Produktbild: Missbrauchte Götter

Missbrauchte Götter Zum Menschenbilderstreit in der Moderne

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.01.2009

Abbildungen

Mit 31 farbigen Abbildungen

Herausgeber

Jörn Rüsen + weitere

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

208

Maße (B/H)

15,2/22,2 cm

Gewicht

478 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-58478-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.01.2009

Abbildungen

Mit 31 farbigen Abbildungen

Herausgeber

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

208

Maße (B/H)

15,2/22,2 cm

Gewicht

478 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-58478-7

Herstelleradresse

Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Wilhelmstraße 9
80801 München
DE
produktsicherheit@beck.de

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  • Bewertung

    5/5

    11.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Klare Sprache - klare Gedanken.

    In einer Mediengesellschaft geht nichts ohne Bilder. Sie sind omnipräsent. Auch die ungemalten, die Bilder des Denkens und des geschriebenen Wortes in Theologie und Philosophie, Jurisprudenz und Geschichteswissenschaft. Wer vom Menschen spricht, erschafft ein Bild der Welt, nicht nur vom Menschen, sondern auch immer von Voraussetzungen und Bildern, die dem Sein zu Grunde liegen (oder auch nicht). Menschen- und Gottesbilder gehören zusammen und ergeben eine erstaunliche Vielfalt. Selbst dort, wo Bilder verboten werden, wirken sie weiter. F.W. Graf, Theologieprofessor in München, geht Gottes- und Menschenbildern, ihrer Entstehung wie ihrer Bedeutung nach. Er tut das in einem kurzweiligen Streifzug durch die Geistesgeschichte und präsentiert dabei ein reiches Wissen weit über die Grenzen seines universitären Faches hinaus. Bei einem durchaus anspruchsvollen Sprachstil weckt der Autor beim Leser, bei der Leserin vor allem eines: Freude. Freude über treffende, gekonnte Formulierungen, Freude über ironisch-spitzzüngige Rückfragen an Denkpositionen aus Kirche und Politik, Freude über die breite Beschäftigung mit Begriffen, die sonst eher plakativ (und denkerisch unscharf) benutzt werden. Zu letzteren zählt besonders der Begriff der Menschenwürde. Mit einem klaren und stringenten Gedankengang darüber endet das Buch. Nicht aber das Nachdenken. Dass das Buch dazu anregt und großartige Anstöße gibt, ist seine große Stärke. Fazit: Dieses Buch ist in jeder Hinsicht empfehlenswert.

  • Teleorientalis

    4/5

    15.02.2009

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Luzides Essay Der systematisch…

    Luzides Essay Der systematische Theologe Friedrich Wilhelm Graf (ev. Theologie, Ludwig-Maximlians-Universität, München) verlässt sein akademisches Feld und äußert sich in einem umfangreichen Essay pointiert zur Diskussion um Menschen- und Gottesbilder. Der Leibnizpreisträger will als Religionsintellektueller „Glaubensanalyse“ (S. 13) betreiben und erhofft sich ein „besseres Verständnis der religionskulturellen Entwicklungen in der Moderne seit 1800 und speziell der wenig übersichtlichen religiösen Lage der Gegenwart“ (S. 13). Nach einem einleitenden Kapitel („Sehepunkte“) gelangt Graf in drei Schritten („Gottesbilder“, „Ebenbilder“ und „Menschenbilder“) zu seinem Schlusskapitel, welches den schönen Neologismus „Gottesgnadenwürde“ als Titel trägt. Darin kritisiert der scharfzüngige Wortartist unter anderem, dass „die Menschenwürde“, welche von Kirchenvertretern beider großen Konfessionen gerne auf die jüdisch-christliche Tradition zurückgeführt werde, tatsächlich aber von der ev. und die kath. Kirche Deutschlands „erst entdeckt [wurde], als sie im Rechtssystem der Bundesrepublik bereits zur 'Grundnorm' avanciert war“ (S. 199). Trotz seiner kritischen Grundhaltung gegenüber dem Agieren ausgebildeter Theologen rundet Graf sein überwiegend diagnostisches Essay in theologisch-apodiktischer Form ab. So gießt er er die Verhältnisbestimmung der Konzepte Menschenbild, Gottesbild, Bilderverbot und Menschenwürde in folgende Worte: „Mit dem Bilderverbot schützt Gott sich vor unserer Bemächtigung. Und die Unantastbarkeit unserer Würde haben wir nicht selbst erarbeitet, sondern sie ist vom unantastbaren Gott garantiert“ (S. 202). Während ihn hier dogmatische Unbedingtheit zum theologischen Werbetexter werden lässt, schießt er an anderen Stellen um der Pointe Willen über das Ziel hinaus: So vernebelt bei dem von Graf mehrfach verwendeten Begriff „Milieutheologie“ die wertende Konnotation den beschriebenen Gegenstand (vgl. z.B. S. 80); auch Bilderunterschriften wie „Amerikanische Truppen sind gern Ikonoklasten“ (S. 89) bedienen eher Klischees als dass durch sie soziale Zusammenhänge erhellt werden. So ist zu bedauern, dass Graf für dieses elementar wichtige Thema eine Textform gewählt hat, bei welcher er die Kriterien streng wissenschaftlicher Methodik vernachlässigen kann. Wer also Friedrich Wilhelm Grafs pointiert formulierte Artikel aus FAZ, SZ oder NZZ kennt und schätzt, kann sich freuen, da er nun einen luziden journalistischen Text im theologischen Terrain in den Händen hält, dessen schiere Länge die Dimensionen des Feuilletons einer Tageszeitung sprengen würde.

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