Produktbild: Engel des Vergessens

Engel des Vergessens Roman

7

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.07.2011

Verlag

Wallstein Verlag

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

20,3/12,8/2,8 cm

Gewicht

410 g

Farbe

Lichtgrau / Kaffee

Auflage

11

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8353-0953-1

Beschreibung

Rezension

»Auf eine wunderbare, ja, selbstverständliche Art und Weise erzählt Haderlap von der Vielschichtigkeit des Lebens.«
»Die Lyrik und Prosa von Maja Haderlap vereint poetische Brillanz mit politischer Brisanz«
(Aus der Jurybegründung für die Verleihung des Max-Frisch-Preises 2018 der Stadt Zürich)

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.07.2011

Verlag

Wallstein Verlag

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

20,3/12,8/2,8 cm

Gewicht

410 g

Farbe

Lichtgrau / Kaffee

Auflage

11

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8353-0953-1

Herstelleradresse

Wallstein Verlag GmbH
Geiststraße 11
37073 Göttingen
DE

Email: info@wallstein-verlag.de

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  • Miri

    5/5

    09.12.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.“ (286)

    Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen könnte. Man hat das Gefühl, das Buch wurde von 3 verschiedenen AutorInnen geschrieben: von Poetin, die tolle Bilder schafft, von einem Mädchen, das kaum Wörter findet und von einer Erzählerin in der Rolle eines Mediums, das das Erzählte resp. Gehörte 1:1 wiedergibt. Tolle Mischung. Was ich auch sehr ernüchternd finde, ist die Tatsache, dass wenn es um Verarbeiten des Vergangenens geht, zieht sich die Erkenntnis der Einsicht jahrzehntelang. Man spürt die Ironie im Ton der Autorin resp. Ich-Erzählerin Mic: „ Ich komme von der Kärntner Seite, entgegne ich dem Historiker, da seien die Beteiligten nicht vom Heldenkult geblendet.“ (223) „Dabei habe Österreich nichts mit den Nazis zu tun, es sei selber Opfer, es verstehe nicht, es war nicht dabei, nicht da gewesen in schwerer Zeit.“ (248) – nur ein wenig mitgetan, mitgeschossen (IRONIE) Die Hauptprotagonistin ist sowie das slowenische Volk in Kärnten zerrissen und stellt ihre Zugehörigkeit ständig auf die Probe, fühlt sich nirgendswo willkommen (deutsch oder slowenisch? Österreich-Slowenien? meine Geschichte oder die meines Vaters, die die ganze Familie vergiftet...) Ein zentrales Thema ist auch das Elend der Partisanen und der Ungerechtigkeit, die Kärntnern Slowenen bis heute widerfährt: Die Gleichung Partisan ist gleich ein Kommunist. Unbedingt lesen, um auch Nachhinein besser zu verstehen, warum der Ortstafelstreit soviel Aufsehen erregt hatte und warum man die heftige Debatten und falschen Nationalismus als Schande oder besser Versagen/Unbelehrbarkeit (welcher Seite auch immer) ansehen sollte!

  • Marie-Therese Reisenauer

    aus Wien

    5/5

    10.01.2012

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine richtige Entscheidung

    Die Entscheidung der Jury, den Bachmann-Preis 2011 an Maja Haderlap zu vergeben war eine richtige, bis zu einem gewissen Sinn auch eine mutige. Denn noch immer ist es nicht einfach über die jüngere Geschichte Kärntens zu berichten, einen Roman zu schreiben. Dieser Roman ist all jenen einfachen Menschen gewidmet, welche sich mit dem komplizierten Leben schwer tun.

  • Ulrike Krenmair

    aus Gmunden

    4/5

    01.09.2011

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zeitdokument österreichischerr Geschichte

    In Kärnten an der slowenischen Grenze lebt ein kleines Mächen bei ihrer Grossmutter. Der Krieg ist vorbei, aber noch allgegenwärtig ist Verfolgung, Konzentrationslager und der Tod vieler im Dorf.Das Mädchen wächst unter schwierigen Familienverhältnissen und mit den Erzählungen der Grossmutter auf. Sie studiert und löst sich aus der Enge des Dorfes. Eine klare beeindruckende Geschichte.

