Karl Kraus (1874-1936) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller zu Beginn des 20. Jd.s. Er war nicht nur Dramatiker, sondern auch Satiriker, Lyriker und Publizist, der insbesondere den Hetzjournalismus, wie er in den Kriegsjahren ausgeübt wurde, scharf verurteilte. »Die letzten Tage der Menschheit«, eine dramatische Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog, entstand während des 1. Weltkrieges und in den Jahren danach, als Reaktion auf die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges. Diese werden in weit mehr als 200 mehr oder weniger zusammenhängenden Szenen beschrieben, die größtenteils auf Tatsachenberichten beruhen. Das Stück ist in seiner vollen Länge noch nie aufgeführt worden.
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4.0/5.0
Daniela Ammann
aus Wien
4/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Die Euphorie des Krieges
Nach dem tragischen Mord an Franz Ferdinand bricht im Volk zunächst eine Euphorie aus einen Krieg zu beginnen. Karl Kraus fängt in vielen einzelnen Szenen die Gesinnung des Volkes ein und stellt diese abnehmende Freude am Kriegssgeschehen sehr bildhaft dar. Oft überzogen und mit einem Hauch Ironie. Kraus selbst schrieb, dass dieses Stück einem Marstheater zugedacht wurde, da es nach irdischen Maßstäben zehn Abende beanspruchen würde. Dennoch ist das Werk "Die letzten Tage der Menschheit" ein grandioses Stück österreichischer Literatur.
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