Produktbild: Leben oder gelebt werden

Leben oder gelebt werden Schritte auf dem Weg zur Versöhnung

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.04.2013

Abbildungen

14 schwarz-weiße Abbildungen (8 Seiten Bildteil)

Verlag

Heyne

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,5/12/2,5 cm

Gewicht

248 g

Farbe

Weiß / Kaffee

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-453-70228-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.04.2013

Abbildungen

14 schwarz-weiße Abbildungen (8 Seiten Bildteil)

Verlag

Heyne

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,5/12/2,5 cm

Gewicht

248 g

Farbe

Weiß / Kaffee

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-453-70228-8

Herstelleradresse

Heyne Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Sehr lesenswert

CW aus Grimma am 02.03.2021

Bewertungsnummer: 896992

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In diesem sehr interessanten Buch schildert Walter Kohl sein Leben authentisch und manchmal schmerzhaft ehrlich. Seine Kindheit und Jugend stand absolut unter dem Thema "Sohn von Kohl", im Gegensatz zu anderen Promi-Sprösslingen, die diesen Umstand ohne Probleme für sich ausnutzen, hat Walter Kohl sehr gelitten: über das klassische Schulmobbing bis zu körperlichen Angriffen von Personen, die mit der Politik seines Vaters nicht einverstanden waren, bis zur konkreten Lebensgefährdung durch den Linksterrorismus. Mit Betroffenheit liest der Leser/die Leserin die Geschichte eines sehr einsamen Kindes, das unter übergroßen Anforderungen fast zerbrochen ist, ehrlich und schonungslos. Eine offensichtlich überforderte Mutter, die unter unaufgearbeiteten Kriegserlebnissen litt und sich komplett dem Mann unterordnete, und ein ständig abwesender Vater sind sicherlich keine sehr gute Voraussetzung für eine glückliche Kindheit gewesen. Dies soll nicht die Leistung von Helmut Kohl als "Kanzler der Einheit" schmälern, allerdings ging die Arbeit sehr häufig auf Kosten der Familie. Die Brutalität des Linksterrorismus bedarf keines weiteren Kommentars. Ganz nebenbei erfährt der Leser viel über die Nachkriegsgeschichte in Deutschland, bei der Walter Kohl immer "am Puls der Zeit" war. Interessant ist auch seine differenzierte Aufarbeitung all dieser Ereignisse im Erwachsenenalter, die Zeit er Bundeswehr und des Studiums in den USA, sein Leben als Vater eines Kindes nach Scheidung seiner Ehe, der Selbstmord seiner Mutter und die eigenen schon sehr konkreten Suizidgedanken und -planungen. Gott sei Dank kam es nie so weit: einen sehr sympathischen Mann und ein gut geschriebenes Buch würde es anderenfalls nicht (mehr) geben!!

Sehr lesenswert

CW aus Grimma am 02.03.2021
Bewertungsnummer: 896992
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In diesem sehr interessanten Buch schildert Walter Kohl sein Leben authentisch und manchmal schmerzhaft ehrlich. Seine Kindheit und Jugend stand absolut unter dem Thema "Sohn von Kohl", im Gegensatz zu anderen Promi-Sprösslingen, die diesen Umstand ohne Probleme für sich ausnutzen, hat Walter Kohl sehr gelitten: über das klassische Schulmobbing bis zu körperlichen Angriffen von Personen, die mit der Politik seines Vaters nicht einverstanden waren, bis zur konkreten Lebensgefährdung durch den Linksterrorismus. Mit Betroffenheit liest der Leser/die Leserin die Geschichte eines sehr einsamen Kindes, das unter übergroßen Anforderungen fast zerbrochen ist, ehrlich und schonungslos. Eine offensichtlich überforderte Mutter, die unter unaufgearbeiteten Kriegserlebnissen litt und sich komplett dem Mann unterordnete, und ein ständig abwesender Vater sind sicherlich keine sehr gute Voraussetzung für eine glückliche Kindheit gewesen. Dies soll nicht die Leistung von Helmut Kohl als "Kanzler der Einheit" schmälern, allerdings ging die Arbeit sehr häufig auf Kosten der Familie. Die Brutalität des Linksterrorismus bedarf keines weiteren Kommentars. Ganz nebenbei erfährt der Leser viel über die Nachkriegsgeschichte in Deutschland, bei der Walter Kohl immer "am Puls der Zeit" war. Interessant ist auch seine differenzierte Aufarbeitung all dieser Ereignisse im Erwachsenenalter, die Zeit er Bundeswehr und des Studiums in den USA, sein Leben als Vater eines Kindes nach Scheidung seiner Ehe, der Selbstmord seiner Mutter und die eigenen schon sehr konkreten Suizidgedanken und -planungen. Gott sei Dank kam es nie so weit: einen sehr sympathischen Mann und ein gut geschriebenes Buch würde es anderenfalls nicht (mehr) geben!!

