Gutscheinbedingungen

**Gültig bis 24.06.2026 auf tolino vision color (4016621130183, 4016621131456) online auf thalia.at, in der Thalia App und in allen Thalia Buchhandlungen in Österreich. In den Buchhandlungen nur gültig auf lagernde Ware. Pro Einkauf einmal einlösbar. Nur gültig gegen Vorlage oder im Onlineshop hinterlegter Bonuscard. Infos zur Einlösung in der Buchhandlung sind auf der Bonuscard-Vorteilspreisseite zu finden. Click & Collect nur bei Onlinevorabzahlung möglich. Keine Einlösung bei Scan & Go-Bezahlung. Keine Barauszahlung. Nicht kombinierbar mit anderen Aktionen und Gutscheinen. Nicht gültig für Geschenkkarten, Versandkosten und Services. Nur solange der Vorrat reicht.

Produktbild: Nach einer wahren Geschichte

Nach einer wahren Geschichte Roman

38

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Nein, App installieren Ja, App öffnen

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

12.08.2016

Verlag

DuMont eBooks

Seitenzahl

350 (Printausgabe)

Dateigröße

2231 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

D'après une histoire vraie

Übersetzt von

Doris Heinemann

Sprache

Deutsch

EAN

9783832189273

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • navigierbares Inhaltsverzeichnis
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • kurze Alternativtexte (z.B. für Abbildungen) vorhanden
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert
  • sehr hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.2
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

12.08.2016

Verlag

DuMont eBooks

Seitenzahl

350 (Printausgabe)

Dateigröße

2231 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

D'après une histoire vraie

Übersetzt von

Doris Heinemann

Sprache

Deutsch

EAN

9783832189273

Kundinnen und Kunden meinen

38 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Wer ist L.?

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 08.10.2016

Bewertungsnummer: 3030083

Bewertet: eBook (ePUB)

Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. Bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird … Nachdem ich vor einigen Monaten begeistert mein erstes Buch von Delphine de Vigan gelesen hatte (‘Das Lächeln meiner Mutter’), war ich sehr gespannt auf das neue Buch der Autorin. Zu meiner großen Überraschung hatte dieses jüngste Werk einen direkten Bezug zum vorherigen Roman, so dass ich nun um so neugieriger war. Schon mit den letzten Seiten des ersten Abschnittes begann ich darüber nachzudenken, ob L., die mysteriöse Frau, die sich so in Delphines Leben schleicht und sich darin festsetzt, vielleicht nur das Alter Ego von Delphine sein könnte und für ihren inneren Disput steht, was für ein Buch denn tatsächlich nach ‘Das Lächeln meiner Mutter’ möglich wäre. Da ist etwas, das Delphine daran hindert, einfach das nächste Buch zu schreiben. Muss sie nicht eigentlich in der Richtung weitermachen, wie bei ‘Das Lächeln meiner Mutter?’ Wäre das eigentlich geplante - und fiktive - Buch nicht ein totaler Bruch? Unglaubwürdig in den Augen ihrer Leser? Wie kann man eine fiktive Geschichte schreiben, nachdem man vor der Welt sein Innerstes nach außen gekehrt, sein Leben ausgebreitet hat? ‘Nach einer wahren Geschichte’ könnte eine Überleitung sein - von der autobiografischen Haltung zurück zur Fiktion. Der Leser nimmt hier Teil an der inneren Zerrissenheit der Autorin, und indem sich diese derart öffnet, ebnet sie sich die ‘Erlaubnis’ - von sich selbst und von anderen - sich demnächst wieder anderen Themen zuwenden zu ‘dürfen’. Tatsächlich habe ich nach der Lektüre von ‘Das Lächeln meiner Mutter’ gedacht: was soll da jetzt noch kommen? “Darauf pfeifen die Leute. Sie haben genug von Märchen und Figuren. Mit romanhaften Wechselfällen und plötzlichen Umschwüngen sind sie zur Genüge gefüttert worden. Die Leute haben die gut geölten Geschichten mit ihren geschickten Aufhängern und Auflösungen satt. Sie haben genug von den Sandmännchen und Geschäftemachern, die am laufenden Band Geschichten erfinden, um ihnen Bücher, Autos und Joghurts anzudrehen. In großer Zahl produzierte und unendlich abwandelbare Geschichten. Glaub mir, die Leser erwarten etwas anderes von der Literatur, und damit haben sie sehr recht: Sie erwarten Wahres, Authentisches, sie wollen, dass man ihnen vom Leben erzählt, verstehst du? Die Literatur darf nicht auf das falsche Territorium geraten.” (S. 74) Und wirklich dreht sich in diesem Roman vieles um Belange der Literatur und des Schreibens, um die Frage von Fiktion und Wirklichkeit, von Wahnsinn und Normalität - und auch immer wieder um das Rätsel um L., die mysteriöse Frau, die das Leben von Delphine okupiert. Ist sie wirklich vorhanden oder aber das Alter Ego der Autorin - halt, nein, des Hauptcharakters des Buches? Denn wie der Roman letztendlich lehrt: selbst wenn man über die Wahrheit schreibt, ist es Fiktion. In der Leserunde zum Buch kam dann die interessante Theorie auf: L. ausgesprochen = frz. ‘elle’, also ‘sie’ - was wiederum passen könnte zu den Zitaten aus Stephen Kings Roman ‘Sie’, die den einzelnen Abschnitten vorangestellt sind. Eine andere Idee betraf das Pseudonym der Autorin: unter Lou Delvig veröffentlichte sie bereits frühere Romane - L. wäre damit möglicherweise die Initiale dieses Pseudonyms. All diese Thesen und Gedanken verdeutlichen sicherlich, wie meisterhaft Delphine de Vigan hier das Verwirrspiel von Wahrheit und Fiktion beherrscht. “Aber es gibt keine Wahrheit. Die Wahrheit existiert nicht (…) Sobald man Dinge auslässt, etwas ausdehnt oder verdichet, Lücken füllt, ist man im Reich der Fiktion (…) jedes Schreiben über sich selbst ist ein Roman. Der Bericht ist Illusion. Kein Buch dürfte diese Bezeichnung tragen.” (S. 76) Der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll. Die oft langen, ineinander verketteten Sätze, der analytische Blick, das Sezieren der Gefühlslagen, Gedankengänge, Zustände - sehr gekonnt, aber eben auch sehr fordernd. Dieser Schreibstil und das Nachdenken über das Gelesene bewirkten, dass ich - wie übrigens auch schon bei ‘Das Lächeln meiner Mutter’ - beim Lesen ausgesprochen und ungewohnt langsam voran kam. Die Handlungsarmut der Erzählung ermüdete mich dabei zusätzlich - die Innenschau des Hauptcharakters war intensiv aber eben oftmals langatmig und ausschweifend und damit auch anstrengend. Immer wenn ich glaubte, endlich einmal gut vorangekommen zu sein, belehrte mich die Seitenzahl eines Besseren. Maximal zwanzig Seiten habe ich hier am Stück gelesen, bevor ich das Buch erst einmal wieder zur Seite legte. Die letzten 50 Seiten allerdings schlugen mich wieder richtig in ihren Bann und sorgten noch für eine interessante Überraschung. Selten zuvor habe ich ein Buch gelesen, das ich am Ende mit einer Gänsehaut schloss. Hier ist es mir so ergangen. Ein außergewöhnlicher Roman, der mit einer verwirrenden aber faszinierenden Geschichte aufwartet, undurchschaubar bis zum Schluss. Anspruchsvolle Lektüre, die den Leser aber zum Nachdenken bringt, auch über die Geschichte hinaus, und die Delphine de Vigans Perfektion in Sachen Verwirrspiele zur Geltung bringt. Beeindruckend, einmal mehr. © Parden P. S.: Roman Polanski wird ‘Nach einer wahren Geschichte’ verfilmen, das Drehbuch wird Olivier Assayas schreiben. Dies ist der Homepage des Dumont Verlags zu entnehmen. Ehrlich gesagt kann ich mir eine Verfilmung dieses Stoffes in keinster Weise vorstellen. Um so gespannter bin ich auf diesen Film - und Polanski ist ja immer für beeindruckende Filme gut. Der Kinobesuch ist vorgemerkt!

Wer ist L.?

