An Heiligabend wird im Luzerner Männliturmein kleines Kind, als Engel verkleidet, schlafend aufgefunden - zuvor war es entführt worden, angeblich von der Sträggele. Ermittler Cem Cengiz begibt sich auf die Spur der Hexe, die Kinder raubt. Als seine Suche erfolglos bleibt, wendet er sich an einen Experten in okkulten Fragen. Doch dessen Eingreifen verschärft die Lage nur noch, und die Medien schaukeln das Drama weiter hoch. Die öffentliche Jagd auf die Hexe beginnt, und
der Scheiterhaufen ist bereits errichtet ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
EriSch
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
03.06.2026
eBook (ePUB)
Spannung bis zum Schluss
Vor Weihnachten wird in einem der Museggtürme ein Mädchen gefunden, dem vermeintlich Schlafmittel eingeflösst wurden. Vor dem Eingang liegt ein totes Tier und überall im Turm finden sich Hexenzeichen. Dem Mädchen scheint aber nichts angetan worden zu sein. Cem und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel. Sonderbar wird es als am nächsten Abend in einem weiteren Turm ebenfalls ein Mädchen gefunden wird. Was wird hier gespielt und was ist der Hintergrund? Für Cem und seine Kollegen beginnen spannende aber auch sehr fordernde Ermittlungen. Unterstützt werden sie dabei vom Journalisten Marius, der viel über die Hexenthematik weiss und wertvolle Inputs liefern kann. Und dann kommt da noch ein drittes Mädchen dazu, dieses mal jedoch nicht bei den Museggtürmen, sondern auf der Spreuerbrüche, inmitten von aufgeschlitzten Plüschtieren. Die Frage, wie die drei Geschichten zusammenhängen, lässt sich nicht so einfach lösen und niemand weiss ob die ‘Sträggle’ nochmals irgendwo zuschlägt. Denn es wird sich die Sage der ‘Sträggle’ erzählt die hoch zu Ross unterwegs ist. Herausfordernde Ermittlungen warten auf das Team.
‘Luzerner Totentanz’ entführt den Leser wiederum in die Stadt Luzern. Bei diesem Buch werden die Museggtürme und die Spreuerbrücke gekonnt in Szene gesetzt. Die Ermittlungen rund um die Mädchen in Zusammenhang mit der Hexerei und der Saga rund um die ‘Sträggle’ sind spannend kombiniert und fesseln den Leser an die Geschichte. Bis zum Schluss ist nicht klar wer hinter der ‘Sträggle’ steckt und was ihr Motiv ist. Und am Schluss kommt nochmals so richtig Verwirrung auf, ob die Sträggle nun selbst gehandelt hat oder auch ein Opfer des vermeintlichen Türst ist.
Mit Cem und Barbara begleiten wir das Ermittlerteam in einem weiteren Fall. Cem begibt sich nach wie vor gerne selbst auf Ermittlungen ohne die anderen Miteinzubeziehen. Gut das er Marius hat, der ihn begleitet, so das er dem allem nicht immer selbst ausgesetzt ist. Und Barbara hat immer noch sehr mit dem Tod von Wymann zu kämpfen. Nun soll eine neue Leiterin von Leib und Leben beginnen und ihr fällt es schwer dies zu akzeptieren. Jedoch selbst den Job übernehmen kommt für sie auch nicht in Frage. Aus meiner Sicht verstehen sich Lila und Marius ein bisschen zu gut, was für Cem böse enden könnte.
Ein weiterer spannender Fall, der absolut herausfordernd ist.
Silke - Buchgespür -
5/5
15.06.2025
eBook (ePUB)
Spannung und Mystik
Kann man Winterkrimis eigentlich auch im Sommer lesen?
Mein JA könnte klarer nicht sein ! Vor allem, wenn sie so gut geschrieben sind wie „Luzerner Totentanz“. Und ich sage das als jemand, der den Winter liebt und die damit einhergehende Kälte, die Dunkelheit, das Mystische liebt. Genau das steckt nämlich in diesem Krimi drin und zwar in jeder Seite.
Stellt euch mal vor: Es ist Heiligabend. Ein kleines Mädchen wird in einem alten Turm in Luzern gefunden, in ein Engelskostüm gesteckt, völlig verstummt. An den Wänden: Zeichen, mit Blut gemalt. Plötzlich geistert ein Name durch die Stadt: Sträggele. Eine alte Sagengestalt, die angeblich in den dunklen Nächten vor Weihnachten kleine Kinder holt.
Mich hat das sofort an Frau Holle und die Wilde Jagd erinnert. Diese archaischen Figuren, die durch Schnee und Wind ziehen und irgendwie immer zwischen Gut und Böse stehen. Genau dieses Gefühl trifft Monika Mansour hier, nur dass es eben kein Märchen ist, sondern ein eiskalter Kriminalfall.
