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Nach einer wahren Geschichte Ein raffiniertes literarisches Spiel mit Fiktion, Wirklichkeit und Identität — Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.08.2017

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

19/12,6/3,2 cm

Gewicht

341 g

Farbe

Rot

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

D'après une histoire vraie

Übersetzt von

Doris Heinemann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6425-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.08.2017

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

19/12,6/3,2 cm

Gewicht

341 g

Farbe

Rot

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

D'après une histoire vraie

Übersetzt von

Doris Heinemann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6425-6

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH
Amsterdamer Strasse 192
50735 Köln
DE

Email: herstellung@dumont.de

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Anfänglich gewöhnungsbedürftig, der dritte Teil ist aber alles erklärend und das Buch fulminant

Kaffeeelse am 24.08.2020

Bewertungsnummer: 1367856

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Delphine de Vigan thematisiert hier eine Geschichte, die sich mit Fiktion und Wahrheit befasst, geschickt zwischen Beidem hin und herpendelnd. Die Autorin hat vorher das Buch "Das Lächeln meiner Mutter" herausgebracht, das deutliche biographische Züge trägt und daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Autorin danach mit Fiktion und Wahrheit auseinandersetzt. Man kann sich in etwa vorstellen, was Presse und Leser und auch die eigene Familie und Freunde aus einem autobiographischen Buch ziehen, was sie mit solchen Informationen machen können. Auch ich hatte bei der Lektüre von "Nach einer wahren Geschichte" immer die Frage vor den Augen, ist das wahr oder eine Fiktion, verglich die Geschichte mit den biographischen Daten der Autorin. ... Irgendwo im Buch wird auch erwähnt, dass sie bisher aus den Augen anderer nur zwei interessante Bücher geschrieben hatte, das erste und das sechste Buch ( "Tage ohne Hunger" und "Das Lächeln meiner Mutter" ). Beides sind Bücher, die deutliche biographische Züge tragen. Doch machen keine deutlichen biographischen Bezüge ein Buch minderwertig? Meine Antwort auf diese interessante Frage ist eindeutig ein Nein. Natürlich können biographische Züge begeistern, aber schlussendlich muss ein Buch etwas mit mir machen, mich erreichen und/oder begeistern, dann hat der Autor genau das geschafft, was ich mir wünsche, egal, ob nun deutlich autobiographisch erkennbar oder nicht. Ich hatte "Nach einer wahren Geschichte" schon einmal begonnen, war etwas erstaunt über die Schreibweise und beschloss schließlich zuerst "Das Lächeln meiner Mutter" zu lesen, denn "Nach einer wahren Geschichte" bezieht sich sehr auf den Vorgänger. Das war kein Fehler wie ich finde. Gerade nach der Lektüre von "Das Lächeln meiner Mutter" und auch "Dankbarkeiten" empfindet man "Nach einer wahren Geschichte" ganz anders, der ganze Sprachklang ist anders. Ich driftete ständig in meinen Gedanken ab, dieses Buch war definitiv eine Herausforderung, die sich aber unheimlich gelohnt hat, denn im dritten Teil des Buches dröselt sich alles auf/alles erklärt sich und für mich wird auch dieses Buch, trotz der damit verbundenen anfänglichen Leseschwierigkeiten zu einem herausragenden Werk, das mir satte 5 Sterne wert ist. Doch um was geht es genau in "Nach einer wahren Geschichte", zentral gestellt ist eine Freundschaft zweier Frauen, Delphine und L., die sich nach und nach in eine Geschichte um Fremdbestimmung entwickelt, zu einem Psychospiel a la Hitchcock gestaltet. Anders, interessant und auch soghaft kann man "Nach einer wahren Geschichte" nennen, aber auch wirklich boshaft trifft zu.

