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Klassismus Eine Einführung

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.05.2025

Verlag

Unrast Verlag

Seitenzahl

196

Maße (L/B/H)

17,8/10,7/1,8 cm

Gewicht

151 g

Farbe

Rost / Lichtgrau

Auflage

6., erweiterte Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89771-467-0

Beschreibung

Rezension

»Ist der Begriff ›Klasse‹ nicht längst überholt? Sollten nicht Terminologien wie ›Schicht‹ oder ›Milieu‹ herangezogen werden, um soziale Herkünfte von Menschen zu differenzieren?
»In dem vorliegenden Buch wird übersichtlich in zumeist klarer Sprache der Versuch unternommen, die Lücke im deutschsprachigen Raum auf diesem Gebiet zu schließen. Dies ist durchaus sinnvoll, wird doch vermehrt von den Herrschenden behauptet, es gebe in dieser Gesellschaft eigentlich keine Klassen und alle hätten doch theoretisch die gleichen Chancen. Bei dem notwendigen Fingerzeig auf die vielfältigen Mechanismen von Unterdrückung fern von der ökonomischen Seite besteht jedoch die Gefahr, diese gänzlich zu ignorieren.

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.05.2025

Verlag

Unrast Verlag

Seitenzahl

196

Maße (L/B/H)

17,8/10,7/1,8 cm

Gewicht

151 g

Farbe

Rost / Lichtgrau

Auflage

6., erweiterte Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89771-467-0

Herstelleradresse

Unrast Verlag
Fuggerstraße 13 a
48165 Münster
DE

Email: kontakt@unrast-verlag.de

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  • BK

    2/5

    28.03.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Das Buch beschreibt ein Gefühl – und verkauft es als Erklärung.

    Es will ein aufklärerisches Buch sein – tatsächlich ist es eher ein moralischer Kompass als ein analytisches Instrument. Der Begriff, den das Buch stark macht, bleibt auffallend unscharf. Er dehnt sich mühelos über Armut, Bildungsunterschiede und soziale Vorurteile aus und verliert dabei genau das, was ein guter Begriff leisten müsste: Trennschärfe. Am Ende erklärt „Klassismus“ sehr viel – und damit erstaunlich wenig. Kemper verschiebt die Perspektive weg von ökonomischen Zusammenhängen hin zu Fragen der Wahrnehmung und Anerkennung. Ungleichheit erscheint weniger als Ergebnis von Märkten, Entscheidungen und Leistung, sondern vor allem als Folge von Abwertung und Diskriminierung. Das mag sensibilisieren, ersetzt aber keine Analyse. Wer die Mechanik von Wohlstand nicht verstehen will, wird ihn auch nicht erklären können. Auffällig ist zudem die Nähe zu einem Denken, das Unterschiede schnell moralisch deutet. Erfolg gerät unter Rechtfertigungsdruck, Aufstieg erscheint verdächtig, und die offene Gesellschaft wird vor allem als Bühne von Ungleichheit beschrieben. Was fehlt, ist die andere Seite: Initiative, Risiko, Unternehmertum – kurz, all das, was soziale Mobilität überhaupt erst ermöglicht. So bleibt das Buch in einer eigentümlichen Schwebe. Es fordert Aufmerksamkeit für Benachteiligung, liefert aber kaum tragfähige Antworten darauf, wie sie überwunden werden kann. Statt politischer Ökonomie bietet es moralische Sensibilisierung, statt Lösungen vor allem Begriffe. Am Ende steht ein Text, der gut gemeint ist, aber analytisch zu weich bleibt. Er beschreibt ein Gefühl – und verkauft es als Erklärung.

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