Harper Lee beschwört den Zauber und die Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten: Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Finch, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Finch lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer "ehrbaren" Mitbürger zum Trotz.
Unvergessliche Figuren, menschliche Güte und leiser Humor zeichnen den Roman aus, der in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde und die Herzen von Generation um Generation neu erobert.
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Spannender und gut durchdachter Inhalt
Emma Zecka am 26.12.2022
Bewertungsnummer: 1848659
Bewertet: Hörbuch-Download
Das Hörbuch erzählt die Geschichte der Geschwister Scout und Jem, die in den 1930er Jahren in den USA aufwachsen. Ihr Vater ist alleinerziehend. Er arbeitet als Rechtsanwalt. Daher ist es ihm ein großes Anliegen, seinen Kindern beizubringen, dass Situationen immer aus mehreren Perspektiven betrachtet werden können. Sie sollen nicht einfach so ein Urteil über Situationen oder Personen fällen, sondern sich erst mit deren Motiven beschäftigen, bevor sie eine Entscheidung darüber fällen können, was richtig und was falsch ist.
Als ihr Vater eines Tages Tom vor Gericht vertreten soll, ändert sich das Leben der Familie. Tom ist schwarz. Ihm wird vorgeworfen eine weiße Frau vergewaltigt zu haben.
Die zentrale Fragestellung ist, welche Auswirkungen es hat, wenn man Menschen nur aufgrund eines Merkmals verurteilt, ohne die Situation oder Personen von mehreren Perspektiven aus zu betrachten. Harper Lee arbeitet hier eine tolle Konfliktsteigerung heraus. Zuerst stellen wir uns der Frage im Kleinen: Scout und Jem, die Konflikte mit anderen Kindern oder Leuten aus der Nachbarschaft haben. Von Situation zu Situation wird der Konflikt größer. Bis wir nämlich beim Thema Rassismus ankommen.
Die Geschwister sind die Hauptfiguren im Hörbuch. Jem ist drei Jahre älter als Scout und hat im Vergleich zu seiner Schwester, einen ruhigen Charakter. Er trifft Entscheidungen wohlüberlegt. Natürlich lässt er immer wieder den großen Bruder raushängen, was sich dadurch zeigt, dass er Scout wegschickt, ihr erklärt, dass sie vieles nicht versteht. Aber dann auch wieder Verantwortung übernimmt und sie schützt.
Scout hingegen ist eine sehr temperamentvolle Neunjährige. Manchmal wirkt sie verträumt. Aber wenn jemand kommt und sie angreift, ist sie mit einem Mal hellwach und verteidigt sich auch das ein oder andere Mal mit Fäusten.
Das Hörbuch wurde im Argon Verlag produziert. Der Titel ist sowohl als Download als auch als CD erhältlich. Das Tolle ist, dass beide Formate ungekürzt sind. Das Hörbuch hat eine Laufzeit von ca. 12 Stunden.
Bei mir ist die CD eingezogen. Wer die Nachtigall stört befindet sich in einer Digifile Hülle und macht sich sehr schön im Hörbuchregal.
Das Hörbuch wird von Eva Mattes gelesen. In Wer die Nachtigall stört hat sie im Vergleich zur neapolitanischen Saga eine etwas hellere Stimmfarbe. Ich fand das ziemlich spannend, weil ich mich gefragt habe, ob es zu Eva Mattes Interpretation gehört hat, oder ob es einfach daran liegt, dass sich ihre Stimme zwischen der Interpretation der beiden Hörbücher verändert hat.
Eva Mattes hat hier keine leichte Aufgabe: Sie muss die Handlung zum einen aus der Perspektive von Scout erzählen. Einem Kind, das vieles noch nicht versteht und somit auch einen naiven Blick auf die Welt hat. Andererseits muss Eva Mattes die wesentlichen Aspekte der Gespräche der Erwachsenen herausarbeiten und das transportieren, was oft unausgesprochen bleibt. Dieser Spagat ist ihr hier sehr gut gelungen.
