Das Herz ist ein einsamer Jäger

Roman

detebe Band 24224

Carson McCullers

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Beschreibung

Der Roman spielt im Staat Georgia, in einer hässlichen heißen Innenstadt. Es ist die Geschichte eines begabten Mädchens, Mick Kelly, und ihres gewaltsamen Kampfes gegen eine unnachgiebige und harte Umgebung. Carson McCullers' mitleidiges Engagement gilt den einsamen Sonderlingen und Außenseitern, die sich um den taubstummen John Singer scharen, um ihm ihr Herz auszuschütten.

Carson McCullers, geboren 1917 in Columbus (Georgia), wollte eigentlich Pianistin werden. Mit 500 Dollar fuhr sie mit achtzehn alleine nach New York, um an der renommierten Juilliard-Musikschule zu studieren. Das Geld verschwand auf mysteriöse Weise, doch sie blieb in New York, arbeitete als Sekretärin, Kellnerin, Barpianistin und beschloss, Schriftstellerin zu werden. Mit 23 erlitt sie den ersten von drei Schlaganfällen, ihr Leben wurde bestimmt durch die Krankheit, der sie ihr Werk abrang, und durch Einsamkeit, besonders nach dem Suizid ihres Mannes 1953. Carson McCullers starb 1967 in Nyack (New York).

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 18.12.2012
Verlag Diogenes
Seitenzahl 592
Maße (L/B/H) 18,1/11,3/3 cm
Gewicht 386 g
Auflage 7. Auflage
Originaltitel The Heart Is a Lonely Hunter
Übersetzer Susanna Brenner-Rademacher
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-24224-9

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Großartige Geschichte. Gereift, wie guter Wein!

Dorothea Rose aus Frankfurt am 11.04.2021

Bewertet: Hörbuch (CD)

Die zentrale Figur hält (in eigener Illusion von Freundschaft gefangen) so lange Träume und Hoffnung aller Einsamen um ihn zusammen, wie seine eigene Illusion währt. Wie ein ferner Erzähler hält die Autorin wiederum zu allen Abstand und desillusioniert unser aller Sehnsucht nach "Happy End". Ich hätte mir eine noch neutralere Stimme als Vorleserin gewünscht. Großartige Geschichte, gereift wie guter Wein und bestimmt unvergänglich!

4/5

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Eine Ballade als Roman!

Bewertet: eBook (ePUB)

Gleich im Titel verbirgt sich die Stimmung dieses Melancholischen Romans. Man wird mitgenommen in diese tragische Szenerie einer Kleinstadt in Georgia der 30er Jahre und entdeckt gleich fünf traurige Helden. Der Roman beginnt mit dem Taubstummen John Singer und seinem ebenfalls Taubstummen, etwas zurückgebliebenen Mitbewohner Antoapoulos. Die Beiden leben in einem symbiotisch anmutenden Zustand. Nach kleineren Ladendiebstählen wird Antoapoulos von seinem Cousin in eine Anstalt eingewiesen. Auf der Karte, die John Singer, den Leuten bei der Erstbegegnung entgegenhält, stehen unter seinem Namen die Sätze: ”Ich bin taubstumm, kann aber von den Lippen ablesen und alles verstehen. Bitte nicht schreien. Jetzt vollkommen allein begrüßt Singer die einsamen Herzen, die immer wieder zu ihm in seine kleine Wohnung kommen, um sich ihren Schmerz von der Seele zu reden. Da ist die kleine Mick Kelly, ein jungen Mädchen in der Pubertät, deren Einbindung in familiäre Pflichten ihrer grenzenlosen Liebe zu Musik gegenübersteht und letztendlich alle diesbezüglichen Träume scheitern lässt. Der Wirt Biff Brannon des Cafe York, der sich nicht mehr erinnern kann ob er seine Frau überhaupt noch liebt, da sie zwar dass selbe Bett teilen, doch nie zur selben Zeit. Brannons Frau arbeitet Tagsüber im Cafe, währen Brannon der Beinahe die ganze Nacht über bedient, sich ausschläft. Mit dem Marxisten Jake Blount verkehrt ein versoffener Idealist in dem Café, der vergeblich gegen die schreiende Ungerechtigkeit im kapitalistischen System der USA anpredigt und aufgrund seines Alkoholismus nur Gelegenheitsjobs behalten kann. Und der Arzt Benedict Copeland. Ein gebildeter Schwarzer der laut die skandalöse Rassendiskriminierung anprangert und nicht verstehen kann, warum sich so viele Schwarze in ihr zweitklassiges Schicksal fügen. ”Es handelt sich um die Geschichte von fünf isolierten, einsamen Menschen auf der Suche nach Ausdruck und nach spirituellem Aufgehen in etwas, was größer ist als sie selbst.“ (Carson McCullers) Leider hat der Diogenes Verlag nicht so viel Herz in den Roman gelegt wie die damals junge McCullers, so wurde nur die alte Übersetzung von Susanna Rademacher einfach ein bisschen überarbeitet (zuletzt 2011) und dadurch grobe Fehler im Buch belassen. Wem es möglich ist sollte das Buch in der originalen Sprache lesen. Abgesehen davon ist dieser lyrische Roman ein Fest für einfühlsame Leser, die am Ende tief betroffen vom Einblick in die innere Welt der Figuren das Buch zuklappen. Mit reichlich Stoff zum Nachdenken versehen hat mich „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ sehr bewegt und ich habe es mit Genuss gelesen.
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