Einen Winter, in dem so viel Schnee gefallen ist, hat man in Klein-Roda lange nicht erlebt. Als es endlich taut, kommt manches ans Tageslicht, was er verborgen hatte - auch die Leiche von Michael Hansen, dem bekannten Kriegsreporter. Für die Frankfurter Staatsanwältin Karen Stark scheint der Fall klar zu sein, denn es gibt ein Geständnis: Krista Regler, Wochenendhausbesitzerin in Klein-Roda, gibt zu, den Mann überfahren zu haben. Aber in der Hauptverhandlung kommen Zweifel an Krista Reglers Tatbeschreibung auf - und plötzlich ist ihr Mann verdächtig ...
Ausgezeichnet mit dem deutschen Krimipreis
"Das ist hohe Krimikunst. Anne Chaplet ist ein Roman gelungen, wie man ihn sich für das Genre wünscht. Von der ersten Zeile an mag man ihn lesen und nicht aufhören." Tagesspiegel
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus Duisburg
5/5
09.08.2021
eBook (ePUB)
Empfehlenswerte Krimikost!
Die Story: ein Kinderarzt wird nach dem Tod eines Kindes nach allergischem Schock bei einer OP des Mordes bezichtigt, ein Toter wird nach der Schneeschmelze gefunden, eine Jugendliche wird entführt und an einem früheren Tatort abgelegt. Die ersten Tatverdächtigen – der Kinderarzt und seine Frau – sprechen nicht über ihre gegenseitigen Ängste und Vorwürfe, lösen damit eine Tragödie aus. Die ermittelnden Protagonisten: eine Staatsanwältin im Beziehungsstress mit einem Pathologen, ein stadtmüder früher sehr erfolgreicher PR-Mensch, der sich gegen aller gegenseitiger Skepsis dann doch in das Dorfleben integriert, ein lakonisch wirkender Kriminalhauptkomissar und sein jüngerer, deutlich schärferer Kollege. Der Ort: ein Dorf mit seinen Konflikten, Zänkereien, Ausgrenzungen und liebenswert-schrägen Menschen. Die Dynamik der Geschichte entwickelt sich langsam, aber umso spannender. Die anfangs lose und unverbunden erscheinenden Ansätze finden ihre Erklärung in einem vergangenen Verbrechen im Ort. Das Aufbrechen alter Konflikte und Belastungen, die so lange "um des Dorffriedens willen" totgeschwiegen wurden prägen die Story. Mir haben die Beschreibungen sowohl der einzelnen Figuren wie des Dorflebens sehr gut gefallen: mit vielen Ecken und Kanten, nicht immer schmeichelhaft, dafür umso realistischer. Die Spannung bleibt wenn auch unaufgeregt doch hoch bis zur Auflösung: ein Krimi, den ich sehr gerne schnell durchgelesen habe.
Hornita
aus Augsburg
5/5
05.08.2021
eBook (ePUB)
Gemütlich und unterhaltsam
Ich kannte die Reihe um Bremer und Stark noch nicht, aber für die Geschichte hat mir dadurch nichts gefehlt und ich bin gut reingekommen. Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden und ich habe das Buch an zwei Tagen gelesen. Es war von Anfang an unterhaltsam, auch wenn es kein rasantes Tempo hat. Langweilig wird es nie. Die Einblicke ins Dorfleben fand ich sehr treffend und sympathisch ironisch beschrieben und man ahnt, dass das Abweichen von der "Normalität" problematisch werden kann. Die Tragik der Geschichte zeigt sich erst gegen Ende, aber es baut sich schon vorher das Gefühl auf, dass etwas Schlimmes dahintersteckt bzw. dass Zusammenhänge da sein müssen, wo man sie noch nicht sieht. Mir hat es gut gefallen und ich werde sicher noch mehr aus der Reihe um Bremer und Stark lesen.
