Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss ...§§Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Jagdhütte in den Wäldern von Maine. Der Winter steht vor der Tür, er ist allein, aber er hat die über dreitausend Bücher seines Vaters zur Gesellschaft und vor allem seinen Hund Hobbes, ein treuer und verspielter Pitbullterrier. Eines Nachmittags, als er gerade vor dem Feuer sitzt und liest, hört er einen Schuss. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist gerade Jagdsaison. Dennoch wundert sich Winsome, weil der Schuss ganz in seiner Nähe gefallen ist, zu nahe. Als er vor die Tür geht, entdeckt er, dass Hobbes erschossen wurde- offenbar mit Absicht. Der Verlust trifft Julius mit ungeahnter Wucht. Er denkt an all die anderen Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er gar nicht kannte, weil sie bei seiner Geburt starb, den Vater, der nie wieder heiratete, der ihn allein großzog und ihm die Sprache Shakespeares beibrachte und jetzt auch schon zwanzig Jahre nicht mehr da ist, an Claire, die einzige Frau in seinem Leben, die ihn einen Sommer lang liebte und dann wieder verschwand. Und jetzt Hobbes, sein letzter wahrer Freund. Am nächsten Tag holt er das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und zieht los, um seinen Hund zu rächen. Er macht Jagd auf die Jäger. Und obwohl diese Rache ebenso sinnlos ist wie die Tat, die ihr zugrundeliegt, verstehen wir diesen einsamen, verzweifelten Mörder, werden seine Komplizen in Eis und Schnee.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Corinna
aus der Nähe von Bremen
5/5
15.04.2021
Hörbuch-Download (MP3)
Ein besonderes Hörbuch
Die Winter in Maine sind lang und kalt. Julius Winsome bewohnt eine einsame Hütte im Wald, wie schon sein Großvater und sein Vater vor ihm.
Eine Holzhütte vollgepackt mit Literatur, einem Ofen und Julius samt Hund Hobbes. Es ist ein einsames, aber glückliches Leben für Julius. Doch als Hobbes eines Tages nicht nach Hause kommt und vermutet wird, dass der kleine Terrier mutwillig erschossen wurde, ändert sich Julius Leben komplett. Seine Welt steht Kopf...
Ich muss gestehen, dass mir der Titel Winter in Maine durchaus etwas sagte, ich aber von dem Inhalt und der Art des Schreibstils keine Ahnung hatte. Es war eines dieser Zufallshörbücher, die man in der Bücherei entdeckt und einfach probiert.
Der Roman von Gerard Donovan war für mich ein echter Glücksgriff. Eine kleine Perle, die man gehört oder gelesen haben sollte.
Es ist diese Art des Erzählens, die vom ersten Augenblick an fesselt. Dabei verwendet der Autor eine Sprache, die sehr gewaltige Bilder produziert, aber auch facettenreich ist.
Vom ersten Moment an konnte er mich so an die Geschichte binden.
Julius als genügsamer Mann, der im Winter die Tage am Ofen mit einem Buch verbringt und dessen Welt komplett aus den Fugen gerät, als sein einziger Freund verschwindet, ist die Person im Roman. Alles ändert sich nach diesem ersten Augenblick, als für ihn nichts mehr so ist, wie es sein sollte.
Als Zuhörerin spürt man diesen Bruch im Buch, fühlt spürbar die Verzweiflung und lauscht atemlos den weiteren Geschehnissen. Denn die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch tiefsinnig und berührend. Mehr als einmal genoss ich diese große Erzählweise, die so greifbar wirkt und so viel Farbe mit sich bringt.
Selten hatte ich es, dass ein Buch vor meinen Augen ablief wie ein Film. Gleichzeitig passieren Dinge die extrem sind und die mich erschüttert haben. Man möchte Julius in den Himmel heben und ihn als guten Menschen sehen, muss aber gleichzeitig auch seine dunkle Seite erkennen und hinnehmen.
Der Sprecher Markus Hoffmann hat für mich das Tüpfelchen auf dem I gegeben.
Seine Art Dinge mit der Stimme darzustellen, Personen Leben einzuhauchen und die Geschichte zu füllen ist perfekt gelungen.
Mein Fazit:
Ein besonderes Buch, dass durch seine wunderbare Erzählart brilliert und sofort fesselt.