Eine Reise in die nahe deutsche Vergangenheit

Christiane Treder aus Dresden am 02.02.2021

Bewertungsnummer: 708313

Bewertet: eBook (ePUB)

Die Autobiografie von Walter Kohl, dem "Sohn vom Kohl", ist anders als ich erwartet hatte. Ich dachte, es gibt das übliche "Plaudern aus dem Nähkästchen", wie es denn so war, als Sohn des langjährigen deutschen Bundeskanzlers aufzuwachsen. Da ich ebenfalls 1963 geboren wurde, war es für mich auch eine Reise in die Vergangenheit. Den Zeitgeist vor allem der 70er und 80er Jahre nochmal Revue passieren zu lassen und mit eigenen Erinnerungen abzugleichen, war fesselnd. Es war eine andere Welt, der RAF-Terror, der damals bis in die Kleinstädte spürbar war durch die allgegenwärtigen Fahndungsplakate mit den schwarzweißen Gesichtern. Auch die Angst vor einem neuen Krieg, der NATO-Doppelbeschluß, die Anti-Atomkraft-Demos, etc. es war alles wieder da. Dass das Aufwachsen mit einem Vater in einer so exponierten Position nicht leicht gewesen sein dürfte, war mir klar. Trotzdem ist es hochinteressant, die Entwicklung der Bundesrepublik aus genau diesem Blickwinkel nochmal nachzuerleben. Das schwierige Verhältnis Walter Kohls zu den Eltern und die späte Versöhnung, ist das Erbe unserer Generation, was mir erst durch das Buch von Sabine Bode, "Kriegsenkel" klar wurde. Unsere Eltern haben einen verheerenden Krieg und eine furchtbare Nachkriegszeit erlebt und überlebt, für uns eine unvorstellbare Erfahrung, die aber in unsere Erziehung eingeflossen ist. Das heutige Elternbild, mit Nähe und emotionalem Verständnis ist eine neue Entwicklung, unsere Eltern wuchsen anders auf und haben es so an uns weitergegeben und da bedeutete Emotionalität Schwäche. Sich mit den Eltern mit Mitte 40, in der zweiten Pubertät, zu versöhnen ist wichtig, um frei zu werden von den eigenen zu hohen Erwartungen an die Eltern, denen diese Generation nicht entsprechen kann. So gesehen ist die Entwicklung von Walter Kohl auch eine der ganzen Generation der in den 60er Jahren geborenen Kinder.

Eine Reise in die nahe deutsche Vergangenheit

Christiane Treder aus Dresden am 02.02.2021
Bewertungsnummer: 708313
Bewertet: eBook (ePUB)

Die Autobiografie von Walter Kohl, dem "Sohn vom Kohl", ist anders als ich erwartet hatte. Ich dachte, es gibt das übliche "Plaudern aus dem Nähkästchen", wie es denn so war, als Sohn des langjährigen deutschen Bundeskanzlers aufzuwachsen. Da ich ebenfalls 1963 geboren wurde, war es für mich auch eine Reise in die Vergangenheit. Den Zeitgeist vor allem der 70er und 80er Jahre nochmal Revue passieren zu lassen und mit eigenen Erinnerungen abzugleichen, war fesselnd. Es war eine andere Welt, der RAF-Terror, der damals bis in die Kleinstädte spürbar war durch die allgegenwärtigen Fahndungsplakate mit den schwarzweißen Gesichtern. Auch die Angst vor einem neuen Krieg, der NATO-Doppelbeschluß, die Anti-Atomkraft-Demos, etc. es war alles wieder da. Dass das Aufwachsen mit einem Vater in einer so exponierten Position nicht leicht gewesen sein dürfte, war mir klar. Trotzdem ist es hochinteressant, die Entwicklung der Bundesrepublik aus genau diesem Blickwinkel nochmal nachzuerleben. Das schwierige Verhältnis Walter Kohls zu den Eltern und die späte Versöhnung, ist das Erbe unserer Generation, was mir erst durch das Buch von Sabine Bode, "Kriegsenkel" klar wurde. Unsere Eltern haben einen verheerenden Krieg und eine furchtbare Nachkriegszeit erlebt und überlebt, für uns eine unvorstellbare Erfahrung, die aber in unsere Erziehung eingeflossen ist. Das heutige Elternbild, mit Nähe und emotionalem Verständnis ist eine neue Entwicklung, unsere Eltern wuchsen anders auf und haben es so an uns weitergegeben und da bedeutete Emotionalität Schwäche. Sich mit den Eltern mit Mitte 40, in der zweiten Pubertät, zu versöhnen ist wichtig, um frei zu werden von den eigenen zu hohen Erwartungen an die Eltern, denen diese Generation nicht entsprechen kann. So gesehen ist die Entwicklung von Walter Kohl auch eine der ganzen Generation der in den 60er Jahren geborenen Kinder.

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