Ein sprühendes Debüt voller Witz, Absurdität und sprachlicher Brillanz
In Der Besen im System , dem Debütroman von David Foster Wallace, arbeitet Lenore Beadsman in der Telefonzentrale eines erfolglosen Verlages in Ohio, der ihrem Freund Rick Vigorous gehört. Rick liebt Lenore über alles, hat aber Probleme mit dem Sex und erzählt ihr als Ersatz Geschichten, in denen sie oft die Hauptrolle spielt. Um seine Schwierigkeiten zu bewältigen, besucht er regelmäßig einen Psychiater - denselben, den auch Lenore aufsucht.
Der Besen im System ist ein fulminanter Auftakt zum Werk eines der bedeutendsten US-amerikanischen Schriftsteller, der die Themen Entfremdung, Materialismus und die Suche nach Sinn auf unverwechselbare Weise erkundet.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
2 Bewertungen
5 Sterne
(0)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(1)
1 Sterne
(0)
Für Leser mit Sinn für das…
Bories vom Berg aus München am 25.02.2013
Bewertungsnummer: 2708306
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Für Leser mit Sinn für das Absurde Nach der Lektüre von «Unendlicher Spaß», seinem berühmten Erfolgsroman, war ich nun auch auf den Erstling «Der Besen im System» von David Foster Wallace neugierig, schon der Titel weckt ja gewisse Assoziationen. Eines vorweg: Es macht wenig Sinn, bei diesem amerikanischen Autor der Postmoderne eine Inhaltsangabe zu schreiben, wie es der Klappentext versucht. Dieser Roman folgt keiner literarischen Konvention und ist deshalb schwer fassbar mit den gängigen Maßstäben. Er ist surreal wie ein Bild von Salvatore Dalí, aber anders als in der Malerei ist in der Literatur ja eher Rembrand gefragt, ein klar erkennbarer und nachvollziehbarer Plot jedenfalls. Den sucht man hier vergeblich, auch wenn uns der schon erwähnte Klappentext das vorgaukelt und uns damit (bewusst?) in die Irre führt. Wittgenstein kommt nicht vor, und Ur-Oma Lenore bleibt ohne erkennbaren Grund spurlos verschwunden, bis zum Schluss. Der übrigens, wie es sich gehört im Surrealismus, mitten im Satz, auf Seite 624, abrupt endet, ohne Schlusspunkt eben, arglose Leser könnten an einen Fehldruck glauben. Ähnlich wie beim Opus magnum findet sich der Leser auch in diesem satirischen Roman mit einer ziemlich komplexen Syntax konfrontiert, die seine volle Aufmerksamkeit fordert, ihn dann aber umso mehr mit spaßigen, unerwarteten, aufregenden Gedanken belohnt und ihn viele abstruse Situationen miterleben lässt in den diversen Handlungssträngen. Der unglaubliche Wortreichtum des Autors wird radikal, ironisch und völlig absurd eingesetzt. Neben hochgestochenen Fremdwörtern findet man absoluten Nonsens als Wortgebilde und, völlig gleichberechtigt, auch den vulgären Jargon des Alltags. Mit diesem Instrumentarium formt er ein literarisches Werk, das seinen Reiz gerade darin hat, in kein Klischee zu passen. Negative Kritiken sprechen von einem durchgedrehten Roman, in dem ein kreatives Chaos herrsche, und bemängeln den Patchwork-Charakter der diversen, ziemlich wirr zusammengefügten Textabschnitte und Kapitel, einem Zettelkasten ähnlich. Da haben sie wohl Recht, einen Spielfilm könnte man schwerlich machen aus diesem Romanstoff, obwohl – man soll nie nie sagen! Denn in einem Film könnte man alle diese neurotischen Protagonisten und schrillen Charaktere wunderbar darstellen, sämtliche Figuren dieses Romans werden einem nämlich schnell sympathisch, so meschugge sie auch sein mögen. Im Kopfkino des Lesers funktioniert das jedenfalls bestens. Für mich ist «Der Besen im System» nicht nur eine gnadenlose Abrechnung mit dem American Way of Live, sondern darüber hinaus allgemein mit unserer neurotischen Informationsgesellschaft, eine wirklich amüsante Lektüre außerdem, sehr empfehlenswert insbesondere für Leser mit Sinn für das Absurde, sie werden voll auf ihre Kosten kommen.
Was war denn das?
Bewertung aus Bern am 17.02.2011
Bewertungsnummer: 704595
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vorsicht vor diesem drögen Roman, das war eine grosse Enttäuschung.
Das Buch beginnt ganz gut, mündet dann aber in endloses Geschwätz ohne viel Handlung, meist erstaunlich belanglos, eine Qual, zuweilen verkorkst und so las ich ab ca. 200 Seiten nur noch quer, um noch das Ende zu erfahren, statt den Schinken aus Frust endgültig zu entsorgen. Ein schales Gefühl blieb zurück, vertane Zeit, eine relativ langweilige Familiengeschichte, die bemüht originell sein will, mit vielen Nebengeschichtlein, oft zerfahren und unreif. Tom Wolfe hat sowas viel interessanter, reifer und gewitzter beschrieben. Zur Erholung las ich dann in James Joyces "Dubliner".
Besser als seine zwei dicken Romane gefallen mir die Kurzgeschichten von Wallace. Die Romane find ich dagegen schon fast peinlich.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.