Dass ein junger Mann, der nach Israel fliegt, die Bibel liest, ist vielleicht nicht ungewöhnlich, doch dass er bei dieser Lektüre lacht, findet Barbara, die im Flugzeug neben diesem seltsamen Menschen sitzt, befremdlich. Da beginnt er, ihr die Passage, die er gerade gelesen hat, auf seine Weise zu erzählen, so, als wäre er dabei gewesen. Barbara hält das vorerst für eine schräge Art von Humor, doch seine Ernsthaftigkeit wird ihr schließlich unheimlich. Wieso sie sich nach einer außerplanmäßigen Zwischenlandung in Rom von Myschkin - so nennt er sich - zum Essen einladen lässt, bleibt ihr selbst ein Rätsel. Am nächsten Tag, auf dem Flughafen von Tel Aviv, ist sie froh, ihn loszuwerden. Doch nach ihrer Rückkehr erwartet sie zu Hause der erste einer Serie von Briefen aus Israel, in denen ein Mann, der sich mit Jesus identifiziert, herauszufinden versucht, warum die Erlösung nicht stattgefunden hat - bis heute.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
11.03.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Da lief was schief in Tel Aviv
Was, wenn Jesus tatsächlich noch unter uns wäre?
Wäre er wie so viele Menschen auf der Suche nach den eigenen Wurzeln und hätte das Bedürfnis, die eigene Biographie zu verstehen?
Mischa Myschkin (wie der Titelheld aus Dostojewskis Idiot!) ist der Messias - oder glaubt zumindest eben dieser zu sein.
Im Flug nach Tel Aviv sitzt er neben der Literaturkritikerin Barbara. Sie möchte, wie es der Beruf eben erfordert, einfach nur lesen. So auch Mischa. Er amüsiert sich köstlich über seine Lektüre (die Bibel!) und verwickelt Barbara in ein Gespräch über die Heilige Schrift.
Die Art und Weise, wie er sich über die Bibel äußert, ist seltsam. Nämlich so, als ob er dabei gewesen wäre und mit der ihm vorliegenden Interpretation nicht ganz einverstanden ist.
Aus unerfindlichen Gründen wird Barbara diesem seltsamen Kauz noch öfter begegnen
Peter Henisch gewährt einen ganz Speziellen Einblick in das Buch der Bücher, der Spaß macht und zum Nachdenken anregt.
Susanne Pichler
aus Linz Lentia
5/5
20.07.2009
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein absoluter Glücksfall
Während eines Fluges von Frankfurt nach Tel Aviv lernt die Literaturkritikerin Barbara einen seltsamen jungen Mann kennen.
Er irritiert und verärgert sie, zieht sie aber auch mit jedem gesprochenen Wort in seinen Bann.
Gegen ihr besseres Wissen lässt sie sich auf ihn, der sich als Jesus bezeichnet, ein, kann sich seinen Schilderungen, mit denen er das Neue Testament korrigiert, nicht verschließen. Seine Zweifel, Überlegungen und letztendlich seine Reise durch Galiläa und Judäa verfolgt Barbara mit ständig wachsender Hingabe.
Peter Henisch erzählt von einem Messias, der auf der Suche ist, für den die letzten 2000 Jahre ein einziges Rätsel sind.
Trotz des außergewöhnlichen Ansatzes, gelingt ihm ein Buch, das sowohl zum Nachdenken anregt als auch unterhaltsam ist, das die schwierige Lage des Staates Israel seit 1948 thematisiert und jede Form von platten Antworten vermeidet.
Ganz außergewöhnlich!
Bewertung
4/5
22.07.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der verirrte Messias
Man stelle sich vor nichts ahnend sitzt man im Flugzeug und freut sich schon aufs Lesen über den Wolken
Doch da plaudert der Sitznachbar munter drauf los. Ohne Punkt und ohne Komma.
So ergeht es Barbara. Mischa, der Sitznachbar, ist gefesselt von Der Schrift und beseelt von einem unbändigen Mitteilungsbedürfnis. Noch dazu dürfte sich der Mann sehr stark mit Jesus identifizieren Als die Maschine nicht wie geplant in Jerusalem sondern in Rom landet hat sie es noch lange nicht überstanden. Schließlich werden die Passagiere im selben Hotel untergebracht und die beiden verbringen nun auch den Abend und fast die Nacht miteinander
Wieder zu Hause kann Barbara es kaum fassen, dass sie sich auf Mischas Geschichten eingelassen hat. Emotional und .nun ja, er hatte schon etwas eigenartig Vertrauen erweckendes an sich.
Wären da nicht die Briefe, die er ihr schickt, hätte sie alles mit einem müden Schulterzucken abgetan
Die Vorstellung, dass ein unerkannter Jesus unter uns weilt, der verzweifelt versucht seiner eigenen Geschichte auf die Spur zu kommen hat was!
Bewertung
3/5
28.07.2009
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der verirrte Messias
Auf dem Flug nach Israel zu ihrer Halbschwester wird die Literaturkritikerin Barbara von einem jungen Mann in ein Gespräch verwickelt, der von sich glaubt die Wiedergeburt Jesus zu sein.
Es kommt zu einer unerwarteten Zwischenlandung in Rom, wo Barbara mit dem Mann einen aufregenden Abend verbringt, im Hotelzimmer entdeckt sie dann an ihm Stigmata, die bluten und verläßt völlig verstört sein Zimmer. Am nächsten Tag meidet sie jeden Kontakt mit ihm und die Reise nach Israel wird fortgesetzt. In den folgenden Tagen und Wochen muß sie oft an ihn denken und als sie nach ihrem Aufenthalt bei ihrer Schwester nach Deutschland zurückkehrt, findet sie einen sehr langen Brief von ihm in ihrer Post. Es folgen noch viele weitere und er hält sie so über seine Reise auf dem Laufenden.
Ein sehr kurzweiliger Roman zwischen Religion, Politik und Emotionen jonglierend und es wäre von Vorteil eine Bibel griffbereit haben, da man immer wieder einzelne Passagen nachlesen und vergleichen möchte.
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