nur in den Köpfen abspielt.
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Mit Terroristen befreundet, um der Welt ihre Motivation zu erklären
Bewertung aus Attenhofen am 20.09.2019
Bewertungsnummer: 1243748
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die Journalistin Souad Mekhennet kommt als Kind von Gastarbeitern in Deutschland zur Welt. In ihrer Familie vermischen sich Völker und Glaubensüberzeugungen; ihre Mutter stammt aus der Türkei und ist Schiitin, ihr Vater ein marokkanischer Sunnit.
Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie bei der Großmutter in Marokko. Diese starke selbstbewusste Frau wird ihr zum Vorbild. Von ihrem Großvater lernt sie, wie wichtig die Geschichtenerzähler der Welt sind. Später entschließt sie sich Journalistin zu werden, weil sie überzeugt ist mit ihren Geschichten etwas bewegen und verändern zu können.
Schon während ihres Studiums ist die Autorin freiberuflich für verschiedene Zeitungen tätig. Sie interessiert sich vor allem für den zunehmenden Terrorismus und seinen religiösen Wurzeln. Viele, die in den Dschihad ziehen sind, wie sie, Migrantenkinder. Immer wieder stellt sie sich die Frage, ob sie sich in eine ähnliche Richtung entwickelt hätte, wenn ihre Ausgangssituation nicht so günstig gewesen wäre.
Der Kreis ihrer Informanten und Freunde wächst. Als Frau, Muslimin und Kind von Einwandern findet sie in den unterschiedlichsten Kreisen schnell Vertrauen. Bei einigen brisanten Interviews begibt sie sich in Lebensgefahr. Auch wenn sie große Angst hat, lässt sie sich nicht davon abhalten, denn sie ist von dem Wunsch getrieben, die Motive von Terroristen und Attentätern herauszufinden.
Das Buch folgt ihrer Biographie und nimmt den Leser mit in viele Länder des Nahen Ostens, und immer wieder zurück nach Europa. Souad Mekhennet ist immer da zu finden, wo es brennt: im von USA besetzten Irak, in Ägypten beim Arabischen Frühling, in Syrien und der Türkei beim Entstehen vom IS, und dann wieder nach Terrorakten in den betroffenen Städten Europas.
Neben Lebensgeschichten von Terroristen erfährt der Leser warum sich so viele junge Menschen aus Europa aufmachen, um den islamischen Krieg zu unterstützen. Ein wichtiges Thema des Buchs sind die Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten, denn das ist die Ursache von vielen Konflikten.
Dieses ausführliche Buch ist sehr spannend und liest sich wie ein Krimi. Die Autorin berichtet ehrlich von dem, was sie antreibt, und ebenso von Ängsten und persönlichen Krisen. Es könnte manchmal stören, dass die Autorin mehrmals von ihren exklusiven Interviews berichtet, und den lebensgefährlichen Situationen, in denen sie entstanden sind, aber sie stellt sich selbst dabei nicht heraus. Die Mischung aus einer Berichterstattung über aktuelle politische Ereignisse und der persönlichen Auseinandersetzung einer gemäßigten Muslimin mit den Hintergründen dieser Taten ist sehr aufschlussreich.
Fazit: Ein spannender Bericht über eine mutige Frau und ihren vielfältigen Begegnungen, die selbst in die inneren Zirkel von Dschihadisten reichen. Die Autorin versteht es auf bewundernswerte Weise einfach und sachkundig von aktuellen Ereignissen in der islamischen Welt zu berichten.
Eine Frau, die nicht locker lässt und nachfragt
Janine S. am 29.12.2017
Bewertungsnummer: 1071720
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Journalistin Souad Mekhennet ist in Deutschland geboren, aber ihre Wurzeln sind marrokanisch-türkisch. Dank ihrer Eltern weiß sie von klein auf, dass ein Zusammenleben von Schhiten und Sunniten möglich ist. Doch in der islamischen Welt prallen die verschiedenen Glaubsrichtungen imemr wieder aufeinander. Viele Islamisten sind außerdem nicht gut auf den Westen zu sprechen. Die Journalistin wagt sich vor in diese gefährliche Welt und interviewt Warlords und Führer von al-Qaida. Dabei enthüllt sie Identitäten und geheime Machenschaften.
Die Journalistin erzählt ihre Lebensgeschichte und somit auch über ihre Reportagen, Interviews und Arbeitsweise. Man erfährt, dass sie in Deutschland geboren wurde, aber einen gewissen Teil ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter in Marroko verbracht hat. Sie kann daher sehr gut Deutsch und Arabisch sprechen, was ihr später sehr viele Türen öffnen wird. Außderm ist sie sehr mit dem Islam vertraut. Früh ist Mekhennet klar, das sie Journalistin werden will und schaffst es shcließlich in Hamburg auf die Henri-Nannen-Schule. Ihre islamischen Wurzeln erlauben es ihr in Gebiete vorzudringen und Menschen zu interviewen, zu denen deutsche Journalisten niemals Zutritt bekämen. Sie weiß wie man sich zu verhalten hat und taucht entsprechend verschleiert zu ihren Inteviews auf. Außerdem lässt sie nicht lockert und lässt sich niemals einschüchtern. Das imponiert so einigen Anführern, so dass sie exklusive Interviews erhält.
Ihr journalistische Reise beginnt mit dem 11. September 2001 und führt sie über den islanischen Frühling bis in die Gegenwart. Man bekommt die andere Seite zu sehen, lernt deren Beweggründe kennen. Warum schließen sich so viele, junge Männer dem Dschiad an? Was versprechen sie sich vom Kalifat? Warum hat sie der Westen enttäuscht?
Mekhennet hat einen ganz eigenen Charakter, der sie prädestiniert für den Job als Jourlanistin. Sie hinterfragt die Dinge, sie traut sich in Krisengebiete und hört tatsächlich zu ohne zu verurteilen oder jemals nur die eine Seite zu beleuchten. Sie lässt sich auch nicht von Entführungen, Verhaftungen oder Drohungen einschüchtern. Es ist spannend sie auf ihren Reisen und Interviews zu begleiten. Mitzufiebern, wenn sie versucht geheime Identitäten und Machenschaften aufzudecken. Sie berichtet von Einzelschicksalen, bringt sie in den großen Zusammenhang und ist stets vor Ort, mittendrin in den größten Tumulten und Auseinandersetzungen.
Gerade als Westler weiß man oft nicht allzu viel über den Islam und warum sich junge Menschen zu radikalisierten Islamisten werden. Die Journalistin vermag auf eindringliche Art und Weise eine uns fast geheime Welt zu beleuchtet, in dem sie hinter die Kulissen schaut und sich nicht abschrecken lässt. Der Mut dieser Frau lässt einen neue Einblicke gewähren, die unbedingt jedem zuteil werden sollten. Daher gebe ich eine ganz klare Leseempfehlung, denn jede Medaille hat zwei Seiten.
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