Produktbild: Notizbücher

Notizbücher Band 1: 1998-99

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40,50 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.05.2011

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

451

Maße (L/B/H)

24,5/16,7/3 cm

Gewicht

730 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-42195-6

Beschreibung

Rezension

»Kiefers ... Notizbücher aus den Jahren 1998/99 sind kein privates Tagebuch, sondern eine Sammlung von Reflexionen, Ideen, Eindrücken, die an sich schon faszinierend genug wäre, aber zudem Einblicke in den Schaffensprozess dieses Kunst-Alchemisten gibt. Ja, stellenweise hat man tatsächlich das Gefühl, einem Genie in schöpferischen Momenten über die Schulter zu blicken.« Alexander Altmann Landshuter Zeitung 20110521

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.05.2011

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

451

Maße (L/B/H)

24,5/16,7/3 cm

Gewicht

730 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-42195-6

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
Deutschland
Email: verkauf@suhrkamp.de
Url: www.suhrkamp.de
Telephone: +49 30 7407440
Fax: +49 30 740744199

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Ralf Rother

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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5/5

Bruchstücke der Welt

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es sind die unscheinbaren Dinge, die eine Welt hergeben. Wie etwa die Dinge, die im folgenden und zufällig aufgeschlagenen Satz erwähnt werden: "die zimmer sind leer. die fenster der landschaft überlassen … die betten zerwühlt, die seifen noch naß und voller schaum." Gewarnt sei diejenige Leserin, die Hinweise und Erläuterungen zu Anselm Kiefers Werk aus erster Hand in den Notizbüchern sucht. In dem Sinne schreibt Anselm Kiefer hier nicht über seine Kunst. Er gibt in den Notizen keine Hintergründe philosophischer oder literarischer Natur preis. Hierfür empfehle ich das lesenswerte Interview von Klaus Dermutz ("Die Kunst geht knapp nicht unter"). Möglicherweise weilt die Leserin jedoch in ihrer Lektüre der Notizbücher den Momenten einer Einübung in ein blindes Sehen bei. Ablagerungen, Verdichtungen, Sedimentierungen. Und dennoch scheinen wir gegenüber dem, was erscheint, blind zu sein. Diaphanie der Dinge. Anselm Kiefer schreibt unter dem Begriff "Zim-Zum" am 7. August 1998: "werden diese orte aufgefüllt, indem man sie beschreibt? Indem man so gut wie möglich ihren geruch, wenn möglich ihre ausdehnung, ihre 'leerheit' angibt? ? ? […] LEERER ORT IST NICHT NICHTS UND AUCH KEIN GEFÄSS". Leicht ließen sich Anknüpfungen finden, zu einer Lektüre bei Isaak Luria, Gershom Scholem, Walter Benjamin und Paul Celan. Von all dem aber nichts. Anselm Kiefer überlässt uns am 20. August jedoch der Fahrt von Zürich nach Luzern: "Was kann man da schreiben? Die einzelnen Orte aufzählen? […] Die Steine im Fluß, der flach dahinfließt, sind die Erdlöcher oder Erdreste im Himmel. Gibt es auch Weltreste?" Sicherlich, mit Anselm Kiefer kann der Betrachter wie die Leserin nicht ohne weiteres anfangen oder weitermachen: Das betrifft seine Kunst wie seine Notizbücher. Er legt frei, die Fülle der Leere und die Leere der Fülle. Der Engel der Geschichte vermag nicht die zersprungenen Gefäße einsammeln. – Es ist ein schönes Buch, gedichtet, das Buch von Anselm Kiefer. Wer mag nicht an den Bruchstücken der Welt verweilen?
  • Ralf Rother
  • Buchhändler/-in

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Bruchstücke der Welt

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es sind die unscheinbaren Dinge, die eine Welt hergeben. Wie etwa die Dinge, die im folgenden und zufällig aufgeschlagenen Satz erwähnt werden: "die zimmer sind leer. die fenster der landschaft überlassen … die betten zerwühlt, die seifen noch naß und voller schaum." Gewarnt sei diejenige Leserin, die Hinweise und Erläuterungen zu Anselm Kiefers Werk aus erster Hand in den Notizbüchern sucht. In dem Sinne schreibt Anselm Kiefer hier nicht über seine Kunst. Er gibt in den Notizen keine Hintergründe philosophischer oder literarischer Natur preis. Hierfür empfehle ich das lesenswerte Interview von Klaus Dermutz ("Die Kunst geht knapp nicht unter"). Möglicherweise weilt die Leserin jedoch in ihrer Lektüre der Notizbücher den Momenten einer Einübung in ein blindes Sehen bei. Ablagerungen, Verdichtungen, Sedimentierungen. Und dennoch scheinen wir gegenüber dem, was erscheint, blind zu sein. Diaphanie der Dinge. Anselm Kiefer schreibt unter dem Begriff "Zim-Zum" am 7. August 1998: "werden diese orte aufgefüllt, indem man sie beschreibt? Indem man so gut wie möglich ihren geruch, wenn möglich ihre ausdehnung, ihre 'leerheit' angibt? ? ? […] LEERER ORT IST NICHT NICHTS UND AUCH KEIN GEFÄSS". Leicht ließen sich Anknüpfungen finden, zu einer Lektüre bei Isaak Luria, Gershom Scholem, Walter Benjamin und Paul Celan. Von all dem aber nichts. Anselm Kiefer überlässt uns am 20. August jedoch der Fahrt von Zürich nach Luzern: "Was kann man da schreiben? Die einzelnen Orte aufzählen? […] Die Steine im Fluß, der flach dahinfließt, sind die Erdlöcher oder Erdreste im Himmel. Gibt es auch Weltreste?" Sicherlich, mit Anselm Kiefer kann der Betrachter wie die Leserin nicht ohne weiteres anfangen oder weitermachen: Das betrifft seine Kunst wie seine Notizbücher. Er legt frei, die Fülle der Leere und die Leere der Fülle. Der Engel der Geschichte vermag nicht die zersprungenen Gefäße einsammeln. – Es ist ein schönes Buch, gedichtet, das Buch von Anselm Kiefer. Wer mag nicht an den Bruchstücken der Welt verweilen?

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von Anselm Kiefer

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