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Produktbild: Falsche Freunde

Falsche Freunde War die Aufklärung wirklich die Geburtsstunde der Moderne?

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

17.08.2015

Verlag

Campus Verlag Digital

Seitenzahl

231 (Printausgabe)

Dateigröße

5052 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783593432359

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ePUB

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

17.08.2015

Verlag

Campus Verlag Digital

Seitenzahl

231 (Printausgabe)

Dateigröße

5052 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783593432359

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Selbstverschuldete Inkompetenz…

Bewertung am 10.09.2020

Bewertungsnummer: 2774331

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Selbstverschuldete Inkompetenz falscher Freunde Nicht jeder, der sich mit der Aufklärungsepoche beschäftigt, ist zu solchen interpretatorischen Differenzierungen in der Lage bzw. bereit. Ein neueres Beispiel hierfür ist das ärgerliche Buch von Andreas Pecar, Damien Tricoire, Falsche Freunde. War die Aufklärung wirklich die Geburtsstunde der Moderne?, Frankfurt am Main 2015. Die Autoren sind jedoch so ehrlich, die Schranke ihrer eigenen Deutung den Leserinnen und Lesern gleich mitzuteilen: sie plädieren dafür, „die Fremdheit der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts“ anzuerkennen (12, 35) und wollen „Zweifel an der Vertrautheit der heuigen Zeit mit dem Phänomen und der Epoche der Aufklärung“ (13) säen. Nun beruht das Fremdheitsempfinden im Wesentlichen auf der mangelnden Bekanntschaft und Kenntnis der Sache, um die es geht. Reise ich in ein entferntes Land, so kann es sein, dass mir anfangs vieles an den Sitten und Gebräuchen seiner Bewohner ,befremdlich vorkommt. Aber je länger ich in einem solchen Land verbleibe und je mehr ich mich darum bemühe, seine Kultur kennenzulernen, desto mehr wird mir dieses Land vertraut - insofern ist ,Fremdheit zwar der Ausgangspunkt einer Betrachtung, aber kein dauerhafter Zustand. Wem die Aufklärung auch nach längerer Zeit der Befassung mit ihr ,fremd geblieben ist, dem ist offenkundig der Zugang zur Aufklärungsepoche versagt geblieben. Die Schuld daran, dass die Autoren die „Fremdheit“ nicht überwinden konnten, liegt nicht bei der Aufklärung, sondern verdankt sich der Unangemessenheit ihrer Vorgehensweise, die statt einer systematischen Betrachtung der Aufklärung eigentlich nur ein Sündenregister ihrer Vertreter erstellen wollten, die nach ihrer Ansicht keine Sachprobleme lösen wollten, sondern in erster Linie an „polemische[r] Selbstinszenierung auf der Grundlage eines Geschichtsnarrativs“ (32, 141) interessiert waren. Weil der Streit über Inkonsequenzen der Emanzipationsprinzipien von den Vertretern der Aufklärung selbst geführt wurde, brauchte die Welt auch nicht auf das Erscheinen des Buches dieser beiden ,wahren Feinde der Aufklärung zu warten. Übrigens erklären die Autoren wider Willen, wie sie selbst die „Fremdheit“ mit der Aufklärungsepoche produzieren. Im Hinblick auf Raynals und Diderots Geschichte beider Indien heißt es: Wenn man „den modernen Antikolonialismus [über den man aber bei Pecar und Tricoire nichts erfährt] zum Maßstab nimmt, muss man zumindest zur Einsicht gelangen, […] es handele sich um ein patriotisches und kolonialistisches Werk“. So einfach funktioniert Widerlegung: Man geht von den eigenen Vorurteilen aus, konstatiert „Fremdheit“ und Widersprüchlichkeit und kann den Text beiseite legen. Es handelt sich um eine unreflektierte Methode, „die in einer vollkommen unhistorischen Abgleichung bestimmter Positionen der Aufklärung […] aktuellen, zumeist postmodernen Überzeugungen besteht“, so Gideon Stiening in seiner konzisen Übersicht über die Strategien der Aufklärungsgegner, vgl. Gideon Stiening, Selbstermächtigung falscher Freunde? Zu den Formen historiographischer Aufklärungskritik und deren Folgen, in: Daniela G. Camhy (Hg.), Enlightenment today. Sapere aude! - Have Courage to Use Your Own Understanding, Baden-Baden 2020, 25–42. Stiening kritisiert u. a. die „zum Teil ermüdenden Taschenspielertricks der beiden Autoren, die bestimmte - an sich nur den Zeitkonventionen zu verdankende - Vorurteile einzelner Autoren zur Substanz der Aufklärungsdebatten erklären“ (38). Das Buch ist leider nur ein dumpfer, von Vorurteilen geprägter Angriff auf die Aufklärungsphilosophie und kann deshalb nicht empfohlen werden

