Wie bekomme ich ein zufriedenes Baby, das nachts durchschläft? Wie schaffe ich es, als Mutter oder Vater nicht ständig erschöpft zu sein? Spätestens, wenn Eltern vollkommen übermüdet sind und das Gefühl haben, auch das Baby kommt nicht wirklich zur Ruhe, wird Rat gesucht. Und diesen Rat finden sie in der frisch überarbeiteten Version des Bestsellers "Schlaf gut, mein kleiner Schatz".
Hier finden Eltern Anregungen für einen guten Rhythmus zwischen Füttern und Schlafen. Sie bekommen Hilfen, wie sie mit Wachstumsschüben und damit verbundenen Änderungen im Nahrungsbedürfnis des Kindes umgehen. Sie erhalten Hilfestellungen, wie sie auf die sich ändernden Schlafbedürfnisse ihres Kindes besser eingehen. Und wie sie den Tagesablauf zu ihrer eigenen Entlastung sogar strukturieren können.
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Als ich „Babywise“ in diesem…
cho-ice am 19.12.2014
Bewertungsnummer: 2697392
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Als ich „Babywise“ in diesem Jahr zu lesen begann, war unser erstes Kind gerade 5 Monate alt geworden und ich dachte mir: „Das passt ja!“ Doch leider musste ich feststellen: Bei diesem Buch stimmt leider vieles hinten und vorne nicht. Im Zentrum steht, wie der Titel vermuten lässt, das Schlafen bzw. das Antrainieren eines Schlaf-Rhythmus nach der Methode „Elterngelenktes Füttern“ (EFG). Hierbei steht klar das Wohl der Eltern im Vordergrund, nicht das Wohl des Kindes. Es wird außerdem suggeriert, dass alle Kinder sich in das vorgestellte Schema von Ezzo und Bucknam pressen lassen und nach 6-8 Wochen durchschlafen. Zwar wird netterweise auch mehrmals gesagt, dass jedes Kind individuell ist, aber letztlich gestehen sie nur Abweichungen von wenigen Wochen zu, bis sich ein Kind auf diesen Rhythmus eingestellt haben soll. Dass ein Baby sich schlichtweg einzufügen hat in das Leben seiner Eltern, ist in meinen Augen eine fatale Einstellung für die gesunde Entwicklung eines Säuglings, der keine andere Möglichkeit hat, seine Bedürfnisse zu äußern als eben durch Schreien. Die Studien, die die Autoren anführen, um ihre Theorie zu belegen, sind meiner Meinung nach wissenschaftlich höchst fragwürdig, sowohl in punkto Fallzahlen, als auch im Hinblick auf die Methoden, da sie sich nicht überprüfen lassen. Was neben diesen inhaltlichen Punkten irritiert, ist die Herangehensweise der Autoren. Eigentlich ist „Babywise“ eine Einführung für Eltern in das erste Jahr mit ihrem Baby. Das Buch enthält viele gute und Anregungen zum Thema Stillen, Säuglingspflege, etc., die auf dem heutigen Kenntnisstand sind, und darüber hinaus wertvolle medizinische Hinweise (was bei einem Kinderarzt ja auch zu erwarten ist). Der Buchaufbau, Titel und Klappentext sind jedoch alle so um die propagierte EFG-Methode herum strukturiert, dass diese positiven Aspekte unter den Tisch fallen bzw. man sich erst beim Lesen des Buches dessen bewusst wird. Allerdings sind mir beim Lesen auch viele Tipps und Ansichten begegnet (z. B. zum Tragetuch, Schlafen in einem Bett, Bauchlage, Fieber), die ich fragwürdig bzw. übertrieben und unsinnig fand. Zusammenfassend halte ich dieses Buch für gefährlich, denn es weckt falsche Erwartungen bei Eltern und vermittelt falsche Erkenntnisse über die Entwicklung von Kindern im ersten Lebensjahr. Obwohl das Buch bei Gerth Medien, einem christlichen Verlag, erschienen ist, fehlt im jeglicher Bezug zum christlichen Glauben. Ironischerweise ist im selben Verlag ein Buch zur Entwicklung von Kindern erschienen („Die Herzen unserer Kinder berühren“), das ich sehr empfehlen kann - und dessen Erkenntnisse und Ansätze völlig im Gegensatz zu „Babywise“ stehen. Mein Fazit für alle (werdenden) Eltern lautet also: Finger weg!
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