Produktbild: Falsche Freunde

Falsche Freunde War die Aufklärung wirklich die Geburtsstunde der Moderne?

1

36,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.08.2015

Abbildungen

9 Abbildungen

Verlag

Campus

Seitenzahl

231

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/1,7 cm

Gewicht

299 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-50474-2

Beschreibung

Rezension

»›Falsche Freunde‹ ist ein spannender Versuch, die Aufklärung als Schlagwort und Mythos zu hinterfragen, ein Versuch, der auch für Nicht-Fachleute gut lesbar ist.«, SWR 2 Buchkritik, 28.10.2015
»Das [...] Buch bringt vermeintlich sicheres Wissen ins Wanken und ist gerade deshalb empfehlenswert.« Martin Schneider, Spektrum der Wissenschaft, 06.11.2015

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.08.2015

Abbildungen

9 Abbildungen

Verlag

Campus

Seitenzahl

231

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/1,7 cm

Gewicht

299 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-50474-2

Herstelleradresse

Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG
Werderstr. 10
69469 Weinheim
DE
info@campus.de

Kundinnen und Kunden meinen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

  • Bewertung

    1/5

    10.09.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Selbstverschuldete Inkompetenz…

    Selbstverschuldete Inkompetenz falscher Freunde Nicht jeder, der sich mit der Aufklärungsepoche beschäftigt, ist zu solchen interpretatorischen Differenzierungen in der Lage bzw. bereit. Ein neueres Beispiel hierfür ist das ärgerliche Buch von Andreas Pecar, Damien Tricoire, Falsche Freunde. War die Aufklärung wirklich die Geburtsstunde der Moderne?, Frankfurt am Main 2015. Die Autoren sind jedoch so ehrlich, die Schranke ihrer eigenen Deutung den Leserinnen und Lesern gleich mitzuteilen: sie plädieren dafür, „die Fremdheit der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts“ anzuerkennen (12, 35) und wollen „Zweifel an der Vertrautheit der heuigen Zeit mit dem Phänomen und der Epoche der Aufklärung“ (13) säen. Nun beruht das Fremdheitsempfinden im Wesentlichen auf der mangelnden Bekanntschaft und Kenntnis der Sache, um die es geht. Reise ich in ein entferntes Land, so kann es sein, dass mir anfangs vieles an den Sitten und Gebräuchen seiner Bewohner ,befremdlich vorkommt. Aber je länger ich in einem solchen Land verbleibe und je mehr ich mich darum bemühe, seine Kultur kennenzulernen, desto mehr wird mir dieses Land vertraut - insofern ist ,Fremdheit zwar der Ausgangspunkt einer Betrachtung, aber kein dauerhafter Zustand. Wem die Aufklärung auch nach längerer Zeit der Befassung mit ihr ,fremd geblieben ist, dem ist offenkundig der Zugang zur Aufklärungsepoche versagt geblieben. Die Schuld daran, dass die Autoren die „Fremdheit“ nicht überwinden konnten, liegt nicht bei der Aufklärung, sondern verdankt sich der Unangemessenheit ihrer Vorgehensweise, die statt einer systematischen Betrachtung der Aufklärung eigentlich nur ein Sündenregister ihrer Vertreter erstellen wollten, die nach ihrer Ansicht keine Sachprobleme lösen wollten, sondern in erster Linie an „polemische[r] Selbstinszenierung auf der Grundlage eines Geschichtsnarrativs“ (32, 141) interessiert waren. Weil der Streit über Inkonsequenzen der Emanzipationsprinzipien von den Vertretern der Aufklärung selbst geführt wurde, brauchte die Welt auch nicht auf das Erscheinen des Buches dieser beiden ,wahren Feinde der Aufklärung zu warten. Übrigens erklären die Autoren wider Willen, wie sie selbst die „Fremdheit“ mit der Aufklärungsepoche produzieren. Im Hinblick auf Raynals und Diderots Geschichte beider Indien heißt es: Wenn man „den modernen Antikolonialismus [über den man aber bei Pecar und Tricoire nichts erfährt] zum Maßstab nimmt, muss man zumindest zur Einsicht gelangen, […] es handele sich um ein patriotisches und kolonialistisches Werk“. So einfach funktioniert Widerlegung: Man geht von den eigenen Vorurteilen aus, konstatiert „Fremdheit“ und Widersprüchlichkeit und kann den Text beiseite legen. Es handelt sich um eine unreflektierte Methode, „die in einer vollkommen unhistorischen Abgleichung bestimmter Positionen der Aufklärung […] aktuellen, zumeist postmodernen Überzeugungen besteht“, so Gideon Stiening in seiner konzisen Übersicht über die Strategien der Aufklärungsgegner, vgl. Gideon Stiening, Selbstermächtigung falscher Freunde? Zu den Formen historiographischer Aufklärungskritik und deren Folgen, in: Daniela G. Camhy (Hg.), Enlightenment today. Sapere aude! - Have Courage to Use Your Own Understanding, Baden-Baden 2020, 25–42. Stiening kritisiert u. a. die „zum Teil ermüdenden Taschenspielertricks der beiden Autoren, die bestimmte - an sich nur den Zeitkonventionen zu verdankende - Vorurteile einzelner Autoren zur Substanz der Aufklärungsdebatten erklären“ (38). Das Buch ist leider nur ein dumpfer, von Vorurteilen geprägter Angriff auf die Aufklärungsphilosophie und kann deshalb nicht empfohlen werden

