Produktbild: Geisterstunde

Geisterstunde Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

31301

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.09.2014

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,8/12,8/2,2 cm

Gewicht

298 g

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-05700-5

Beschreibung

Rezension

„Pflichtlektüre! Liessmann besticht durch Scharfsinnigkeit ebenso wie durch eine brillante Rhetorik.“ Friedrike Gösweiner, Tiroler Tageszeitung, 19.09.14
„Eine brillant formulierte, amüsant polemisierende Attacke auf die Unbildung.“ Markus Schär, Weltwoche, 01.10.14
"Provozierend, klug und erfrischend." Lerke von Saalfeld, SWR2, 25.11.14
"Liessmanns umfassende Kritik ist nicht nur inhaltlich fundiert, sie wird auch den stilistischen und formalen Anforderungen gerecht, die man mit anspruchsvoller Essayistik verbindet." Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 10.12.14

Produktdetails

Verkaufsrang

31301

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.09.2014

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,8/12,8/2,2 cm

Gewicht

298 g

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-05700-5

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE
info@hanser.de

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Entlarvung des neoliberalistischen Optimierungs- und Verwertungswahns in der Bildung

fritzcat am 04.05.2015

Bewertungsnummer: 877163

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sehr brauchbare aristotelische Definition von Glück durch Wissen und Bildung im Vorwort: die Fähigkeit ohne Verwertungszwang die Lust und Freiheit des Denkens, Erkennens, Verstehens zu genießen, sich am Schönen zu erfreuen. Von dieser Sichtweise ausgehend werden Wissen und Bildung mit den gegenwärtig adäquaten Strömungen (Bildungsreformen, B-Expertentum, Wissensbegrenzung etc.) kritisch in Relation gesetzt. Bildungsreformitis wird als Kniefall vor neoliberalistischem Optimierungs- und Verwertungswahn entlarvt, Bildungsexpertentum als ideologisierte Geldmacherei und Kompetenzmanie als polarisierte Wissens- und Bildungsbeschränkung. Die unterhaltsame Aufbereitung des Kapitels über Consulting, Mentoring, Counseling etc. vermittelt sehr schlüssig die dahinter verborgene Intention der Entmündigung und konterkariert gleichzeitig Kompetenzen wie Entscheidungsfähigkeit, Selbstmanagement oder Hausverstand. Die Fähigkeit richtig von falsch oder Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden wird in den Hintergrund gedrängt und ist im globalen Ausbeutungskonzept auch nicht wünschenswert. Wünschenswert ist Identität über Konsum, infantile Abhängigkeit statt kritischer Betrachtung, Verantwortungsabgabe statt Selbstverantwortung. Die Basisterminologie der neoliberalen Strategen (Bologna, Pisa, Wettbewerb, Kompetenz, Messbarkeit usw.) wird erfreulich weitblickend analysiert und nach den Kriterien der Vernunft bewertet. Die daraus abgeleitete Conclusio für Schulen und Universitäten ist wohltuend logisch und macht Hoffnung, aber die immer wiederkehrende Floskel „dabei wäre alles so einfach“ verweist wohl eher auf die Tatsache, dass dieses Alles ganz und gar nicht einfach ist. Im letzten Kapitel werden Alternativen angeboten und der Wert des Musischen, Humanistischen und lustvollen Umgangs mit Wissen und Literatur betrachtet. Eine Gesellschaft, wird resümiert, die den Dingen keinen Eigenwert, keine Ästhetik und Schönheit mehr zubilligt, ist barbarisch, beschränkt und unmenschlich. Manche Themen (Power Point Präsentationen) werden etwas polemisch behandelt, für eine Diskussion sind sie jedoch allesamt äußerst brauchbar – eine Streitschrift eben.

Entlarvung des neoliberalistischen Optimierungs- und Verwertungswahns in der Bildung

fritzcat am 04.05.2015
Bewertungsnummer: 877163
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sehr brauchbare aristotelische Definition von Glück durch Wissen und Bildung im Vorwort: die Fähigkeit ohne Verwertungszwang die Lust und Freiheit des Denkens, Erkennens, Verstehens zu genießen, sich am Schönen zu erfreuen. Von dieser Sichtweise ausgehend werden Wissen und Bildung mit den gegenwärtig adäquaten Strömungen (Bildungsreformen, B-Expertentum, Wissensbegrenzung etc.) kritisch in Relation gesetzt. Bildungsreformitis wird als Kniefall vor neoliberalistischem Optimierungs- und Verwertungswahn entlarvt, Bildungsexpertentum als ideologisierte Geldmacherei und Kompetenzmanie als polarisierte Wissens- und Bildungsbeschränkung. Die unterhaltsame Aufbereitung des Kapitels über Consulting, Mentoring, Counseling etc. vermittelt sehr schlüssig die dahinter verborgene Intention der Entmündigung und konterkariert gleichzeitig Kompetenzen wie Entscheidungsfähigkeit, Selbstmanagement oder Hausverstand. Die Fähigkeit richtig von falsch oder Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden wird in den Hintergrund gedrängt und ist im globalen Ausbeutungskonzept auch nicht wünschenswert. Wünschenswert ist Identität über Konsum, infantile Abhängigkeit statt kritischer Betrachtung, Verantwortungsabgabe statt Selbstverantwortung. Die Basisterminologie der neoliberalen Strategen (Bologna, Pisa, Wettbewerb, Kompetenz, Messbarkeit usw.) wird erfreulich weitblickend analysiert und nach den Kriterien der Vernunft bewertet. Die daraus abgeleitete Conclusio für Schulen und Universitäten ist wohltuend logisch und macht Hoffnung, aber die immer wiederkehrende Floskel „dabei wäre alles so einfach“ verweist wohl eher auf die Tatsache, dass dieses Alles ganz und gar nicht einfach ist. Im letzten Kapitel werden Alternativen angeboten und der Wert des Musischen, Humanistischen und lustvollen Umgangs mit Wissen und Literatur betrachtet. Eine Gesellschaft, wird resümiert, die den Dingen keinen Eigenwert, keine Ästhetik und Schönheit mehr zubilligt, ist barbarisch, beschränkt und unmenschlich. Manche Themen (Power Point Präsentationen) werden etwas polemisch behandelt, für eine Diskussion sind sie jedoch allesamt äußerst brauchbar – eine Streitschrift eben.

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Geisterstunde

von Konrad Paul Liessmann

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