Begeisterung, Euphorie, dann wieder Sehnen, Hoffen und Bangen: Ist das Herz für einen anderen Menschen entflammt, sind wir zunächst ziemlich aufgewühlt.
Jenes Hochgefühl, das in eine erfüllte Paarbeziehung führen kann, trägt zugleich auch den Keim des Schmerzes in sich. Der Schmerz schlägt zu, wenn die Verbindung auseinanderbricht. Dann stellen wir uns unweigerlich die Frage: War alles nur Illusion?
Dieses Buch zeigt die subtilen Illusionen der Liebe auf und spricht dabei wie ein guter Freund zum Leser. Die berührende Kraft des Textes und der illusionistischen Bilder Octavio Ocampos lädt zu einem erhöhten Standpunkt ein, von dem aus wir Fiktionen leichter erkennen und durchschauen können. Neue Horizonte für ein erfülltes Leben eröffnen sich. Tiefgründigkeit und Verstehen spielen hierbei eine ebenso große Rolle wie Humor und Freude.
„Ich kann dieses Buch sehr als Gutenachtlektüre, als Lesestoff zum Schmunzeln über frühere Erfahrungen empfehlen. Zugleich kann es auch ein erster Rettungsanker sein in einer emotional aufgewühlten Situation, ein helfendes Geschenk für Momente der inneren Not, ein erster Lichtblick in Zeiten, wo wir uns im Dunkeln wähnen.“ Dr. Tilmann Borghardt
„Dieses Buch kann zum Wegweiser für eine glückliche Partnerschaft werden.“ Dr. Hans Jellouschek
Das vorliegende Buch ist die erweiterte Neuauflage von „Liebe oder Illusion?“ ISBN 978-3-942427-37-1
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5.0/5.0
Bewertung
aus Freiburg
5/5
20.11.2017
Buch (Taschenbuch)
Buchbesprechung des Buches von Sylvia Führer: Liebe oder Illusion? Vom Überkick zum Überblick
Buchbesprechung des Buches von Sylvia Führer: Liebe oder Illusion? Vom Überkick zum Überblick
In der psychotherapeutischen Praxis begegnet uns Liebesleid als ein stets wiederkehrendes Thema, das Klienten von der Pubertät bis ins hohe Alter heimsucht. Abhilfe bieten gute Gespräche, verschiedene Therapieformen, Tanz, Körperarbeit. Oder das neue Buch von Sylvia Führer, das einem kreativen Ansatz folgt, zum Schmunzeln bringt und eine Fülle von Aha-Erlebnissen bereithält. Liebe oder Illusion? lädt zur Innenschau ein, und einmal mehr zeigt sich dabei, dass verborgene Schätze gehoben werden können, sobald ein Problem als Impuls zur Selbstentfaltung genutzt wird.
Dieses Buch stellt sieben psychologische Muster vor, die häufig zu unglücklicher Liebe führen, und es zeigt Wege auf, um aus ihnen herauszufinden. Um die Muster zu veranschaulichen, werden sie fantasievoll benannt: das Strategie-Gesicht, das Heldentums-Gesicht, das Wunschdenken-Gesicht... Personifiziert werden die Muster buchstäblich in Form von sieben trickreichen Wesen, die Menschen dazu verleiten, an einer aussichtslosen oder verflossenen Liebe festzuhalten. Wie ist dies zu verstehen?
Die Methodik, innerpsychische Kräfte zu externalisieren, sie also wie Wesen außerhalb des Menschen zu betrachten, wurde bereits in den 1980er Jahren von zwei australisch-neuseeländischen Familientherapeuten entwickelt. In Die Zähmung der Monster (Heidelberg 2013) stellen Michael White und David Epston den von ihnen kreierten narrativen Ansatz vor. Hiermit kam eine spielerisch-humorvolle Note in die Therapie und verlieh ihr eine besondere Form von Lösungsorientiertheit. Das Spannende daran: Als Verursacher verschiedenster innerer Probleme wurde einmal nicht der Mensch als solcher betrachtet, auch nicht primär Gene, Sozialisation oder Umwelt, sondern allein seine problembehafteten Muster, die sprachlich zu Monstern mutierten. Fantasievoll wurde diesen ein Eigenleben angedichtet und nun konnten sie von den Klienten ausgetrickst, entschärft, gezähmt werden: Die zerstörerische Kraft der Monster wurde gelindert, sodass das nützliche Potenzial des Menschen stärker in den Vordergrund trat.
Sylvia Führers Buch entspricht dieser Herangehensweise. Die Autorin verwendet jedoch nicht den Begriff Monster, was ihrem speziellen Thema gerecht wird, zumal die Liebe selbst wenn sie einseitig ist häufig als das Wertvollste erlebt wird, über das ein Mensch verfügt. Dementsprechend wählt sie die sanftere Bezeichnung Gesichter der Liebesillusionen. Im Sinne des geschilderten narrativen Ansatzes hat sie ein Kleinod mit literarischem Anspruch gestaltet. Darin beschreibt sie zunächst, mit welchen Tricks die Gesichter vorgehen, um Menschen in Abhängigkeit zu halten. Anschließend zeigt sie feinfühlig Wege auf, um sich daraus zu lösen. Kurze eingestreute Geschichten und Meditationen helfen dabei, neue Erfahrungsräume für sich selbst zu öffnen und Wohlbefinden zu entwickeln.
Illustriert wurde dieses Buch mit Bildern des mexikanischen Illusionisten Octavio Ocampo. Jedes der sieben Gesichter wird durch eine optische Illusion dargestellt, die dessen verführerische, faszinierende und manchmal auch angsteinflößende Gestalt veranschaulicht. Im zweiten Teil des jeweiligen Kapitels erscheint dasselbe Bild großgedruckt und der Spuk löst sich auf: In den Vordergrund treten nun Details bunten, vielfältigen Lebens. So widmet sich auch der Text im ersten Teil der Kapitel der Illusion, und im zweiten Teil der Auflösung. Als roter Faden des Buches zieht sich die Perspektive, in ein erfülltes Leben im Heute einzutauchen. Ausgearbeitet wurden die Kapitel in einer wiederkehrenden, verlässlichen Struktur, die Halt vermitteln kann.
Es verwundert nicht, dass diese Publikation von einer Sprach- und Musikpädagogin verfasst worden ist, die bereits in jungen Jahren als Autorin bekannt wurde. Mit Liebe oder Illusion? hat sie nun das Genre der klassischen Ratgeber um einen mehr imaginativ-kreativen Zugang bereichert, wie es Dr. Tilmann Borghardt formuliert. In seinem gedankenreichen Nachwort weist er darauf hin, dass das vorliegende Buch sowohl zu Unterhaltungszwecken gelesen werden kann als auch im Sinne eines Rettungsankers in einer emotional aufgewühlten Situation. Meiner beruflichen Erfahrung nach kann ich dem nur beipflichten.
Dr. med. Joachim Klinghardt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Liebe oder Illusion?
Bestoff-Verlag
Regensburg 2017
152 Seiten, 12,90
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