Jakobsweg im Smoking? Tatsächlich? Tatsächlich: Ein dänischer Pilger hat seinen feinsten Anzug dabei, weil er glaubt, spanische Restaurants würden ihn sonst nicht hereinlassen. Andere Pilger bringen ihre Hängematte mit, dicke Wörterbücher, Solarladegeräte, tütenweise Proviant und Batterien.Seit über tausend Jahren gehen Pilger den Jakobsweg, da könnte man vermuten, dass sich mittlerweile eine gute Packliste herumgesprochen hat. Das Gegenteil scheint der Fall: Viele Pilger kommen mit 20-30 kg schweren Riesenrucksäcken, laufen sich Füße, Knie und Schultern kaputt, bevor sie dann für viel Geld große Pakete nach Hause schicken. In kurzweiligen Episoden berichtet der Autor von den Wirrungen der Ausrüstungsbeschaffung und pilgert schließlich mit nur 3 kg im Rucksack nach Santiago de Compostela. Dieser Ausrüstungsratgeber ist ein Muss für jeden Pilger!
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794 km zu Fuß, 22 Etappen, 3 Kilo Gepäck
Dr_ M aus Sachsen am 05.02.2019
Bewertungsnummer: 1170229
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Abwegiger kann ein Buchtitel eigentlich nicht sein. Doch das ist natürlich Absicht. Jakobsweg und Smoking passen nicht zusammen. Also entsteht im Gehirn ein großes Fragezeichen. Und schon nehmen wir das Buch in die Hand. Hat doch prima geklappt. Oder?
Philipp Winterberg wollte auch auf den Jakobsweg. Nach den ersten Versuchen, sein Gepäck zu planen, musste er feststellen, dass er wohl kaum unter 10 Kilo kommen würde. Immerhin wäre er damit nicht alleine, denn so viel haben wohl mindestens alle dabei. Oft ist es noch wesentlich mehr. Die Vorstellung, dass man mit diesem Gewicht auf dem Rücken mehrere hundert Kilometer durch teilweise nicht einfaches Gelände marschieren muss, stimmt schon in der Theorie bedenklich. In der Praxis wird diese Last bei den oft auch noch untrainierten Pilgern schmerzhaft Rücken, Schultern, Beine, Füße und die Knie belasten.
In seinem Buch berichtet uns der Autor nun, wie er diese Last auf unter drei Kilo optimierte, ohne dass dabei Sicherheits- oder Komfortlücken entstanden, die ihn dann eventuell zur Aufgabe gedrängt hätten. Nun ruft ein solches Vorhaben nicht unbedingt dazu auf, ein Buch darüber zu schreiben. Und wenn man es dennoch versuchen würde, welchen Charme hätte das überhaupt?
Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein solches Buch so flüssig und angenehm liest und kann nur jedem raten, der den Jakobsweg in dieser Form beschreiten oder eine ähnliche Wanderung über viele Etappen machen will, es sich vorher zu Gemüte zu ziehen. Es enthält wirklich viele interessante Anregungen und Ratschläge. Sicher wird nicht jeder alles so machen wollen, wie es der Autor getan hat. Aber seine Herangehensweise erweist sich als so kreativ, dass man sie nicht außer acht lassen kann.
Zunächst beschreibt Winterberg, wie er sich zahlreiche Ausrüstungsgegenstände in Geschäften erklären lies und sie dann selbst ausprobierte, immer unter dem Gesichtspunkt von Praktikabilität und geringem Gewicht. Dass er dabei die entsprechenden Produkte beim Namen nennt, ließ sich natürlich nicht vermeiden. Darauf herumzureiten ist kindisch, weil ein Verzicht dem Text seinen Sinn völlig genommen hätte.
Im zweiten Teil beschreibt er schließlich seine praktischen Erfahrungen auf dem Pilgerweg, im dritten folgt noch einmal die Packliste mit Änderungen unter dem Gesichtspunkt dieser Erfahrungen. Dazu gibt es noch andere praktische Anregungen, die erst nach der erfolgreichen Pilgerfahrt entstanden. Im Anhang folgen eine Preisliste und eine Auflistung der 22 Etappen von Winterbergs Pilger-Wanderung. Das Buch endet mit der Vorstellung eines universellen Kopfschutzes, den Winterberg sich aus einer Sitzmatte und ein paar Clips bastelte und der ihm gute Dienste beim Schutz vor zu viel Sonne und gegen andere Belästigungen erwies.
Ehrlich gesagt kann ich dem…
NatisWelt aus Celle am 22.02.2016
Bewertungsnummer: 2724301
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ehrlich gesagt kann ich dem Klappentext des Buches nicht mehr viel hinzufügen. Wir begleiten Philipp Winterberg bei seinen Vorbereitungen und auch bei seiner Pilgerreise selbst. Er verschafft uns einen Einblick was man benötigt und auch was nicht....oftmals kann es auch passieren, das man Geld für Dinge aus gibt, die man letztendlich gar nicht benötigt. Auch zeigt er uns das eine Pilgerreise nicht immer nur Spaß bedeutet. Ich muss zugeben, das mich das Buch inhaltlich nicht wirklich interessiert hat und ich es von selbst niemals gelesen hätte. Wieso auch wenn man nicht vor hat zu pilgern. Als ich aber von einer sehr guten Freundin (Promoterin) von Herrn Winterberg sehr sehr lieb gefragt wurde, ob ich dieses Buch wohl lesen könnte, konnte ich einfach nicht nein sagen =) Dafür übrigens vielen Dank. Vom Schreibstil her ist das Buch gut gelungen und denke auch das es für Interessierte sehr aufschlussreich ist.
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