Zoe
aus Staufenberg
5/5
30.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Großartig !
Ich habe dieses Buch durch Zufall im Laden entdeckt. Das Cover fesselte mich irgendwie, als ich dann den “Klappentext“ las, musste ich es einfach kaufen. Der Kauf enttäuschte mich nicht, im Gegenteil ich fand dieses Buch großartig als von der Story und von der Schreibweise. Eine weitere Sache die ich an dem Buch super fand, waren die ganz kurzen vielen kleinen Kapitel. Ein tolles Buch auf jeden Fall empfehlenswert :) !
Fred
aus Linz
5/5
14.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Meisterwerk
Zufällig stieß ich auf dieses Buch. Was für ein Glücksfall. Ich habe es in einem durch gelesen. Es wirkt lange nach, obwohl es relativ kurz ist. Atmosphärisch dicht und wunderbar reduziert. Hart und gleichzeitig poetisch. Mehr als die Rachestory eines verschrobenen Hinterwäldlers, Shakespeare sei Dank. In bester Tradition großer amerikanischer Literatur, s. Steinbeck, Chandler, Carver etc. Herausragend.
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Julius Winsome lebt zurückgezogen mit seinem Pitbullterrier Hobbes in einer Blockhütte in den Wäldern von Maine . Eines nachmittags wird sein Hund aus nächster Nähe absichtlich getötet. Der Verlust seines tierischen Gefährten erschüttert Winsome zutiefst und er fasst einen erschreckenden Racheplan.Ein Buch, das mich sehr bewegt hat und dem ich viele Leser wünsche.
Literaturlounge eu
aus Gießen
5/5
29.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Winter in Maine
Ich bin seit neuestem im Liebigs Lesezirkel, ein Lesezirkel der Freeschool in Gießen. Sprich, ich weiß nicht was ich lesen möchte, also baue ich meinen SUB durch einen Lesezirkel noch ein wenig auf. Aber ansonsten kämme ich auch nicht auf die Idee, Winter in Maine am Anfang des Sommers zu lesen.
Scherz beiseite. Es geht mir darum, dass man sich real mal über Bücher austauscht und nicht nur virtuell. Also gesagt getan. Da ich gerade ein wenig Luft und Lust darauf hatte, dieses Buch zu lesen, habe ich mich an Winter in Maine gesetzt - ausnahmsweise mal als E-Book.
Und was soll ich sagen, es wurde richtig kalt. Wir sind im nördlichsten Gebiet der Vereinigten Staaten von Amerika außerhalb von Alaska, direkt an der Grenze zu Kanada. Dort lebt Julius Winsome in einer Jagdhütte mitten in den Wäldern - zusammen mit 3282 Büchern. Also ich kann mir schlechtere Mitbewohner vorstellen, wie so eine „kleine“ Bibliothek. Er hat seit seiner Geburt immer in dem Haus gelebt, zusammen mit seinem Vater und Großvater, bis diese beiden gestorben sind. Sein Vater war eher der schweigsame Mensch und Julius ist wohl die Steigerung von ihm, da er bis auf seine beiden Jobs im Sommer keinen richtigen Kontakt zu Menschen hatte.
Auf einmal steht Claire vor seiner Tür und er verliebt sich in sie. Sie ist ein paar Monate lang fast jeden Tag bei Julius und kommt auch auf die Idee den Hund Hobbes anzuschaffen. Nach ein paar Monaten verlässt Claire Julius wieder, der dann wieder alleine mit seinen Büchern und dem Hund Hobbes ist.
Als dieser in der Nähe der Hütte erschossen wird, beschließt Julius den Täter zu jagen und mit der Enfield, dem Gewehr seines Großvaters, zu erschießen. Er kann damit seit seiner Kindheit umgehen.
Alles in allem ist es ein Roman, der einem gelegentlich ganz schön nahe geht. Er handelt von Liebe, Einsamkeit und was das alles aus einem machen kann, die Kälte im Norden von Maine und noch einiges mehr. Ich selbst bin in einen Sog geraten, der mir teilweise echt Angst gemacht hat. Ich konnte mich wirklich gut in Julius hineinversetzen und gerade dies machte mir Angst, da ich den Gedanken hatte, wie dicht bin ich selbst an diesem Julius Winsome?