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 08.10.2016
Bewertungsnummer: 3030083
Bewertet: eBook (ePUB)

Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. Bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird … Nachdem ich vor einigen Monaten begeistert mein erstes Buch von Delphine de Vigan gelesen hatte (‘Das Lächeln meiner Mutter’), war ich sehr gespannt auf das neue Buch der Autorin. Zu meiner großen Überraschung hatte dieses jüngste Werk einen direkten Bezug zum vorherigen Roman, so dass ich nun um so neugieriger war. Schon mit den letzten Seiten des ersten Abschnittes begann ich darüber nachzudenken, ob L., die mysteriöse Frau, die sich so in Delphines Leben schleicht und sich darin festsetzt, vielleicht nur das Alter Ego von Delphine sein könnte und für ihren inneren Disput steht, was für ein Buch denn tatsächlich nach ‘Das Lächeln meiner Mutter’ möglich wäre. Da ist etwas, das Delphine daran hindert, einfach das nächste Buch zu schreiben. Muss sie nicht eigentlich in der Richtung weitermachen, wie bei ‘Das Lächeln meiner Mutter?’ Wäre das eigentlich geplante - und fiktive - Buch nicht ein totaler Bruch? Unglaubwürdig in den Augen ihrer Leser? Wie kann man eine fiktive Geschichte schreiben, nachdem man vor der Welt sein Innerstes nach außen gekehrt, sein Leben ausgebreitet hat? ‘Nach einer wahren Geschichte’ könnte eine Überleitung sein - von der autobiografischen Haltung zurück zur Fiktion. Der Leser nimmt hier Teil an der inneren Zerrissenheit der Autorin, und indem sich diese derart öffnet, ebnet sie sich die ‘Erlaubnis’ - von sich selbst und von anderen - sich demnächst wieder anderen Themen zuwenden zu ‘dürfen’. Tatsächlich habe ich nach der Lektüre von ‘Das Lächeln meiner Mutter’ gedacht: was soll da jetzt noch kommen? “Darauf pfeifen die Leute. Sie haben genug von Märchen und Figuren. Mit romanhaften Wechselfällen und plötzlichen Umschwüngen sind sie zur Genüge gefüttert worden. Die Leute haben die gut geölten Geschichten mit ihren geschickten Aufhängern und Auflösungen satt. Sie haben genug von den Sandmännchen und Geschäftemachern, die am laufenden Band Geschichten erfinden, um ihnen Bücher, Autos und Joghurts anzudrehen. In großer Zahl produzierte und unendlich abwandelbare Geschichten. Glaub mir, die Leser erwarten etwas anderes von der Literatur, und damit haben sie sehr recht: Sie erwarten Wahres, Authentisches, sie wollen, dass man ihnen vom Leben erzählt, verstehst du? Die Literatur darf nicht auf das falsche Territorium geraten.” (S. 74) Und wirklich dreht sich in diesem Roman vieles um Belange der Literatur und des Schreibens, um die Frage von Fiktion und Wirklichkeit, von Wahnsinn und Normalität - und auch immer wieder um das Rätsel um L., die mysteriöse Frau, die das Leben von Delphine okupiert. Ist sie wirklich vorhanden oder aber das Alter Ego der Autorin - halt, nein, des Hauptcharakters des Buches? Denn wie der Roman letztendlich lehrt: selbst wenn man über die Wahrheit schreibt, ist es Fiktion. In der Leserunde zum Buch kam dann die interessante Theorie auf: L. ausgesprochen = frz. ‘elle’, also ‘sie’ - was wiederum passen könnte zu den Zitaten aus Stephen Kings Roman ‘Sie’, die den einzelnen Abschnitten vorangestellt sind. Eine andere Idee betraf das Pseudonym der Autorin: unter Lou Delvig veröffentlichte sie bereits frühere Romane - L. wäre damit möglicherweise die Initiale dieses Pseudonyms. All diese Thesen und Gedanken verdeutlichen sicherlich, wie meisterhaft Delphine de Vigan hier das Verwirrspiel von Wahrheit und Fiktion beherrscht. “Aber es gibt keine Wahrheit. Die Wahrheit existiert nicht (…) Sobald man Dinge auslässt, etwas ausdehnt oder verdichet, Lücken füllt, ist man im Reich der Fiktion (…) jedes Schreiben über sich selbst ist ein Roman. Der Bericht ist Illusion. Kein Buch dürfte diese Bezeichnung tragen.” (S. 76) Der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll. Die oft langen, ineinander verketteten Sätze, der analytische Blick, das Sezieren der Gefühlslagen, Gedankengänge, Zustände - sehr gekonnt, aber eben auch sehr fordernd. Dieser Schreibstil und das Nachdenken über das Gelesene bewirkten, dass ich - wie übrigens auch schon bei ‘Das Lächeln meiner Mutter’ - beim Lesen ausgesprochen und ungewohnt langsam voran kam. Die Handlungsarmut der Erzählung ermüdete mich dabei zusätzlich - die Innenschau des Hauptcharakters war intensiv aber eben oftmals langatmig und ausschweifend und damit auch anstrengend. Immer wenn ich glaubte, endlich einmal gut vorangekommen zu sein, belehrte mich die Seitenzahl eines Besseren. Maximal zwanzig Seiten habe ich hier am Stück gelesen, bevor ich das Buch erst einmal wieder zur Seite legte. Die letzten 50 Seiten allerdings schlugen mich wieder richtig in ihren Bann und sorgten noch für eine interessante Überraschung. Selten zuvor habe ich ein Buch gelesen, das ich am Ende mit einer Gänsehaut schloss. Hier ist es mir so ergangen. Ein außergewöhnlicher Roman, der mit einer verwirrenden aber faszinierenden Geschichte aufwartet, undurchschaubar bis zum Schluss. Anspruchsvolle Lektüre, die den Leser aber zum Nachdenken bringt, auch über die Geschichte hinaus, und die Delphine de Vigans Perfektion in Sachen Verwirrspiele zur Geltung bringt. Beeindruckend, einmal mehr. © Parden P. S.: Roman Polanski wird ‘Nach einer wahren Geschichte’ verfilmen, das Drehbuch wird Olivier Assayas schreiben. Dies ist der Homepage des Dumont Verlags zu entnehmen. Ehrlich gesagt kann ich mir eine Verfilmung dieses Stoffes in keinster Weise vorstellen. Um so gespannter bin ich auf diesen Film - und Polanski ist ja immer für beeindruckende Filme gut. Der Kinobesuch ist vorgemerkt!

