Nur widerwillig fährt Charlotte Nowak, fünfzehn und sehr schüchtern, mit sieben anderen Mädchen ins Sommerferiencamp. Doch dort ist schnell alles anders als erwartet: Dinge verschwinden, und als eines Morgens die Gruppenleiterin ausrastet, flüchten die Mädchen, klauen ein Hundefängerauto samt Hunden und fahren ins Erzgebirge, wo eine von ihnen einen alten Stollen kennt. Hier schlagen sie sich durch immer freiere, immer aufregendere und schönere Sommertage zwischen Waldabenteuern und nächtlichen Streifzügen zu Supermarkt-Containern. Charly Nowak merkt, dass sie nicht nur schüchtern ist - doch dann stoßen die Mädchen auf eine brisante DDR-Hinterlassenschaft, die Außenwelt holt sie ein, dann kommt auch noch die erste Liebe ... und Charly muss das, was sie gerade an Mut und Freundschaft entdeckt hat, unter Beweis stellen. Mit hinreißender Direktheit und großer Wärme schildert Kirsten Fuchs Ängste und Hoffnungen und alles, was zu jeder neuentdeckten Freiheit dazugehört. Fuchs, für ihre beiden ersten Bücher von der Presse gefeiert, hat mit «Mädchenmeute» einen wunderbar reifen Roman geschrieben, der die großen Fragen des Lebens stellt - die wir am klarsten erkennen, wenn wir jung sind.
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Eine fantastische Teenagergeschichte über Abenteuer, Freiheit und Freundschaft!
Jungenmama aus LB am 01.05.2021
Bewertungsnummer: 877705
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Ich habe das Buch als Hardcover gelesen...Inhalt ist derselbe ;-)
Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen und war versucht es mir zu schnappen, einen schönen Platz im Wald aufzusuchen und sofort wieder von vorne zu beginnen um nochmals in die Abenteuer eintauchen zu können
Diesem Buch gilt meine uneingeschränkte Leseempfehlung, daher hier einige Gedanken dazu:
Cover:
Schwere Qualität, ein roter fester Einband und Autor, Titel und ein Hund auf dem Schutzumschlag. Das Buch fällt ins Auge und will in die Hand genommen werden. Wer es anfängt zu lesen, den lässt die Geschichte nur schwer wieder los.
Inhalt:
Charlotte ist 15Jahre, großgewachsen, schüchtern, etwas linkisch und nicht wirklich glücklich als sie mit sieben wildfremden Mädels in einem klapprigen Kleinbus auf den Weg ins Erlebniscamp sitzt.
Natürlich macht sie sich Gedanken mit wem sie am ehesten befreundet sein will, aber jedes der Mädchen hat einen anderen Charakter und seine eigenen Probleme, was noch zu reichlich Spannungen, zu außergewöhnlichen Problemlösungen aber auch zu besonderen Freundschaften führen wird.
Die Mädchen erleben Gruseliges in ihrer ersten Nacht im Camp und als dann auch noch die Campleiterin und eines der Mädchen verschwinden, fassen die Anderen einen folgeschweren Entschluss und begeben sich auf eine abenteuerliche Reise.
Nur mit einigen wenigen Ausrüstungsgegenständen aus dem Camp starten sie ins Abenteuer - ohne erwachsene Begleitung, ohne Geld, ohne Telefon und vor allem ohne Nachricht an ihre Eltern ihre Reisebegleiter sind einige Hunde, die die Mädchen auf ihrer Flucht aus einem Tiertransporter mitnehmen!
Autorin/Schreibstil:
Das Abenteuer wird von Protagonistin Charlotte in Rückblenden aus der Ich-Perspektive erzählt.
Die Autorin Kerstin Fuchs versteht es in einer anschaulichen und perfekt zur jugendlichen Erzählerin passenden Sprache zu schreiben.
Der Leser gruselt sich mit den Mädchen, lacht mit ihnen und sieht den Wald durch Charlottes Augen. Man wird regelrecht in die Geschichte hineingezogen und spürt den Wald, die Kälte und den Hunger.
Die Beschreibung des Waldes ist sehr detailliert, fast schon poetisch und vermittelt eine ganz besondere Liebe zur Natur. Man merkt das die Autorin sich viel Zeit genommen hat ausgiebig zu recherchieren und selbst am Ort des Geschehens war. Auch ihr enges Verhältnis zu Hunden und eine gute Menschenkenntnis spürt der Leser in den genauen Beschreibungen der verschiedenen tierischen und menschlichen Charaktere.
Durch wiederholte Andeutungen zu Beginn der Geschichte ist der Leser immer wieder neugierig wie es weitergehen wird. Zahlreiche Wendungen überraschen immer wieder aufs Neue, so dass ein riesiger Spannungsbogen aufgebaut wird, der bis zum Ende des Buches bestehen bleibt.
FAZIT:
Ich schwenke meinen großen Hut vor der Autorin ;-)
Ein wunderbares Buch für Teenagermädchen um sich selbst / die Welt besser zu verstehen und für Ältere um nochmals in die Naivität der Jugend einzutauchen.
