Ein abgelegenes Dorf. Sieben verschwundene Kinder. Und ein Ermittler, dem nicht zu trauen ist: Dieser Thriller hat allein in Italien mehr als hunderttausend Leserinnen und Lesern den Atem geraubt.
In einer eisigen Winternacht irrt der römische Sonderermittler Vogel mit blutbesudeltem Hemd durch die nebelverhangenen Wälder am Rand eines Dorfes. Vogel war vor einigen Wochen von Rom in die italienischen Alpen gereist, um den Verbleib eines vermissten Mädchens zu klären. Dreißig Jahre zuvor waren mehrere Kinder in den umliegenden Wäldern verschwunden, und es besteht der dringende Verdacht, dass der Mörder von damals - der im Dorf nur "Der Nebelmann" genannt wird - wieder aktiv geworden ist.
Als Vogel aufgegriffen wird, gibt er an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Ein Psychiater wird gerufen, um ihn zu befragen. Vogel beginnt zu erzählen - und sein Bericht ist ungeheuerlich.
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Unsympathische Charaktere
Bewertung aus Madetswil am 29.04.2023
Bewertungsnummer: 1932165
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Vor kurzem habe ich »Haus der Stimmen« von Donato Carrisi gelesen und war absolut begeistert von diesem feinen Thriller. Voller Vorfreude habe ich mich dann an ein früheres Werk des Autors gewagt: »Der Nebelmann«.
Der Klappentext klang vielversprechend, außerdem wurde das Buch 2017 mit namhaften Schauspielern wie Jean Reno und Toni Servillo verfilmt. Ich hatte folglich eine gewisse Erwartungshaltung, wurde dann aber leider ziemlich enttäuscht.
Das Buch lässt sich gut lesen, die Handlung ist ganz spannend und die Charaktere sind eigentlich interessant. – Betonung auf eigentlich. Sie sind leider allesamt unsympathisch und auf eine oberflächliche Weise skizziert. Ich konnte nicht mitfühlen und nicht mitfiebern. Ich hatte für niemanden Verständnis und niemand ging mir ans Herz. Ich konnte mich noch nicht mal über jemanden aufregen. Deshalb fiel es mir zunehmend schwerer, weiterzulesen. Die Auflösung des Verbrechens kurz vor Schluss war zwar ganz spannend, überraschend und anders als erwartet, aber für mein Gefühl handwerklich sehr schlecht umgesetzt. Ein liebloses »Sich-erklären« des Täters, vollkommen unrealistisch und in keiner Weise nachvollziehbar. Und das endgültige Ende des Buches war (ich finde keinen passenderen Ausdruck dafür) einfach nur doof.
Fazit: »Der Nebelmann« ist ein Krimi der mittelmäßig unterhält und keine Sympathieträger besitzt. Eine originelle Idee, die lieblos umgesetzt wurde.
Keine Leseempfehlung.
Grandioser Plot
Bewertung am 22.02.2023
Bewertungsnummer: 1885357
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Kurz vor Weihnachten verschwindet in dem kleinen Alpenörtchen Avechot die 16-jährige Anna Lou Kastner. Den Fall aufklären soll der umstrittene, römische Kommissar Vogel.
Wochen später irrt Vogel mit blutigem Hemd durchs Dorf und wird aufgegriffen. Er behauptet, er hätte einen Unfall gehabt, doch das Blut stammt nicht von ihm. Da er als Zeuge nicht glaubwürdig erscheint, wird der Psychiater Dr. Flores hinzugezogen.
Doch was Vogel bei der Befragung erzählt, ist ungeheuerlich.
Mehr verrate ich nicht von dem Klappentext, denn wer das Buch mit all seinen Raffinessen noch genießen will, sollte ihn nicht vorher lesen.
Ich habe mich an anderer Stelle beklagt, dass mir viele der hochgelobten 0-8-15-Thriller zu konstruiert erscheinen und nur der reißerischen Spannung wegen noch grausamere und blutigere Serienmorde en détail erfinden. Dass es anders geht, hat mir der italienische Großmeister Carrisi einmal mehr bewiesen. Bevor im März sein neues Buch »Das Haus der Stimmen« beim Atrium Verlag erscheint, wollte ich gern »Der Nebelmann« lesen, den ich bereits als großartige Verfilmung mit Jean Reno gesehen habe. Dank meines Goldfisch-Gedächtnisses erinnerte ich mich nur noch an die düstere Stimmung und das überraschende Ende. Und genau das fand ich auch in diesem Buch wieder. Carrisis Thriller setzt nicht auf gnadenlose Spannung, sondern baut ihn langsam auf und präsentiert uns ausgefeilte Charaktere, denen allen etwas Fragwürdiges anhaftet. Bis er uns am Ende einige Wendungen präsentiert, die ihresgleichen suchen.
Vogel ist ein wirklich unsympathischer Ermittler. Er ist mehr auf sein Aussehen bedacht, als auf die Lösung des Falls. Seine Methoden mehr als unmoralisch. Während er sich im Blitzlichtgewitter der Medien suhlt, bekommt die Staatsanwältin immer mehr den Eindruck, dass seine Indizien an den Haaren herbeigezogen sind. Schlimmer noch, er hat sie bereits geschickt an die Presse durchsickern lassen. Und das ist das Kernthema des Thrillers. Was geschieht in den Köpfen der Menschen, wenn sich die Medien auf den vermeintlich Schuldigen stürzen?
»Die Leute wollen keine Gerechtigkeit, sie wollen nur einen Schuldigen.« 183
Zu Beginn ist die Anteilnahme der Menschen hoch, man leidet mit den Eltern, die ihre Tochter verloren haben. Doch schon bald vermarkten die Medien das Leid und die Suche nach dem Täter. Das eigentliche Opfer tritt immer mehr in den Hintergrund und eines Tages hat man vergessen, dass das Mädchen Anna Lou Kastner hieß. Egal, ob die Schuld eines Verdächtigen bewiesen ist oder nicht, die Öffentlichkeit hat ihn – dank der Medien – bereits verurteilt.
Wer intelligente Thriller mit Nervenkitzel sucht, sollte Carrisi lesen, der meines Erachtens in Deutschland viel zu wenig Aufmerksamkeit verdient.
Für mich ist Carrisi der Houdini unter den Thrillerautoren – glaub nicht alles, was du siehst, zweifel an allem, was du liest.
»Die dümmste Sünde des Teufels ist die Eitelkeit.« 269
Dieses Zitat wird sich am Ende noch bestätigen, aber ganz anders als man sicher war, es zu wissen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Sehr, sehr gut und spannend.
Der 'vermeintliche' Täter wird von den Medien in der Luft zerrissen.. doch war er es wirklich?
Und ist nicht doch alles ganz, ganz anders..
Unglaublich fesselnd entwirrt sich dieser Kriminalfall und das Ende lässt noch mal eine Bombe platzen!
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Kommissar Vogel ermittelt. Ein junges Mädchen ist verschwunden. Es wird bald auch ein Verdächtiger ermittelt - aber ist er auch der Täter und wie spielt das alles zusammen. Die Story ist spannend und liest sich gut, mit Überraschungseffekt auf den letzten Seiten.
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