Im Wiener Kunsthistorischen Museum bezieht jeden zweiten Vormittag der Musikphilosoph Reger Stellung. Nur an den eintrittsfreien Samstagen bleibt Reger dem Museum fern. Doch ausgerechnet dann möchte ihn sein Freund Atzbacher dort treffen. Reger gibt sich einen Stoß und bezieht auch am Samstag seinen Platz. Und nun ergreift Thomas Holtzmann für ihn das Wort und ergeht sich inmitten des Besuchersturms in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Wiener, gegen Kunstbeflissenheit und Titelsucht, Kapuzinergruft und Hofburg, Mehlspeisenkult und Prater. (6 CDs, Laufzeit: 7h 10)
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
24.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Tiefgründig
Durch die YouTube-Clips bin ich auf Thomas Bernhard aufmerksam geworden und schließlich in den Bann dieses Pessimisten geraten. Immer wieder tun sich darin Abgründe auf, die untrennbar mit jener Landschaft verbunden scheinen, deren Spuren die Menschen dort merklich geprägt haben dürften. Wer sich ohnehin mit depressiven Gedanken herumschlägt, dürfte nach der Lektüre von Holzfällen feststellen, dass Bernhard in dieser Hinsicht noch einmal ganz andere Abgründe bereithält.
Patrick Nagl
aus Wien
5/5
01.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wahrhafte Komödie
Thomas Bernhards nimmt in "Alte Meister" wie immer gerne österreichische Schicksale aufs Korn. Mit dieser Komödie gelingt ihm ein Geniestreich; zugleich zeichnet er mehrere Portraits heimischer Originale wie es sie nur allzuviele in unserem Lande gibt....noch immer und immer wieder. Ein zeitloser Lachschlager.
Lustig,bitter,gnadenlos,grandios,Bernhard.
Bewertung
5/5
01.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beschimpfungen auf höchstem Niveau!
Bei Thomas Bernhard scheiden sich ja bekanntlich die Geister.
Nestbeschmutzer und Jahrhundertschriftsteller .
Schließt denn das eine das andere aus?
In Holzfällen wird die selbstverliebte Wiener Gesellschaft Stück für Stück zerlegt und das wunderbar erbarmungslos!
Auf diesem Niveau kann nur Bernhard lästern!
Daniel Buess
aus Basel
5/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Nicht ohne Komik
Thomas Bernhard, ein Fall für sich. Schwergewichtig, widerborstig und schwer verdaulich. Die monologisch langatmige Art des Erzählens und die zum Teil erschöpfenden Wiederholungen und Variationsschlaufen muss man mögen, sonst lässt man besser die Finger von Bernhard. Er ist das Gegenteil von Rosamunde Pilcher. In "Kalkwerk" erzählt Bernhard die Geschichte eines Gelehrten oder Pseudo-Gelehrten, der mit seiner behinderten Frau in einem Kalkwerk lebt und sich mit
ausufernden Gehör-Studien befasst. Als Folge der Isolation, in der sich das Paar befindet, verliert er jeden Realitätsbezug und ermordet seine Frau. Die Geschichte als solche erinnert vage an "Shining", ist aber - anders als bei Steven King - nicht auf Spannungseffekte aus. Bernhard berichtet endlos, sozusagen in einer verbalen Zermürbungstaktik, über alltägliche Widrigkeiten, gegen die der geistig höher entwickelte Mensch vergeblich ankämpft. Das ist nicht ohne Komik.
Brigitte Bouman-Mengering
aus Lingen (Ems)
5/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein streitbarer Geist
Thomas Bernhard lesen ist immer ein Parforceritt.Anders kann und will ich es nicht beschreiben.Und er ist,man staune,immer noch aktuell.Seine Bissigleit,seine Sturheit,seine Ungebrochenheit.Und gerade durch die Reaktionen beim Erscheinen des Buches,wird er bestätigt.Denn diese oberflächlichen Fratzen und Möchtegern-Menschen sind entlarvt,blossgestellt.Niemand anderes hat diese Wucht,diese Wut und konnte sie so ausdrücken wie dieser grossartige Mann.Es sei jedem ans Herz gelegt.
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