Ein belgischer Badeort mit Geschichte und Glanz: Hier kommen im Sommer 1936 noch einmal all die zusammen, die in Deutschland keine Heimat mehr haben. Stefan Zweig trifft auf seinen Freund Joseph Roth, der findet hier seine letzte große Liebe Irmgard Keun. Auch Kisch und Toller, Koestler und Kesten sind da. Es könnte ein Sommer unter Freunden sein. Wenn sich die politische Lage nicht täglich zuspitzte und ihre Bücher nicht verboten wären. Es sind Dichter auf der Flucht. Mit vollendeter Eleganz erzählt Volker Weidermann von diesem letzten gemeinsamen Sommer der Freunde, bevor sich ihre Wege für immer trennten. Ungekürzte Lesung mit Ulrich Noethen 3 CDs | ca. 4 h 0 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
literaturbine (ehemalige Buchhändlerin Osiander)
aus Speyer
5/5
23.07.2021
Hörbuch (CD)
Ostende 1936. Die Welt steht kurz vor der zweiten großen Katastrophe des letzten Jahrhunderts. So finden sich die Verfolgten und Heimatverlorenen in Ostende zusammen. Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen den Literaten Stefan Zweig und Joseph Roth: ihr Leben, ihr Schaffen, ihre Liebe, ihre Verzweiflung eingebettet in eine der kreativsten kulturellen Zeitepochen der Moderne. Hörbuch-Literatur pur, wunderbar!
Christopher Bahn
Book Circle Community
5/5
11.08.2025
eBook (ePUB 3)
Ein Buch wie ein Krimi
Ein spannendes und tolles Buch: Im Sommer 1936 treffen einige aus Deutschland geflüchtete Autoren zusammen, um zum letzten Mal gemeinsam zu feiern. Wir erfahren viel über die Autoren wie Stefan Zweig und Joseph Roth und wie es mit ihnen weiter gegangen ist. Volker Weidermann kann hervorragend formulieren und erzählen - ein wirklicher Lesegenuss. Sehr empfehlenswert.
Hamaru
aus Nürtingen
5/5
22.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein kleiner, feiner Roman…
Ein kleiner, feiner Roman über das Zusammentreffen deutscher und österreichischer Autoren im Sommer 1936 in Ostende. Ein Sommer, indem man noch hoffte und doch wusste, dass es die Welt von gestern nicht mehr geben würde. Ein Buch über Freundschaft und Trennung, ein kleiner, feiner Roman.
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sommer 1936, Ostende, der belgische Badeort ist Schauplatz des Treffens und der Freundschaft zwischen Stefan Zweig und Joseph Roth. Geflüchtet aus der deutschen Heimat, in der sie als entartet gelten, treffen sie in Ostende auf weitere deutsche Verzweifelte. Fest steht: Ihre Welt besteht nicht mehr und das müssen sie jeden Tag neu begreifen. Feinsinnig und präzise recherchiert, hat Volker Weidermann eine kleine Perle geschaffen. Für mich DIE Entdeckung des jetzigen Bücher-Frühjahrs. Jeder, der Florian Illies 1913 mochte, wird diesen Roman mit Genuss lesen. Großartig!
Sandra von Siebenthal
aus Romanshorn
5/5
09.09.2021
Buch (Taschenbuch)
Freundschaft im Exil
Im Sommer 1936 zieht es Stefan Zweig nach Ostende. Er will arbeiten, in Ruhe, Ruhe haben von seiner Frau, mit der er schon lange nicht mehr glücklich ist, Ruhe haben von dem, was zu Hause abgeht politisch. Er schreibt an seine Sekretärin und Geliebte, Lotte Altmann nach London, sie solle mitsamt ihrer Schreibmaschine nach Ostende kommen. Sie würden da einfach leben. Es ist nicht das erste Mal, dass Stefan Zweig in Ostende ist, es ist ein sicherer Wert, er weiss, wer und was ihn da erwartet: Viele seiner Schriftstellerkollegen und Freunde, die wie er auf der Flucht sind vor einem Regime in einem Land, das das ihre nicht mehr sein kann, weil ihre Bücher da nicht mehr erscheinen dürfen: Joseph Roth, Irmgard Keun, Hermann Kesten, Ernst Toller, Egon Erwin Kisch.
«Jetzt sind sie Menschen auf der Flucht in einer Urlaubswelt.»
Besonders mit Joseph Roth verbindet Stefan Zweig eine enge Freundschaft – eigentlich mehr als das. Es ist eine grosse Bewunderung für dessen Schaffen, das er aber am Alkohol zugrunde gehen sieht; und Roth damit. Der jüngere Freund, dem Alkohol durchaus zugetan, steht finanziell und gesundheitlich immer am Abgrund, ist auf die Hilfe seines brüderlichen Freundes angewiesen, kann sie aber doch nicht ganz annehmen, da er sich für die Abhängigkeit schämt und sich nicht unterlegen zeigen will.
Roth trifft in Ostende auf Irmgard Keun, es ist der Beginn einer zweijährigen Beziehung, welche neben der grossen Liebe (Roth ist wohl Keuns grösste Liebe in ihrem Leben) aus Schreiben und Trinken besteht, die beiden sind in beidem sehr fleissig.
Volker Weidermann ist ein wunderbares Porträt der Schriftsteller auf der Flucht gelungen. Mit feinem Blick, zielsicherer Sprache und genügend Wissen, die Inhalte auf leichte Art zu erzählen malt er ein Bild einer Oase in der Zeit, welche einerseits die Wunden durchscheinen lässt, andererseits die Kompensationsstrategien der Einzelnen aufzeigt – und dies ohne moralinsaure Stimme, ohne abschätzigen Ton, ohne zu stark zu Psychologisieren.
Fazit
Ein grossartiges Buch über die Geschichte einiger Schriftsteller auf der Flucht, das mit viel Hintergrundwissen, Menschlichkeit und einem gut lesbaren Erzählfluss aufwartet. Eine ganz grosse Leseempfehlung.
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