Er ist ein Unikat in einer Welt, in der sich jeder durch Originalität abheben will. Er ist als Einziger erwachsen in einer Welt mit kindischen Spielregeln. Und der Einzige, der sich noch nach etwas sehnt und auch dafür kämpft: der Schüler James Weinbach. Mit >Ich gegen Osborne< zieht Joey Goebel der amerikanischen Partygesellschaft den Stecker!
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Übers Erwachsenwerden
Bewertung am 18.06.2013
Bewertungsnummer: 439703
Bewertet: eBook (ePUB)
Wer kennt sie nicht- die Zeit im Leben in der dich Alles und Jeder verwirrt, am meisten du selbst. James verachtet seine Mitschüler und hat schnell für jeden ein Vorurteil parat. Der Autor zeigt jedoch recht schnell, dass James zwar anders, aber kein Stück besser ist als die Anderen.
So ist der vermeintlich dumme Schönling auf den zweiten Blick sehr belesen und die unter Garantie nymphomanische Zicke ein ganz nettes Mädel - zumindest bis auf weiteres.
Alles hängt hier in der Schwebe, jeder Eindruck kann revidiert werden, nichts ist sicher- ein Tag im Leben eines Teenagers.
Endlich mal ein Roman über die Highschool, bei dem man nicht gleich hinter jeder Ecke einen Amoklauf vermutet... zumindest meistens.
Cool Uncool...
Maria V. aus Innsbruck am 25.05.2013
Bewertungsnummer: 812265
Bewertet: eBook (ePUB)
...ist der Protagonist dieses Romans - verschroben, anders, ein Aussenseiter wie er im Buche steht (im wahrsten Sinne des Wortes). Goebel schildert einen Tag im Leben seines (tragischen) Helden und man fühlt sich mitten in die Welt der Highschool und ihrer Abgründe hineinversetzt. James Weinbach ist zynisch, vielleicht manchmal ein bisschen verbittert, zu sagen er mag seine Highschoolzeit nicht, ist untertrieben. Großartiges Buch von einem tollen Autor - man schmunzelt, aber Goebel ist der Realität doch nicht zu fern.
Die Springbreaks sind für James Weinbach nichts weiter als ein weiteres Indiz für die dumme große Hurerei, der sich seine Mitschüler nur zu gern hingeben. Der Siebzehnjährige ist einer von vielen Schülern der Osborne High. James unterscheidet sich von seinen Mitschülern nicht nur Äußerlich, in dem er in der Schule Anzug und Krawatte trägt, und dadurch nicht nur beinahe wie ein Dandy der 50er Jahre wirkt, sondern auch durch seine eher misanthropischen und gesellschaftspessimistischen Einstellungen. Aus reinem Pflichtgefühl heraus ist er höflich und er bedient sich keiner Gangstersprache. Ohne dass er wirklich in die Streber oder Freak Schublade passt, ist er selbst unter den Außenseitern ein eigenartiger Sonderling. Die Einzige, der er sich angetan fühlt ist Chloe. Und anders als James, hatte sie Spaß in den Ferien. Mehr Spaß als es James junge Persönlichkeit eigentlich ertragen kann. Die Geschichte beginnt an einem eigentlich normalen Schultag um 7:47 und endet am selben Tag um 15:34 Uhr. Der Beginn des Tages läutet das vorläufige Ende der scheinbar endlosen Party ein. Doch die nächste ist nicht fern: der Abschlussball an der Osborne Senior Highschool.
In einem Beitrag über " Ich gegen Osborne", in einer renommierten Zeitung war von der Dreieinigkeit aus Sex, Suff und Strand in Amerika die Rede, als es um das Frühjahrspektakel, besser bekannt unter der Bezeichnung Spring Break, ging und treffender kann man wohl diese Ausschweifungen nicht beschreiben. 14 Tage Dauergeil, auf der Suche nach dem nächsten Vollrausch oder der nächsten sexuellen Ausschweifungen scheint es für den modernen Jugendlichen nichts Erstrebenswerteres mehr zu geben. Klischee trifft auf Klischee möchte man meinen, und so überzeichnet Joey Goebel die Gesellschaft und setzt ihr einen mindestens genauso überzeichneten Charakter vor. Unweigerlich hab ich mich ständig gefragt: War das bei mir auch so? Ist das jetzt tatsächlich (=zumindest für pubertäre Schüler) das Maß aller Dinge?" In überspitzter Art und Weise führt er viele Ideale und Prioritäten dieser Gesellschaft ad absurdum und dekonstruiert gekonnt den Wahnsinn, der uns mittlerweile nahezu normal erscheint. Die dumme große Hurerei nennt es James und man begleitet nun diesen jungen Mann, knappe 8 Stunden lang durch einen für ihn eigentlich alltäglichen Schultag, und erlebt eine emotionale Achterbahn der Gefühle, wie man sie eben als junger Mensch in diesem Ausmaß anscheinend ständig ausgesetzt ist. Ich gegen Osborne ist der vierte Roman des erst 32-jährigen Schriftstellers, aber mein erster den ich gelesen habe. Kritiker vergleichen nun diesen künftigen Klassiker des Coming out of Age, mit dem Fänger in Roggen. Ich persönlich fand Salingers wohl berühmtestes Werk als lahm und überholt, weswegen mir dieser Vergleich nicht sonderlich gut gefällt, und mir wiederrum die Kritik einbrachte: Du bist zu alt um diesen Adoleszenzroman zu verstehen. Deine Jugendzeit ist zu lange her. Falsch gedacht! Egal ob Klassiker oder moderne Gegenwartsliteratur, gerade die Pubertät die Goebel nicht zu Unrecht mit Satan vergleicht (Zitat aus dem Roman: Satan, dein Name ist Pubertät.), ist für den Jugendlichen der sie erlebt aber auch für den Erwachsenen kein Honiglecken. Hier trennt sich meiner Meinung nach auch das Lesepublikum von Goebel. Auf der einen Seite, die armen Teufel, die gerade die Pubertät am eigenen Körper und Geist durchleben und auf der anderen Seite der Erwachsene, der manchmal zu nostalgisch in die eigene Jugendzeit zurückblickt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn neben Salingers Werk auch jenes von Goebel in der Schule besprochen wird. Ganz sicher ist, dass es nicht der letzte Roman ist, den ich von Joey Goebel lesen werde und höchstwahrscheinlich werden wir von diesem wirklich talentierten Schriftsteller, bald etwas Neues lesen. Derweil vertreibe ich mir die Zeit mit Heartland.
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