Dominik ist ein Strichjunge. Er ist erst fünfzehn und verkauft sich an Männer und Frauen. Eines Tages bricht er mit einem seiner Kunden, einem Justizbeamten, dem Mädchen Isabella und einem Koffer voller Drogen in die Türkei auf, um die geheimnisvolle Karettschildkröte zu suchen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Horst R.
aus Wien
3/5
07.01.2010
Buch (Taschenbuch)
Flüssig geschriebene Geschichte
Wenn man beim lesen keine hohen Ansprüche hat und man dabei unterhalten werden möchte empfehle ich dieses Buch. Es ist auf ironische Art humorvoll und hat einen abwechsungsreichen Szenenwechsel zu bieten, nicht übertrieben.
Ein nettes Buch für zwischendurch. 3 Sterne
Nach „Wildwasser“, das ich großartig fand, und „Das Matratzenhaus“ ist dies mein dritter Roman von Paulus Hochgatterer. Daher bin ich mit dem etwas eigenwilligen Schreibstil des Autors vertraut. Wenn man ein Buch zur Unterhaltung oder einfach zwischendurch etwas zur Ablenkung lesen möchte, dann sollte man nicht zu „Caretta Caretta“ greifen. Für dieses Buch und den Schreibstil ist ein bewusstes Entscheiden und Sich-darauf-Einlassen nötig. Und dann erkennt man, dass es sich um eine tragische, traurige Geschichte handelt.
Sämtliche Dialoge und Ausführungen des jungen Ich-Erzählers Dominik scheinen nicht von großer Tragweite und unwichtig zu sein, und genau dieses selbstverständliche Erzählen hat bei mir dafür gesorgt, dass ich oft schlucken und das Gelesene erst mal sacken lassen musste. Besonders traurig finde ich, dass seine einzige Bezugsperson, Kossitzky, ein Kunde von ihm ist. Dass er überhaupt Kunden hat und sich prostituiert (wieso genau er das macht, wird nicht deutlich, Erklärungen liefert das Buch wenige), ist traurig. Seine Familiengeschichte ist wahnsinnig traurig. Das immer wieder kurze Erwähnen der kleinen Schwester, die in einer Pflegefamilie untergebracht ist, hat mich berührt. Das Leben in der WG und all die Bewohner sind traurig. Dieses Buch macht traurig.
Man weiß nie, was Dominik will, wieso er macht, was er macht – das aber mit einer gewissen Coolness. Aus seiner Sicht ist sein Leben vielleicht normal und er hat sich damit arrangiert, daher ist es an uns Leserinnen und Lesern, die volle Tragweite dieser Erzählung zu erkennen.
Das Buch endet nicht überraschend mit einem Unglück, das man kommen sehen hat. Alles in allem wirkt das Ende der Geschichte aber versöhnlich.
Mich stimmt das Buch nachdenklich und ich werde die Geschichte noch lange nachwirken lassen. Wer sich auf Bücher von Paulus Hochgatterer einlässt, wird stark bewegt werden.
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