Produktbild: McGlue

McGlue

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.08.2016

Verlag

Liebeskind

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

19,5/12,6/1,7 cm

Gewicht

211 g

Farbe

Anthrazit / Silbergrau

Auflage

1

Übersetzt von

Anke Caroline Burger

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95438-067-1

Beschreibung

Rezension

»Ottessa Moshfegh ist wohl das nächste große Ding.«
THE WASHINGTON POST

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.08.2016

Verlag

Liebeskind

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

19,5/12,6/1,7 cm

Gewicht

211 g

Farbe

Anthrazit / Silbergrau

Auflage

1

Übersetzt von

Anke Caroline Burger

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95438-067-1

Herstelleradresse

Liebeskind Verlagsbhdlg.
Tal 15
80331 München
DE

Email: j.c.kill@liebeskind.de

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Vom Trinken und Vergessen...

Bewertung am 14.04.2018

Bewertungsnummer: 344814

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

1851 wird in Salem, Massachusets, der Seemann McGlue aus dem Arrest auf See, in das vor Ort ansässige Gefängnis überstellt. Er soll seinen besten Freund Johnson ermordet haben, doch McGlue ist schwerer Trinker und kann sich an nichts erinnern. Erschwerend hinzu kommt, dass er einen Spalt im Schädel hat, seit er von einem fahrenden Zug gesprungen ist, um nicht als blinder Passagier entdeckt zu werden. Auch das wirkt sich nicht besonders positiv auf sein Erinnerungsvermögen aus. Johnson hatte ihm damals das Leben gerettet, indem er ihn vor dem Erfrieren bewahrt, danach auch noch weiter für ihn gesorgt und ihm sogar einen Job bei der Handelsmarine besorgt hat. Welchen Grund sollte McGlue also haben, Johnson zu töten? Auf sehr knapper Seitenzahl entwickelt Ottessa Moshfegh eine Geschichte, die nicht einfach spurlos am Leser vorbei geht. In wirren Rückblenden und Selbstgesprächen entfesselt sie den Monolog eines Trinkers, der sich um den Verstand gesoffen hat, um die Welt um sich herum irgendwie auszublenden, immer in dem Versuch, sich selbst mit Alkohol zu Grunde zu richten. Aber nicht nur sich selbst zieht er damit in den Abgrund. McGlue ist ein vom Leben enttäuschter und zudem sehr gezeichneter Charakter, der es einfach nicht schafft, auf die Beine zu kommen. Das Leben zieht ihm immer wieder den Boden unter den Füßen weg und so ergibt er sich dem Alkohol, um es weniger zu spüren, wenn er wieder einmal scheitert. Der Stil von Ottessa Moshfegh ist diesem kaputten und zerrissenen Leben absolut angemessen. Sie schreibt unheimlich eindringlich und das hinterlässt auf jeden Fall Spuren beim Leser. Dieses kleine Werk ist sehr beeindruckend und wirklich gut, es ist jedoch absolut nichts für nebenher, denn die Sprache erfordert Aufmerksamkeit. Und es ist auch absolut nichts, wenn sie sich nach dem Lesen besser fühlen möchten! Eine schöne literarische Flucht aus der Wirklichkeit ist dieses Buch garantiert nicht, aber eine wundervolle und anspruchsvolle Lektüre über das immerwährende Scheitern des Menschen, über Gerechtigkeit, Schuld und auch eine beeindruckende Charakterstudie von einem Trinker, der sich selbst zu Grunde richten möchte. Für alle, die nicht nur gerne Friede-Freude-Eierkuchen lesen, eine absolute Empfehlung!

Vom Trinken und Vergessen...

Bewertung am 14.04.2018
Bewertungsnummer: 344814
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

1851 wird in Salem, Massachusets, der Seemann McGlue aus dem Arrest auf See, in das vor Ort ansässige Gefängnis überstellt. Er soll seinen besten Freund Johnson ermordet haben, doch McGlue ist schwerer Trinker und kann sich an nichts erinnern. Erschwerend hinzu kommt, dass er einen Spalt im Schädel hat, seit er von einem fahrenden Zug gesprungen ist, um nicht als blinder Passagier entdeckt zu werden. Auch das wirkt sich nicht besonders positiv auf sein Erinnerungsvermögen aus. Johnson hatte ihm damals das Leben gerettet, indem er ihn vor dem Erfrieren bewahrt, danach auch noch weiter für ihn gesorgt und ihm sogar einen Job bei der Handelsmarine besorgt hat. Welchen Grund sollte McGlue also haben, Johnson zu töten? Auf sehr knapper Seitenzahl entwickelt Ottessa Moshfegh eine Geschichte, die nicht einfach spurlos am Leser vorbei geht. In wirren Rückblenden und Selbstgesprächen entfesselt sie den Monolog eines Trinkers, der sich um den Verstand gesoffen hat, um die Welt um sich herum irgendwie auszublenden, immer in dem Versuch, sich selbst mit Alkohol zu Grunde zu richten. Aber nicht nur sich selbst zieht er damit in den Abgrund. McGlue ist ein vom Leben enttäuschter und zudem sehr gezeichneter Charakter, der es einfach nicht schafft, auf die Beine zu kommen. Das Leben zieht ihm immer wieder den Boden unter den Füßen weg und so ergibt er sich dem Alkohol, um es weniger zu spüren, wenn er wieder einmal scheitert. Der Stil von Ottessa Moshfegh ist diesem kaputten und zerrissenen Leben absolut angemessen. Sie schreibt unheimlich eindringlich und das hinterlässt auf jeden Fall Spuren beim Leser. Dieses kleine Werk ist sehr beeindruckend und wirklich gut, es ist jedoch absolut nichts für nebenher, denn die Sprache erfordert Aufmerksamkeit. Und es ist auch absolut nichts, wenn sie sich nach dem Lesen besser fühlen möchten! Eine schöne literarische Flucht aus der Wirklichkeit ist dieses Buch garantiert nicht, aber eine wundervolle und anspruchsvolle Lektüre über das immerwährende Scheitern des Menschen, über Gerechtigkeit, Schuld und auch eine beeindruckende Charakterstudie von einem Trinker, der sich selbst zu Grunde richten möchte. Für alle, die nicht nur gerne Friede-Freude-Eierkuchen lesen, eine absolute Empfehlung!

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