Harper Lees Schreibstil hat mich wirklich beeindruckt. Sie schafft es die Frage des Romans bis ins kleinste Detail herauszuarbeiten und dabei verschiedene Perspektiven zu thematisieren, ohne aber den Blick auf das Wesentliche zu verlieren. Sie kommt von den Details immer wieder zum roten Faden zurück.
Weise und humorvoll
monerl aus Langen am 20.11.2017
Bewertungsnummer: 1063413
Bewertet: Hörbuch-Download
Kurzmeinung: gehört und gelesen
Handlung: Das Thema Rassismus und Ungleichheit von Menschen, beispielhaft an einem fiktiven Ort in Alabama dargestellt, als Weiße sich noch nicht für die Rechte schwarzer Bürger eingesetzt haben. Als das eigene Gefühl, höher geboren und wertvoller zu sein, noch über der Wahrheit stand. Als der ungerechtfertigte Tod eines Familienvaters keinen Aufschrei verursachte, da er doch nur ein Schwarzer war.
Charaktere:Ich war von allen Figuren im Buch begeistert und bin ein großer Fan von Atticus und Scout geworden! Dieser trockene Humor, der sich insbesondere über Scout, trotz des ernsten Themas, durch den Roman zieht, ist das sogenannte i-Tüpfelchen. Die Autorin hat sich sehr viel Zeit gegeben, uns die Figuren nahezubringen, was ihr außerordentlich gut gelungen ist. Ich hatte eine genau Vorstellung der Figuren vor Augen, die diesen Roman auch zu einem wundervollen Hörerlebnis gemacht haben.
Spannung: Die Hoffnung stirbt zuletzt und dadurch gibt es auch eine Spannung, die sich gesteigert durch die Seiten zieht. Atticus ist klug und wenn einer das Unmögliche möglich machen kann, dann ist es er, dieser alleinerziehende Mann mit so viel Weisheit und Verständnis für Menschen, ihre Nöte und Sorgen.
Schreibstil: Harper Lee hat einen ganz besonderen Schreib- bzw. Erzählstil gefunden, der dieses Buch zu einem wahren Erlebnis machen. Eindrucksvoll beschreibt sie das Zusammenleben der weißen Bevölkerung mit der schwarzen. Sie nimmt sich der damaligen Probleme an und zieht sie ans Licht. Die Autorin schaffte es, dass ich mich in der Ohnmacht der damaligen Zeit gefangen fühlte. Es erschütterte mich, wie Menschen sich in all den Jahrhunderten und Jahrzehnten kaum nach vorne entwickeln, haben wir es in der heutigen Zeit mit ähnlichen Probleme, auf anderen Ebenen, zu tun.
Ende: Wer sich fragt, warum das Buch diesen etwas seltsamen Titel trägt, sollte das Buch bis zum Schluss lesen. Am Ende wird der Bezug hergestellt und alles erklärt.
Hörbuch: Eva Mattes verleiht auch diesem Buch ihre unverkennbare Marke und macht es zu einem besonderen Hörerlebnis. Sie wird den Kindern gerecht und materialisiert einen Atticus, den man sich gerne als Nachbar und Freund im eigenen Umfeld wünscht.
Fazit: Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte, befasst er sich doch mit wichtigen Themen, die auch heute noch aktuell sind und ist ein Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen! Eine wunderbare Schullektüre, um Kinder durch die kindlichen Augen von Scout brisante Themen näher zu bringen und sie dafür zu sensibilisieren
Meinung aus der Buchhandlung
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"Wer den Nachtigall stört" gehört nicht umsonst in jedes Bücherregal. Besonders diese Neuübersetzung zeigt uns wie aktuell die Themen sind. Rassismus, Mut und die Wirtschaftskrise der 30. Jahre sind nur ein paar der Themen des aus Kurzgeschichten zusammengestückelten Romans die uns auch noch heute beschäftigen!