Ermittelt wird von Cem Cengiz, der sich sofort einen Platz in meinem Krimiherz gesichert hat und den ich bereits von anderen Krimis der Autorin kenne. Bodenständig, etwas rau, aber mit Verstand und Gefühl hat er ein Team an seiner Seite, das genauso lebendig wirkt wie er. Mit dabei: Marius, ein Journalist mit Faible für Okkultes. Ich wusste die ganze Zeit nicht, ob ich ihm trauen kann, und genau das macht’s so spannend.
Was ich an diesem Buch wirklich geliebt habe ist die Atmosphäre. Luzern wird so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, durch die alten Gassen zu laufen. Und der Mix aus Ermittlungsarbeit, alten Mythen und psychologischer Tiefe ist einfach genial. Zwischen den Ermittlungen gibt’s immer wieder Kapitel aus der Sicht der Täterin. Die sind so intensiv, dass man kaum atmen mag. Keine billige Schockeffekthascherei, sondern echte Gefühle, die unter die Haut geht.
Und dann ist da dieser Sprachstil! Dialoge, die einfach sitzen. Kein überflüssiger Kitsch, aber wohl verteilte Prisen Humor und Ironie. Mansour schreibt direkt, schnell und emotional.
Um zum Anfang zurückzukommen: JA: „Luzerner Totentanz“ spielt zwar im Winter, aber ich sag euch, das Ding hat Sogwirkung zu jeder Jahreszeit. Und wer wie ich eine Schwäche für düstere Legenden und den Winter hat, für Ermittler mit Haltung und Krimis, die nicht nur spannend, sondern auch vielschichtig sind: Ihr müsst dieses Buch lesen.
eskimo81
Book Circle Community
5/5
29.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Sträggele und der Türst
Heiligabend, die Zeit der Stille und Ruhe…
Im Luzerner Männliturm wird ein vermisstes Mädchen aufgefunden, gekleidet in ein Engelskostüm. Der Turm ziert mystische Zeichen aus Blut. Das Mädchen lebt, spricht aber nicht. Wer hat so jäh die stille des Heiligabend gebrochen? Cem Cengiz ermittelt und erlebt ein öffentliche Hexenjagd der besonderen Art…
Dies ist bereits der vierte Fall von und um Cem Cengiz und auch dieser hat überzeugt. Das wundervolle an diesen Emons Krimis ist der Lokalkolorit der nie zu kurz kommt. Eine wundervolle Stadt (Luzern / CH) wird gezeichnet mit vielen Schweizer Wörtern - auf ein Glossar wurde verzichtet, für mich als Schweizerin kein Problem und ich denke, im Zusammenhang gelesen auch für alle anderen dürfte es nicht schwer sein. Es macht es einfach authentischer. Spannender. Fesselnder.
Ein überzeugender Krimi - im Oktober lese ich eigentlich keine Bücher die an Weihnachten spielen, aber der Folgeband von Monika Mansour musste ich nach Veröffentlichung lesen, der Schnee passt nicht ganz in die Lesejahreszeit aber die Sucht um Cem rechtfertigt einiges. Man kann es also auch im Sommer lesen :-) - wer nämlich süchtig nach Cem ist, kann gar nicht warten, den schliesslich verging einige Zeit seit dem dritten Band…
Fazit: Ein genialer und fesselnder Krimi. Mein Schönheitsschlaf litt, die Sucht nach Cem und die Suche nach der Sträggele waren stärker, immer wenn ich dachte, nun lösche ich das Licht, schlafen müsste ich auch einmal schrie die Sträggele, lies weiter, lies… Naja, was macht man nicht alles für einen fantastischen Krimi? Man macht die Nacht zum Tag und liegt am Folgetag gerädert und mit Augenringen auf dem Sofa und denkt, das nächste Mal bin ich stärker - bis zum nächsten Mal ist dieser Vorsatz dann wieder vergessen…
Cems vierter Fall überzeugt und macht süchtig. Auch wenn Cem noch unbekannt ist (und man mit diesem einsteigt) kann man die Geschichte verstehen, aber die Suchtgefahr, der ist man ausgesetzt, ob man will oder nicht. Man rennt zwangsläufig ins nächste Geschäft um die Vorgänger auch kennen zu lernen… Cem ist ein sympathischer herzlicher Ermittler der sofort die Herzen erobert.
Danke Monika Mansour für einen weiteren süchtig machenden Krimi - und für die Augenringe :-) :-)
In den Dankensworte trifft Monika Mansour das Herz. Mobbing - Hexenjagd gibt es noch heute, nur ist es etwas moderner… Ein Buch, dass auch der Nerv der Zeit trifft und zum Nachdenken anregt - anregen muss!
Bewertung
Book Circle Community
5/5
25.10.2023
Buch (Taschenbuch)
spannungsgeladen - und mit einer Botschaft
Mein erster Mansour-Roman - und er hatte es in sich - ein richtiger Page-Turner.
