Wann immer der Mensch in seelische Abgründe blickt, führt ihn dies an die Schwelle des Todes – und kaum ein Zweiter verstand die Unausweichlichkeit dessen so atemberaubend spürbar zu machen wie Edgar Allan Poe, Urvater der modernen Short Story und Horrorliteratur. Mit unvergleichlicher psychologischer Finesse komponierte er seine schaurig-düsteren Meisternovellen, deren Suggestivkraft besticht. Diese Sammlung präsentiert sieben glanzvolle Erzählungen, vom »Verräterischen Herz« über »Die Maske des roten Todes«, den »Maelstrom« und den »Untergang des Hauses Usher« bis zur »Schwarzen Katze«.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
;)
4/5
21.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
habe geheult
habe das Buch gelesen um den Tod von meinem ex Freund zu verkarfen (habe es vor langer Zeit gelen und habe es reredet und wieder angefangen zu weinen bei dem Gedanken rip)
NiWa
4/5
03.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klassische Todesfälle
Diese Kurzgeschichtensammlung aus der Feder des Altgruselmeisters enthält 7 Novellen, die Poe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschrieben hat und 1912 als „Novellen des Todes“ veröffentlicht wurden.
Wie der Titel bereits vermuten lässt, sind alle Geschichten vom Tod als Motiv geprägt, wobei er sich in vielen Facetten zeigt. Mord, Krankheit, Naturgewalten und -katastrophen werden genauso thematisiert, wie auch der Wahnsinn und das Sterben an sich.
Besonders gut haben mir „Der Maelstrom“, „Die schwarze Katze“ und „Die erstaunliche Wirkungen des Mesmerismus auf einen Sterbenden“ gefallen.
„Der Maelstrom“ berichtet von einem Naturphänomen, das mir zuvor völlig unbekannt war, aber tatsächlich in Norwegen zu finden ist. Der Moskenstraumen (auch Mahlstrom oder Malstrom) ist ein gigantischer Gezeitenstrudel, dessen Naturgewalt der Leser durch Poes Novelle fast schon am eigenen Leib erfährt. Eindrucksvoll und minutiös schildert Poe, wie man in diesem Strudel versinkt, wobei man Meer und Wind hören, riechen und schmecken kann.
„Die schwarze Katze“ ist mir richtig unter die Haut gegangen. Hier kommt allerdings ein Tier zu Schaden, was ich beim Lesen nur schwer ertragen konnte. Vor allem hat mich hier das Ende überrascht.
„Die erstaunlichen Wirkungen des Mesermismus auf einen Sterbenden“ ähneln einem wissenschaftlichen Bericht über Versuche an einer sterbenden Person, der richtig gruselig zu lesen ist.
Die anderen Novellen - „Das verräterischer Herz“, „Die Maske des roten Todes“, „Der Untergang des Hauses Usher“ und „Der Mann in der Menge“ - zeichnen sich ebenfalls durch ihre Spannung und erzählerische Dichte aus, wobei mich nicht alle vollkommen überzeugt haben.
Der Sprachstil ist der Entstehungszeit angemessen und trotzdem gut zu lesen. Zwar sind Wortwahl und Satzbau - wie bei Klassikern zu erwarten ist - veraltet, aber dennoch nach einer kurzen Eingewöhnung mühelos zu verstehen.
Abschließend muss ich erwähnen, dass der Gruselfaktor des 19. Jahrhunderts sicherlich nicht mit unserer heutigen Zeit vergleichbar ist und daher vieles harmloser wirkt, als es dazumal der Fall war. Trotzdem habe ich bei dieser Lektüre festgestellt, dass das Grauen manchmal nicht gleich während des Lesens hervorkriecht, sondern sich erst später, als ich noch einmal über die Geschichten nachgedacht habe, zeigt.
Ich denke, wer sich für Klassiker und die Anfänge der Horror- und Grusellektüre interessiert, sollte nicht zögern und Edgar Allan Poes „Novellen des Todes“ eine Chance geben.
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