Ein einmaliger Blick in die Werkstatt und das Herz Murakamis! Haruki Murakami verkörpert den Typus des zurückgezogenen Schriftstellers wie wenige andere. In diesen sehr persönlichen Texten bricht er das Schweigen und schildert seinen Werdegang als Autor. Er erzählt von seinen Schulerfahrungen, was er von Literaturpreisen hält und welche Bedeutung seine Auslandsaufenthalte für ihn und sein Schreiben hatten. Besonders aufschlussreich sind die Texte, in denen er sich mit Fragen rund um die alltägliche Arbeit eines Schriftstellers beschäftigt. So erfährt man, welches die wichtigste Übung für einen angehenden Schriftsteller ist - nämlich viel lesen -, wie viele Seiten Murakami am Tag schreibt und wie wichtig physische Fitness für seine Arbeit ist. Woraus schöpft er die Ideen für seine Romane? Was hat man unter einem »festen Beobachtungsposten« zu verstehen, und wer verbirgt sich dahinter? Indem er sich so intensiv mit seinem Schreiben auseinandersetzt, ordnet er für den Leser sein Werk ein, zeigt, wer ihn beeinflusst hat und wessen Ansichten über das Schreiben er teilt. Dabei verliert Haruki Murakami vor allem eines nie aus den Augen: seine Leser.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
14.01.2018
eBook (ePUB)
Endlich ein Einblick in das Leben Murakamis
"If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking."
Seine Romane sind weltweit bekannt, in unzählige Sprachen übersetzt worden und erscheinen regelmäßig in millionenfacher Auflage. Bereits mehrmals fiel sein Name im Zusammenhang mit dem Literaturnobelpreis, nachdem er einen der bedeutendsten Preise der japanischen Literatur gewonnen hat.
Doch über ihn selbst weiß man erstaunlicherweise wenig - den Status eines scheuen Autors hat er wie kein Zweiter inne.
Umso überraschender und umso wertvoller ist sein Buch "Vom Beruf Schriftsteller", in dem er zum ersten Mal Einblick in sein privates Leben gewährt.
Er erzählt von seinen Anfängen als Schriftsteller, wie ihn ein Baseball-Spiel zum Schreiben gebracht hat, obwohl er sich doch eigentlich seine Nächte durch das Betreiben einer Jazz-Bar um die Ohren geschlagen hatte.
Er schreibt über das Schreiben an sich, über den Berufstand der Autoren, über Charakterzüge und Persönlichkeitsmerkmale und den Entwicklungsprozess eines Autoren.
Und er hinterfragt den Literaturbetrieb, die Auszeichnungen, Preisverleihungen und das Leben im Rampenlicht.
Es ist ein ironisch-lakonischer Schreibstil, in dem Murakami verschiedene Episoden aus seinem Leben erzählt. Mit einer Spur Sarkasmus nimmt er den Literaturbetrieb, aber auch sich selbst hin und wieder gewaltig auf die Schippe.
Doch er findet auch klare, direkte Worte, anklagende Worte. Etwa dann, wenn er das japanische Bildungssystem kritisiert, dass neben Effektivität, Gehorsam und Ambition wenig Raum für die individuelle Persönlichkeit und für Fantasie lässt.
Oder wenn er die japanische Gesellschaft an sich an den Pranger stellt, die Energiegewinnung durch die Atomkraft, die Leistungsgesellschaft.
"Vom Beruf Schriftsteller" ist Murakamis persönlichstes Buch. Ein Buch, das uns den Autor endlich näher bringt und uns seine Werke besser verstehen lässt.
Eduard Häfliger
aus Menzingen
3/5
10.01.2026
eBook (ePUB)
Haruki Murakami - von Beruf Schriftsteller
Wirkt etwas zu selbst darstellerisch bzw. zu narzisstisch - zu viele Wiederholungen, aber dennoch mit interessanten Gedanken und ebensolchen Tipps, die zum Nachahmen anregen können.
Odilie
aus Bremen
5/5
09.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Warum schreibt Murakami?
Hier erklärt Haruki Murakami wie er schreibt und warum er seit Jahrzehnten einen Roman nach dem nächsten Erzählungsband zu unserem Vergnügen und Entzücken weltweit heraus bringt.
Und ehrlich, wir alle, egal ob Frau oder Mann, jung oder alt warten immer sehnsüchtig auf sein nächstes Bus. Wir können nicht genug von seinen Figuren und Inhalten bekommen!
Simon Garfield
5/5
21.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Sein Intellektuellster
Was geht in ihm vor, wie schreibt er ein Buch, welche Tricks? Nicht so leichtfüßig wie seine anderen, aber hohe Qualität...
Dr_ M
aus Sachsen
5/5
19.06.2018
Buch (Taschenbuch)
"Was ist daran falsch, sich wohlzufühlen?"
