Was haben Miranda July, Markus Werner und Wilhelm Genazino gemeinsam? Lesen Sie dieses Buch und Sie wissen es.Maria hat Zeit. So sitzt sie tagsüber oft auf einer Bank am Platz vor der Kirche, beobachtet das Treiben dort, ein Kommen und Gehen, Leute, die Ziele haben und wenig Zeit. Die arbeitslose Textilfachverkäuferin kennt sich mit Stoffen aus, weiß, was zueinander passt, was Schwächen kaschiert und Vorzüge betont. In ihrem Fall ist das schwieriger: Welcher Vorzug macht ihr Alter vergessen für einen Markt, der sie nicht braucht? Alt ist sie nicht, aber ihr Leben läuft trotzdem rückwärts, an seinen Möglichkeiten, Träumen und Unfällen vorbei: Otto, den sie im Gemüsefach vergisst, Walter, den Elvis-Imitator von der traurigen Gestalt, der sie zur Witwe macht, Eduard, der mit einer anderen aus der Stadt zurückkehrt, ihre kleinere Schwester, die sosehr Mutter ist, dass sie Maria wie ein Kind behandelt. In solchen Geschichten um solche Menschen, liebenswert in ihrer skurrilen Versponnenheit, entwirft Anna Weidenholzer ein Bild von einer Frau am Rande der Gesellschaft. Und das ist immer noch mitten im Leben.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
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5/5
05.11.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Seltsam, berührender Ausflug in das Leben
Maria ist 48, Verkäuferin, Witwe und arbeitslos. Die Welt um sie herum entgleitet ihr zunehmend mit jedem Tag, den sie zuhause verbringt, an jedem Tag, an dem sie wieder keine Arbeit findet, wieder keinen Anschluss findet, wieder versagt.
Sie hatte doch alles, aber hatte sie alles was sie sich wünschte? Hat Maria nicht doch auch, wie wir vielleicht alle, vertagt, auf später verschoben, Kompromisse geschlossen, sich abgefunden, akzeptiert um am Ende herauszufinden .
Die Protagonistin Maria, erlebt ihr Leben rückwärts, die LeserInnen begleiten sie auf zermürbenden Gängen zum Arbeitsamt, zählen mit ihr die Minuten und lassen Stunde um Stunde mit ihr gemeinsam vorüberziehen.
Maria ist eine Frau, die in den letzten Kriegsjahren jung gewesen ist und den Wiederaufbau mitgetragen hat, verzichtet hat um ihren Beitrag zu leisten, von dem sie glaubte er würde ihr mehrfach vergolten werden.
Aber die Welt hat sich weiter entwickelt und Maria erkennt langsam, dass sie sich an ihr vorbei entwickelt hat. Die Welt dreht sich schneller und schneller, nur sie selbst bleibt gefangen in ihren Denkmustern in angelernter Kleinkariertheit und als sie beginnt über den Tellerrand zu blicken, scheint es bereits zu spät.
Der rückwärts gerichtete Schreibstil verstört auf den ersten Blick, aber er animiert die LeserInnen zum konzentrierten Lesen, zum Innehalten und Nachdenken, damit die Ereignisse langsam ins rechte Bild gerückt werden können und das erwähnte Bild sich zu einem großen Ganzen zusammen setzen.
Ein seltsamer Roman, der die LeserInnen verstört, berührt, ins Dunkel stößt, ihnen einen Spiegel vorhält und es doch vermag uns mit unserem Leben zu versöhnen.
Edith Berger
aus 3istau
5/5
01.09.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
berührend
Maria ist Textilfachverkäuferin. Stoffe sind ihr Fach. Mit Stoffen kennt sie sich aus. Nun wurde sie entlassen und versucht ihren Alltag und die nachklingende Kränkung über den Verlust ihrer Arbeit zu bewältigen. Verschroben, dachte ich erst - aber behutsam, genau und zurückhaltend begleitet Anna Weidenhofer ihre Protagonistin durch ihren Roman.
Schönes Lesererlebnis
Karin Baldermann
aus Wagnersche/ Innsbruck
4/5
24.02.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Wars das"
Ein sprachlich wunderbar geschriebener Roman, der mit einer großen "Ruhe" viele Sehnsüchte und Lebenshunger zum Ausdruck bringt.
Maria, die Arbeitslose, die aus ihrer Einsamkeit nicht ausbrechen kann, sie lässt mich nicht los, ja am liebsten möchte ich zu ihr eilen.
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5/5
01.09.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Jede Zeile ein Genuß
Ich habe das Buch Wort für Wort genossen, ein wunderbar geschriebenes Buch. Bitte unbedingt Lesen. Wie Peter Henisch am Klappentext so richtig geschrieben hat, hat Anna W ein feines Gespür für das absurde Wesen der Welt.
Wunderbar!
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