iGirl
4/5
20.08.2021
eBook (ePUB)
Thriller in dörflicher Idylle
Für mich war es das erste Buch aus der Stark&Bremer-Reihe und ich wurde überrascht durch einen Mix aus Heimatroman und Thriller. Zur Handlung: alles entzündet sich nach dem Fund der Leiche des Kriegsberichtserstatters Michael Hansen, in einem Dorf nahe Frankfurt. Schnell scheint der Fall gelöst, da Krista Regler zugibt den Mann überfahren zu haben. Vermutet wird eine Beziehungstat. Als jedoch ihr Ehemann, der Kinderarzt Thomas Regler, die Schuld auf sich nimmt und dafür ins Gefängnis geht, wird schnell klar, dass viel mehr hinter allem steckt. Paul Bremer, der im Dorf lebt und Karen Stark, die Staatsanwältin, nehmen die Ermittlungen auf.
Die ersten Kapitel des Buches lesen sich wie ein Heimatroman mit allen Vor- und Nachteilen des Dorflebens: da ist die ländliche Idylle und der Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt, aber auch das gegenseitige Belauern, die Gerüchteküche, der Dorftratsch, das Wegsehen und das Vertuschen, die alten Dorfgeheimnisse, aber auch die gegenseitige Hilfe. Anfangs fiel es mir nicht leicht den Überblick über die vielen Personen im Dorf zu behalten. Aber, ebenso wie sich all die kleinen Handlungsfetzen im Verlauf der Geschichte zu einem Bild zusammenfügen, haben letztendlich auch alle Personen ihren Platz darin. Detailgenau durchziehen banale, alltägliche Lebensmomente im Dorf die Erzählung. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin Szenen aus ihrem eigenen dörflichen Wohnort schildert. Daneben finden auch immer wieder persönliche Probleme der Staatsanwältin und des Ermittlers Einlass in der Handlung.
Beeindruckend fand ich wie der Autorin der abrupte Erzählwechsel gelingt von den scheinbar belanglosen Begebenheiten hin zum schonungslosen Entsetzlichen. Die Erzählstränge wechseln zwischen Dorfleben, Ermittlungsarbeit und Knastleben. Wobei Letzteres geprägt ist durch Rangordnung, Gewalt, Gnadenlosigkeit, die Welt der Analphabeten und korrupten Aufsehern: „Es gibt Menschen, deren Brutalität nur noch von ihrer Dummheit übertroffen wird“.
Die Erinnerung der in sich zerrissenen Schlüsselfigur,Thomas Regler, an die Vorkommnisse seiner Kindheit, das Erlebte im Kinderheim sowie die Erniedrigung und Unterwerfung im Knast vermischen sich mit seinen Schuldgefühlen. Sowohl im Gefängnis, als auch im Dorf geht es um archaische Muster, um die Dynamik der Gruppe, um Schuldzuweisung und Vergeltung: „Wer die ländliche Ordnung stört, verletzt das Gewebe der Gemeinschaft, gefährdet das Leben und Überleben.“ Letztendlich kommt alles ins Reine, wie es im Dorf eben sein muss, damit alles seine Ordnung hat.
Mein Fazit: 'Schneesterben' ist kein gewöhnlicher Krimi. Nach der sich etwas in die Länge ziehenden Eingangsphase entwickelte sich die Geschichte hochdynamisch und spannungsgeladen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mochte.
