Der deutsch-Schweizer Schriftsteller Ulrich Becher (1910-1990) ist leider etwas in Vergessenheit geraten. Mit den beiden Diogenes-Ausgaben „Murmeljagd“ und „Das Herz des Hais“ hat man nun die Gelegenheit, ihn und sein Werk wiederzuentdecken. „Murmeljagd“ ist einer der großen Exil-Romane der deutschen Literatur, der einen starken autobiografischen Charakter hat. Der Wiener Journalist Albert Trebla, der im Ersten Weltkrieg Jagdflieger war, flieht im Frühjahr 1938 mit seiner Frau aus dem von deutschen Truppen besetzten Österreich auf Umwegen in die Schweiz, in die Bergwelt des Engadins. Hier fühlt sich der linke Marxist allerdings immer noch von der Gestapo verfolgt. Wie ein Murmeltier versucht Trebla, in Deckung zu gehen, aber wo er auch hinkommt, meint er die Nähe des faschistischen Liquidationskommandos, in Person der beiden Spitzel Krainer und Mostny, zu spüren. Eine Serie von mysteriösen Todesfällen schürt noch weiter seine Befürchtungen und Ängste. So häuft Trebla Verdacht auf Verdacht und erliegt dabei auch Täuschungen. Damit präsentiert sich „Murmeljagd“ auch als Kriminalroman voller Überraschungen. In den Erinnerungen Treblas gelang Becher auch eine genaue Beschreibung der langsamen faschistoiden Ausrichtung in der österreichischen Gesellschaft, der Niedergang der Sozialdemokratie und des aufkeimenden Nationalsozialismus. Ergänzt wird die Diogenes-Ausgabe durch ein Nachwort „So lacht die Hölle“ der Schriftstellerin Eva Menasse, die Treblas Exil als eine Geisterbahnfahrt bezeichnet, „bei der man nicht weiß, was hinter der nächsten Kurve lauert“. Ein Dank an den Verlag für die Taschenbuchausgabe.
Bewertung
aus Ahrensburg
5/5
24.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Spannend und sehr lesenswert
Dieses Buch ist eine lang vergessene Geschichte, die der Diogenes Verlag wieder herausgegeben und mit einem wirklich bildschönen Cover versehen hat. Auch ca. 50 Jahre nach seinem ersten Erscheinen ist das Buch durchaus lesenswert und auf seine Art auch immer noch aktuell.
Nachdem der Journalist Albert Trebla vor den Nazis in die Schweiz flüchtet, bedroht eine Reihe an Todesfälle seine Zuflucht. Einem Murmeltier nicht unähnlich taucht er auf, um im nächsten Moment auch schon wieder untertauchen zu können.
Auch wenn Murmeljagd ein spannender Roman voller höchst interessanter Charaktere ist, so bereitete mir der Schreibstil anfänglich doch so einige Schwierigkeiten. Erst nachdem ich mich einlesen hatte, war ich von der Handlung und ihrem Spielort völlig fasziniert. Vor allem die Atmosphäre fand ich ganz beeindruckend. Ich konnte mich selbst kaum von der Handlung losreißen und ganz wunderbar in die Handlung eintauchen. Der Autor lässt, dank seines einnehmenden Schreibstils, eine längst vergangene Zeit auf den Seiten lebendig werden. Auf diese Weise ist man als Leser mitten im Geschehen und steckt in einer Handlung voller Ruhe und drohender Spannung. Gerade diese Mischung macht das Buch zu einer ganz besonderen Lektüre, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich muss gestehen das ich manchmal nicht mehr so ganz mitgekommen bin, mich aber dennoch von der Handlung habe weitertragen lassen. Das lag vor allem an dem teilweise sehr poetischen Schreibstil Bechers.
Alles in allem ist das Buch eine sehr lesenswerte Geschichte, die den Leser nicht mehr so schnell loslässt und eine beispiellose Handlung mit einer beunruhigenden Stimung bietet.
SternenstaubHH
5/5
24.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine lang…
Dieses Buch ist eine lang vergessene Geschichte, die der Diogenes Verlag wieder herausgegeben und mit einem wirklich bildschönen Cover versehen hat. Auch ca. 50 Jahre nach seinem ersten Erscheinen ist das Buch durchaus lesenswert und auf seine Art auch immer noch aktuell. Nachdem der Journalist Albert Trebla vor den Nazis in die Schweiz flüchtet, bedroht eine Reihe an Todesfälle seine Zuflucht. Einem Murmeltier nicht unähnlich taucht er auf, um im nächsten Moment auch schon wieder untertauchen zu können. Auch wenn Murmeljagd ein spannender Roman voller höchst interessanter Charaktere ist, so bereitete mir der Schreibstil anfänglich doch so einige Schwierigkeiten. Erst nachdem ich mich einlesen hatte, war ich von der Handlung und ihrem Spielort völlig fasziniert. Vor allem die Atmosphäre fand ich ganz beeindruckend. Ich konnte mich selbst kaum von der Handlung losreißen und ganz wunderbar in die Handlung eintauchen. Der Autor lässt, dank seines einnehmenden Schreibstils, eine längst vergangene Zeit auf den Seiten lebendig werden. Auf diese Weise ist man als Leser mitten im Geschehen und steckt in einer Handlung voller Ruhe und drohender Spannung. Gerade diese Mischung macht das Buch zu einer ganz besonderen Lektüre, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich muss gestehen das ich manchmal nicht mehr so ganz mitgekommen bin, mich aber dennoch von der Handlung habe weitertragen lassen. Das lag vor allem an dem teilweise sehr poetischen Schreibstil Bechers. Alles in allem ist das Buch eine sehr lesenswerte Geschichte, die den Leser nicht mehr so schnell loslässt und eine beispiellose Handlung mit einer beunruhigenden Stimung bietet.
Bewertung
aus Obergösgen
5/5
29.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zeit, Geduld und Google
Musst immer mal wieder Dialektausdrücke aus dem Bayrisch-Österreichischen nachgoogeln. Hilfreich eine Privat-Homepage mit links zu Hintergrundinformationen. Achtung: besser keine Personen nachschlagen - Spoiler-Gefahr!
Kenn wenige Weltkriegsromane, sie so weit weg vom Schuss nahe dran sind. Und eigentlich erst in der Vorkriegszeit spielen, aber schon den ganzen Schrecken vorwegnhemen.
Bewertung
4/5
16.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Anfang fix, Ende nix
Die erste Hälfte ist fantastisch - spannend, poetisch, toll geschrieben ... aber dann verliert sich die Geschichte in Reminiszenzen und Exkursen, die Haupthandlung gerät völlig aus dem Blick. Schade.
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4/5
26.02.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das dunkle "Psychogramm" eines...
Das dunkle "Psychogramm" eines Wiener Exilanten der nachdem Einmarsch der Deutschen 1938 Wien verlässt und in eine merkwürdige Serie von Selbstmorden verstrickt wird. Neuauflage!!
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