»Ein Paar zum Verlieben.« Angela Wittmann in ›Brigitte‹
Zwei junge Menschen verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise – die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg – bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Ein Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
nad_uebel
aus Magdeburg
5/5
01.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Basierend auf der Lebensgeschi…
Basierend auf der Lebensgeschichte seines Großvaters Léon erzählt Alex Capus dessen lebenslange Romanze mit Louise - eine über Jahrzehnte hinweg andauernde Liebe vor dem Hintergrund des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Frankreich. Locker leicht verpackt Alex Capus historische Daten mit einer fiktiven Erzählung, die weder langweilig aufgrund der Fakten noch kitschig daherkommt. Dabei hat er zwei so liebenswerte Charaktere geschaffen, die man nur ins ❤ schließen kann. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und dazu beigetragen, mich ohne Probleme in die Geschichte einzufinden. Das Ende war überzeugend und romantisch.
Bewertung
5/5
21.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Eine meiner liebsten Liebesgeschichten
Eine wahre Liebe, die einfach zur falschen Zeit war. Alles startet mit einer Begegnung von Léon und Louise, jedoch kommt der Erste Weltkrieg ihnen in die Quere und sie verlieren sich. Jedoch soll dies noch nicht das Ende sein...
Dieser Roman zählt zu einem meiner Lieblinge. Nicht weil die Liebe geradlinig verläuft, sondern gerade weil sie andere Formen annehmen kann ohne zu vergehen. Zudem schreibt Capus in einem eingängig flüssigen Stil, welcher es der Geschichte ermöglicht sich wie ein Seidenschal um das Gemüt zu schmiegen. Vermutlich hat es der Autor sogar geschafft hier meine favorisierte Liebesgeschichte zu formulieren, da ganz ohne Kitsch und ohne Pathos die Leidenschaft dieser zweier Menschen ihren Ausdruck findet.
Bories vom Berg
aus München
5/5
27.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein Glücksfall der Gegenwartsl…
Ein Glücksfall der Gegenwartsliteratur Man ist bei «Léon und Louise» von Alex Capus an den berühmten Liebesroman von Garcia-Marquez erinnert. In beiden Geschichten finden die Paare erst im Alter zu ihrem späten Glück, dem sie in den beiden jeweils grandiosen Schlussszenen, von der Welt abgeschottet, auf einem Schiff entgegenfahren. Als Handlungsgerüst dienen dem Schweizer Schriftsteller einige Details aus dem Leben seines Großvaters, um die herum er einen klug konstruierten Plot aufbaut, den man treffend auch mit «Die Liebe in den Zeiten der Weltkriege» betiteln könnte, beide politischen Katastrophen lauern als Menetekel über dem schicksalhaften Romangeschehen. «Wir saßen in der Kathedrale von Notre-Dame und warteten auf den Pfarrer», lautet der erste Satz. Im offenen Sarg liegt Léon Le Galle, der Großvater des Ich-Erzählers, der in einem epilogartigen ersten Kapitel berichtet, wie plötzlich eine kleine graue Gestalt durch eine Seitentür eintritt, zum Sarg eilt, den Toten küsst, eine Fahrradklingel aus ihrer Handtasche nimmt, zweimal damit klingelt, sie in den Sarg legt, sich zur Trauerfamilie umwendet und jedem kurz in die Augen schaut, ehe sie genau so schnell verschwindet wie sie gekommen ist. Es ist der 16. April 1986, die zierliche alte Dame war Louise, die langjährige Geliebte von Léon, die keiner der Hinterbliebenen je gesehen hatte, - er hat ihr genau diese Klingel kurz nach ihrer ersten Begegnung ans Fahrrad montiert. Im Frühling 1918 lernt der damals 17jährige Léon in der Normandie Louise kennen, ihre kurze Romanze wird jäh beendet, als sie bei einem