Mädchenmeute
Bewertung aus Cuxhaven am 01.05.2021
Bewertungsnummer: 871458
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Der größte Teil des Buches ist unterhaltsam geschrieben, besonders der Anfang war so, dass ich einige Male lachen musste. Danach wurde mir das alles zu langatmig und der Schluss hat mir leider nicht so gut gefallen. Trotzdem ein lesenswertes Buch, das von mir 4 Sterne bekommt!
Eine etwas andere Mädchenbande mit Höhen und Tiefen
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Mädchenmeute“ von Kirsten Fuchs stand schon seit Jahren, seit eine Vortragende an der Uni davon erzählt hat, auf meinem Merkzettel. Das Buch hat sogar den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016 gewonnen, was meine Neugier besonders geweckt hat. Nach Beenden des Buches kann ich nicht mehr als drei Sterne geben: Es gibt viele Elemente, die mich begeistern konnten, aber zwischendurch wollte ich auch mal aufhören zu lesen.
Worum geht es?
Charlotte ist 15 Jahre alt, sehr schüchtern und auf der Suche nach einer Sommerferienbeschäftigung. Da kommt eine Anzeige in der Zeitung für ein Camp für wilde Mädchen genau richtig. Und so beginnt ein ganz besonderes Abenteuer ...
Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Charlotte; sehr subjektive Eindrücke wechseln sich ab mit inneren Monologen, typisch für Teenager. Teilweise teilt Charlotte wirre Gedanken mit uns und oft ist dadurch nicht klar, was überhaupt passiert. Charakteristisch für den Schreibstil sind kurze Sätze, teilweise auch unvollendet. Durch diese Erzählweise hatte ich immer wieder das Gefühl, dass ich es bei Charlotte mit einer unzuverlässigen Erzählerin zu tun habe. Die Geschehnisse im ersten Teil (Das Camp) waren so gruselig und mysteriös geschildert, dass ich nie so genau wusste, was hier eigentlich passiert. Ich hätte auf jeden Fall schon früh versucht, einen Weg nach Hause zu finden ... So war es zu Beginn schwierig, einen Zugang zu finden. Dass es für diese fragmenthaften, mysteriösen Vorkommnisse am Ende tatsächlich eine große überraschende Auflösung gibt, hat mich wieder positiv gestimmt.
Ich habe lange gebraucht, die Mädchen und ihre Eigenschaften auseinanderzuhalten. Nur Freigunda (die Mittelalterliche) und Yvette (die Schöne) waren für mich detailliert charakterisiert. Bezüglich Freigunda: Was hier bezüglich Hundeerziehung vermittelt wurde, ist mir sauer aufgestoßen. Das Konzept des Rudelführers und der Dominanztheorie ist veraltet. Einen Hund zu unterdrücken, Bellen verbieten, den Hund beißen ... So erschafft man sich einen gefährlichen Hund, keinen Gefährten. Die Idee, dass alle Mädchen einen Hund passend zu ihrem Charakter haben, der sie im zweiten Teil (Der Wald) begleitet, hat mir gut gefallen und hätte auch ohne Freigundas Taten funktioniert.
Besonders interessant war, wie und wo die Mädchen schlafen, was sie essen, wie sich ihre Dynamik ständig ändert, wie sich vor allem Charlotte ändert: vom Mädchen, das nie selbst ihre Meinung kundtut, sondern nur ganz leise flüstert, sodass ihr Nachbar sie laut ausspricht, zu einem Mädchen, das am Ende ihre eigenen Entscheidungen treffen kann. Für mich hat die Autorin die Abenteuer der Mädchen authentisch rübergebracht und ich hätte mir nicht gedacht, dass es so wild wird. Ich frage mich allerdings, ob die charakterliche Weiterentwicklung und Größe nachhaltig ist, wenn Charly in ihr altes Leben zurückkehren muss. Das Leben im Wald war ja eine Ausnahmesituation.
Durch den Schreibstil war das Buch doch recht anstrengend zu lesen und ich habe immer nur ein paar Seiten am Stück geschafft. Erst im dritten Teil (Die Laube) hat sich mein Interesse wieder gesteigert. Plötzlich gab es einen kleinen Kriminalfall, dem sich Charly annimmt. Das war überraschend und hat das Buch spannender gemacht. Durch die drei Jungs kam eine neue Dynamik hinein und ich habe nicht mit der Auflösung am Ende gerechnet.
Auf das Buch muss man sich einlassen und konzentriert dranbleiben, sonst läuft man Gefahr, Wichtiges zu verpassen. Dass es in der Schule als Klassenlektüre gerne gelesen wird, kann ich mir allein aufgrund der Länge nicht vorstellen. Ich habe gemischte Gefühle: Ich empfehle das Buch aufgrund des Schreibstils weiter, weil es Spaß macht, Charlottes Gedanken zu folgen, und auch wieder nicht, weil es dadurch anstrengend wird. Trotzdem überrascht die Geschichte ständig und ist deshalb eine Lektüre wert.
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