Anfänglich gewöhnungsbedürftig, der dritte Teil ist aber alles erklärend und das Buch fulminant

Kaffeeelse am 24.08.2020
Bewertungsnummer: 1367856
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Delphine de Vigan thematisiert hier eine Geschichte, die sich mit Fiktion und Wahrheit befasst, geschickt zwischen Beidem hin und herpendelnd. Die Autorin hat vorher das Buch "Das Lächeln meiner Mutter" herausgebracht, das deutliche biographische Züge trägt und daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Autorin danach mit Fiktion und Wahrheit auseinandersetzt. Man kann sich in etwa vorstellen, was Presse und Leser und auch die eigene Familie und Freunde aus einem autobiographischen Buch ziehen, was sie mit solchen Informationen machen können. Auch ich hatte bei der Lektüre von "Nach einer wahren Geschichte" immer die Frage vor den Augen, ist das wahr oder eine Fiktion, verglich die Geschichte mit den biographischen Daten der Autorin. ... Irgendwo im Buch wird auch erwähnt, dass sie bisher aus den Augen anderer nur zwei interessante Bücher geschrieben hatte, das erste und das sechste Buch ( "Tage ohne Hunger" und "Das Lächeln meiner Mutter" ). Beides sind Bücher, die deutliche biographische Züge tragen. Doch machen keine deutlichen biographischen Bezüge ein Buch minderwertig? Meine Antwort auf diese interessante Frage ist eindeutig ein Nein. Natürlich können biographische Züge begeistern, aber schlussendlich muss ein Buch etwas mit mir machen, mich erreichen und/oder begeistern, dann hat der Autor genau das geschafft, was ich mir wünsche, egal, ob nun deutlich autobiographisch erkennbar oder nicht. Ich hatte "Nach einer wahren Geschichte" schon einmal begonnen, war etwas erstaunt über die Schreibweise und beschloss schließlich zuerst "Das Lächeln meiner Mutter" zu lesen, denn "Nach einer wahren Geschichte" bezieht sich sehr auf den Vorgänger. Das war kein Fehler wie ich finde. Gerade nach der Lektüre von "Das Lächeln meiner Mutter" und auch "Dankbarkeiten" empfindet man "Nach einer wahren Geschichte" ganz anders, der ganze Sprachklang ist anders. Ich driftete ständig in meinen Gedanken ab, dieses Buch war definitiv eine Herausforderung, die sich aber unheimlich gelohnt hat, denn im dritten Teil des Buches dröselt sich alles auf/alles erklärt sich und für mich wird auch dieses Buch, trotz der damit verbundenen anfänglichen Leseschwierigkeiten zu einem herausragenden Werk, das mir satte 5 Sterne wert ist. Doch um was geht es genau in "Nach einer wahren Geschichte", zentral gestellt ist eine Freundschaft zweier Frauen, Delphine und L., die sich nach und nach in eine Geschichte um Fremdbestimmung entwickelt, zu einem Psychospiel a la Hitchcock gestaltet. Anders, interessant und auch soghaft kann man "Nach einer wahren Geschichte" nennen, aber auch wirklich boshaft trifft zu.

"Ist diese Lüge wahr, meine kleine Königin?"