Anfänglich gewöhnungsbedürftig, der dritte Teil ist aber alles erklärend und das Buch fulminant

Kaffeeelse am 24.08.2020

Bewertungsnummer: 1367856

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Delphine de Vigan thematisiert hier eine Geschichte, die sich mit Fiktion und Wahrheit befasst, geschickt zwischen Beidem hin und herpendelnd. Die Autorin hat vorher das Buch "Das Lächeln meiner Mutter" herausgebracht, das deutliche biographische Züge trägt und daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Autorin danach mit Fiktion und Wahrheit auseinandersetzt. Man kann sich in etwa vorstellen, was Presse und Leser und auch die eigene Familie und Freunde aus einem autobiographischen Buch ziehen, was sie mit solchen Informationen machen können. Auch ich hatte bei der Lektüre von "Nach einer wahren Geschichte" immer die Frage vor den Augen, ist das wahr oder eine Fiktion, verglich die Geschichte mit den biographischen Daten der Autorin. ... Irgendwo im Buch wird auch erwähnt, dass sie bisher aus den Augen anderer nur zwei interessante Bücher geschrieben hatte, das erste und das sechste Buch ( "Tage ohne Hunger" und "Das Lächeln meiner Mutter" ). Beides sind Bücher, die deutliche biographische Züge tragen. Doch machen keine deutlichen biographischen Bezüge ein Buch minderwertig? Meine Antwort auf diese interessante Frage ist eindeutig ein Nein. Natürlich können biographische Züge begeistern, aber schlussendlich muss ein Buch etwas mit mir machen, mich erreichen und/oder begeistern, dann hat der Autor genau das geschafft, was ich mir wünsche, egal, ob nun deutlich autobiographisch erkennbar oder nicht. Ich hatte "Nach einer wahren Geschichte" schon einmal begonnen, war etwas erstaunt über die Schreibweise und beschloss schließlich zuerst "Das Lächeln meiner Mutter" zu lesen, denn "Nach einer wahren Geschichte" bezieht sich sehr auf den Vorgänger. Das war kein Fehler wie ich finde. Gerade nach der Lektüre von "Das Lächeln meiner Mutter" und auch "Dankbarkeiten" empfindet man "Nach einer wahren Geschichte" ganz anders, der ganze Sprachklang ist anders. Ich driftete ständig in meinen Gedanken ab, dieses Buch war definitiv eine Herausforderung, die sich aber unheimlich gelohnt hat, denn im dritten Teil des Buches dröselt sich alles auf/alles erklärt sich und für mich wird auch dieses Buch, trotz der damit verbundenen anfänglichen Leseschwierigkeiten zu einem herausragenden Werk, das mir satte 5 Sterne wert ist. Doch um was geht es genau in "Nach einer wahren Geschichte", zentral gestellt ist eine Freundschaft zweier Frauen, Delphine und L., die sich nach und nach in eine Geschichte um Fremdbestimmung entwickelt, zu einem Psychospiel a la Hitchcock gestaltet. Anders, interessant und auch soghaft kann man "Nach einer wahren Geschichte" nennen, aber auch wirklich boshaft trifft zu.