Fahrradausflug ans Meer von Tieffliegern angegriffen werden. Beide werden schwer verletzt in verschiedene Lazarette gebracht und halten den jeweils anderen für tot, wobei ein eifersüchtiger Bürgermeister seine Hand im Spiel hatte. Zehn Jahre später sieht der inzwischen verheiratete Léon in der Pariser Metro Louise in einem Zug davonfahren. Es gelingt ihm, sie zu finden, nach einer Liebesnacht beschließen sie aber, sich mit Rücksicht auf Léons Ehe nie mehr wiederzusehen. Der Zweite Weltkrieg verschlägt Louise dienstlich nach Afrika. Léon wird noch mehrmals Vater und schlägt sich als Polizei-Chemiker mit den Besatzern herum. Ein schmuckes Hausboot, das eigentlich ungewollt plötzlich sein Eigentum ist, wird nach Kriegsende das behagliche Refugium des sympathischen Mannes. Aus der Perspektive seiner Figuren wird in diesem ebenso unsentimentalen wie originellen Roman vor allem eine äußerst unruhige politische Epoche geschildert, die sich sehr anschaulich in den Begebenheiten und Schicksalen spiegelt, von denen die kleinen Leute in Frankreich betroffen waren. Besonders die Figurenzeichnung des eher gegensätzlichen Liebespaares mit dem gutmütigen, in sich gekehrten und phlegmatischen Léon und der burschikosen, selbstbewussten, lebenslustigen Louise ist überzeugend gelungen. Ihre Beziehung ist völlig frei vom schnulzigen Herz-Schmerz-Chaos gängiger Genre-Romane, wobei man trotzdem deutlich spürt, wie tief die Beiden über Jahrzehnte hinweg emotional verbunden bleiben, allen Widrigkeiten zum Trotz. Es sind nicht so sehr ihre individuellen Charaktere, die den Leser beeindrucken, es ist vielmehr die Unbedingtheit, mit der sie scheinbar gottgewollt zueinander gehören. Sogar Léons Frau, der er bis zu ihrem Tod unverbrüchlich verbunden bleibt als verlässlicher Ehemann, erkennt diese adhäsiven Kräfte und entscheidet sich nach anfänglichen Protesten schließlich lebensklug, sie zu akzeptieren. Beeindruckend ist die klare Haltung des Ehepaares, das nach so langer Gemeinsamkeit am Sakrament der Ehe festhält. Aber Léon kann nun mal seiner Vergangenheit nicht entfliehen, die Liebe zu Louise ist sein Schicksal und bestimmt auch ganz entscheidend ihr Leben. Mit großem Einfühlungsvermögen in einer angenehm lesbaren Sprache geschrieben, gewürzt mit einer wohldosierten Portion Humor, ist dieser Roman einer der seltenen Glücksfälle unserer höhepunktarmen Gegenwartsliteratur.
Inge Weis
aus Pirmasens
5/5
18.06.2014
Buch (Taschenbuch)
Eine der schönsten Liebesgeschichten
Ein großartiges Liebespaar!
Eine große Liebe, gelebt gegen die ganze Welt: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Der Roman beginnt mit dem Ende der Geschichte, der Totenfeier von Léon in der Kathedrale von Notre- Dame, bei der eine unbekannte flotte ältere Dame auftaucht. Nachdem sie sich mit einem Kuss vom Verstorbenen verabschiedet hat, legt sie eine alte Fahrradklingel in den Sarg und verschwindet. Und mit dieser Fahrradklingel hat diese grossartige Liebesgeschichte einmal vor 68 Jahren angefangen. Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege erzählt Capus auf unvergleichliche Art die Liebes- und Lebensgeschichte der Beiden, die sich sehr früh verlieren, später wieder finden, aber nie ihre große Liebe leben können. Das hört sich sehr tragisch und traurig an, aber der Autor schreibt in einer Weise, die beim Leser ein Dauerlächeln erzeugt. Dieses Paar vergisst man nicht!
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Ein anderer Blickwinkel auf die Ereignisse, verpackt in einer leichten und lustigen Geschichte.
Für jeden geeignet, der eine angenehme Lektüre mit historischem Hintergrund bevorzugt.