Kundinnen und Kunden meinen

5

0

4

0

3

0

2

0

1

1

Bewertungen (1)

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Falsche Freunde
  • Inhalt

    Vorwort 9

    Einleitung: Propheten der Moderne? 11

    Auf der Suche nach dem Ursprung der Moderne 11

    Die Aufklärer und ihr Geltungsanspruch 27

    Der Blick zurück nach vorn: Fortschritt und Aufklärung 37

    Fortschritt und Genie 37

    Innovation oder Traditionsstiftung? 45

    Offene Zukunft? 46

    Geschichte als Zivilisationsprozess 50

    Für eine dritte Reformation: Die Religions- und Toleranzdebatte 63

    Vernunftreligion oder religiöse Toleranz? 63

    Ein Pluralismus der Bekenntnisse? 67

    Materialismus und religiöse Toleranz 78

    "Ad maiorem Dei gloriam": Rassentheorien der Aufklärer 83

    Von Sklaven und Affen: Rassentheorien in der Plantagenkolonie 87

    Rassentheorien und vormoderne Weltbilder 91

    Aufklärerische Scholastik 101

    Die Befreiung der Weißen: Der Abolitionismus 105

    Menschen- oder Bürgerrechte? 110

    Die göttliche Strafe abwenden 113

    Frankreich ist keine Despotie:

    Sklavereikritik ohne Abolitionismus 116

    Natur, Moral und Nutzen: Die Geburt des aufklärerischen Abolitionismus 121

    Sklaven für sklavenlose Kolonien: Abolitionismus und imperiale Bestrebungen 125

    Die patriotische Geschichte beider Indien: Auf der Suche nach neuen Kolonien 129

    Der philosophe und die glücklichen Tiere 130

    Schwarze Legende, weiße Legenden 134

    Patrioten in Übersee 138

    Von Ministern und philosophes:

    Die Erziehung zur patriotischen Tugend 144

    Antikoloniale Passagen? 146

    Und (nebenbei) schuf der Mann das Weib: Frauenbilder 153

    Naturalisierung und klassischer Republikanismus 157

    Gab es eine "querelle des femmes"? 160

    Bürger zweiter Klasse 167

    Epilog: Die Cacouacs am Versailler Hof

    oder Was war Aufklärung? 173

    Anmerkungen 183

    Quellen- und Literaturverzeichnis 211

    Quellen 211

    Forschungsliteratur 214