Anfänglich gewöhnungsbedürftig, der dritte Teil ist aber alles erklärend und das Buch fulminant

Kaffeeelse am 24.08.2020
Bewertungsnummer: 1367856
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Delphine de Vigan thematisiert hier eine Geschichte, die sich mit Fiktion und Wahrheit befasst, geschickt zwischen Beidem hin und herpendelnd. Die Autorin hat vorher das Buch "Das Lächeln meiner Mutter" herausgebracht, das deutliche biographische Züge trägt und daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Autorin danach mit Fiktion und Wahrheit auseinandersetzt. Man kann sich in etwa vorstellen, was Presse und Leser und auch die eigene Familie und Freunde aus einem autobiographischen Buch ziehen, was sie mit solchen Informationen machen können. Auch ich hatte bei der Lektüre von "Nach einer wahren Geschichte" immer die Frage vor den Augen, ist das wahr oder eine Fiktion, verglich die Geschichte mit den biographischen Daten der Autorin. ... Irgendwo im Buch wird auch erwähnt, dass sie bisher aus den Augen anderer nur zwei interessante Bücher geschrieben hatte, das erste und das sechste Buch ( "Tage ohne Hunger" und "Das Lächeln meiner Mutter" ). Beides sind Bücher, die deutliche biographische Züge tragen. Doch machen keine deutlichen biographischen Bezüge ein Buch minderwertig? Meine Antwort auf diese interessante Frage ist eindeutig ein Nein. Natürlich können biographische Züge begeistern, aber schlussendlich muss ein Buch etwas mit mir machen, mich erreichen und/oder begeistern, dann hat der Autor genau das geschafft, was ich mir wünsche, egal, ob nun deutlich autobiographisch erkennbar oder nicht. Ich hatte "Nach einer wahren Geschichte" schon einmal begonnen, war etwas erstaunt über die Schreibweise und beschloss schließlich zuerst "Das Lächeln meiner Mutter" zu lesen, denn "Nach einer wahren Geschichte" bezieht sich sehr auf den Vorgänger. Das war kein Fehler wie ich finde. Gerade nach der Lektüre von "Das Lächeln meiner Mutter" und auch "Dankbarkeiten" empfindet man "Nach einer wahren Geschichte" ganz anders, der ganze Sprachklang ist anders. Ich driftete ständig in meinen Gedanken ab, dieses Buch war definitiv eine Herausforderung, die sich aber unheimlich gelohnt hat, denn im dritten Teil des Buches dröselt sich alles auf/alles erklärt sich und für mich wird auch dieses Buch, trotz der damit verbundenen anfänglichen Leseschwierigkeiten zu einem herausragenden Werk, das mir satte 5 Sterne wert ist. Doch um was geht es genau in "Nach einer wahren Geschichte", zentral gestellt ist eine Freundschaft zweier Frauen, Delphine und L., die sich nach und nach in eine Geschichte um Fremdbestimmung entwickelt, zu einem Psychospiel a la Hitchcock gestaltet. Anders, interessant und auch soghaft kann man "Nach einer wahren Geschichte" nennen, aber auch wirklich boshaft trifft zu.

Kundinnen und Kunden meinen

Nach einer wahren Geschichte

von Delphine de Vigan

0 Bewertungen filtern

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Nach einer wahren Geschichte