Ein junger Amerikaner kommt in die Ukraine. Er heißt zufällig Jonathan Safran Foer. Im Gepäck hat er das vergilbte Foto einer Frau namens Augustine. Sie soll gegen Ende des 2. Weltkrieges seinen Großvater vor den Nazis gerettet haben. Jonathan will Augustine finden und Trachimbrod, den Ort, aus dem seine Familie stammt. Sein Reiseführer ist ein alter Ukrainer mit einem noch älteren klapprigen Auto, sein Dolmetscher dessen Enkel Alex, ein unglaubliches Großmaul und ein Genie im Verballhornen von Sprache. Mit von der Partie ist noch Sammy Davis jr. jr., eine neurotische Promenadenmischung mit einer Leidenschaft für Jonathan, der Angst vor Hunden hat. Die Reise führt durch eine verwüstete Gegend und in eine Zeit des Grauens.
Alex berichtet in seiner unnachahmlichen Sprache von den Abenteuern und irrsinnigen Missverständnissen während dieser Fahrt, Jonathan erzählt die phantastische Geschichte Trachimbrods bis zum furchtbaren Ende, und der alte Ukrainer begegnet den Gespenstern seiner Vergangenheit. Alex und Jonathan aber sind zum Schluss der Reise Freunde geworden.
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leise, traurig, berührend, grausam
Edith Berger am 29.09.2013
Bewertungsnummer: 387882
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Jonathan Safran Foer erzählt uns eine Geschichte seiner Familie.
Er besitzt ein altes, vergilbtes Foto , darauf zu sehen eine Frau - ihr Name ist Augustine.
Sie soll seinem Großvater im 2. Weltkrieg das Leben gerettet haben.
Jonathan begibt sich auf die Suche nach Augustine aus Trachimbrod, dem Herkunftsort seiner Familie.
Seine Reisebegleiter sind ein alter Ukrainer ( Chauffeur und Reiseleiter), dessen Enkel Alex ( Dolmetscher) und Sammy Davies jr.jr. eine neurotische Promenadenmischung.
Es wird eine Reise in die Vergangenheit......leise, traurig, grausam,berührend......
Zum einen schreibt Jonathan…
Reggie aus Hamburg am 03.06.2012
Bewertungsnummer: 2701744
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zum einen schreibt Jonathan Briefe an Alex und Alex Briefe an Jonathan. Die Briefe von Jonathan werden nicht abgedruckt, Alex geht jedoch auf deren Inhalte in seinen Antworten ein. Alex schreibt in seinem schlechten Englisch. Das ist eine hervorragende Idee des Autors, macht das Lesen anfangs schwierig, aber wenn man das Verfahren durchschaut hat, durchaus amüsant. Ein paar Beispiele: „Ich sehne, dass dieser Brief gut wird.“ „Ich war sehr schamvoll über die Art…“Wir waren sehr beschäftigt zu reden.“Mit jedem seiner Briefe an Jonathan schickt Alex seine eigenen Schreibereien mit.Diese sind quasi die Wiedergabe der Reise. Aus diesem Handlungsstrang erfahren wir alles über die Reise nach Trachimbrod, die bereits geschehen ist aus der Sichtweise von Alex und mit seinen kuriosen Worten. Durch die kritischen Briefe von Jonathan wird dann deutlich, dass Alex teilweise übertreibt in seinen Darstellungen, was urkomisch ist und auch die Figur Alex näher definiert.Jonathan schickt mit jedem seiner Briefe einen neuen Teil seines Buches mit, das von Trachimbrod handelt. So wird von der Entstehung des jüdischen „Schtelts“ Trachimbrod berichtet. Das alles hört sich zunächst sehr unübersichtlich und anstrengend an – das ist es auch für mich gewesen. Ehrlich gesagt, hab ich es erst so recht nach den ersten 100 Seiten (insgesamt hat das Buch 383 Seiten) verstanden und dann glatt noch einmal von vorn angefangen, denn ich wollte ja nichts verpassen.Von Beginn an hat man das Gefühl, ein Märchen zu lesen. Die Teile über Trachimbrod sind in der Erzählperspektive eines Ich-Erzählers geschrieben, dessen Identität erst am Ende des Buches verraten wird. Trachimbrod ist ein verrücktes Städtchen mit verrückten Menschen. Es wäre nunmehr müßig, Euch das ausschweifend zu erklären, aber vielleicht reichen folgende Beispiele: ein Mann fliegt mit seinem Pferdewagen aus der Kurve und ertrinkt, seine Tochter jedoch, noch ein Säugling, wird geborgen und die Schtetlbewohner benennen das Mädchen nach dem Fluss „Brod“. Der Mann konnte nicht identifiziert werden, aber man nahm an, dass es sich um Trachim handelte. Da Brod aus dem Fluss hervor ging, in dem ihr Vater Trachim ums Leben kam, steht dann auch der Schtetlname fest. Der Wucherer Jankel (längst über siebzig) bekommt das Kind zur Aufzucht übergeben, da die Bewohner des Schtetls ihm nach seinen früheren Vergehen und seinem eigenen privaten Leid der Meinung sind, dass er eine neue Chance verdient hat. Fortan wird jedes Jahr, in dem sich das Ereignis jährt, ein Fest gefeiert, an dem Brod als die Hauptperson teilnimmt. Fortan geht es hauptsächlich um Brod, die wir Ihr Euch sicherlich denken könnt, die Ur- ur- ur-ur-ur-Großmutter von Jonathan ist. Meinem Eindruck nach hat Jonathan den persönlichen Bezug zum Buch gewählt, um sich und seinen Generationen eine Vergangenheit zu schenken. Denn laut Wikipedia hat wie schon sein fiktionalisiertes Alter Ego auch der Autor Foer selbst eine solche Reise unter ähnlichem Vorsatz angetreten, fand jedoch die erwähnte Retterin namens Augustine nicht. Allerdings ist das völlig frei von mir interpretiert. Ich will dem Inhalt des Buches nicht allzu viel vorweg nehmen. Aber es ist so, dass es das Städtchen nicht mehr gibt. Somit wird die Suche nach einer Vergangenheit für Jonathan enorm erschwert. Doch nicht nur für Jonathan geht es um die Vergangenheit, sondern auch von Alex Großvater und damit offenbart der Autor fast am Ende des Buches einen völlig anderen Handlungspart, der nebenbei fast untergegangen ist. Dies hat einen Überraschungseffekt, der und die Auflösung des Erzählers der Trachimbrod-Geschichte waren für mich das i-Tüpfelchen für den Roman.Ein anderes Thema neben der Geschichte Trachimbrods und der Familiengeschichte von Jonathan ist die ist die Judenverfolgung im zweiten Weltkrieg, die zum Untergang des Schtetls geführt hat. Der Autor hat diesen Umstand so gekonnt in den Roman eingebunden, dass es nicht überwiegt.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ich könnte nicht mal mehr beschreiben, was genau mich zu Jonathan Safran Foer als Autor geführt hatte. Seine Erzählweise und die Vielschichtigkeit mit der er diesen bemerkenswerten Roman schrieb, hat mich aber von Anfang an gefesselt. Denn so niederschlagend das Schicksal der Familie Foer ist (das Buch ist schon stark autobiografisch behaftet), und Jonathans Suche nach der Wahrheit durch Rückstöße geprägt war - er gab nie die Hoffnung auf. Und das ist es, was mich an "Alles ist erleuchtet" so begeistert. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder dieses Buch einmal gelesen haben sollte - wie auch immer man dazu fand.
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