Dr_ M aus Sachsen am 27.06.2018

Bewertungsnummer: 1113733

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In dieser unscheinbaren, aber paradoxen Frage, die Delphine einst von ihrer Großmutter gestellt bekommen haben will, verbirgt sich der ganze Inhalt dieses merkwürdigen Buches. Es heißt "Nach einer wahren Geschichte". Und das ist mit Sicherheit gelogen. Man kann die Ängste der Autorin, um die es in dieser Geschichte in Wirklichkeit geht, kaum überlesen, weil sie sie mehr als deutlich formuliert: Sie hat Angst, nicht mehr schreiben zu können, Ängste vor dem Publikum, mit dem sie in diesem Buch abrechnet, allerdings ohne dass es viele wirklich bemerken, obwohl man auch das kaum überlesen kann, und sie fürchtet sich davor, dass ihr keine Idee mehr für ein nächstes Buch kommt. Zieht man das alles in Betrachte, dann hat sie diese Ängste raffiniert gemeistert und in einer Fiktion versteckt, die natürlich keine ist, sondern nur all das mehr oder weniger tarnen soll, was sie nicht allzu offen sagen möchte. Oder anders gesagt: Delphine de Vigane hat über ihre Versagensängste, noch weitere Bücher verfassen zu können, ein Buch geschrieben. Das wirkt so paradox wie die ganze Geschichte selbst. Alles begann mit ihrem Überraschungserfolg "Das Lächeln meiner Mutter" von 2010. Danach war nichts mehr so wie früher. Plötzlich stand die eher scheue Autorin im Mittelpunkt des Publikumsinteresses. Ziemlich sicher wird auch ihre Familie nicht besonders davon begeistert gewesen sein, dass plötzlich das Leben der bipolaren Mutter öffentlich hinterfragt wurde. Besonders aber müssen de Vigan die ständigen Fragen nach dem Wahrheitsgehalt dieser Lebensgeschichte genervt haben, die sie nach jeder Lesung immer wieder zu beantworten hatte. Wahrscheinlich beschloss sie danach irgendwann eine Geschichte über Fiktionen und Wahrheiten zu schreiben, die das nervige Publikum an der Nase herum in die Irre führen sollte. Liest man das Presseecho und viele Rezensionen, so muss man den Eindruck gewinnen, dass sie dieses Vorhaben wirklich überzeugend abgeschlossen hat. Ganz nebenbei verarbeitet sie in diesem Buch ihre Ängste vor einem neuen Roman. In einem Streit mit ihrer Freundin "L.", was man im Französischen auch als "sie" lesen kann, fallen verzweifelte Worte: "Siehst du denn nicht, dass ich keine Ahnung habe, was für eine Schriftstellerin ich bin? Siehst du denn nicht, dass ich nichts mehr zustande bringe, dass ich sterbe vor Angst? Siehst du nicht, dass ich am Ende bin und danach nichts mehr kommt? NICHTS, NICHTS, NICHTS?". Delphine de Vegan lernte L. auf einer Party kennen, auf die sie nach einer dieser fürchterlich auslaugenden Lesungen ging. Schnell und offenbar planvoll schlich sich L. in Delphines Leben ein, wurde sie, übernahm ihre Korrespondenz, schrieb Texte für sie, trat sogar als sie auf. Am Ende hatte sie scheinbar völlig von Delphine Besitz ergriffen. Nun kann man sicher viel darüber spekulieren, was oder wer L. tatsächlich ist. Sich daran zu beteiligen, würde bedeuten, sich auf die vielen falschen Fährten zu begeben, die de Vigan in diesem Buch legt. Ob sie das nun aus Spaß macht oder aus Frust über das Publikum mit seinem Drang zu erfahren, was wahr sei und was nicht, oder aus Verzweiflung, lässt sich nicht wirklich entscheiden. Vielleicht sollte man das Buch auch als einen Thriller auffassen, wie es einige getan haben. Dann aber ist es ein recht langweiliger Vertreter dieses Genres. Oder ist es ein großes Rätsel, bei dem man herausfinden soll, wozu und weshalb das alles aufgeschrieben wurde? Da man die Antwort nicht finden wird, bleibt der Versuch, das zu ergründen, ein deprimierendes Verlangen. L. beendete ihre Texte immer mit dem altmodischen ENDE, an das sie einen Stern wie bei einer Fußnote anfügte. Dieses Buch schließt auch so. Wie aufregend. Wie auch immer - besonders spannend fand ich es nicht. Wenn sich Schriftsteller anfangen, sich mit sich selbst und ihrem Schaffensprozess zu befassen, dann kann man das interessant finden oder aber als selbstverliebte Nabelschau betrachten. Man kann mit dem verblüfften Publikum mitjubeln, das die Geschichte zwar nicht versteht, weil man sie nicht verstehen kann und soll, denn darin besteht schließlich gerade die Attraktion, oder sich aber gelangweilt fragen, was das alles soll.

"Ist diese Lüge wahr, meine kleine Königin?"