iGirl
aus Bad Nauheim
4/5
20.08.2021
eBook (ePUB)
Thriller in dörflicher Idylle…
Thriller in dörflicher Idylle Für mich war es das erste Buch aus der Stark&Bremer-Reihe und ich wurde überrascht durch einen Mix aus Heimatroman und Thriller. Zur Handlung: alles entzündet sich nach dem Fund der Leiche des Kriegsberichtserstatters Michael Hansen, in einem Dorf nahe Frankfurt. Schnell scheint der Fall gelöst, da Krista Regler zugibt den Mann überfahren zu haben. Vermutet wird eine Beziehungstat. Als jedoch ihr Ehemann, der Kinderarzt Thomas Regler, die Schuld auf sich nimmt und dafür ins Gefängnis geht, wird schnell klar, dass viel mehr hinter allem steckt. Paul Bremer, der im Dorf lebt und Karen Stark, die Staatsanwältin, nehmen die Ermittlungen auf. Die ersten Kapitel des Buches lesen sich wie ein Heimatroman mit allen Vor- und Nachteilen des Dorflebens: da ist die ländliche Idylle und der Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt, aber auch das gegenseitige Belauern, die Gerüchteküche, der Dorftratsch, das Wegsehen und das Vertuschen, die alten Dorfgeheimnisse, aber auch die gegenseitige Hilfe. Anfangs fiel es mir nicht leicht den Überblick über die vielen Personen im Dorf zu behalten. Aber, ebenso wie sich all die kleinen Handlungsfetzen im Verlauf der Geschichte zu einem Bild zusammenfügen, haben letztendlich auch alle Personen ihren Platz darin. Detailgenau durchziehen banale, alltägliche Lebensmomente im Dorf die Erzählung. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin Szenen aus ihrem eigenen dörflichen Wohnort schildert. Daneben finden auch immer wieder persönliche Probleme der Staatsanwältin und des Ermittlers Einlass in der Handlung. Beeindruckend fand ich wie der Autorin der abrupte Erzählwechsel gelingt von den scheinbar belanglosen Begebenheiten hin zum schonungslosen Entsetzlichen. Die Erzählstränge wechseln zwischen Dorfleben, Ermittlungsarbeit und Knastleben. Wobei Letzteres geprägt ist durch Rangordnung, Gewalt, Gnadenlosigkeit, die Welt der Analphabeten und korrupten Aufsehern: „Es gibt Menschen, deren Brutalität nur noch von ihrer Dummheit übertroffen wird“. Die Erinnerung der in sich zerrissenen Schlüsselfigur,Thomas Regler, an die Vorkommnisse seiner Kindheit, das Erlebte im Kinderheim sowie die Erniedrigung und Unterwerfung im Knast vermischen sich mit seinen Schuldgefühlen. Sowohl im Gefängnis, als auch im Dorf geht es um archaische Muster, um die Dynamik der Gruppe, um Schuldzuweisung und Vergeltung: „Wer die ländliche Ordnung stört, verletzt das Gewebe der Gemeinschaft, gefährdet das Leben und Überleben.“ Letztendlich kommt alles ins Reine, wie es im Dorf eben sein muss, damit alles seine Ordnung hat. Mein Fazit: 'Schneesterben' ist kein gewöhnlicher Krimi. Nach der sich etwas in die Länge ziehenden Eingangsphase entwickelte sich die Geschichte hochdynamisch und spannungsgeladen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mochte.
Bewertung
aus Hamburg
4/5
10.08.2021
eBook (ePUB)
Spannung in leisen Tönen
Ein Kinderarzt wird beschuldigt, bei einer Routine-Operation gepfuscht zu haben, weshalb ein Kind stirbt. Man ist in dem Dorf, in dem der zu verbauern drohende Bremer wohnt und in dem die Frau des Kinderarztes ein Haus hat, auf Zinne. Dann wird ein Toter gefunden, ein Journalist, Kriegsberichterstatter. Und die Frau des Kinderarztes sitzt halb erfroren im Wald im Auto. Alles sehr merkwürdig, scheint aber auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Dann aber entwickelt sich eine sehr verwobene und verzwickte Geschichte, die bis tief in die Vergangenheit hinein reicht und in der Täter zu Opfern und Opfer zu Tätern werden. Eine tieftraurige Geschichte über leider allzu menschliche Abgründe. Eine Geschichte, die den Leser mitnimmt. Gewohnt leise und unaufgeregt vermittelt, wobei die Spannung aber nicht auf der Strecke bleibt. Der Titel erschließt sich allerdings nicht so ganz.
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