Mansour webt einen Kriminal-Roman um die Thematik von Mobbing und damit verbundenem frühem Kindheitstrauma - und was daraus werden kann, wenn man keine Hilfe bekommt oder später getriggert wird. Mag sein, dass die Geschichte um die Hexe etwas gar scharf zeichnet - vor allem der infernale Schluss - doch ist es m.E. auch ein Anliegen der Autorin, die genannte Thematik in eine packende - und damit aufrüttelnde Geschichte zu verpacken.
Da ist eine unbekannte Person, die sich als Hexe aufführt, über Weihnachten kleine Mädchen betäubt und aussetzt, deren Eltern terrorisiert - und die Presse wird früh von irgendwo her informiert.
Das ganze schaukelt sich immer mehr auf, landet letztendlich im Netz und nimmt immer mehr extremere Formen an - die Polizei tappt im Dunkeln - findet den einen oder andern Lichtblick, versucht die Puzzle-Teile zusammen zu setzen - es gelingt ihr - doch zu spät für die Hexe - dafür nicht unbedingt für die Lesenden, wenn man den Schluss beherzigt:
Im letzten Kapitel des Kriminalromanes: Der Bulle und die Staatsanwältin sollten den Kids erklären, was Mobbing alles auslösen kann.
Im Dank der Autorin: Mobbing ist eine neue Form von Hexenjagd. (…) Bei uns lodern die Flammen oft im Internet - und hinterlassen tiefe Wunden. Das Leben von Mobbingopfern ist die Hölle. Ändern wir das heute.
Eine spannende - und zugleich lohnende Lektüre!
peedee
5/5
22.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Hexenjagd im 21. Jahrhundert
Cem Cengiz, Band 4: Heiligabend – ein Abend der Besinnung und Ruhe? Nicht für Ermittler Cem Cengiz, denn im Luzerner Männliturm wurde ein kleines Kind, als Engel verkleidet, schlafend vorgefunden. Es wurde entführt, angeblich von der Sträggele, einer Sagenfigur. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren, doch schon schlägt die Sträggele erneut zu. In den Medien verbreitet sich die Story im Lauffeuer – und eine öffentliche Jagd auf die Hexe beginnt…
Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem lodernden Feuer – gefällt mir.
Dies ist Band 4 um den Ermittler Cem Cengiz. Dieser Band ist auch ohne das Wissen aus den Vorgängerbänden zu lesen, aber ich würde trotzdem mit Band 1 beginnen (oder zumindest nach diesem Band mit den ersten drei Episoden „nachsitzen“). Aufgrund dreifacher 5-Sterne-Bewertung habe ich hohe Erwartungen an das Buch. Und? Die Autorin hat es erneut geschafft, diese zu erfüllen. Doch nun der Reihe nach…
Der Prolog war schon sehr beklemmend: ein Mädchen, das offensichtlich Mobbingopfer wurde, weiss keinen Ausweg mehr aus seinem Leiden, als den Tod – dann wäre sie ein Engel und flöge dem Himmel entgegen.
Dem Kind, das im Männliturm gefunden wurde, wurden ominöse Symbole auf den Bauch gemalt. Und was sollten die Zeichen an der Wand? Und das Blut? Cem Cengiz kann mit diesen Hinweisen vorerst nichts anfangen. Er erhält unerwartet Hilfe von einem Journalisten, Marius van Roijen. Er kennt sich gut in diesen Bereich aus: Hexen, Sagen, Luzerner Geschichte. Cem ist in Sachen Luzerner Geschichte entschuldigt, da er ja nur ein zugezogener Zürcher ist. Er erfährt von Marius, dass die Sträggele ein wildes Weib, eine übermütige Jungfer sei, die auf ihrem Ross durch die Wälder jagte und in den Adventsnächten ungezogene Mädchen aus den Häusern entführte. Okay, eine Sagenfigur aus dem Mittelalter – was hat die mit dem Heute zu tun? Und woher hat Marius eigentlich so schnell Wind von der Sache bekommen?
In dieser Geschichte gibt es natürlich auch ein Wiedersehen mit Barbara Amato, Cems Chefin. Sie ist in Trauer um ihren heimlichen Geliebten und Boss Rolf Wymann, der bei seinem letzten Einsatz ums Leben kam. Sie fragt sich, wieso sie nie offiziell zu dieser Beziehung stehen konnte. Nun ist es zu spät. Da sie sich nicht dazu entschliessen kann, seine Nachfolge im Job zu übernehmen, kommt eine andere Kandidatur zum Zug: Susanne Oggenfuss. Gleich beim ersten Treffen wird klar, dass die beiden nicht auf der gleichen Wellenlänge sind. Auch Lila, Cems Freundin, ist wieder mit dabei (ich bin nach wie vor kein Fan von ihr) und Eva, die Staatsanwältin.
Was die Hexenjagd im Mittelalter war, ist Mobbing heute; früher der echte Pranger, heute der virtuelle im World Wide Web. Ein eindrücklicher Krimi – absolut wohlverdiente 5 Sterne. Ich freue mich auf Band 5.
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