Rezension
In Band 5 der Reihe "Philosophie und Ethik unterrichten" beschäftigen sich die Herausgeber und Autoren mit dem Medium Bild, um didaktisch-methodische Hinweise rund um das Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen.
Laut Vorwort (vgl. S. 7) gilt das Motto von George Orwell: "Bilder erschließen uns die Welt", so dass sich hier auch Erzieherinnen angesprochen fühlen dürfen. Insbesondere die Arbeit mit Märchen und Fabeln spielt im Elementarbereich eine große Rolle, so dass der Titel des Kapitels von Barbara Brüning "Märchen sind das Tor zur Welt" treffend gewählt sein dürfte. Schon immer waren Kinder überzeugt von der Gerechtigkeit, dem Ausgleich von Gut und Böse und somit dem Sieg im Sinne der Wahrheit.
Darüber hinaus kommt das Thema "Philosophieren mit Kindern" den Inhalten der Bildungspläne der Länder entgegen - hier ermutigen wir Erzieherinnen, sich kindlichen Fragestellungen über die Dinge, die sie nun einmal bewegen - und seien sie noch so abwegig - zu öffnen. Dies impliziert, Kindern genau zuzuhören - vielleicht haben sie bessere Antworten als wir, vielleicht hören sie noch auf ihr Herz, vielleicht können wir von ihnen lernen?
So kommen wir zum nächsten Kapitel: Fabeln als Spiegel der Gesellschaft: Fabeln sind ehrlich, Fabeln spiegeln, Fabeln regen zum Nachdenken an, und genau dies lieben Kinder.
Im weiteren Verlauf beschäftigen sich die Autoren mit Collagen wie auch Spielfilmen und dem szenischen Spiel in unterschiedlichen Facetten. Auch hier überzeugen die handlungs- und produktionsorientierten Anregungen, die auf den Elementar- wie auch Schulkindbereich übertragbar sind.
Die einzelnen Kapitel liefern zahlreiche Literaturhinweise, Arbeitsanregungen sowie kreative Fragestellungen.
Insgesamt überzeugt das Buch, bietet es durchaus innovative Ideen, die zur Förderung kindlicher Selbstbildungsprozesse übertragbar sind. Sie dienen der alltäglichen wie auch gezielten Sprachförderung, beziehen die Arbeit mit Neuen Medien mit ein und berücksichtigen individuelle und kreative Lern- und Denkprozesse unserer Adressaten.
Darüber hinaus erhalten Lehrerinnen und Lehrer in verschiedenen Schulstufen Denkanstöße, das Lernen mit Kopf, Herz und Hand zu forcieren, was Ansatz und Ziel der Handlungs- und Produktionsorientierung ist.
Die Arbeit mit ausgewählten Bildern und Symbolen wie auch das Aufgreifen typischer Themen wie Freundschaft, Glück, Gerechtigkeit etc. wirken anregend und bildungsfördernd, so dass wir Ihnen viel Freude und vor allem Erfolg in der Förderung unserer Kinder durch den Umgang mit diesem Buch wünschen.
Ebenso ermutigen wir Sie, Neues auszuprobieren - die Textbeispiele und Arbeitsanregungen fordern regelrecht dazu auf. So erscheint es uns nicht abwegig, am Beispiel "Sonne, Mond und Wind", einem asiatischen Märchen, die entsprechenden Kräfte zu personifizieren, um die Chance zu bieten, sich in sie einfühlen zu können. So erscheint die folgende Arbeitsanregung sinnvoll: "Stellt euch vor, der Regen wäre an diesem Gespräch beteiligt gewesen. [...]" (S. 41)
Katrin Kogel
BFK - Bildung für Kinder