Selbstverschuldete Inkompetenz…

Bewertung am 10.09.2020
Bewertungsnummer: 2774331
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Selbstverschuldete Inkompetenz falscher Freunde Nicht jeder, der sich mit der Aufklärungsepoche beschäftigt, ist zu solchen interpretatorischen Differenzierungen in der Lage bzw. bereit. Ein neueres Beispiel hierfür ist das ärgerliche Buch von Andreas Pecar, Damien Tricoire, Falsche Freunde. War die Aufklärung wirklich die Geburtsstunde der Moderne?, Frankfurt am Main 2015. Die Autoren sind jedoch so ehrlich, die Schranke ihrer eigenen Deutung den Leserinnen und Lesern gleich mitzuteilen: sie plädieren dafür, „die Fremdheit der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts“ anzuerkennen (12, 35) und wollen „Zweifel an der Vertrautheit der heuigen Zeit mit dem Phänomen und der Epoche der Aufklärung“ (13) säen. Nun beruht das Fremdheitsempfinden im Wesentlichen auf der mangelnden Bekanntschaft und Kenntnis der Sache, um die es geht. Reise ich in ein entferntes Land, so kann es sein, dass mir anfangs vieles an den Sitten und Gebräuchen seiner Bewohner ,befremdlich vorkommt. Aber je länger ich in einem solchen Land verbleibe und je mehr ich mich darum bemühe, seine Kultur kennenzulernen, desto mehr wird mir dieses Land vertraut - insofern ist ,Fremdheit zwar der Ausgangspunkt einer Betrachtung, aber kein dauerhafter Zustand. Wem die Aufklärung auch nach längerer Zeit der Befassung mit ihr ,fremd geblieben ist, dem ist offenkundig der Zugang zur Aufklärungsepoche versagt geblieben. Die Schuld daran, dass die Autoren die „Fremdheit“ nicht überwinden konnten, liegt nicht bei der Aufklärung, sondern verdankt sich der Unangemessenheit ihrer Vorgehensweise, die statt einer systematischen Betrachtung der Aufklärung eigentlich nur ein Sündenregister ihrer Vertreter erstellen wollten, die nach ihrer Ansicht keine Sachprobleme lösen wollten, sondern in erster Linie an „polemische[r] Selbstinszenierung auf der Grundlage eines Geschichtsnarrativs“ (32, 141) interessiert waren. Weil der Streit über Inkonsequenzen der Emanzipationsprinzipien von den Vertretern der Aufklärung selbst geführt wurde, brauchte die Welt auch nicht auf das Erscheinen des Buches dieser beiden ,wahren Feinde der Aufklärung zu warten. Übrigens erklären die Autoren wider Willen, wie sie selbst die „Fremdheit“ mit der Aufklärungsepoche produzieren. Im Hinblick auf Raynals und Diderots Geschichte beider Indien heißt es: Wenn man „den modernen Antikolonialismus [über den man aber bei Pecar und Tricoire nichts erfährt] zum Maßstab nimmt, muss man zumindest zur Einsicht gelangen, […] es handele sich um ein patriotisches und kolonialistisches Werk“. So einfach funktioniert Widerlegung: Man geht von den eigenen Vorurteilen aus, konstatiert „Fremdheit“ und Widersprüchlichkeit und kann den Text beiseite legen. Es handelt sich um eine unreflektierte Methode, „die in einer vollkommen unhistorischen Abgleichung bestimmter Positionen der Aufklärung […] aktuellen, zumeist postmodernen Überzeugungen besteht“, so Gideon Stiening in seiner konzisen Übersicht über die Strategien der Aufklärungsgegner, vgl. Gideon Stiening, Selbstermächtigung falscher Freunde? Zu den Formen historiographischer Aufklärungskritik und deren Folgen, in: Daniela G. Camhy (Hg.), Enlightenment today. Sapere aude! - Have Courage to Use Your Own Understanding, Baden-Baden 2020, 25–42. Stiening kritisiert u. a. die „zum Teil ermüdenden Taschenspielertricks der beiden Autoren, die bestimmte - an sich nur den Zeitkonventionen zu verdankende - Vorurteile einzelner Autoren zur Substanz der Aufklärungsdebatten erklären“ (38). Das Buch ist leider nur ein dumpfer, von Vorurteilen geprägter Angriff auf die Aufklärungsphilosophie und kann deshalb nicht empfohlen werden

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Falsche Freunde

von Andreas Pecar, Damien Tricoire

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  • Produktbild: Falsche Freunde
  • Inhalt Vorwort9 Einleitung: Propheten der Moderne?11 Auf der Suche nach dem Ursprung der Moderne11 Die Aufklärer und ihr Geltungsanspruch27 Der Blick zurück nach vorn: Fortschritt und Aufklärung37 Fortschritt und Genie37 Innovation oder Traditionsstiftung?45 Offene Zukunft?46 Geschichte als Zivilisationsprozess50 Für eine dritte Reformation: Die Religions- und Toleranzdebatte63 Vernunftreligion oder religiöse Toleranz?63 Ein Pluralismus der Bekenntnisse?67 Materialismus und religiöse Toleranz78 "Ad maiorem Dei gloriam": Rassentheorien der Aufklärer83 Von Sklaven und Affen: Rassentheorien in der Plantagenkolonie87 Rassentheorien und vormoderne Weltbilder91 Aufklärerische Scholastik101 Die Befreiung der Weißen: Der Abolitionismus105 Menschen- oder Bürgerrechte? 110 Die göttliche Strafe abwenden113 Frankreich ist keine Despotie:
    Sklavereikritik ohne Abolitionismus116 Natur, Moral und Nutzen: Die Geburt des aufklärerischen Abolitionismus121 Sklaven für sklavenlose Kolonien: Abolitionismus und imperiale Bestrebungen125 Die patriotische Geschichte beider Indien: Auf der Suche nach neuen Kolonien129 Der philosophe und die glücklichen Tiere130 Schwarze Legende, weiße Legenden134 Patrioten in Übersee138 Von Ministern und philosophes:
    Die Erziehung zur patriotischen Tugend144 Antikoloniale Passagen?146 Und (nebenbei) schuf der Mann das Weib: Frauenbilder153 Naturalisierung und klassischer Republikanismus157 Gab es eine "querelle des femmes"?160 Bürger zweiter Klasse167 Epilog: Die Cacouacs am Versailler Hof
    oder Was war Aufklärung?173 Anmerkungen183 Quellen- und Literaturverzeichnis211 Quellen211 Forschungsliteratur214