Dafür, dass Haruki Murakami angeblich ungern über sich selbst spricht, wie man auf der Buchrückseite erfährt, ist dieser autobiografisch eingefärbte Text ziemlich lang. Und vor allem erstaunlich offen.
Wenn man als Autor seine Kritiker liest und dann auch noch ernst nimmt, wird das Leben nicht unbedingt einfacher. Murakami zitiert aus einem Essay von Raymond Carver: " … Oder aber mach deine Arbeit so gut, wie es deine Fähigkeiten, deine Begabungen erlauben, und dann rechtfertige dich nicht und entschuldige dich nicht. Beklage dich nicht, erkläre nichts." An diese Ratschläge hält er sich in diesem Buch, mal partiell abgesehen vom letzten Punkt.
Unerwartet ausführlich lässt Murakami seine Leser mit den hier gesammelten Aufsätzen über sich selbst und seine Methodik Blicke in seine Welt werfen. Vielleicht ist das aus seiner Sicht so dumm nicht. Denn wer will es schon, bei aller Bescheidenheit, seinen Kritikern und den sogenannten Literaturwissenschaftlern überlassen, was die Nachwelt über einen selbst denken und wissen soll? Wenn man Murakamis Bücher nicht kennt, also kaum einen Zugang zu ihm hat, dann mögen diese Texte vielleicht gelegentlich langweilig erscheinen, was sicher auch daran liegt, dass sein Autor ein ziemlich normales und sehr diszipliniertes Leben führt, das oft abseits der lauten Gesellschaft stattfindet.
An Murakamis Offenbarungen wird man schwer etwas Gekünsteltes oder gar Kompliziertes finden. Im Gegenteil: Viele seiner Ansichten und Einsichten sind weise und ausgesprochen persönlich, sodass man sich nur wundern kann, sie so offen, manchmal fast schon ein wenig zu offen, lesen zu können. "Es ist leicht, an anderen herumzumäkeln", schreibt Murakami, "aber wenn der Betroffene alles ernst nimmt, wird er bald am Ende sein. Deshalb sage ich kategorisch, dass es mir egal sei. Und wenn noch so scheußliches Zeug geredet wird, ich schreibe, was ich schreiben will." Da muss man erst einmal hinkommen.
Für wohlmeinende Leser seiner Bücher oder angehende Schriftsteller mag dieses Buch eine kleine Fundgrube fürs Verständnis sein. Unabhängig davon erzählt es ein wenig aus dem Leben eines klugen Menschen. Deshalb kann man es auch lesen, wenn man nicht alle Bücher Murakamis kennt. Eine gewisse Kenntnis seiner Werke schadet natürlich nicht und hilft an einigen Stellen schließlich doch, denn natürlich geht der Autor auch auf sein Schaffen ein.
Insgesamt ein interessantes und auch unerwartetes Buch eines klugen, disziplinierten und geerdeten Mannes, der nichts mehr beweisen muss und der schreibt, weil er sich dabei wohlfühlt..
Der heurige literarische Bücherherbst hat ein ganz besonderes Gustostückerl auf Lager: Haruki Murakamis wohl persönlichstes Werk. Vom Beruf Schriftsteller handelt, wie man es vom Titel eigentlich schon erahnen kann, übers Schreiben. Ja, er schreibt über das Schreiben und es ist beinahe so, als ob man dem Meister über die Schulter schaut. Und wenn es jemand erklären kann dann er, schließlich schreibt Murakami seit über 35 Jahren. Letztlich wird niemand sein Talent leugnen können und dass trotzdem er sich selbst für einen ganz normalen Menschen hält. Hier kommt, meiner Meinung nach, ein ganz typischer japanischer Wesenszug zum Vorschein. Er nimmt aber auch Stellung zu der Atomkatastrophe Fukushima, erklärt weshalb er nur wenig Wert auf Auszeichnungen und Literaturpreise legt und zeigt die Unterschiede zwischen westlicher und östlichen Buchveröffentlichungen auf. Interessant ist, dass dieser Roman in Japan nicht online erhältlich war, sondern nur in Buchläden. Trotzdem war die erste Auflage schwuppdiwupp, innerhalb weniger Tage vergriffen. Der geneigte Murakami-Fan weiß, dass der große Meisterromancier, eigentlich sehr zurückgezogen lebt und kaum Interviews gibt, daher ist - Vom Beruf Schriftsteller - ein Musthave, nicht nur für seiner Anhänger. Ein bisschen lässt er in sein Privatleben blicken, auch wenn man sich hier keine Autobiografie erwarten darf. In - Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede - hat er bereits in seinen Alltag blicken lassen. Das steht auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher) nun ganz weit oben.
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