leserattebremen
aus Berlin
5/5
30.11.2013
Buch (Taschenbuch)
Als Léon und Louise sich das…
Als Léon und Louise sich das erste mal begegnen, steht das Ende des ersten Weltkriegs kurz bevor. Beide sind in einem kleinen französischen Ort gelandet, um das Land in Kriegszeiten zu unterstützen. Während Louise im Bürgermeisterbüro arbeitet, ist Léon als Morseassistent bei der Bahn angestellt. Die beiden verlieben sich, doch bei einem Ausflug werden sie durch Granatenbeschuss verletzt und verlieren sich aus den Augen. Erst zehn Jahre später erfahren sie, dass der jeweils andere überlebt hat. Doch Léon ist bereits verheiratet und seine Frau erwartet ein Kind. So muss ihre Liebe in aller Stille leben, möglichst ohne die Menschen zu verletzen, die sie lieben. Doch auch der zweite Weltkrieg lässt sie einander wieder aus den Augen verlieren. Die Geschichte von Léon und Louise ist eine besondere Liebesgeschichte, da sie den größten Teil ihres Lebens nur in den Köpfen der Protagonisten stattfindet. Obwohl sie sich nicht sehen, lieben sie sich und wissen, dass der andere irgendwo in der Welt draußen ist und auch an den anderen denkt. Die Leidtragende dabei ist zumeist Léons Frau Yvonne, der von Anfang an klar ist, dass sie keine Chance gegen die fremde Frau, die Jugendliebe ihres Mannes hat. Und so schlüpft sie im Laufe ihres Lebens in alle möglichen Rollen, um ihn zu halten und dazu zu bringen auch sie auch zu lieben. Auf eine gewisse Weise tut er das auch, doch an die Liebe zu Louise reicht die Liebe nie heran. Louise fragt ihn an einer Stelle des Buches, ob es wohl funktioniert hätte, wenn sie damals mit 18 Jahren nicht getrennt worden wären, ob sie ein glückliches gemeinsames Leben geführt hätte. Und sie gibt ihm die Antwort gleich mit: Der Kopf sagt nein, aber das Herz sagt ja. Ich denke ihr Kopf hätte Recht behalten, ihre Liebe hat nur funktioniert, eben weil sie so wenig Zeit zusammen verbracht haben, ihnen der Kampf im Alltag erspart blieb und die Langeweile, die das Leben mit sich bringen kann. Insofern ist es Yvonne um so höher anzurechnen, dass sie ihren Mann bei sich hielt und mit ihm den Alltag bekämpfte, während Louise für ihn immer mehr ein Kopfabenteuer war als die Realität. Diese wunderbare Geschichte schreibt der Autor Alex Capus so sensibel und leise, dass man mit allen Figuren mitfühlt und leidet und seine Sympathien von einer Person zur anderen mitnimmt, ohne in dieser Geschichte Position beziehen zu müssen. Sie haben alle ihre Sichtweise und alle haben ein wenig Recht. Léon und Louise, die ihrer verpassten Liebe eine neue Chance geben wollen und auch Yvonne, die das dritte Rad an diesem Wagen ist und dennoch ihre Rolle fleißig weiter spielt. Mit „Léon und Louise“ ist Alex Capus eine faszinierende Liebesgeschichte gelungen, die völlig ohne Kitsch und übertriebene Romantik auskommt und nur vom Wesen ihrer Figuren zu leben scheint.
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5/5
20.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn Sie auf der Suche nach einer...
Wenn Sie auf der Suche nach einer Liebesgeschichte sind, die nicht kitschig ist, dafür aber sprachlich sowie inhaltlich Anspruch besitzt, dann greifen Sie jetzt zu!
Prädikat: besonders wertvoll
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5/5
14.08.2012
Buch (Taschenbuch)
Wunderschön und keine Seite lang kitschig
Dieses Buch kann man nicht lesen, man fühlt es. Eine Liebesgeschichte die sich in Frankreich über beide Weltkriege zieht. Es ist fast Liebe auf den ersten Blick, allerdings pfuscht das Schicksal dazwischen. Werden sie sich kriegen? Finden sie es heraus in einer der besten Liebesgeschichten seit Langem!
Capus erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte Leon und Luise, die sich während des 1. Weltkriegs in der Normandie zum ersten Mal begegnen, in den Kriegswirren getrennt werden, einander für tot halten, sich wieder begegnen und ihre Beziehung in einem von vielen verschiedenen Facetten geprägten Parallelleben weiterführen. Diese Beziehung währt schließlich bis zum Tod von Leon im Jahre 1978.
Wunderbar erzählt, nimmt diese Geschichte in ihrer Dichte und gleichzeitig vorhandenen Leichtigkeit den Leser mit auf eine Lebensreise, auf der ohne Kitsch und Pathos die Macht der Liebe als Reiseführer auftritt.
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