Was die Bücher betrifft, da kann ich sagen, da bin ich weit, weit weg. Shakespeare ist auch nicht mein Fall und was Waffen betrifft, da bin ich noch weiter weg wie bei den Büchern. Gespräche mit Menschen führe ich auch täglich - mal mehr, mal weniger, aber irgendwie doch regelmäßig. Aber trotzdem hatte ich den Gedanken, dass so etwas auch in mir stecken könnte.
Dieses Buch hat mich sehr berührt, ähnlich wie die Schachnovelle von Stefan Zweig oder der Steppenwolf von Hermann Hesse. Warum dies so ist? Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung, aber ich weiß eines, dieses Buch hat das Zeug zu einem Klassiker auch weil man so schön in die eigenen Abgründe schauen kann.
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5/5
28.06.2024
eBook (ePUB)
Ergreifend!
Wir begleiten den einsam im Wald lebenden Julius, dessen Hund kaltblütig erschossen wird, und erleben von nun an einen Rachefeldzug, der von so einer Sprachgewalt beherrscht wird, die einen wahrlich fesselt und den letzten Atem raubt.
Winter in Maine ist ein beeindruckendes Leseerlebnis eines Autors, der weiß, mit Wörtern umzugehen.
Extrem lesenswert und meinerseits eine absolute Leseempfehlung!
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5/5
06.08.2011
Buch (Taschenbuch)
Muss mann lesen !!!
In den Wäldern von Maine lebt Julius in einer Hütte umgeben von 3282 Büchern und seinem treuen Begleiter dem Pitbullterrier Hobbes. Doch als plötzlich sein letzter Freund erschoßen wird beschließt Julius seinen Hund zu rächen. Äußerst lesenswert sehr toll zu lesen !!!!
"Ich glaube, ich habe den Schuß gehört."
So beginnt Donovans erschütternder Roman "Winter in Maine."
Die Jagdsaison ist eröffnet. Im finsteren Grün des Waldes verhallen Schüsse. Nichts Ungewöhnliches in den tiefen, dunklen Wäldern Maines, in die sich Julius Winsome zurückgezogen hat. Er führt ein Leben in Einsamkeit, in Verbundenheit mit der Natur, der Schönheit des nordamerikanischen Sommers und der klirrenden Verlorenheit des eisigen Winters.
Die Tragik nimmt einen bitteren Verlauf, denn der Schuß galt seinem treuen Freund, einem verspielten Pitbullterrier.
Der Verlust seines Gefährten läßt Julius Winsomes schließlich ausrasten.
Die Klarheit und Nüchternheit in Donovans Sprache hat mich zutiefst bewegt. Er beschreibt Dinge nicht, er fabuliert nicht darum herum, er sieht Dinge, Begebenheiten, Gefühle und blutet sie aufs Papier. Worte werden zutiefst lebendig, Sätze suchen in kräftigen, dann wieder hochsensiblen Schlingen ihren Weg zum Leser.
Donovan meint in einem Kapitel: "Ausrufezeichen sind Satzzeichen, über die sich sein Vater oft beschwert hatte, weil es kraftlosen Worten als Krücke diente."
Diese Satzzeichen braucht dieser Roman auf keiner Seite.
Krücken hingegen brauchte mein Verstand, meine Gedanken, als ich die letzte Seite dieses Buches zuschlug und erkennen mußte, daß ich in keiner Lage meines Lebens, sei es das Verschmerzen eines Verlustes, das Einstecken einer Niederlage, ein ruhmreicher Sieg oder nur das einfache, stille Ausharren und Warten auf Nichts, weiß, zu welchen Taten ich in Extremsituationen fähig wäre.
Ein starkes, eindrucksvolles Leseerlebnis.
Julius Winsome lebt alleine mit seinem Hund Hobbes in einer Jagdhütte weit draussen in den Wälder von Maine. Er ist ein eigenbrötlerischer Eremit, der allerdings sehr belesen ist und tausende Bücher in seiner Hütte hat. Dann wird eines Tages sein Hund erschossen, ein herber Verlust für ihn, denn Hobbes war sein letzter Freund. Er beschliesst seinen Hund zu rächen, und wir begleiten diesen verzweifelten Rachefeldzug. Trotz des brutalen Themas ein großartiger Roman über die amerikanische Seele und darüber, wozu wir fähig sind, wenn wir das Liebste verlieren, das uns noch geblieben ist.
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