  • Thomas Fritzenwallner

    aus Wiener Neustadt

    4/5

    21.07.2011

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Geschichte der Opfer

    Das Mädchen Kokica, Hühnchen, wächst an der Grenze zum jugoslawischen Slowenien auf. Beiläufig erwähnt die Großmutter, sie sei im Lager gewesen, und wenn sie mit den Nachbarn, allesamt österreichische Slowenen, verreist, dann werden entweder Marienwallfahrtsorte oder Konzentrationslager besucht. Doch die Erzählerin ist jung, ihr ist Dachau nur ein "klingender Name". Dann stirbt das Kind beinahe beim Schwimmen, die Großmutter erzählt ihr von der Haft im KZ Ravensbrück, und der Vater droht, überfallen von Erinnerungen an seine Partisanenzeit, die Familie und sich umzubringen. Der Tod hält Einzug in die Idylle, und Kokica wird die geliebte Umgebung, besonders der Wald fremd. In ihn waren die Slowenischstämmigen geflüchtet, wenn die Nazi-Schergen und ihre Helfershelfer, die österreichischen Polizisten, auf der Suche nach Titos Partisanen ganze Familien folterten, verhafteten oder gleich ermordeten. Immer grausigere Geschichten hört das Kind, dessen Vater als Zwölfjähriger drei Scheinexekutionen durchstand und seinen bei den Partisanen kämpfenden Vater dennoch nicht verriet. In einem "historischen Schlund" des Vergessens scheinen all diese Geschichten untergegangen zu sein. Um ihn kreist die junge Frau. Während der jugoslawischen Kriege will sie nicht mehr durchs Gedichte schreiben zu seelischer Gesundheit gelangen, sondern indem sie die in Stücke zerfallenen Geschichten miteinander und mit den eigenen Schreckensbildern verbindet.

  • Bewertung

    aus Wien

    5/5

    24.06.2013

    Buch (Taschenbuch)

    nichts in Erfahrung bringen, nichts erfragen, nichts erinnern, über alles den Mantel des Schweigens breiten

    Selten gelang es einer Autorin so plastisch, so realitätsnah das Bild der slowenischen Minderheit in Südkärnten zu zeichnen. Hier wird ein Querschnitt gegeben über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zeit und die Nachkriegszeit; Es steht weniger der Krieg an sich im Vordergrund, wie das bei vielen Romanen der Fall ist, hier geht es um die Menschen, ihre Erfahrungen und die Folgen und Spätfolgen des Krieges, der Zerstörung, der Folterungen und Deportationen. Die Familie und Freunde rund um die Protagonistin stehen exemplarisch für die Menschen, wie eben diese Erfahrungen ihre Leben beeinflusst haben. Die unverwüstliche Großmutter, die ihren Glauben aufrecht erhalten hat, der Vater, der an seiner Partisanenerfahrung zugrunde geht, die Mutter, die am Vater zugrunde geht und das kleine Mädchen, das nicht selbst dabei war, aber für das durch die Erinnerungen der Familie der Krieg und die Schrecken der NS-Herrschaft fassbar und zu einer eigenen Tragödie werden. Außerdem ist "Engel des Vergessens" ein für Österreicher und v. a. für Kärntner wichtiges Dokument ihrer eigenen Geschichte, nicht nur die des Krieges, sondern v. a. der Nachkriegsgesellschaft, unserer Großeltern und Eltern. Das Buch gibt einen sehr detaillierten und verstörenden Blick in die Realität der slowenischen Minderheit in Kärnten während des Krieges und v. a. in der Nachkriegszeit. Obwohl der Roman sich sehr lange bemüht keine politische Seite zu favorisieren, sondern schlicht erzählt, ist das Ende des Romans eine klare Kritik an die Kärntner bzw. an die österreichische Politik des "ersten Opfers", der Ortstafelstreit, der bis in das 21. Jahrhundert andauert, wird angesprochen, die Realität eines slowenischen Mädchens in einer Klagenfurter Schule. Es ist verstörend die eigene Geschichte zu lesen und so viel Ungerechtigkeit zu erkennen. Der Stil des Romans verändert sich mit zunehmender Länge, wie sich auch das Mädchen verändert, das erzählt. Aus einer realitätsnahen Erzählung wird einerseits die Reflexion einer erwachsenen Frau, die auf ihre Familie zurückblickt und andererseits wirft das Ende des Romans den seelischen Zustand der Überlebenden des Krieges und der NS-Grauen in Stakkatotempo dem Leser entgegen, sodass die innere Zerstörung, das Unvermögen nach vorne zu sehen für den Leser noch spürbarer werden. Emotionen wechseln sich im Eiltempo ab, überlagern sich. Es gibt kein Ein und Aus. Hoffnungslosigkeit, politische Ungerechtigkeit, Trauer, Schmerz, ... Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben!

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Bewertungen (7)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Pia Lemberger

    Pia Lemberger

    Thalia Wien – Mitte / W3

    Buchhändler*in

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    5/5

    01.11.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Kärntner Slowenen in der Nachkriegszeit - Engel des Vergessens

    Ich kann nicht behaupten, dass mir Maja Haderlaps "Engel des Vergessens" sehr gut gefallen hat. Die Wortwahl wäre irgendwie nicht passend und dazu war das Buch für meinen persönlichen Geschmack auch viel zu bedrückend und melancholisch. Aber eine andere Stimmung hätte zu dieser wortgewaltigen Geschichte über die Nachkriegszeit im Gebiet der Kärntner Slowenen auch nicht gepasst. Beim Lesen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, eine Autobiographie in Händen zu halten - so realistisch schreibt die Autorin ihren fiktionalen Roman. Die Partisanenkämpfe werden in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs meistens nur am Rande erwähnt - dieser Roman erinnert an das Leid all derjenigen, die im Krieg alles oder fast alles verloren haben. Hab & Gut, Würde und Ansehen und oftmals auch den Lebenswillen. Keine leichte Kost, aber extrem beeindruckend und somit sehr empfehlenswert!

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