Produktbild: Im Angesicht der Apokalypse
Band 57

Im Angesicht der Apokalypse Clausewitz zu Ende denken

Aus der Reihe MSB Paperback
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41,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.07.2014

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

388

Maße (L/B/H)

22,1/14,1/3,8 cm

Gewicht

640 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Achever Clausewitz

Übersetzt von

Stefanie Günthner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-88221-388-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.07.2014

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

388

Maße (L/B/H)

22,1/14,1/3,8 cm

Gewicht

640 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Achever Clausewitz

Übersetzt von

Stefanie Günthner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-88221-388-1

Herstelleradresse

Matthes & Seitz Verlag
Großbeerenstraße 57A
10965 Berlin
DE

Email: info@matthes-seitz-berlin.de

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    01.12.2014

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ernüchternd und verdammt gut

    Es mag sein, dass der Buchtitel, mit der Ankündigung, von der Apokalypse Europas bzw. des Abendlandes zu handeln, abschreckt. Jedoch garantiert der Name René Girard Bedachtsamkeit und Klugheit. Girard erlangte mit philosophischen und sozialwissenschaftlichen Analysen seine Bekanntheit; Analysen, die eine Struktur von Begehren, Mimesis und Opferlogik beschreiben. Wobei er in seinen Arbeiten u.a. an Hegel, Lacan und Kojève anknüpfte. Sein neues Buch, ein Interviewband, geht von drei Thesen aus: 1. Noch nie war sich die Menschheit derart bewusst wie heute, dass sie fähig ist, sich völlig zu vernichten, sei es durch Kriege oder durch ökologische Katastrophen. 2. Heutzutage werden Kriege nicht mehr aus Macht steigernden, aus ökonomischen, politischen, ideologischen oder religiösen Gründen geführt, vielmehr fühlen sich alle kriegführende Parteien als Opfer der Anderen. Die Logik, nach der sich jede kriegführende Partei als Opfer der Anderen fühlt, führt dazu, dass die angewandte Gewalt bis zum äußersten Exzess gesteigert wird. 3. Um diese Logik der Gewaltexzesse zu beschreiben, vergleicht Girard Hegel mit Clausewitz, da beide – wie kaum andere Autoren – Denker des Krieges sind, die wiederum zu gänzlich anderen Schlüssen kamen. Auch wenn man den Analysen Girards nicht in allen Punkten folgen sollte, so ist das Buch erstaunlich und von großer Denkkraft. Girard belässt es nicht bei der bloßen Beschreibung der Kriege und des Abzählens von Leid. Mit Hegel und Clausewitz versucht er das brutale Kalkül des Krieges zu denken. Die apokalyptische Logik des Kriegsparteien, die er dabei freilegt, ist allzu ernüchtern. Kriegsgemeinschaften, Gemeinschaften, die im äußersten Fall bereit sind, Gewalt anzuwenden, sind nichts anderes als Gemeinschaften, die sich als Opfer verstehen. Diese Gemeinschaften gibt es auch nur als diese Opfer der Anderen. Die Gemeinschaft hat weder Substanz, noch das Projekt ihrer Gründung oder Ausgestaltung. Es sind todgeweihte Todgemeinschaften. Es ist nur das Nichts als Opfer, das als Klebstoff ihrer sozialen Bindung fungiert. Girard diskutiert Hegel und Clausewitz als Gegenpole, und zwar als Gegenpole und Zeitgenossen Napoleons, die in dessen Wahrnehmung zu völlig konträren Schlüssen kommen. Hegel reagierte auf Napoleons gewaltigen Feldzügen mit einem Konzept der harmonischen Integration: Hegel sieht den Weltgeist reiten. Clausewitz wird von Girard als Apokalyptiker gelesen, der mit Napoleons Krieg zur Totalisierung der Menschheit die Menschheit zur äußersten Vernichtung drängen sah.

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