The first volume of a celebrated translation of the classic Chinese novel This is the first volume in David Roy's celebrated translation of one of the most famous and important novels in Chinese literature. The Plum in the Golden Vase or, Chin P'ing Mei is an anonymous sixteenth-century work that focuses on the domestic life of Hsi-men Ch'ing, a corrupt, upwardly mobile merchant in a provincial town, who maintains a harem of six wives and concubines. The novel, known primarily for its erotic realism, is also a landmark in the development of the narrative art form-not only from a specifically Chinese perspective but in a world-historical context. With the possible exception of The Tale of Genji (1010) and Don Quixote (1615), there is no earlier work of prose fiction of equal sophistication in world literature. Although its importance in the history of Chinese narrative has long been recognized, the technical virtuosity of the author, which is more reminiscent of the Dickens of Bleak House, the Joyce of Ulysses, or the Nabokov of Lolita than anything in the earlier Chinese fiction tradition, has not yet received adequate recognition. This is partly because all of the existing European translations are either abridged or based on an inferior recension of the text. This translation and its annotation aim to faithfully represent and elucidate all the rhetorical features of the original in its most authentic form and thereby enable the Western reader to appreciate this Chinese masterpiece at its true worth.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
1 Bewertungen
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Ein Kunstwerk in brillianter Neuübersetzung
Bewertung aus Saarbrücken am 05.11.2011
Bewertungsnummer: 751227
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nun bin ich also endlich bei einem weiteren der großen chinesischen Klassiker gelandet, dem Jin Ping Mei. Wurde es früher zu den "Großen 4" gezählt, hat es seinen Platz heutzutage an das Hongloumeng verloren. Wieso es nur 4 große und nicht 5 große Romane geben darf, kann man sich nur durch die typisch chinesische Abscheu vor Traditionsbrüchen erklären, denn zweifellos gehört das Jin Ping Mei qualitätsmäßig in die gleiche Riege wie das Sanguoyanyi, Xiyouji, Hongloumeng und Shuihuzhuan. Letzteres wird auch als Vorlagengeber genutzt: Die Handlung und viele Personen sind ein Abzweiger, oder wie man heute sagt, "spin-off", aus der Wu-Song-Episode, einem der beliebtesten und besten Teile des Shuihuzhuan.
Seinen Ruhm zieht es hauptsächlich wohl aus seinem leicht anrüchigen Charakter: Ein erotischer Roman, in dem es um die amourösen Verwicklungen eines reichen Lebemanns mit seiner Frau und seinen 5 Konkubinen, sowie diversen Prostituierten und Dienstmägden geht, hat genug Sprengkraft, um sogar heutzutage im prüden kommunistischen China nicht wirklich gern gesehen zu werden. Dabei ist er für heutige, "Feuchtgebiete"-gestählte Leser doch äußerst zahm; und die erotischen Stellen sind auch, trotz des Themas, eher dünn gesät. In Wahrheit ist dieser Roman nämlich ein handwerkliches Kunstwerk, das auf praktisch jeder Seite mindestens ein Zitat, direkt oder indirekt, aus anderen Werken enthält. Es ist also das "League of Extraordinary Gentlemen" der Ming-Zeit.
Dieser Aspekt des Romans wird erst durch die neue Übersetzung David Tod Roys für den Leser erkennbar: die Einrückung der direkten und indirekten Zitate werfen ein ganz neues Licht auf den Text. Durch Kenntnismachung der Zitate ist auch das Leseerlebnis ein völlig anderes, viel intellektuelleres, denn die Metastruktur des Texts gehört nun deutlich mit zur Rezeption, so wie es im Original für einen gebildeten Chinesen auch gewesen wäre. In der ansonsten sehr gelungenen deutschen Übertragung der Gebrüder Kibat (Djin Ping Meh. Schlehenblüten in goldener Vase: 6 Bände) fehlt dieses Element, und der Roman fühlt sich dort entsprechend auch mehr an wie einfach ein weiterer Sittenroman der Ming-Zeit (der trotzdem immer noch begeisternd zu lesen ist). Von der unsäglichen Kuhn-Nachdichtung will ich gar nicht erst anfangen.
Allein schon deshalb ist die englische Übersetzung der deutschen klar vorzuziehen: Erst diese Fassung zeigt den Roman, wie er wirklich ist. Dass der englischen Übersetzung darüber hinaus die bisher älteste Originalfassung, die erst 1932 entdeckt wurde, zugrundliegt, und nicht, wie bei der deutschen Kibat-Übersetzung, eine nachträglich veränderte Fassung, lässt dem an textnahen, möglichst authentischen Übersetzungen interessierten Leser schließlich vollends keine andere Wahl mehr.
In diesem ersten Band finden sich die Kapitel 1-20 von 100. Fast die Hälfte des dicken Wälzers sind Apparat (Einführung, Namensregister, Index, Anmerkungen) - das mag manchem zuviel des Guten sein, doch man muss die Akribie des Übersetzers bewundern, der unzählige der Querverweise und Zitate aufgespürt und belegt hat. Papier und Bindung sind gut, wenn auch das Papier etwas grob geschnitten ist. Die Reproduktion der Holzschnitte, die einzelne Szenen illustrieren, ist gut gelungen. Lediglich mit der Romanisierung in Wade-Giles hadere ich: eine so neue Übersetzung hätte sich von diesem veralteten System trennen müssen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.