Lassen Sie sich von der kleinen Stadt Maycomb in Alabama und ihrer Einwohner bezaubern. Besonders von der kleinen Scout (Jean Louise), der Erzählerin.
Im kleinen Südstaatenstädtchen Maycomb wachsen die Geschwister Scout und Jem auf. Charles Baker Harris, von allen nur Dill genannt, ist ihr bester Freund. Sie verbringen ihre Zeit in relativer Freiheit und in der Natur. Die Idylle der Kleinstadt endet, als der Vater von den Geschwistern, Atticus Finch der Abgeordneter und Anwalt ist, einen heiklen Fall übernimmt: Ein junger schwarzer Mann, soll angeblich eine weiße Frau angegriffen haben. Im rassistisch geprägten Süden der USA beginnt eine beispiellose Vorverurteilung und Hetze. Mittendrin die Familie Finch.
Der Rowohlt Verlag hat - Wer die Nachtigall stört - in einer überarbeiteten und neuen Übersetzung herausgebracht. Zeitgleich ist er mit dem Überraschungsroman im DVA Verlag - Geh hin und stell einen Wächter - aus der Feder derselben Autorin, Harper Lee, erschienen und war bis dahin war es auch das einzige Buch, dass die mittlerweile verstorbene Schriftstellerin geschrieben hat. 40 Jahre nach dem Verfassen des Manuskripts wurde es wiedergefunden und nun endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Manch ein Leser sieht auch viel biografisches in dieser Erzählung und dem geneigten Leser meiner Rezensionen möchte ich nicht etwas anderes verraten: Harper Lee war eine Jugendfreundin von Truman Capote und manch böse Zunge behauptet sogar, dass sie gar nicht schreiben könne und der mit vielen Auszeichnungen überhäufte Roman eigentlich von ihm ist. Ein Brief von Truman Capote soll beweisen, dass nichts an diesem Gerücht dran sein soll. Ähnlichkeiten des Erzählstils sagen nichts aus, die beiden Schriftsteller könnten sich auch gegenseitig in ihrer Kreativität befruchtet haben. Nach dem Erfolg ihres Buches, gingen allerdings beide getrennte Wege. Harper Lee zog sich aus der Öffentlichkeit beinahe komplett zurück und Truman Capote reifte zum Skandalautor seiner Zeit. Auf alle Fälle liegt der zweite Roman von Harper Lee auf meinen SuB und ich bin darauf schon sehr gespannt. Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wer die Nachtigall stört.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der jungen Scout und man fühlt sich regelrecht in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts versetzt. Durch die kindliche und teils naive Sichtweise bekommt der Roman eine gewisse Leichtigkeit in der Erzählung, obwohl er den Leser mit einem schwerwiegendem Thema konfrontiert, dem Rassismus. Auch heute noch ist der Roman in den USA, in konservativen Kreisen sehr verpönt ist nichtsdestotrotz zu einem wichtigen Instrument der Bürgerrechtsbewegung geworden. Wer weiß wie die Welt aussehen würde, hätte es diesen Roman nie gegeben. Aber es ist nicht nur ein politischer Roman, sondern zeigt auch ein romantisiertes Bild der Südstaaten und zeigt ein verklärtes Bild einer anscheinend wohlbehüteten Kindheit (=sieht man von dem rassistisch geprägten Gerichtsverhandlung ab). Manchmal hab ich mich auch an Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn erinnert. Anfang der 60er Jahre wurde der Film mit Gregory Peck in der Hauptrolle verfilmt und ich kann mich dunkel daran erinnern, ihn in meiner Kindheit gesehen zu haben. Was man nun von diesem Roman hält, er gehört für mich auf alle Fälle zur klassischen amerikanischen Literatur, die man gelesen haben sollte.
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