Dr_ M aus Sachsen am 27.06.2018
Bewertungsnummer: 1113733
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In dieser unscheinbaren, aber paradoxen Frage, die Delphine einst von ihrer Großmutter gestellt bekommen haben will, verbirgt sich der ganze Inhalt dieses merkwürdigen Buches. Es heißt "Nach einer wahren Geschichte". Und das ist mit Sicherheit gelogen. Man kann die Ängste der Autorin, um die es in dieser Geschichte in Wirklichkeit geht, kaum überlesen, weil sie sie mehr als deutlich formuliert: Sie hat Angst, nicht mehr schreiben zu können, Ängste vor dem Publikum, mit dem sie in diesem Buch abrechnet, allerdings ohne dass es viele wirklich bemerken, obwohl man auch das kaum überlesen kann, und sie fürchtet sich davor, dass ihr keine Idee mehr für ein nächstes Buch kommt. Zieht man das alles in Betrachte, dann hat sie diese Ängste raffiniert gemeistert und in einer Fiktion versteckt, die natürlich keine ist, sondern nur all das mehr oder weniger tarnen soll, was sie nicht allzu offen sagen möchte. Oder anders gesagt: Delphine de Vigane hat über ihre Versagensängste, noch weitere Bücher verfassen zu können, ein Buch geschrieben. Das wirkt so paradox wie die ganze Geschichte selbst. Alles begann mit ihrem Überraschungserfolg "Das Lächeln meiner Mutter" von 2010. Danach war nichts mehr so wie früher. Plötzlich stand die eher scheue Autorin im Mittelpunkt des Publikumsinteresses. Ziemlich sicher wird auch ihre Familie nicht besonders davon begeistert gewesen sein, dass plötzlich das Leben der bipolaren Mutter öffentlich hinterfragt wurde. Besonders aber müssen de Vigan die ständigen Fragen nach dem Wahrheitsgehalt dieser Lebensgeschichte genervt haben, die sie nach jeder Lesung immer wieder zu beantworten hatte. Wahrscheinlich beschloss sie danach irgendwann eine Geschichte über Fiktionen und Wahrheiten zu schreiben, die das nervige Publikum an der Nase herum in die Irre führen sollte. Liest man das Presseecho und viele Rezensionen, so muss man den Eindruck gewinnen, dass sie dieses Vorhaben wirklich überzeugend abgeschlossen hat. Ganz nebenbei verarbeitet sie in diesem Buch ihre Ängste vor einem neuen Roman. In einem Streit mit ihrer Freundin "L.", was man im Französischen auch als "sie" lesen kann, fallen verzweifelte Worte: "Siehst du denn nicht, dass ich keine Ahnung habe, was für eine Schriftstellerin ich bin? Siehst du denn nicht, dass ich nichts mehr zustande bringe, dass ich sterbe vor Angst? Siehst du nicht, dass ich am Ende bin und danach nichts mehr kommt? NICHTS, NICHTS, NICHTS?". Delphine de Vegan lernte L. auf einer Party kennen, auf die sie nach einer dieser fürchterlich auslaugenden Lesungen ging. Schnell und offenbar planvoll schlich sich L. in Delphines Leben ein, wurde sie, übernahm ihre Korrespondenz, schrieb Texte für sie, trat sogar als sie auf. Am Ende hatte sie scheinbar völlig von Delphine Besitz ergriffen. Nun kann man sicher viel darüber spekulieren, was oder wer L. tatsächlich ist. Sich daran zu beteiligen, würde bedeuten, sich auf die vielen falschen Fährten zu begeben, die de Vigan in diesem Buch legt. Ob sie das nun aus Spaß macht oder aus Frust über das Publikum mit seinem Drang zu erfahren, was wahr sei und was nicht, oder aus Verzweiflung, lässt sich nicht wirklich entscheiden. Vielleicht sollte man das Buch auch als einen Thriller auffassen, wie es einige getan haben. Dann aber ist es ein recht langweiliger Vertreter dieses Genres. Oder ist es ein großes Rätsel, bei dem man herausfinden soll, wozu und weshalb das alles aufgeschrieben wurde? Da man die Antwort nicht finden wird, bleibt der Versuch, das zu ergründen, ein deprimierendes Verlangen. L. beendete ihre Texte immer mit dem altmodischen ENDE, an das sie einen Stern wie bei einer Fußnote anfügte. Dieses Buch schließt auch so. Wie aufregend. Wie auch immer - besonders spannend fand ich es nicht. Wenn sich Schriftsteller anfangen, sich mit sich selbst und ihrem Schaffensprozess zu befassen, dann kann man das interessant finden oder aber als selbstverliebte Nabelschau betrachten. Man kann mit dem verblüfften Publikum mitjubeln, das die Geschichte zwar nicht versteht, weil man sie nicht verstehen kann und soll, denn darin besteht schließlich gerade die Attraktion, oder sich aber gelangweilt fragen, was das alles soll.

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